Predigten


Viele Menschen in der Gemeinde Christi – verschiedene Lebenswege – aber ein Herr in unserer Mitte“

Predigt 20. Sonntag n. Trinitatis zu Gen.14,17–20; Eph. 5,15–20; Matth. 22,1–14 und Joh. 13

Liebe Geschwister der Christus-Gemeinde!

Am vergangenen Donnerstag haben wir in der Alten Kapelle in Sargenzell ein außergewöhnliches Kunstwerk betrachtet: Leonardo da Vincis berühmtes „Letztes Abendmahl“, dargestellt als großer Samenteppich. Leonardo arbeitete ungefähr vier Jahre an seinem weltberühmten Bild. Es zeigt uns nicht nur ein geschichtliches Ereignis, sondern auch eine geistliche Wahrheit über die Gemeinschaft der Kirche Christi. Zwölf Jünger sitzen mit Jesus am Tisch. Leonardo hat sie in vier Gruppen zu jeweils drei Personen angeordnet. Sie sprechen miteinander, gestikulieren, stellen Fragen. Manche sind erschrocken, andere nachdenklich, wieder andere beinahe aufgebracht. Doch in der Mitte sitzt Christus. Er ist der Mittelpunkt des Geschehens. Auf ihn beziehen sich die Gespräche und Reaktionen der Jünger.

Ist das nicht auch ein wunderbares Bild für unsere christliche Gemeinde?

Auch unsere Gemeinde besteht aus unterschiedlichen Menschen. Vielleicht können wir sie mit den vier Gruppen der Jünger vergleichen.

Da sind zunächst Menschen im Lebensfrühling:

Kinder und Jugendliche, voller Erwartungen, Hoffnungen und Fragen nach ihrer Zukunft. Dann Menschen im Lebenssommer: mitten im Beruf, in der Familie, in Verantwortung und täglicher Arbeit. Oft sind ihre Tage ausgefüllt mit vielen Aufgaben. Andere befinden sich im Lebensherbst: Sie blicken auf Jahre voller Erfahrungen zurück, auf Gelingen und Scheitern, auf Freude und Enttäuschungen. Sie können anderen mit ihrer Lebenserfahrung helfen. Und schließlich gibt es Menschen im Lebenswinter: Ältere Gemeindeglieder, deren Kräfte vielleicht nachlassen, deren Glaube aber durch viele Lebensjahre gereift ist. Sie wissen oft besonders gut, wie sehr wir auf Gottes Gnade angewiesen sind.

Diese vier Lebenszeiten sind keine starren Gruppen. Und natürlich gibt es noch viele andere Unterschiede zwischen uns: verschiedene Begabungen, Überzeugungen, Interessen und eigene Lebensgeschichten.

Aber was verbindet uns? Nicht unser Alter, nicht unsere gemeinsamen Interessen und auch nicht immer unsere Meinungen – sondern Jesus Christus, unser Herr! Wie die Jünger gehören wir zusammen, weil Christus uns zu seiner Gemeinschaft der Erlösten berufen hat.

Unser Tagesgebet beginnt mit der Bitte: „O allmächtiger und allbarmherziger Gott. Wir bitten Dich: Bewahre uns nach Deiner großzügigen Güte vor allem, was uns schaden kann.“

Wie wunderbar zeigt sich diese großzügige Güte Christi beim letzten Abendmahl! Jesus kennt seine Jünger. Er weiß um ihre Schwächen, ihren Stolz, ihre Zweifel und ihre bevorstehende Untreue. Er weiß sogar, dass Judas ihn verraten wird.

Im Bild sitzt Judas im Schatten, unter den Jüngern, mit dem Geldbeutel in seiner Hand. Seine Gedanken kreisen um seine eigenen Pläne, um Geld und Verrat. -Und dennoch sitzt auch er noch am Tisch mit Jesus! Christus hat ihn nicht vorher verstoßen. In Johannes 13 lesen wir sogar, dass Jesus seinen Jüngern die Füße wäscht. Seine dienende Liebe schließt zunächst auch Judas ein. Welch ein Bild göttlicher Geduld! Aber diese Liebe hebt unsere persönliche Verantwortung nicht auf. Judas entscheidet und verlässt schließlich diese Gemeinschaft und geht seinen eigenen Weg.

Auch wir müssen uns fragen: Wo stehen wir innerlich? Sind wir mit unserem Herzen bei Christus? Oder lassen wir uns von eigenen Wünschen, Interessen und Versuchungen der glitzernden Welt beherrschen?

Schon unsere alttestamentliche Lesung berichtet davon, wie Melchisedek, der Priester Gottes, dem Abraham Brot und Wein bringt und ihn dann segnet. Die christliche Tradition erkennt darin einen Vorläufer auf das größere Heil, das Christus uns jetzt schenkt. Beim letzten Mahl nimmt Jesus Brot und Wein und gibt ihnen eine neue Bedeutung: „Das ist mein Leib, der für euch gegeben wird.“ Und: „Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut.“ (Lukas 22,19–20).

Hier liegt das Geheimnis unserer Gemeinschaft. Wir kommen nicht an den Tisch des Herrn, weil wir vollkommen wären. Wir kommen als Menschen, die seine Vergebung und Gnade brauchen. Christus lädt uns ein, durch seinen Tod und seine Auferstehung nun am neuen Bund teilzuhaben. Im Herrenmahl erinnern wir uns nicht nur an ein längst vergangenes Ereignis. Christus stärkt uns im Glauben und versichert uns seiner Gnade. Wir empfangen Brot und Wein als sichtbare Zeichen seiner Hingabe für uns. Durch den Heiligen Geist will er unseren Glauben erneuern und unser Leben verändern. So dürfen wir, obwohl wir unterschiedlich sind, ein Leib – eine Gemeinschaft – in Verbindung mit Christus sein.

Im heutigen Evangelium erzählt Jesus vom königlichen Hochzeitsmahl. Der König lädt viele Menschen ein, doch nicht alle nehmen seine Einladung an. Und schließlich begegnet uns ein Gast ohne Hochzeitsgewand. Diese ernste Stelle erinnert uns daran: Gottes Einladung ist großzügig, aber sie darf nicht gleichgültig behandelt werden. Wer Christus im Glauben empfängt, soll auch bereit sein, sein Leben von ihm verändern zu lassen.

Darum fordert Paulus uns in Epheser 5 auf: „So seht nun sorgfältig darauf, wie ihr euer Leben führt, nicht als Unweise, sondern als Weise.“

Unsere Teilnahme am Herrenmahl soll uns verwandeln – nicht der Priester die Elemente – durch den Geist Gottes sollen wir und die Gegenwart Christi verändert werden. Auswirkungen auf unseren Alltag haben: auf unsere Worte, unseren Umgang miteinander, unsere Bereitschaft zu vergeben und Menschen in Not zu helfen.

Nicht jedoch, um dadurch Gottes Gnade zu verdienen, sondern ganz reformatorisch – aus Dankbarkeit für die Gnade, die wir bereits empfangen haben.

Unser Tagesgebet schließt mit der Bitte: „Dass wir mit Leib und Seele bereit sind, die Dinge freudig zu vollbringen, die Du gebietest.“

Das ist das Ziel unserer heutigen Predigt. Die Jungen sollen mit ihren Gaben dienen, die Menschen in der Lebensmitte mit ihrer Kraft und Verantwortung, die Älteren mit ihrer Erfahrung und die Hochbetagten mit ihrem Gebet, ihrer Treue und ihrem Glaubenszeugnis.

Keiner ist überflüssig. Jeder wird gebraucht! Das Herrenmahl verwandelt und verändert uns und führt uns zusammen, stärkt unsere Gemeinschaft und sendet uns wieder hinaus in die Welt.

Liebe Gemeinde, wenn wir künftig das Bild von Leonardo da Vinci betrachten, dann erinnern wir uns daran: Wir sind verschieden – aber Christus ist unsere gemeinsame Mitte. Wir haben unterschiedliche Lebenswege – aber einen Herrn. Wir empfangen dieselbe Gnade – und sind berufen, mit unserem ganzen Leben darauf zu antworten.

Möge Christus uns darum bewahren, im Glauben stärken und unsere Herzen bewegen, seinen Willen nicht widerwillig, sondern freudig und dankbar im Alltag zu erfüllen. Amen.

16. Sonntag nach Trinitatis – aus AGB – https://rekd.de/

Aktuelles Bild: Wildflower-covered cemetery with stone tomb and crosses at sunset

Wochenspruch: „Christus Jesus hat dem Tod die Macht genommen und uns das Licht des unvergänglichen Lebens gebracht durch das Evangelium.“ (2 Tim 1,10b)

Tagesgebet: O Herr. Wir bitten Dich: Reinige und beschütze Deine Kirche durch Dein fortwährendes Erbarmen. Und da sie ohne Deinen Beistand nicht unversehrt bestehen kann, erhalte sie stets durch Deine Hilfe und Güte. Durch Jesus Christus, unseren Herrn.  Amen.

Von der Auferstehung überrascht. Lukas 7,11-17

Einleitung:

Von der Freude überraschte – Surprised by Joy – C.S. Lewis – Surprised by Joy“ von C. S. Lewis ist eine spirituelle Autobiografie, die seinen Weg vom Atheismus zum Christentum anhand des zentralen Konzepts der „Freude“ als transzendenter Sehnsucht beschreibt. – Hier: Von der Auferstehung überrascht!

Ein ehemaliger Landwirt aus unserem Nachbarort sagte: „Glauben Sie, dass noch etwas nach dem Tod kommt? Jemand anderes erwiderte: „Wir wissen doch alle: Leben und Tod gehören zusammen; und ohne den Tod gibt es kein Leben!“

Diese Aussage trifft genauso heute wie damals aufeinander. Auch zu Jesu Zeiten trafen sich Tod und Leben mitten im Alltag und in unserer Geschichte genau am Stadttor, vergleichbar heute mit unserem Rathaus. Und zwar dort, wo alle wichtigen Dinge des Lebens erledigt wurden: Hochzeiten, der Kauf von Grundstücken und Äckern, Eintragung in Steuerlisten, der Abschluss von Verträgen u. v. m. Und gerade dort am öffentlichen Leben, mitten durch die Tagespolitik zog ein Leichenzug hindurch. Er zog aus der Stadt Nain durch dies Tor in Richtung Friedhof. Und genau an der Stadtgrenze außerhalb der Stadtmauer trafen zwei Gruppen aufeinander. Hier traf der Todesumzug aus Nain auf den Lebensumzug Jesu.  – So heißt es:

Jene Menschen damals gingen mit dem Tod noch anders um als wir heute. Damals wurde niemand schnell ins Krankenhaus gebracht, um dort zu sterben, sondern er starb zuhause, mitten im Kreis seiner Lieben. Und obwohl die Beerdigung schnell geschehen musste, wegen des sehr warmen Klimas, wurde doch niemand im Krematorium eingeäschert: Verbrennen, das geschah nur bei den Vielgöttern verehrenden heidnischen Römern und kriegerischen Germanen, doch nicht aber bei gläubigen Juden und Christen. In unserer Geschichte wollte man die Leiche des Jünglings wahrscheinlich zu den Gebeinen seines bereits verstorbenen Vaters legen, in die Gruft oder Begräbnisstätte.

Wenn aber ein Leichenzug vorbeizog, dann blieb damals aller Betrieb für eine Zeit stehen, und alle folgten der Prozession des Todes. Doch dieser Trauermarsch auf den Friedhof war jedoch in unserem Fall ein tragischer.

Hier führte nicht der Priester oder Pfarrer vorne den Zug an, sondern eine hoffnungslose Witwe ging vor dem Sarg her, vor ihr lag eine ungewisse Zukunft. Und bedenken wir: Diese Frau hatte bereits ihren geliebten Mann verloren, nun auch noch ihren einzigen Sohn.

Meist jedoch geschieht dies im Leben umgekehrt. Aber auch wir kennen Fälle, dass Kinder schon vor ihren Eltern starben. Ist dies nicht herzzerreißend und entsetzlich? Und doch lässt es Gott zu. Damals bedeutete dies aber, dass eine Witwe keinen Ernährer mehr hatte. Eine Mutter zu ehren, bedeutete damals konkret, ihr Unterkunft und Ernährung zu geben. Ob sie noch andere Verwandte hatte, die dann in Zukunft diese Verpflichtung übernahmen? Oder musste sie nun betteln gehen oder um Gelder von der Synagoge oder dem Tempel nachsuchen? So bedeutete dieser Todesfall für sie auch ein sehr ungewisses Rentenalter.

Weil aber in unserer Geschichte die Frau vorn alleine herging und ebenso Jesus zuerst an der Spitze seiner Jünger-Truppe, traf der Meister direkt auf diese Witwe, quasi auf Augenhöhe. Das Leben trifft hier auf den Tod und die Hoffnung auf die Verzweiflung. Was würden wir ihr aber sagen? Herzliches Beileid! Oder einen Bibelvers? Oder würden wir wie einige damalige Philosophen: Trauere nicht Frau, denn es wird dir nicht guttun! sagen? Sollte denn die Frau hoffnungslose und ni n Trauer einfach über ihre Gefühle hinweg gehen?

Jesus ist ganz anders. Diese Situation lässt ihn nicht kalt. Er geht nicht an ihr mit einem leichten Psalm-Spruch vorbei. Nein, er hat Mitleid mit ihr. Es jammerte ihn, genauso wie es am Grab des Lazarus geschah, als Jesus die Tränen kamen! Doch Jesu Mitleid ließ ihn nicht einen Trauergesang anstimmen. Jesus stoppt sicherlich auch die Klageweiber, weiter zu klagen, die hinter dem Sarg hergingen. Denn er spricht zu der Trostlosen: Frau, weine nicht! Warum denn? Denn Jesus hatte etwas anderes im Sinn, wie er ihre Trauer stoppen wolle. Er will ihr so konkret helfen, damit er die Ursache der Trauer bei der Witwe beseitigen wird.

Jesus wusste aber, dass er sich an diesem toten Jüngling unrein machen würde. Denn es hieß: Lev. 19, 11 Wer irgendeinen toten Menschen anrührt, der wird sieben Tage unrein sein.

Ob Jesus nun den Sarg berührte oder den toten jungen Mann selbst, das machte keinen Unterschied. Jener Sarg war einfach eine Art Tragbare auf dem der gesalbte Leichnam lag. Würde sich der Gottessohn nun verunreinigen? Mit dem Tode verunreinigen? Nein, Jesus würde nicht mit dem Tod in Berührung kommen, sondern diesmal würde es genau umgekehrt sein! Der Tote würde sich durch die Berührung bei Jesus, mit dem Leben an sich infizieren; das Leben Jesu würde den Tod verschlingen in einen Sieg, die Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit der Frau würde in Hoffnung verwandelt werden.

So wie geschrieben steht: 1 Kor 15,53 heißt: Denn dies Verwesliche muss anziehen die Unverweslichkeit, und dies Sterbliche muss anziehen die Unsterblichkeit. Wenn aber dies Verwesliche anziehen wird die Unverweslichkeit und dies Sterbliche anziehen wird die Unsterblichkeit, dann wird erfüllt werden das Wort, das geschrieben steht: »Der Tod ist verschlungen vom Sieg. Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?« Der Stachel des Todes aber ist die Sünde, die Kraft aber der Sünde ist das Gesetz. Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unsern Herrn Jesus Christus!

In dieser Situation verschlingt die Unsterblichkeit, die von Jesus ausgeht, den Tod und der Sieg gehört Jesus allein. Er, der Sohn Gottes, ist der Hoffnungsträger des neuen Lebens.

Dieses Zeichen, dass Tode auferstehen, sollte auch das Vor-Zeichen des neuen messianischen Zeitalters sein.

 V 22 Geht und verkündet Johannes, was ihr gesehen und gehört habt: Blinde sehen, Lahme gehen, Aussätzige werden rein, Taube hören, Tote stehen auf, Armen wird das Evangelium gepredigt;

Erstaunlicherweise hat Jesus nur drei Menschen vom Tod auferweckt hatte. Das Töchterlein des Jairus, hier den Jüngling zu Nain und später seinen guten Freund Lazarus.

Jesu Sieg über den Tod sieht nun folgendermaßen aus:

Welch eine Antwort. Welch eine Hilfe. Welch ein überreicher Trost. Und nicht nur ein Trost für die Zukunft, sondern ein anfassbarer für die Mutter. Er gibt der Witwe den Sohn lebend zurück, ihren irdischen Versorger und Beschützer. Welch ein Gott der Barmherzigkeit und des Trostes?

Gibt es noch weitere Toten-Auferstehungen in der Bibel? Im Alten Testament finden wir zwei Toten-Auferweckungen bei jungen Männern, und zwar durch die Propheten Elia und Elisa.

1Kön 17,20 und Elia rief den HERRN an und sprach: HERR, mein Gott, tust du sogar der Witwe, bei der ich ein Gast bin, so Böses an, dass du ihren Sohn tötest?  21 Und er legte sich auf das Kind dreimal und rief den HERRN an und sprach: HERR, mein Gott, lass sein Leben in dies Kind zurückkehren!

22 Und der HERR erhörte die Stimme Elias, und das Leben kehrte in das Kind zurück, und es wurde wieder lebendig.23 Und Elia nahm das Kind und brachte es hinab vom Obergemach ins Haus und gab es seiner Mutter und sprach: Sieh da, dein Sohn lebt!

2 Kön 4,36 Und Elisa rief Gehasi und sprach: Ruf die Schunemiterin! Und als er sie rief, kam sie hinein zu ihm. Er sprach: Da, nimm hin deinen Sohn!

In unserer Auferstehungsgeschichte heißt es:

Als die Leute Gott priesen, erinnerten sich sicherlich viele an die beiden AT-Begebenheiten, denn die Worte: und gab ihn seiner Mutter finden wir bereits wörtlich bei Elia vor. Als diese Menschenmenge Jesus so pries, wussten sie zweifellos, dass dieser Jesus der neue Elia war.

Außerdem liegt der Ort Nain ganz in der Nähe des historischen Sunem, wo die Sunemiterin z.Z. des Elisa lebte. Auch diese Frau erhielt ihren Sohn wieder durch Auferweckung vom Tode.

Durch diese Begebenheit soll hier folgendes ganz deutlich werden. Jesus ist dieser Prophet, auf den das Volk Israel und alle Welt wartete. Es ist der Menschensohn, von dem der Prophet Daniel einst sprach, der göttlicher Herrscher über alle Welt. Denn solch ein Wunder der Totenauferweckung kann nur er vollbringen und kein anderer. Er ist der, der nicht nur drei Menschen, sondern alle vom Tode auferwecken wird, die einen zum ewigen Leben und die anderen zur ewigen Strafe. –

Welche Kunde war dies? Es war die Entdeckung, dass der Gott, der schon einmal in dieser Gegend vor ca. 1000 Jahren zwei Tote auferweckt hatte, diese Totenauferweckung als neues Zeichen der Endzeit gab. Ein Zeichen der Hoffnung. Die Bedeutung liegt darin, dass nicht nur irgendein Prophet, sondern der verheißene Prophet, der Messias, unter ihnen aufgetreten war. Gott hatte nun bestätigt, dass er durch seinen Sohn sein Volk besuchte.

Wozu?

1) Einmal, um uns alle zu trösten, uns sein Mitleid und Erbarmen zu zeigen.

2) Dann aber auch, uns klarzumachen, dass alle, die er wie den Jüngling von Nain berühren wird, die an ihn als Erlöser glauben, zum ewigen Leben auferstehen werden.

Christus ist die Auferstehung und das Leben. Er ist der Erste, der vom Tode auferweckt wurde und jetzt ewig lebt.

Aktuelles Bild: Geheilter Samariter dankbar vor Jesus

Kaum ist die Logik des Evangeliums so kurz und bündig beschrieben worden, wie in diesem Kollektengebet, diesem Sammelgebet, aus: „Das Allgemeine Gebetbuch“ dass sich auf unsere drei biblischen Lesungen an diesem Sonntag bezieht.

Im 1.Teil der Bitte wird für die Vermehrung der geistlichen Wesenszüge in uns gebetet. Nämlich für Glaube, Liebe Hoffnung. Dies bezieht sich zuerst auf 1. Kor. 13.

Im 2. Teil der Bitte wird dann zentral für den wichtigsten Wesenszug der Bibel gebetet. Die Liebe: Wirke in uns die Liebe zu dem, was Du gebietest.

Diesen besonderen Wesenszug besitzen wir nicht von Natur aus. Wirkliche Liebe fehlt allen und jedem Menschen, Männern, Frauen und Kindern, auch den heiligsten und frömmsten unter ihnen. Hier geht es aber nicht um die Liebe zu unserm Nächsten, sondern um die Liebe zu alle dem, was Gott geboten hat: Wie wir uns selbst im Alltag verhalten und was wir tun sollen.

In beiden Teilen der Fürbitte ist zu erkennen, dass etwas vermehrt werden soll, was schwach ist und was jedem fehlt: Das was unser geistliches Leben betrifft: „Glaube, Liebe und Hoffnung!“ Dann aber, was bei uns prinzipiell fehlt und erst bewirkt oder neu in Gang gesetzt werden soll: Die Liebe zu Gottes Geboten, und auch die Liebe, die freiwillig und gerne den besonderen Willen Gottes tut.

Bei dem Evangelium haben wir folgende Lektion. Der vom Aussatz geheilte Samariter kehrt um, preist Gott mit lauter Stimme und fällt dann Jesus zu Füßen und dankt ihm.

Die Grundvoraussetzung ist aber zuerst die Heilung von Sünde und Aussatz durch Jesus Christus. Dieses Heil hat Gott in Bewegung gesetzt. Wenn wir dies erkennen, dann bewirkt er in uns auch die Freude darüber und die Dankbarkeit, die über unsere Lippen kommen soll. Denn wir können keinen Dank selbst produzieren. Aber Gott kann ihn bewirken und kann ihn vermehren. Dafür wollen wir beten.

Bei der AT-Lesung aus 1 Chr. 29 lernen wir folgendes:

Gott hat David als Hirtenjunge von der Schafhürde weggenommen und König werden lassen. Als König bereitet David alles im Detail vor, damit sein Sohn Salomo den Tempel baut.

Genau das ist auch die Aufgabe des Königs, sich um den Tempel, das Haus Gottes zu kümmern. Dazu benutzt er einmal alle die Beute, die er in Kriegen gewonnen hatte.

Aber dies genügt ihm nicht, nur die Beute anderer weiterzugeben. Sein eigenes Anliegen ist es, darüber hinaus von seinem persönlichen Gut und Besitz Gott zu spenden. Er gibt aus Dankbarkeit. Und er spendet sehr, sehr viel. Er ist vorbildhaft für die Stammesführer und Oberhäupter.

Dann aber schließen sich die Vorsteher an, als sie Davids Gebefreudigkeit sehen und geben für Gottes Haus großzügige Geschenke, im Übermaß.

Nun aber sieht dies auch das ganze Volk, und auch sie werden motiviert und geben und spenden für das Gotteshaus und freuen sich.

Daraufhin betet David. Wir erkennen die Verbindung zwischen Geben und Gebet. Geben und Dankgebet sollen immer gemeinsam einhergehen. Der Dank und das Geben für die Kirche und das Reich Gottes gehören zusammen. David betet und sagt, was recht ist: Alles kommt o Herr von Dir, und was wir dir geben, stammt aus Deiner Hand. Und diesen Vers sprechen oder singen wir auch während unseres Gottesdienstes.

Auch hier sehen wir, dass aller Besitz von Gott kommt. Unsere Kraft, unser Besitz, unser alles. Es ist Gott, der die wirkliche Dankbarkeit schenkt, wie auch in 2 Mose 35,4ff. Dort gab das Volk Israel so viel zum Bau der Stiftshütte ihres Besitzes, dass Mose das Geben stoppen musste. Weiterhin brachten sie ihre künstlerischen Gaben als Opfergabe zum Einsatz. Auch wir können dies nicht aus uns selbst heraus produzieren. Aber Gott kann auch bei uns Dank in Form von großzügigem Geben bewirken. Auch dafür wollen wir beten, dass dies geschieht. Wer aber von innen her geben und spenden kann, der ist frei von inneren Zwängen, frei von Habgier, frei von der Ichsucht. Wo beginnen wir aus Dankbarkeit, das Gott zu geben, was ihm sowieso gehört? Zum Geben gehört ein freies Herz, einen geordneten, sparsamen Lebensstil und Augen, die den Mangel im Reich Gottes und die Bedürftigkeit des Nächsten sieht.

Wie viel Geld gibst Du monatlich neben dem Lebensnotwendigen für eigene Wünsche und Annehmlichkeiten aus?  Und vergleiche dann, wie viel gibst Du aus Dankbarkeit Gott – oder sollte dies nicht zuerst kommen?

In der Epistel sehen wir noch einmal deutlich, was aus dem Menschen normalerweise herauskommt, die Werke des Fleisches, die ungezügelte Lust, wie es auch das Evangelium sagt: Böse Gedanken, Neid, Bitterkeit, Hass, usw. Solche Menschen können nicht dankbar sein, weder durch Geben als Dank noch im dankbaren Gebet.

Aber der Mensch des Geistes, den Gottes Geist berührt hat, dessen Herz verändert worden ist, bei ihm bewirkt Gott die Liebe, die Hoffnung und den Glauben. Und noch viel mehr. Alle die christlichen Charakterzüge, genauso, wie sie in der Epistel Galater 5,22 als die Frucht des Geistes beschrieben werden. Aber vor allem geht es heute um unseren Dank, dass alles, was wir sind und haben, von Gottes Güte herkommt und von ihm in unserem Leben entsteht, besonders aber unsere Sündenvergebung und unser ewiges Heil, unsere Errettung, unseren ewigen Platz im Himmel. Haben wir dies erkannt, dass Gott dies alle wirkt, dann werden wir so lieben, wie er uns befiehlt.

Gott kann bewirken, dass wir ins solch einem geistlich geführten Leben alle die Untaten des Fleisches, die egoistischen und narzisstischen Worte, Gesten und Handlungen lassen und den Gehorsam, in Gottes Liebe unser Leben zu führen in uns vermehren.

Darum wollen wir Gott heute bitten, dass er in uns das vermehrt, was wir selbst nicht hervorbringen können: den Glauben, die Hoffnung und vor allem die Liebe.

1. Wo Christus uns heilt und vergibt, da darf Dankbarkeit wachsen wie bei dem geheilten Samariter.

2. Wo wir erkennen, dass alles, was wir besitzen, aus Gottes Hand kommt, da können wir wie David mit einem freien Herzen geben.

3. Und wo der Heilige Geist unser Leben bestimmt, da wächst seine Frucht und das alte, selbstbezogene Wesen verliert seine Macht. So wird aus empfangener Gnade ein dankbares Leben und aus der Liebe Gottes die Bereitschaft, seinen Willen gerne zu tun. Darum lasst uns nicht zuerst fragen, was wir für Gott leisten können, sondern ihn bitten, dass er selbst in uns wirkt, was ihm gefällt.

Lasset uns beten:

Allmächtiger und ewiger Gott, wir danken Dir für alles, was wir aus Deiner Hand empfangen haben, vor allem für die Vergebung unserer Sünden und das Heil in Jesus Christus. Vermehre in uns Glauben, Hoffnung und Liebe und schenke uns ein dankbares und freies Herz. Wirke durch Deinen Heiligen Geist in uns die Freude für Deinen Willen, damit unser Reden, Geben und Handeln Dich ehrt und unserem Nächsten dient. Durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.

Und siehe, ein Gesetzeslehrer stand auf, versuchte ihn und sprach: Meister, was muss ich tun, dass ich das ewige Leben ererbe? Er aber sprach zu ihm: Was steht im Gesetz geschrieben? Wie liest du? Er antwortete und sprach: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüte, und deinen Nächsten wie dich selbst. So gehe hin und tue desgleichen!
A compassionate traveler tends an injured man beside a sunlit road, echoing the biblical call to love one’s neighbor.

Der verheißene Retter und seine barmherzigen Nachfolger –  Gal 3,16–22, Luk 10,25–37

Liebe Christus-Gemeinde,

im Evangelium begegnet uns heute ein Mensch, der unter die Räuber gefallen ist. Er liegt verwundet am Straßenrand, hilflos und dem Tod nahe. Ein Priester kommt vorbei, dann ein Levit. Beide sehen ihn – und gehen weiter. Schließlich kommt ausgerechnet ein Samariter, ein Mann aus einer von den Juden verachteten Volksgruppe. Er bleibt stehen, verbindet die Wunden, gießt Öl und Wein darauf, hebt den Verwundeten auf sein Tier und bringt ihn in die Herberge.

Jesus sagt am Ende:
„So geh hin und tu desgleichen!“ Damit wird uns zunächst eine ganz praktische Frage gestellt: Wer ist mein Nächster? Die Antwort Jesu lautet nicht: Derjenige, der zu meinem Volk gehört, meine Sprache spricht oder meine Herkunft teilt. Mein Nächster ist der Mensch, den Gott mir in seiner Not vor die Füße legt.

Doch die Epistel aus Galater 3 führt uns noch tiefer. Denn hinter der Frage nach unserem Handeln steht die viel größere Frage: Wie wird überhaupt ein Mensch vor Gott gerettet?

Paulus erinnert die Galater daran, dass Gott Abraham eine Verheißung gegeben hatte. Und diese Verheißung kam lange vor dem Gesetz am Sinai. Paulus schreibt:

„Nun ist die Verheißung Abraham zugesagt und seinem Nachkommen.“ Und dann erklärt er ausdrücklich, dass dieser entscheidende Nachkomme Christus ist. Das ist die große Linie der Heilsgeschichte: Gott gab Abraham eine Verheißung, und diese Verheißung findet ihr Ziel und ihre Erfüllung in Jesus Christus.

Das Gesetz wurde erst 430 Jahre später gegeben. Deshalb kann das Gesetz die vorher gegebene Verheißung Gottes nicht aufheben. Das bedeutet: Unsere Rettung beruht nicht zuerst darauf, was wir für Gott tun, sondern darauf, was Gott für uns verheißen und in Christus getan hat. Das Gesetz ist gut. Es zeigt uns Gottes Willen. Es nennt Gut und Böse beim Namen. Es deckt unsere Sünde auf. Aber das Gesetz kann den Sünder nicht lebendig machen. Paulus fragt deshalb:

„Ist denn das Gesetz gegen Gottes Verheißungen?“ Und antwortet: „Das sei ferne!“ Das Gesetz und die Verheißung sind keine Feinde. Aber sie haben unterschiedliche Aufgaben.

Das Gesetz zeigt unsere Krankheit. Christus bringt die Heilung. Das Gesetz zeigt unsere Schuld. Christus trägt unsere Schuld. Das Gesetz zeigt uns, dass wir den Tod verdient haben.
Christus schenkt uns das Leben.

Hier bekommt das Evangelium vom barmherzigen Samariter noch eine tiefere Bedeutung.

Der unter die Räuber gefallene Mensch kann auch ein Bild für uns selbst sein. Die Sünde, der Teufel und die Dämonen dieser Welt haben uns verwundet. Wir sind halbtot zwischen Himmel und Hölle, zwischen Jerusalem dort droben und Jericho unter dem Meeresspiel halbtot liegengeblieben. Wir können uns nicht selbst nicht mehr retten. Kein menschliches Werk und keine religiöse Leistung können uns ewiges Leben geben. Doch Christus kommt zu uns. Er geht nicht vorüber. Er sieht unsere Not. Er beugt sich zu uns herunter. Er nimmt unsere Schuld auf sich. Und er bezahlt selbst den Preis unserer Rettung.

In diesem Sinn können wir sagen: Jesus Christus ist der wahre barmherzige Samariter. Er tut für uns, was wir für uns selbst niemals hätten tun können. Darum heißt es in Galater 3,22:

„Die Schrift hat alles eingeschlossen unter die Sünde, damit die Verheißung durch den Glauben an Jesus Christus gegeben würde denen, die glauben.“

Unsere Hoffnung liegt also nicht in unserer Herkunft, nicht in unserer religiösen Leistung und nicht in unseren guten Werken. Unsere Hoffnung liegt allein in Christus.

Das war für die Gemeinde der Galater von entscheidender Bedeutung. Denn einige wollten ihnen einreden, sie müssten zusätzlich zu Christus bestimmte Vorschriften des jüdischen Gesetzes erfüllen, um wirklich zu Gottes Volk zu gehören. Paulus widerspricht entschieden. Die Verheißung Abrahams erfüllt sich in Christus. Und wer Christus im Glauben gehört, gehört damit zur Familie der Verheißung. Deshalb schreibt Paulus wenige Verse später:

„Hier ist nicht Jude noch Grieche … denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus.“ Und: „Gehört ihr aber Christus an, so seid ihr ja Abrahams Nachkommen und nach der Verheißung Erben.“

Vor Gott entscheidet also nicht die ethnische oder völkische Abstammung. Ein Deutscher besitzt keinen Vorzug vor einem Syrer. – Ein Jude besitzt keinen Zugang zu Gott ohne Christus.
Und ein Mensch aus irgendeinem anderen Volk ist nicht ausgeschlossen, wenn er Christus im Glauben angehört. Der Mittelpunkt der Verheißung ist nicht ein Volk, sondern eine Person: Jesus Christus.

Und damit kommen Galaterbrief und Samaritergeschichte wieder zusammen. Wir werden nicht durch unsere guten Werke gerettet. Doch wer durch Christus gerettet worden ist, wird zu guten Werken berufen. Wir werden aber nicht barmherzig, damit Christus uns rettet. Wir werden barmherzig, weil Christus uns gerettet hat. Darum sagt Jesus: „So geh hin und tu desgleichen.“

Vielleicht begegnet uns in dieser Woche ein Mensch, der nicht buchstäblich verwundet am Straßenrand liegt, aber innerlich ebenso verletzt ist: einsam, krank, verzweifelt, finanziell bedrängt oder ohne Hoffnung. Dann dürfen wir nicht nur fragen: „Was müsste eigentlich jemand tun?“ Sondern: Kann ich stehenbleiben? Kann ich zuhören? Kann ich helfen? Kann ich tragen? Kann ich diesen Menschen vielleicht sogar zu Christus und in die Gemeinschaft seiner Gemeinde führen? Denn wer erfahren hat, dass Christus sich zu ihm hinabgebeugt hat, der darf sich nun selbst zu anderen hinabbeugen.

Christus ist unser wahrer barmherziger Retter. Und seine Gemeinde soll in dieser Welt eine Gemeinschaft von Menschen sein, die seine Barmherzigkeit sichtbar macht.

Predigt zum 6. Sonntag nach Trinitatis
Epistel: Rö. 6,3–11; Mat 5,20–26

Heart-shaped glass flask with glowing swirling light inside and extending from its opening

Das Wochengebet dieses Sonntags beginnt mit einer wunderbaren Zusage:

„O Gott, Du hast denen, die Dich lieben, solche Güter bereitet, die alles menschliche Verstehen übersteigen.“

Gott hat für seine Kinder etwas vorbereitet, das größer ist als alles, was wir erkennen, verstehen oder uns wünschen können. Wir denken dabei zuerst an das ewige Leben, an die Auferstehung und an die Herrlichkeit bei Gott. Doch das Gebet spricht nicht nur von der Zukunft. Es bittet darum, dass Gottes Liebe schon heute unser Denken, Wollen und Handeln bestimmt.

Unser Leben ist oft von den sichtbaren Dingen bestimmt: Gesundheit, Familie, Arbeit, Besitz, Anerkennung, Sicherheit, Harmonie und Entspannung. Diese Dinge sind nicht unwichtig. Sie sind irdische Gaben Gottes. Aber sie sind endlich und vergänglich.

Unser Wochengebet hebt unseren Blick über das Sichtbare und Irdische hinaus. Gott hat solche Güter vorbereitet, die unser menschliches Verstehen übersteigen. Paulus schreibt:

„Was kein Auge gesehen hat und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott bereitet hat denen, die ihn lieben“ (1. Korinther 2,9).

Wir können uns die Herrlichkeit des künftigen ewigen Lebens nicht vollständig vorstellen. Wir wissen aber: Dort wird keine Sünde mehr sein, keine Trennung von Gott, keine Schuld, keine Krankheit oder Tod. Christus wird einst alle Dinge neu machen.

Diese Hoffnung ist keine Vertröstung. Sie verändert unser gegenwärtiges Leben. Wer weiß, dass sein wahres Leben bei Christus verborgen ist, muss sich nicht verzweifelt an den vergänglichen Dingen festhalten. Er darf dankbar gebrauchen, was Gott ihm heute schon gibt, ohne es zu seinem Gott oder Götzen zu machen.

Unsere größte Zukunft liegt nicht auf dieser Erde. Sie liegt bei Jesus Christus im Himmel.

2. Gott muss aber seine Liebe in unsere Herzen geben

Das Kollektengebet fährt fort:

„Gieße in unsere Herzen eine solche Liebe zu Dir, dass wir Dich über alles lieben.“

Das ist ein bemerkenswerter Satz. Wir werden nicht einfach aufgefordert: „Strengt euch mehr an und liebt Gott stärker!“ Wir bitten Gott selbst, seine Liebe in unser Herz zu gießen.

Von Geburt an aus lieben wir uns selbst am meisten. Wir suchen unseren persönlichen Vorteil, unsere Bequemlichkeit und unsere Ehre. Selbst unsere Frömmigkeit kann sich manchmal um uns selbst drehen: Was bekomme ich von Gott? Warum hilft er mir nicht? Warum erfüllt er meine Wünsche nicht? – Auf diesem Wohlfühl-Gebiet bewegen sich moderne und liberale Prediger, Evangelisten und Irrlehrer.

Wahre Liebe zu Gott entsteht auch nicht aus menschlicher Anstrengung. Sie beginnt dort, wo wir erkennen, wie sehr Gott uns zuerst geliebt hat. Johannes schreibt:

„Lasst uns lieben, denn er hat uns zuerst geliebt“ (1. Johannes 4,19).

Gottes Liebe wird am Kreuz sichtbar. Jesus Christus, sein eigener Sohn gab sich für uns hin, als wir noch von Gott getrennt und Sünder waren. Jesus nahm unsere Schuld auf sich. Er starb unseren Tod und öffnete uns den Weg zum Vater.

Je mehr wir diese Gnade Gottes erkennen, desto mehr wächst in uns die Liebe zu Gott. Wir lieben ihn nicht, um gerettet zu werden. Wir lieben ihn, weil er uns durch Christus gerettet hat.

Die Epistel aus Römer 6 erinnert uns daran, dass wir durch die Taufe mit Christus verbunden sind. Wir sind dort mit ihm gestorben, und sollen uns im Glauben dafürhalten mit ihm in einem neuen Leben wandeln.

Paulus sagt: „So auch ihr: Haltet euch dafür, dass ihr der Sünde gestorben seid und lebt Gott in Christus Jesus.“

Christlicher Glaube bedeutet also nicht nur, bestimmte Wahrheiten für richtig zu halten. Er bedeutet, mit Christus zu sterben und mit ihm neu zu leben.

Der alte Mensch möchte selbst bestimmen. Er hält an Bitterkeit, Unversöhnlichkeit, wiederholen von alten Geschichten, Hochmut und verborgener Sünde fest. Der neue Mensch dagegen fragt: Was gefällt Christus? Wie kann ich Gott mit meinem Leben ehren?

Diese Erneuerung soll aber täglich geschehen. Immer wieder müssen wir unsere Sünde vor Gott bekennen und uns auf Christi Vergebung berufen. Immer wieder dürfen wir sagen: Ich gehöre nicht mehr der Sünde, dem alten egoistischem Leben. Ich gehöre Jesus Christus. Er ist mein Herr.

Die Liebe zu Gott bleibt deshalb nicht nur ein Gefühl. Sie zeigt sich im Gehorsam, in der Treue, im Gebet und in einem veränderten Umgang mit unseren Mitmenschen.

Im Evangelium sagt Jesus:

„Wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst, und dort kommt dir in den Sinn, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass dort vor dem Altar deine Gabe und geh zuerst hin und versöhne dich mit deinem Bruder.“

Jesus zeigt damit, dass Frömmigkeit und zwischenmenschliches Verhalten nicht voneinander getrennt werden können. Wir können nicht Gott lieben und gleichzeitig bewusst an Hass, Verachtung und Unversöhnlichkeit festhalten.

Zorn beginnt oft im Herzen. Vielleicht sagen wir nichts, aber innerlich verurteilen wir den anderen. Reden gern über ihn, seine Fehler und Sünden.Wir tragen alte Verletzungen weiter, erzählen sie immer wieder und halten dem anderen seine Schuld vor.

Jesus ruft uns zur Versöhnung. Das bedeutet nicht, Unrecht gutzuheißen. Es bedeutet auch nicht, dass jedes zerstörte Vertrauen sofort wiederhergestellt werden kann. Aber ein Christ soll bereit sein, den ersten Schritt zu tun, Schuld zu bekennen, Vergebung anzubieten und den anderen nicht innerlich zu vernichten.

Gerade hier zeigt sich, ob Gottes Liebe unser Herz erfüllt.

Schlussgedanken für die neue Woche:

Das Wochengebet endet mit der Bitte, dass wir Gottes gute Verheißungen erlangen, „die alles übersteigen, was wir begehren können“.

Unsere Wünsche sind oft klein und kurzsichtig. Wir bitten um Erleichterung, Erfolg und die Lösung unserer unmittelbaren Probleme. Gott darf uns auch darin helfen. Aber seine größte Gabe ist mehr: Er schenkt uns Christus und mit ihm: Vergebung, ein neues Leben und eine ewige Heimat.

Darum dürfen wir heute beten:

Herr, gieße Deine Liebe neu in unser Herz. Lass uns Dich mehr lieben als unsere eigenen Wünsche. Hilf uns, der Sünde – dem Eigenwillen – zu sterben und mit Christus in einem neuen Leben zu wandeln. Zeige uns, wo Versöhnung notwendig ist. Und richte unseren Blick auf die ewigen Güter, die Du denen bereitet hast, die Dich lieben.

Denn Gott gibt seinen Kindern nicht nur das, was sie sich vorstellen können. Er gibt in Jesus Christus mehr, als unser Verstand begreifen und unser Herz ersehnen kann. Amen.

Römer 8,18–23 – 4. Sonntag nach Trinitatis

Unser Wochengebet führt uns heute in eine wichtige christliche Bitte hinein:
„Vergrößere und vermehre in uns Deine Gnade, damit wir unter Deiner Leitung und Führung die guten zeitlichen Güter so gebrauchen, dass wir darüber am Ende die ewigen nicht verlieren.“

Damit wird eine Spannung beschrieben, in der wir alle leben: Wir leben in dieser Welt, wir gebrauchen zeitliche Güter, wir erfahren Freude, Arbeit, Familie, Besitz, Gesundheit. Aber zugleich wissen wir: Diese Welt ist nicht das Letzte. Alles Irdische ist vergänglich. Darum bittet die Kirche Christi: Herr, gib uns so viel Gnade, dass wir das Zeitliche recht gebrauchen und darüber das Ewige nicht verlieren.

Paulus beschreibt diese Spannung in Römer 8 mit starken Worten:
„Denn ich bin überzeugt, dass dieser Zeit Leiden nicht ins Gewicht fallen gegenüber der Herrlichkeit, die an uns offenbart werden soll.“

1. Das Leiden dieser Zeit ist wirklich

Paulus redet das Leid nicht klein. Er kennt Verfolgung, Enttäuschung, Schmerzen, Gefängnis, Angst und menschliche Schwachheit. Und er weiß: Das Leiden gehört zu dieser gefallenen Welt. Seit dem Sündenfall ist die Schöpfung der Vergänglichkeit unterworfen. Krankheit, Tod, Krieg, Ungerechtigkeit, seelische Not, Enttäuschungen und Tränen gehören zu diesem gegenwärtigen Zeitalter.

Friedjof C., ein Bekannter aus Eisenach, durfte als Jugendlicher in der DDR nicht Musik studieren, weil er Mitglied der lutherischen Kirche war und nicht zur kommunistischen Partei oder zur FDJ gehören wollte. Seine Zukunft schien verbaut. Doch er ließ sich durch diese Schwierigkeit nicht zerstören. Später durfte er ein christliches Diakoniewerk mit Kindergärten und einem Therapiehof mit aufbauen und leiten.

Das zeigt: Leiden kann den Menschen bitter machen. Aber es kann ihn auch tiefer zu Gott führen. Entscheidend ist nicht nur, was uns widerfährt, sondern wie wir im Glauben darauf schauen, auf Gott warten und dann handeln.

Auch wir fragen: Gibt es heute noch Leid wegen des Christseins? In Europa vielleicht selten in Form offener Verfolgung. Aber es gibt Spott, Ablehnung, innere Kämpfe, Versuchungen, Müdigkeit, Glaubensnot. Und es gibt das allgemeine Leiden dieser Welt, das auch Christen trifft.

Paulus sagt nicht: Ein Christ leidet nicht. Er sagt: Das Leiden hat nicht das letzte Wort.

Man kann sich eine alte Apothekerwaage vorstellen. Auf der einen Seite liegt alles Leiden dieser Zeit: Krankheit, Schmerzen, Verluste, Schuld, Ängste, Tränen, das Seufzen der Schöpfung. Auf der anderen Seite liegt die Herrlichkeit Gottes, die an den Kindern Gottes offenbar werden soll.

Welche Schale ist schwerer?

Paulus sagt: Die zukünftige Herrlichkeit wiegt so viel mehr, dass die Leiden dieser Zeit dagegen nicht ins Gewicht fallen. Nicht weil das Leiden bedeutungslos wäre. Nicht weil unsere Tränen Gott egal wären. Sondern weil Gottes kommende Herrlichkeit größer ist als alles, was uns jetzt bedrückt.

Auch Mose hat so abgewogen. Er hielt „die Schmach Christi für größeren Reichtum als die Schätze Ägyptens“, denn er sah auf die zukünftige Belohnung. Mose schaute nicht nur auf das Sichtbare, sondern auf Gottes Verheißung.

So sollen auch wir lernen zu fragen: Was ist zeitlich? Was ist ewig? Was vergeht? Was bleibt? Genau darum beten wir im Wochengebet: dass wir die guten zeitlichen Güter gebrauchen, aber darüber die ewigen nicht verlieren.

Paulus weitet den Blick: Nicht nur wir Menschen seufzen. Die ganze Schöpfung seufzt. Alles ist der Vergänglichkeit unterworfen. Auch die Natur trägt Spuren des Sündenfalls. Schönheit und Schmerz liegen nah beieinander.

Aber dieses Seufzen ist nicht hoffnungslos. Paulus sagt: Die Schöpfung wartet auf die Offenbarung der Kinder Gottes. Sie wartet auf den Tag, an dem Christus wiederkommt, an dem die Toten auferstehen, an dem der Leib erlöst wird, an dem Gott alles neu macht.

Das Bild ist stark: Es ist, als würden sich überall Fenster öffnen. Köpfe schauen heraus. Alle warten gespannt. Der Festzug ist schon zu hören, aber noch nicht sichtbar. Die Hoffnung streckt den Hals aus nach dem, was kommt.

So leben Christen: Wir seufzen noch, aber wir warten. Wir leiden noch, aber wir hoffen. Wir haben den Heiligen Geist als Erstlingsgabe empfangen, als Angeld der kommenden Herrlichkeit.

Darum ist die Bitte des Wochengebets so wichtig. Die zeitlichen Güter sind nicht böse. Essen, Arbeit, Haus, Familie, Gesundheit, Musik, Freude, Besitz — all das sind gute Gaben Gottes. Aber sie dürfen nicht zu unserem Gott werden. Sie dürfen uns nicht so gefangen nehmen, dass wir das Ewige verlieren.

Denn die größte Gabe ist nicht das irdische Glück, sondern Christus selbst. In ihm sind wir Kinder Gottes. In ihm sind wir Erben Gottes und Miterben Christi. In ihm wird die Herrlichkeit Gottes einmal an uns offenbar werden.

Wenn Christus erscheint, werden die Kinder Gottes sichtbar werden. Dann wird die Herrlichkeit nicht nur vor uns stehen, sondern an uns und in uns offenbar werden. Christus, das Licht der Welt, wird uns erleuchten. Wir werden ihn sehen, wie er ist.

Darum: Lasst uns das Zeitliche dankbar gebrauchen, aber das Ewige höher achten. Lasst uns im Leiden nicht verzweifeln, sondern auf Christus schauen. Lasst uns nicht an der Vergänglichkeit hängen, sondern auf die kommende Herrlichkeit warten.

Und wenn unsere Waagschale des Leidens heute schwer erscheint, dann lasst uns im Glauben die andere Schale sehen: die ewigen Güter Gottes im Himmel, die Herrlichkeit Christi, die Erlösung unseres Leibes, die neue Schöpfung, das Leben ohne Tränen, ohne Schuld, ohne Tod.

Diese Herrlichkeit will Gott seinen Kindern schenken.

Darum beten wir: Herr, vermehre in uns Deine Gnade, damit wir die zeitlichen Güter recht gebrauchen und am Ende die ewigen Güter im Himmel empfangen. Amen.

Aktuelles Bild: Angels and people in a cathedral worshiping a glowing throne surrounded by light and stained glass windows

TRINITATIS – SONNTAG – Wer dient wem?

Oder: Spiegelt unser Gottesdienst den himmlischen wider?

Offenbarung 4,1–11

Gottesdienst ist Verpflichtung und zugleich Privileg des Volkes Gottes – im Alten wie im Neuen Bund. Immer wieder stellt sich die Frage: Was ist rechter Gottesdienst? Hat Liturgie zuerst mit uns Menschen zu tun oder mit Gott? Geht es darum, dass wir etwas „mitnehmen“, dass wir aufgebaut werden und eine gute Zeit haben? Oder geht es zuerst darum, dass Gott geehrt wird?

Viele heutige Gottesdienstformen scheinen stark von den Bedürfnissen der Besucher bestimmt zu sein. Man fragt: Hat es mir gefallen? Hat mich die Musik angesprochen? Habe ich etwas gespürt? Doch die entscheidende Frage lautet: Dient im Gottesdienst Gott uns – oder dienen wir Gott? Geht es um menschliche Bedürfnisbefriedigung oder um die Ehrerbietung Gottes?

Wir wollen diese Frage nicht allgemein liturgiegeschichtlich beantworten, sondern aus unserem Predigttext: Offenbarung 4,1–11. Johannes erhält einen Blick in den himmlischen Thronraum. Dieser himmlische Gottesdienst ist Vorbild und Maßstab für unseren irdischen Gottesdienst.

Im Mittelpunkt steht „Er“, der auf dem Thron sitzt. Der Thron spricht von Würde, Herrschaft und Macht. Gott wird in leuchtender Heiligkeit beschrieben, mit Farben, die an Erlösung, Gericht, Herrlichkeit und den Regenbogen des Schöpfungsbundes erinnern.

Um den Thron sind die 24 Ältesten. Sie stehen sinnbildlich für das eine Gottesvolk aus Altem und Neuem Bund: Israel und die Gemeinde aus den Völkern. Auch die vier lebendigen Wesen erscheinen als mächtige himmlische Diener Gottes. Alles kreist um den Thron.

Damit ist klar: Der Mittelpunkt der Anbetung ist nicht der Mensch, nicht seine Stimmung, nicht seine religiöse Erfahrung, sondern Gott allein. Die Kirche des Alten und Neuen Bundes und die Engel beten gemeinsam den einen heiligen Gott an.

Die vier lebendigen Wesen leiten den himmlischen Lobpreis ein. Sie geben den Ton an. Danach fallen die 24 Ältesten nieder, beten Gott an und legen ihre Kronen vor seinen Thron.

Diese Kronen sind Zeichen geschenkter Ehre. Doch selbst diese Ehre behalten sie nicht für sich. Alles, was sie empfangen haben, geben sie Gott zurück. Vor Gottes Thron gibt es keine Selbstdarstellung, keinen Stolz auf Amt, Können oder Leistung. Alle Würde des Geschöpfes wird zur Anbetung des Schöpfers.

Das ist auch für unseren Gottesdienst wichtig. Wir kommen nicht zusammen, um uns selbst zu präsentieren. Prediger, Musiker, Liturgen und Gemeinde stehen nicht im Mittelpunkt. Alles, was uns gegeben ist, soll Gott wieder zu Füßen gelegt werden.

Die himmlischen Wesen sprechen:
„Heilig, heilig, heilig ist Gott der Herr, der Allmächtige, der da war und der da ist und der da kommt.“

Der Gottesdienst beginnt mit Gottes Heiligkeit. Gott ist vollkommen, allmächtig und ewig. Danach sprechen die Ältesten:
„Herr, unser Gott, du bist würdig, zu nehmen Preis und Ehre und Kraft.“

Das sind Worte der Würdigung. Gott ist es wert, angebetet zu werden. Nicht weil wir gerade innerlich bewegt sind, sondern weil er Gott ist.

Auffällig ist auch: Die Anbetung geschieht geordnet, verständlich und gemeinsam. Die Worte sind nicht beliebig, sondern von Gottes Wesen und Werk geprägt. Biblischer Gottesdienst braucht biblische Worte. Stellvertretende Gebete der Leiter und gemeinsam gesprochene Gebete der Gemeinde haben hier ihren guten Platz. So betet das Volk Gottes „mit einem Mund“.

Vor dem Thron Gottes sehen wir keine ungeordnete Gleichzeitigkeit, kein religiöses Durcheinander, keine Anbetung, die sich selbst sucht. Alles geschieht ehrfürchtig, klar und auf Gott ausgerichtet. Das ist Anbetung „im Geist und in der Wahrheit“.

a) Gott ist der Schöpfer aller Dinge

Die Ältesten sprechen: „Denn du hast alle Dinge geschaffen.“
Das ist der erste Grund der Anbetung: Wir sind Geschöpfe. Unser Leben kommt nicht aus uns selbst. Gott schuf Himmel und Erde, den Makrokosmos und den Mikrokosmos, sichtbare und unsichtbare Wirklichkeit.

Und weil der Mensch in Sünde fiel, schuf Gott in Christus den neuen Menschen. Durch Wiedergeburt macht er uns zu Kindern Gottes. Darum darf kein geschaffenes Ding, keine Idee, kein Mensch und keine Macht angebetet werden. Der Schöpfer allein ist Grund und Ziel unserer Verehrung.

b) Gott ist der Erhalter aller Dinge

Weiter heißt es: „Durch deinen Willen waren sie“ – oder: „sind sie.“
Gott ist nicht wie ein Uhrmacher, der die Weltenuhr einmal aufgezogen hat und sie nun sich selbst überlässt. Er hält alle Dinge in seiner Hand. Er trägt die Schöpfung, hält unser Leben, bewahrt den Glauben und sichert das ewige Leben seiner Kinder.

Darum sollen wir nichts und niemanden anbeten, der selbst von Gottes Willen abhängig ist. Alles lebt nur durch ihn.

c) Gott ist Ursache und Ziel aller Dinge

Alle Dinge wurden durch seinen Willen geschaffen. Gottes Ratschluss besteht von Ewigkeit her und führt zu seinem Ziel. Ein Katechismus fragt: Warum hat Gott dich und alle Dinge erschaffen? Die Antwort lautet: Zu seiner eigenen Verherrlichung.

Darum ist Gottesdienst nicht zuerst Menschenpflege, sondern Gottesverherrlichung.

Schlussgedanke:

Der himmlische Gottesdienst mit Blick auf Offenbarung Kap. 4 beantwortet unsere Frage: Der Apostel Johannes sagt uns durch die persönliche Offenbarung von Jesus: „Im Gottesdienst steht allein Gott im Mittelpunkt. Der heilige, allmächtige und ewige Schöpfer ist Grund, Ziel und Zentrum aller Anbetung“

Darum dürfen wir uns jetzt prüfen: Trete ich vor Gottes Thron? Erkenne ich seine Heiligkeit? Beuge ich mich vor ihm – im Herzen, mit meinem Körper, mit meinem ganzen Leben? Spreche ich Worte biblischer Anbetung?

Dann verlieren manche Fragen ihr Gewicht: Hat mir der Gottesdienst gefallen? Hat mir die Musik zugesagt? Habe ich etwas gespürt?

Wir sind heute am Trinitatissonntag vor Gott versammelt, um ihm zu geben, was ihm gebührt:

Unser Lob, unser Bekenntnis, unser Hören, unsere Hingabe, unser ganzes Leben.   Amen.

Text: Apostelgeschichte 2,1–13 (14-42)

Liebe Christus-Gemeinde nah und fern,

Pfingsten ist nicht einfach ein emotionales Erlebnis einiger damals Apostel gewesen. Pfingsten ist eine göttliche Zeitenwende. Gott beginnt etwas Neues in der Geschichte der Erlösung.

Vor Pfingsten sehen wir wartende, ängstliche Jünger.
Nach Pfingsten sehen wir mutige Zeugen Christi.

Und dieselbe Frage steht heute vor uns:
Was bedeutet Pfingsten für unsere Gemeinde und für mein persönliches Christenleben?

Der Heilige Geist war nicht erst im Neuen Testament tätig. Schon im Alten Testament wirkte Gottes Geist.

Er kam über Männer wie Mose, David, Simson oder die Propheten. Aber meistens geschah dies nur zeitweise und für besondere Aufgaben:

  • zum Regieren,
  • zum Weissagen,
  • zum Kampf,
  • oder zur Leitung des Volkes Gottes.

Doch der Geist blieb nicht dauerhaft auf allen Menschen. Bei König Saul wich der Geist sogar wieder.

Und am Ende des Alten Testaments geschieht etwas Auffälliges:
Die prophetische Stimme verstummt. Zwischen Maleachi und Johannes dem Täufer liegen etwa 400 Jahre des Schweigens. Selbst jüdische Geschichtsschreiber wie Josephus bezeugen, dass die prophetische Offenbarung aufgehört hatte.

Das Volk wartete. Aber Gott hatte durch Joel und Hesekiel verheißen: „Ich will meinen Geist ausgießen auf alles Fleisch.“ Pfingsten ist die Erfüllung dieser Verheißung.

Nicht mehr nur einzelne Propheten sollten Gottes Geist empfangen — sondern Gottes Gemeinde weltweit durch Jesus gegründet.

Dann befinden wir uns in Apostelgeschichte 2. Die 12 Apostel sind beieinander. Früher stritten sie oft darüber, wer der Größte sei. Jetzt beten sie gemeinsam auch mit anderen. Sie warten auf Gottes Verheißung. Und plötzlich geschieht es: Ein gewaltiges Brausen erfüllt das Haus. Feuerzungen erscheinen.

Wind und Feuer sind Zeichen der Gegenwart Gottes:

  • der Wind steht für Gottes Kraft,
  • das Feuer für seine heilige Gegenwart.

Doch das größte Wunder ist nicht das Geräusch oder das Feuer. Das größte Wunder ist: Der Heilige Geist erfüllt die Jünger. Die ängstlichen Männer werden mutige Zeugen Jesu Christi.

Petrus, der vorher aus Angst Jesus verleugnete, predigt nun öffentlich über Jesus den Erlöser vor Tausenden. Was hat sich verändert? Der Heilige Geist richtet ihren Blick weg von sich selbst — hin zu Christus und seinem Auftrag. Jesus hatte gesagt:

„Ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist, und werdet meine Zeugen sein.“(Apg. 1,8)

Das ist der eigentliche Sinn von Pfingsten:
Nicht ein besonderes persönliches Erlebnis zu suchen, sondern Kraft durch den Heiligen Geist zu empfangen, um Christus zu bezeugen.

Dann geschieht etwas Besonderes:
Die Apostel reden in anderen Sprachen. Lukas beschreibt hier keine unverständlichen Laute. Die Menschen aus vielen Ländern hörten die Botschaft Gottes in ihren eigenen Sprachen. Es war also kein bloßes Hörwunder, sondern echte, von Gott gegebene Fremdsprachen.

Warum tat Gott das? Weil mit Pfingsten die Weltmission beginnt. Denn Israel hatte als Zeuge darin versagt.

Bei Babel (Verwirrung) wurden die Sprachen zur Trennung der Menschen.
Zu Pfingsten gebraucht Gott die Sprachen zur Sammlung der Menschen unter Christus.

Die Botschaft des Evangeliums sollte nun alle Völker erreichen. Aber wichtig ist: Die Apostelgeschichte sagt nicht, dass jeder Christ später dieselbe Erfahrung machen müsse.

Lukas berichtet, was damals geschah — nicht unbedingt, was immer oder neu geschehen muss. Die Zungenrede erscheint in der Apostelgeschichte nur an wenigen besonderen Übergangspunkten als Bestätigung:

  • bei Juden,
  • bei Heiden,
  • und bei den Jüngern des Johannes.

Sie ist die Erfüllung und das Zeichen des Beginns des neuen Zeitalters des Heiligen Geistes.

Das eigentliche Dauerhafte ist nicht die besondere Sprache — sondern die Kraft des Geistes zum Dienst für Christus in der Weltmission.

Und nun sehen wir die eigentliche Frucht von Pfingsten. 3000 Menschen kommen zum Glauben. Aber es bleibt nicht bei einer Entscheidung oder einem Gefühlserlebnis. Apostelgeschichte 2,42 beschreibt die neue Gemeinde- Sie blieben:

  • in der Lehre der Apostel (die von Jesus)
  • in der (helfenden) Gemeinschaft,
  • im Brotbrechen, (so wie Jesus es mit seinen Aposteln zur Einsetzung gefeiert hatte)
  • und im Gebet – (den bekannten Gebeten!).

Das ist bis heute das Kennzeichen einer echten christlichen Gemeinde oder Kirche Jesu. Nicht Sensationen. Nicht ständige außergewöhnliche Zeichen.
Nicht Konferenzen oder tolle religiöse Sprecher oder Musik-Unterhaltung.

Sondern:

  • Gottes Wort – und seine Bedeutung für den Christen
  • helfende Gemeinschaft der Gläubigen untereinander und für den Nächsten,
  • regelmäßiges Abendmahl / Eucharistie – nicht nur 3-4 x im Jahr
  • Gebete  – im Sinne von AT & NT
  • und ein Leben im Dienst für Christus.

Pfingsten bedeutet:
Christus baut seine Gemeinde durch den Heiligen Geist. Und derselbe Geist wirkt auch heute:

  • wenn Christus gepredigt wird, – nicht Erlebnisse – sein Werk und sein Wort
  • wenn Herzen verändert werden,
  • wenn Menschen Buße tun, – damals 3000
  • wenn Christen treu dienen,
  • wenn eine Gemeinde in Liebe zusammensteht.

Pfingsten heute

Liebe Geschwister, wir leben nicht mehr in der Zeit des Alten Testaments. – Aber wir leben auch nicht mehr in der einmaligen Anfangszeit der Apostel. Doch der Auftrag Jesu bleibt derselbe:

„Ihr werdet meine Zeugen sein.“

Wir brauchen heute keine neuen Apostel.
Wir brauchen keine künstlich erzeugten oder begeisterte Sensationen.

Aber wir brauchen dringend Gemeinden Jesu, die vom Heiligen Geist erfüllt sind:

  • mit seiner Liebe,
  • mit biblischer Wahrheit,
  • mit Gebet das verändert,
  • mit Mut zum Zeugnis für die Fernstehende,
  • und mit echter Hingabe an Christus.

Der Heilige Geist will auch heute uns Christen verändern:

von Angst zu Freimut,
von Selbstbezogenheit zu Dienstbereitschaft,
von geistlicher Müdigkeit zu lebendigem Glauben.

Darum bitten wir zu Pfingsten: „Herr, erfülle mich und die Gemeinde neu mit deiner Liebe und mit Kraft zum Zeugnis von Jesus und seinem Heil.“

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Aktuelles Bild: Group of men, women, and children with raised hands praying in a stone room

Liebe Christus-Gemeinde nah und fern,

der Sonntag Exaudi liegt zwischen Himmelfahrt und Pfingsten. Jesus Christus ist in den Himmel aufgefahren. Die Jünger warten auf die Verheißung des Heiligen Geistes. Es ist eine Zeit des Wartens, des Betens und der inneren Ausrichtung auf Christus.

Auch wir leben in einer solchen Zwischenzeit. Unser Herr ist zur Rechten des Vaters erhöht. Er wird wiederkommen. Und bis dahin lebt die Gemeinde in dieser Welt – mit beiden Füßen auf der Erde, aber mit dem Herzen im Himmel.

Petrus beschreibt in 1. Petrus 4,7–11 vier Prioritäten, die eine Gemeinde kennzeichnen sollen, die auf ihren Herrn wartet.

Petrus beginnt mit den Worten: „Es ist aber nahe gekommen das Ende aller Dinge. So seid nun besonnen und nüchtern zum Gebet.“

Die Wiederkunft Jesu ist keine Theorie, sondern für uns eine lebendige Hoffnung. Und diese Hoffnung führt uns nicht zu Panik oder Spekulationen, sondern zu besonnenem und überlegenden Gebet.

Wer von uns weiß, dass Christus wiederkommt, lernt die wichtigen Dinge richtig einzuordnen. Nicht jede Sorge ist entscheidend. Nicht jede Nachricht muss uns erschüttern. Nicht jede Schwierigkeit darf unser Herz bestimmen. Erst recht nicht dauernd unser Smartphon mit unwichtigen Nachrichten.

Stattdessen ruft Gott uns ins Gebet. Gebet, wie letzten Sonntag betont wurde, ist die geistliche Lebensader der Gemeinde. Wo nicht mehr gebetet, nicht geistlich geatmet wird, vertrocknet das geistliche Leben.

Anwendung: Nimmst du dir täglich bewusst Zeit zum Gebet und Lesen in der Bibel? Beginne jeden den Tag mit der Frage: „Herr Jesus, was ist heute in Deinen Augen wirklich wichtig?“ Nur eine betende Gemeinde ist eine starke Gemeinde.

Petrus fährt fort: „Vor allen Dingen habt untereinander anhaltende Liebe; denn die Liebe deckt auch der Sünden Menge.“ „Vor allen Dingen“ – das heißt für uns: Liebe hat oberste Priorität. Gemeint ist nicht eine wechselhafte Gefühlsregung, sondern die göttliche Liebe, die sich entscheidet, dem Nächsten Gutes zu tun.

Diese Liebe wird besonders dann relevant und gefordert, wenn wir verletzt worden sind. Liebe deckt auch eine Menge von Sünden. Das bedeutet nicht, Sünde zu entschuldigen. Es bedeutet, bereit zu sein, sie beim Nächsten zu vergeben und nicht jede Verletzung festzuhalten, damit abschließen. Nicht mehr daran denken, nicht mehr davon erzählen. – Wo uns Liebe fehlt, entstehen Misstrauen, Kränkungen und Streit. Wo Liebe regiert, kann Heilung untereinander in der Gemeinde wachsen.

Frage dich deshalb: „Gibt es jemanden in der Gemeinde, dem ich vergeben sollte?“ Denn Vergebung ist keine Schwäche, sondern ein Zeichen geistlicher Reife. Es ist die Aufgabe der von Jesus eingesetzten Aposteln und Berufenen, die Vergebung zu verkünden und zuzusprechen.

Petrus schreibt: „Seid gastfrei untereinander ohne Murren.“

Gastfreundschaft ist gelebte Liebe. Im ersten Jahrhundert öffneten Christen ihre Häuser für umherziehende Reisende, Missionare, Gemeindeglieder und Nichtchristen. Heute bedeutet Gastfreundschaft: ein offenes Haus, ein offenes Ohr, ein offenes Herz. Das ist unsere Mission. – Viele Menschen leiden heute an Einsamkeit trotz Hektik, Trubel und Internet. Eine Einladung zum Kaffee oder Tee, ein gemeinsames Essen oder ein Besuch kann ein großer geistlicher Dienst sein.

Petrus fügt hinzu: „ohne Murren“. Wahre Gastfreundschaft geschieht nicht widerwillig, sondern freudig.

Anwendung:

Überlege einmal: „Wen könnte ich in den nächsten Wochen bewusst einladen oder besuchen?“ Oft beginnt wirklich Seelsorge am Küchentisch oder an der Haustür.

Petrus schreibt: „Dient einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat.“ Jeder Christ hat von Gott eine Gabe empfangen. Manche dienen durch Predigen, Lehren, Kinderstunde oder im Altenkreis. Andere durch Ermutigung, praktische Hilfe, Musik, Verwaltung, Besuche oder Gebet.

Keine vorhandene Gabe ist unwichtig. Entscheidend ist, dass wir unsere Gaben nicht zur Selbstdarstellung einsetzen, sondern zum Aufbau der gesamten Gemeinde.

Petrus sagt: „Wenn jemand dient, so tue er es aus der Kraft, die Gott darreicht.“ Wir dienen nicht aus eigener Stärke, sondern in Abhängigkeit von Gott.

Frage dich: „Welche Gabe hat Gott mir gegeben, und wo kann ich sie konkret einsetzen?“

Denn Gott beruft keinen Christen zur Untätigkeit. Er hat Talente verteilt, die wir nicht vergraben, sondern bis zu seinem zweiten Kommen beständig gebrauchen sollen.

Das Ziel dabei: Gott wird verherrlicht

Petrus fasst alles zusammen: „Damit in allen Dingen Gott verherrlicht werde durch Jesus Christus.“

Das Ziel unseres Betens, Liebens, Einladens und Dienens ist nicht unser persönliches Ansehen und Gutfühlen, sondern allein Gottes Ehre. Eine Gemeinde, die so lebt, wird zu einem lebendigen Zeugnis für Christus. Menschen sollen nicht sagen: „Was für bemerkenswerte Christen!“ Welch tolle Internet Stars, Influencer, sondern:

„Was ist das für ein großer und herrlicher Gott! – der hinter allem steht.

Täglich in die Gegenwart Christi treten

Liebe Geschwister, wir warten nicht auf ein ungewisses Ereignis. Wir warten auf eine Person: unseren auferstandenen und erhöhten Herrn Jesus Christus. Er hat uns versprochen: „Ich will euch zu mir ziehen.“

Darum leben wir als wartende Gemeinde:

  • mit nüchternem Gebet,
  • mit herzlicher Liebe,
  • mit gelebter Gastfreundschaft,
  • mit treuem Dienst.

Deshalb plane täglich bewusst in die Gegenwart Jesu zu treten: Bringe Ihm deine Sorgen und deine Freuden. – Empfangen Seine Liebe. – Lass dich vom Heiligen Geist erfüllen. – Und diene Ihm mit Freude, bis der Tag kommt, an dem er dich zu Ihm in den Himmel zieht.

Dann wird die wartende Gemeinde zur vollendeten Gemeinde. – Dann werden wir unseren Herrn sehen, wie er ist und für immer bei ihm sein.

Ihm sei Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Aktuelles Bild: Congregation kneeling and praying in a stone church with stained glass windows and an open Bible

5. Sonntag nach Ostern –

Wochenspruch: „Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet.“ (Psalm 66,20)

Liebe Gemeinde und Geschwister in Christus nah und fern,

der Name dieses Sonntags ist kurz und klar: Rogate – Betet!

Damit erinnert uns der Apostel Paulus und die weltweite Kirche daran, dass das Gebet nicht nur eine fromme Übung, sondern der Lebensatem der Gemeinde Jesu Christi ist. Eine Kirche ohne Gebet ist wie ein Körper ohne Atem. Paulus zeigt uns, dass die Gemeinde ihre Mission nicht mit menschlichen Strategien beginnt, sondern auf den gebeugten Knien. Gott will, dass Menschen gerettet werden. Darum ruft er seine Kirche zuerst zum Gebet.

Paulus schreibt: „So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen Bitten, Gebete, Fürbitten und Danksagungen darbringe für alle Menschen, für Könige und alle Obrigkeit.“ V 1–2

Das Erste, was Paulus der Gemeinde aufträgt, ist nicht Organisation, sondern Fürbitte. Die Gemeinde soll beten: für alle Menschen,

  • für Regierende,
  • für Verantwortliche,
  • für die Verlorenen,
  • für Mission und Evangelisation.

Vier Formen des Gebets Paulus verwendet hier vier Begriffe:

  • Bitten – konkretes Flehen.
  • Gebete – ehrfürchtige Anbetung.
  • Fürbitten – vertrauensvolles Eintreten für andere Menschen.
  • Danksagungen – Lob für Gottes Güte in unserem Leben.

Damit macht Paulus deutlich: Das Gebet soll ganz umfassend sein.

Warum für die Obrigkeit beten? Selbst unter Kaiser Nero fordert Paulus zum Gebet auf. Auch eine unvollkommene Regierung kann von Gott gebraucht werden, um Frieden und Ordnung zu bewahren, besonders damit das Evangelium frei verkündigt werden kann. „Das Herz des Königs ist in der Hand des HERRN.“ (Sprüche 21,1)

Beten wir regelmäßig?

  • für Deutschland, andere Länder
  • für Bürgermeister, für unseren Kreis- & Landtag
  • und für die Bundesregierung,
  • für Religionsfreiheit, unsere Mission
  • für Frieden, in der BRD und aller Welt
  • für offene Türen für das Evangelium.

Eine betende Gemeinde sieht weiter als nur bis zu ihren eigenen persönlichen Anliegen.

Paulus schreibt: 2,4 „Gott will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.“

Welch ein weiter Blick Gottes! Gott freut sich nicht am Verderben des Sünders. Sein Herz schlägt für die Rettung von Menschen aus allen Nationen, Kulturen und Sprachen. Darum ist Mission kein menschliches Hobby, sondern Ausdruck des Herzens Gottes.

Gebet und Mission gehören zusammen

Bevor wir sprechen, beten wir. Bevor wir senden, beten wir. Bevor Menschen glauben, wirkt Gott an ihren Herzen.

Unsere Aufgabe besteht darin: zu beten, – zu bezeugen, – zu vertrauen.

Das Tagesgebet leitet uns: „Von Dir stammt alles Gute.“

Auch die Bekehrung eines Menschen ist Gottes gutes Werk. Er schenkt gute Gedanken. Gottes gute Gedanken öffnet die Herzen der Menschen zu seiner Wahrheit.

Anwendung im Leben: Beten wir konkret für Menschen in unserem Umfeld: Schreibe eine Liste mit Namen:

  • Für Kinder und Enkel, Verwandte
  • Meine Nachbarn,
  • Meine Arbeits-Vereinskollegen, etc.
  • Freunde – und bete regelmäßig für sie.

Niemand ist außerhalb der Reichweite von Gottes Gnade.

Paulus fährt fort: V 5–6 „Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus, der sich selbst als Lösegeld für alle gegeben hat.“

Das ist das Herzstück unseres christlichen Glaubens.

Ein Gott

Es gibt viele Wege zu falschen Göttern, die aber Nichtse sind – Ideals. Doch es gibt aber nur den einen lebendigen und wahren Gott, Schöpfer Himmels und der Erde.

Ein Mittler

Zwischen dem heiligen Gott und sündigen Menschen steht einer:

Nur Jesus Christus.

Nicht die Kirche – sie verkündet und sammelt.
Nicht Priester / Pfarrer – sind aber NAHEBRINGER – mit dem Evangelium
Nicht Heilige – Sie sind Vorbilder
Nicht unsere guten Werke – Nur das Werk Jesu: Allein Christus ist einziger Mittler.

Ein Lösegeld

Jesus gab sein schuldloses Leben am Kreuz. Er bezahlte den Preis für unsere Schuld. Er allein überbrückte die Kluft zwischen Gott und Mensch.

Die Exklusivität des Evangeliums

In einer Zeit, in der viele behaupten, jede Religion führe zu Gott, bleibt die Bibel klar: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“ (Joh 14,6). Das ist Gottes liebevolle Wahrheit.

Anwendung für uns

Unser Gebet muss immer mit diesem Bekenntnis verbunden sein: Nur Jesus rettet. Darum verkündigen wir ihn mit Klarheit und Liebe.

Paulus bezeichnet sich als Prediger und Apostel. Er wusste: Er war nicht der Ursprung der Botschaft. – Er war ihr Bote. Er war Diener seines Königs.

Dasselbe gilt für uns. Wir sind seine Boten. Gott sucht auch heute Menschen, die:

beten, glauben, gehorchen und Zeugnis geben.

Die betende und bekennende Kirche ist Gottes Werkzeug in dieser Welt. Bist Du in diese eingebunden? Apg. 4,42 ?

Beten wir deshalb heute mit Zuversicht !

Liebe Gemeinde, Rogate erinnert uns: Die Zukunft der Kirche hängt nicht zuerst von Programmen, Finanzen oder Methoden dieser vergänglichen Welt ab. Die Zukunft der Kirche hängt an dem Gott, der Gebete hört.

Wir sind mit eingebunden in diese betende Kirche – SIE

  1. trägt diese Welt vor Gottes Thron,
  2. vertraut dabei auf Gottes Heilswillen für alle Menschen,
  3. bekennt Christus als ihren einzigen Mittler,
  4. und stellt sich Gott als Werkzeug ihm zur Verfügung.

Vielleicht betest du schon lange für einen Menschen. Vielleicht siehst du wenig Frucht? Dann höre den Wochenspruch: „Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet.“

Kein aufrichtiges Gebet ist vergeblich. Gott hört. – Gott handelt. Gott rettet.

Darum, liebe Christus-Gemeinde: Betet! –Amen.

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