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Evangeliumslesung nach Matthäus 24,15-22 (klicken zum Bibeltext)

Jesus beschreibt zuvor allgemeine Zeichen der Endzeit, moralisch und kriegerisch und weltweit. Aber doch auch, dass das Evangelium bis zum Ende der Welt verkündigt werden wird. Dann erst wird das Ende der Welt kommen.

In den nächsten acht Versen nimmt Jesus konkret Bezug auf prophetische Stellen. Der Gräuel oder Schrecken, der Verwüstung anrichtet, beim Prophet Daniel, und die große Bedrängnis, die vom Anbeginn der Welt bis heute beispiellos ist, sind zwei dieser verständlichen Hinweise.

 Ein spezifisches Zeichen des Endes wäre der „Gräuel, ein „abscheuliches Ding“, das Verwüstung bringt, Zerstörung und Entvölkerung.  Es macht wüst und leer! Jesus übernahm diesen Ausdruck aus Daniel Kap. 8,13; 9,27; 11,31; 12,11. Dieser verwendete es, um einen besonderen Wendepunkt in der Endzeit festzumachen. Konkret handelte es sich bei diesem „Gräuel“ um eine Art verunreinigendes, zerstörerisches Ereignis im Tempel, das die täglichen Opfer beenden würde. Jesus macht deutlich, wo dies geschehen soll: Es wird an heiliger Stätte stehen. Das wäre der zweitheiligsten Raum im Tempel.

Das „Allerheiligste“, der innerste und heiligste Raum, enthielt zu Salomos Zeiten noch die ursprüngliche Bundeslade. Zur Zeit Jesu gab es diese nicht mehr, weil die Bundeslade Jahrhunderte bei der Wegführung nach Babylon verloren gegangen war. An der heiligen Stätte des damaligen Tempels, außerhalb des Allerheiligsten, also vor dem trennenden Vorhang, befanden sich der Räucheraltar, der Tisch mit den Schaubroten und zehn Leuchter im restaurierten Tempel Salomos. Doch zur Zeit Jesu gab es nur noch einen Leuchter. Mit der „heiligen Stätte“, wo die Verwüstung geschehen soll, verstehen die meisten Ausleger den gesamten Tempelkomplex.

Eine dritte und weitaus größere Entweihung steht heute noch aus. Die beiden früheren Entweihungen unter Antiochus Epiphanes 168 v. Chr. und Titus im 70 n. Chr. waren das Vorspiel für die endgültige Entweihung durch „den Menschen der Sünde“, die erst noch kommen sollte. Der Apostel Paulus schrieb von diesem Antichristen, der sich in der Endzeit als Gott erheben wird (2. Thess. 2:3 Lasst euch von niemandem verführen, in keinerlei Weise; denn zuvor muss der Abfall kommen und der Mensch der Bosheit offenbart werden, der Sohn des Verderbens. 4 Er ist der Widersacher, der sich erhebt über alles, was Gott oder Gottesdienst heißt, sodass er sich in den Tempel Gottes setzt und vorgibt, er sei Gott.

 Obwohl Jesus mit ziemlicher Sicherheit an den „Gräuel“ von 70 n. Chr. dachte (vgl. 24,2.16-20), blickten sowohl er als auch Daniel auf einen weiteren solchen Gräuel im Tempel voraus, der für uns noch in der Zukunft liegt. Das bedeutete wahrscheinlich, dass der Tempel wieder auf dem Tempelberg in Jerusalem aufgebaut werden würde, wo der muslimische Felsendom seit 1300 Jahren steht. (634 n. Chr. begonnen)

Die Warnungen in 24,16-20 waren einmal eine direkte Prophezeiung auf die Zerstörung Jerusalems im Jahr 70 n. Chr. und die Verfolgung der Juden durch Rom. Jesus warnte, dass die Bewohner Judäas (der Provinz Jerusalem) in die Berge fliehen sollten, wo sie sich vor den Verfolgern verstecken könnten, wenn der „Gräuel“ unmittelbar bevorzustehen scheint) (24,16).

Die Zerstörung würde so schnell kommen, dass diejenigen, die sich auf ihren flachen Hausdächern befanden (die oft zum Gebet genutzt wurden), sofort die Außentreppe hinuntersteigen und fliehen müssten, ohne Vorräte oder Wertsachen mitzunehmen. Diejenigen, die auf den Feldern arbeiteten, mussten sich in ein Versteck flüchten (24,17-18).

Doch diejenigen, die zu lange zögerten, würden von der Zerstörung erfasst werden. –

Wir wissen, dass im Jahr 70 n. Chr. viele Christen tatsächlich nach Pella flohen, um der Belagerung von Jerusalem und den damit verbundenen schweren Ereignissen zu entkommen. Pella ist eine Stadt östlich des Jordan. Dieses Ereignis könnte als Erfüllung der Anweisung Jesu in Matthäus 24,16 betrachtet werden, in der er die Bewohner Judäas auffordert, zuvor in die Berge zu fliehen.

Die endgültige Erfüllung dieser prophetischen Elemente aber, die noch in der Zukunft liegt, wird stattfinden, wenn der Antichrist das Allerheiligste einnimmt. Daniel 9,27 beschreibt diese Ereignisse. Dieser antigöttliche Fürst wird „einen Bund mit vielen in [Israel] für einen Zeitraum von sieben Jahren bestätigen. In der „Mitte der ‚Sieben‘ wird er einen Gräuel aufstellen, das Verwüstung anrichtet“. In 2. Thess. 2,4, wird dasselbe Ereignis beschrieben, wie dieser Herrscher sich im Tempel als Gott aufstellt.

 Die Tatsache, dass Israel sich wieder als nationale politische Einheit fest gegründet hat und die heilige Stätte des Tempels wieder besetzt hat, lässt viele Gelehrte die Endzeit schon sehr bald erwarten. Keine andere Nation hat 2000 Jahre kultureller Zerstreuung erlebt und ihre nationale Unverletzlichkeit bewahrt. Gott ist noch nicht fertig mit dem jüdischen Volk. Und in der großen Trübsal, die in der siebzigsten und letzten der vom Propheten Daniel (Dan. 9,24-27) für Israel vorhergesagten „siebzig Wochen“ (Zeiträume von sieben Jahren) kommen wird, wird das Volk geläutert und auf die Rückkehr seines Messias-Königs vorbereitet. – Hat sich der Antichrist – der Islam, der Christus als Sohn Gottes leugnet, nicht schon jetzt in der Al Aqsa Moschee und dem Felsendom auf den Tempelberg gesetzt?

Diese „Trübsalszeit“ ist ein bestimmter Zeitraum, der mit dem Gräuel beginnt und der Verwüstung beginnt und mit dem zweiten Kommen Christi endet (Offb 11,2; 13,5). Während dieser Zeit werden die schrecklichen Gerichte aus Offenbarung 6-19 mit ihren Siegeln und Posaunen große Teile der Erde zerstören. Diese Zeit der Not wird in der Weltgeschichte ohne Beispiel sein. – Hat diese Zeit der göttlichen Gerichte mit dem Krieg in der Ukraine und fortgesetzt mit Israel durch den radikalen Islam begonnen?

24,21-22. Damit die Jünger den Schrecken dieser großen Trübsal nicht unterschätzen, erklärte Jesus, dass es sich um das schlimmste Leid in der ganzen Geschichte handeln werde – beispiellos vom Anbeginn der Welt bis heute (24,21). Er fügte noch hinzu, dass diese Trübsal alles Leben vernichten könnte, was einige moderne Studien dazu veranlasst, an einen Atomkrieg oder Ähnliches zu denken. Doch es ist offensichtlich, dass eine solche Große Trübsal für uns noch in der Zukunft liegt. Es geht hier also um viel mehr als nur um die Zerstörung Jerusalems im Jahr 70 n. Chr. Diese Zerstörung, so schlimm sie auch war, hat sich allein im 20. und 21. Jahrhundert in ihrer Stärke und ihrem Umfang noch vervielfacht.

 Die Welt hat die große noch kommende Not noch nicht gesehen, die kommen, aber nie wieder geben wird (24,21). Das sagte Jesus auch, als er andeutete, dass diese Tage verkürzt werden, was ein göttliches Eingreifen voraussetzt (24,22). Christus wird eingreifen, um einen totalen Völkermord und die völlige Vernichtung der Menschheit zu verhindern.

 Aber selbst im Gericht wird der Herr Barmherzigkeit walten lassen, vor allem um der Auserwählten willen, das sind diejenigen, die auf ihn vertraut haben und ihm als seine Jünger gefolgt sind. Sind wir diese Ihm Vertrauenden? Die Verwendung des Begriffs „Auserwählte“ unterstreicht auch die freie Entscheidung des Herrn, welche Menschen als Gläubige zu sich ziehen wird.- Doch diese Trübsal wird aufgrund des Eingreifens Gottes nicht ihre volle zerstörerische Stärke erreichen. Durch sein Eingreifen werden diese Tage verkürzt werden. Da Jesus in seinem Abschnitt die Frage nach dem Zeitpunkt und den Zeichen seines Kommens beantwortete, können wir daraus schließen, dass die Trübsal durch die Wiederkunft Jesu unterbrochen wird. Er wird die Zerstörung auf der Erde beenden.


Im vorliegenden Abschnitt wird die Erscheinung Melchisedeks zum ersten Mal erwähnt. Danach nur noch in Ps 110, 4.
Der HERR hat geschworen und es wird ihn nicht gereuen: »Du bist ein Priester ewiglich nach der Weise Melchisedeks.« – und später noch einmal im NT im Hebräerbrief in Kapitel 7. Dies ist die Grundlage für eines der wichtigsten Themen der christlichen Theologie. Hier wird das ewig wirksame Hohepriestertum Christi beschrieben.
In dem allgemeinen priesterlichen Dienst und der Verwaltung Gottes bestimmt das Wesen des Priesters deutlich die Art seines priesterlichen Dienstes (vgl. Hebr 7,26-28).
26 Ein solcher Hohepriester ziemte sich in der Tat für uns: einer, der heilig ist, frei vom Bösen, makellos, abgesondert von den Sündern und erhöht über die Himmel; 27 einer, der es nicht Tag für Tag nötig hat, wie die Hohepriester zuerst für die eigenen Sünden Opfer darzubringen und dann für die des Volkes; denn das hat er ein für allemal getan, als er sich selbst dargebracht hat. 28 Das Gesetz nämlich macht Menschen zu Hohepriestern, die der Schwachheit unterworfen sind; das Wort des Eides aber, der später als das Gesetz kam, setzt den Sohn ein, der auf ewig vollendet ist.
Deshalb beginnt die Abhandlung über Melchisedek in Hebr. 7 mit einer ausführlichen Diskussion über seinen Titel und seine Namen. Melchisedek bedeutet „König der Gerechtigkeit“ und „König von Salem“ d.h. „König des Friedens“. Die Bedeutung und der Hinweis hier besteht darin, dass Melchisedek kein anderer als Gott selbst ist, Christus im AT- ein weiteres Beispiel für die vielen Theophanien, (bevor Christus ins Fleisch kam) als Gotteserscheinungen des Sohnes im AT. Diese beiden Namen werden nirgendwo im AT für einen Einzelkönig oder einzelnen Priester verwendet. Sie werden aber prophetisch auf den Messias in seiner endzeitlichen Herrschaft auf den ewigen Priesterkönig angewandt: „Der Herr, unsere Gerechtigkeit“ ‚Adonay YHWH in Jer 23,6 und „Prinz des Friedens“ (SHAR-SHALOM) in Jes 9,6. Diese Identifizierung von Melchisedek mit Gott erklärt, warum Abraham Melchisedeks Überlegenheit sofort anerkannte – und zwar nicht nur aus gesellschaftlichem Respekt und damaliger Knigge – sondern, dies war Abrams Ausdruck seines Glaubens und seiner göttlichen Verehrung. Abram glaubte und erfuhr in seinem ganzen Leben, dass er gesegnet war. Gewöhnlich aber segnete der Größere. Denn nach der Schrift wird „der Kleinere vom Größeren gesegnet“.
Diesen Segen aber empfängt Abraham durch Melchisedek, als dieser ihm nach der gelungenen Schlacht seines Lebens Brot und Wein herausbringt. Dies ist deutlich ein Vorbild auf unseren Herrn Jesus Christus, der uns unter Brot und Wein sein Leben und seine Erlösung bringt. Das ist die wirkliche Erquickung und Stärkung für unser irdisches und ewiges Leben. (AGB S. 509 …STÄRKE EUCH in allem Guten …). Dies sollten wir wöchentlich – wie in der Frühen Kirche – empfangen und uns für die neue Woche stärken lassen. Brot des Himmels und Kelch des Heils. – Christi Leib für dich gegeben, Christi Blut für dich vergossen. Und dies ist der wirkliche und wichtigste Segen: DieTeil- habe an der Erlösung zum ewigen Leben.
S. 2
Hebr 7,7 Zweifellos wird aber immer das Geringere vom Höheren gesegnet.
Abram antwortete als Gesegneter, dass er Melchisedek seinen Zehnten gab. Das ist die wirkliche Antwort auf Gottes Segen in unserem Leben. Denn wenn wir alles von ihm erhalten, dann sollten auch wir den „vollen Zehnten“ in das Kornhaus Gottes bringen. Wir entscheiden, rechnen, überschlagen, teilen ein, geben unseren Zehnten zuerst Gott durch die Gemeinde. Denn es liegt doch nur am Einteilen unserer Kraft und unseres Geldes für den jeweiligen Monat. Aber ohne Überschlagen der Kosten, bleibt doch nichts für Gott übrig. Kann er uns dann segnen wie Abraham?
Im ganzen AT wird immer wieder das Geben des Zehnten herausgestellt.
Das Volk unterstützt mit dem Zehnten die Leviten, die kein Land besaßen, aber dem Volk Gottes dienten. Die Leviten wiederum geben von diesem Zehnten auch wieder ihren Zehnten allen Priestern. Die Priester wiederum geben den Zehnten dem Hohenpriester.
In gleicher Weise handhaben wir dies in unserer Anglikanischen Kirche / REC. Gläubige und Freunde werden ermutigt ihren Zehnten oder Teil des Zehnten an die Ortsgemeinde zu geben, von dem dann die Kosten für die Unterhaltung des „Gebetshauses“, die Verwaltung, Fahrten und Gehalt des Priesters / Pfarrers bezahlt werden können. Im November sollten wir wieder ein Gemeindebudget für das Jahr 2024 aufstellen. Wir sollten dies Anliegen vor Gott bringen und darüber beten, wieviel wir der Ortsgemeinde monatlich geben können. Denn, wer einen Turm oder eine Gemeinde bauen und unterhalten will, der überschlage die die Kosten.
Die Bedeutung von Melchisedeks Gottheit wird ferner in Hebr 7 durch den Gegensatz in Hebr 7,8 zwischen dem Einnehmen des Zehnten durch die Leviten, die „sterbliche Menschen“ sind, und dem Empfangen des Zehnten durch Melchisedek, der „weiterlebt und unsterblich“ ist, nämlich Christus.
Die Aussage in Hebr 7,3, dass Melchisedek für „immer ein Priester bleibt“, weist auch darauf hin, dass er weiterhin im NT den Zehnten empfangen soll als unsere praktische Ehrung. – Wenn Jesus „als Hohepriester“ für immer fortlebt (Hbr 7,24 + Gen 14,18) – und es kann doch nur einen Hohenpriester geben – wie kann dann von Melchisedek in Gen 14, gesagt werden, dass er als „ein Priester ewig bleibt, (Präsens-Gegenwart) 7,3)? Das bedeutet dann, das ist niemand anderes als Jesus Christus der große Hohepriester aller Gläubigen! Deshalb ist Christus unser König und Hoherpriester, und ihm allein gebührt die Ehrung mit unserem Leben, Worten, Begabungen, Besitz und auch mit unseren Finanzen.
Eine kleine Anzahl von Juden vor der ersten Ankunft Christi, die sich auf die hebräischen Schriften gründeten, glaubten tatsächlich, dass Melchisedek kein anderer als Gott in menschlicher Gestalt war. Und er würde nicht nur für den Rest Israels kommen, sondern auch derjenige sein, der am Ende dieses Zeitalters vor der Errichtung des Reiches Gottes auf Erden das letzte Gericht über die Bösen führen würde. Diesen Glauben finden wir bereits im 1. Jahrhundert vor Christus und kann bereits aus den Schriftrollen vom Toten Meer ersehen werden.

Wollen wir uns so oft wie möglich Brot und Wein als Teilhabe an unserer Erlösung in unserer Gemeinde reichen lassen?
… und dabei gleichzeitig Christus unserem Hohenpriester dankbar unseren Zehnten geben?

Maximus der Bekenner

Mönch
* um 580 in Hesfin auf den Golanhöhen, heute Hispin‎ in Syrien (von Israel beansprucht)
† 13. August 662 im Kastell Schemarium am Schwarzen Meer in Lasika in Georgien –

Bild aus Heiligen Lexikon


1 Kor 12,1-11 Gaben für alle von Gott

Predigt in der Christusgemeinde – 10. Sonntag nach Trinitatis

Bischof Meyer


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1. Kor 12,1-11 Eine kleine Gabe von Gott

* Ist dieses kleine Stück so viel wert?“

In den letzten fünfzig Jahren haben wir viele Veränderungen in der Technologie erlebt besonders im Computerwesen. Eine der wichtigsten Veränderungen war der Wechsel von „größer ist besser“ zu „kleiner ist besser“. Von Äußeren zum Inneren, von Quantität zur Qualität. Früher galt der größte Computer in der Schule als der beste und leistungsfähigste Computer. Heute ist der kleinste Computer, der in eine Hosentasche passt, der beste Computer.

Jemand hatte einmal einen schlimmen Computerabsturz. Es war nicht ein großes Teil, das kaputt ging, nein, es war nur ein kleines. Der Elektroniker erklärte es so: Er zeichnete ein Bild von dem defekten Teil auf ein Stück Papier und sagte dann: „Und das Teil ist nur so groß! Dabei zeichnete er einen Kreis auf das Papier, das kleiner als ein Zehncentstück war. So groß wie eine Simkarte.

Dann stellte der Kunde die Frage. „Wie viel wird es kosten?“ Als er das beantwortet, musste der Kunde lachen. „Das ist mehr, als ich für den ganzen Computer bezahlt habe. Ist das kleine Teil denn so viel wert?“

„Jawohl“ antwortete er. „Dieses Teil mag zwar klein sein, aber es ist für den Computer lebenswichtig. Der Computer kann ohne es nicht funktionieren.“- Kleine Teile im Verbund sind wichtig, besonders in der christlichen Gemeinde.

* In 1. Kor. 12,1-11 wendet sich der Apostel Paulus dem Thema der Geistesgaben in der Kirche zu. Er berührte eine Reihe von Themen, vor allem aber den Wert aller geistlichen Gaben.

Und hier finden wir eine, die so klein ist, dass man sie kaum erkennt:

* Paulus weist in diesem Kapitel darauf hin, dass jede Gabe, die Gott seiner Gemeinde gibt, wertvoll ist. Einige Korinther schauten nur auf Äußerlichkeiten, um selber bewegt zu werden, als dass sie den Zweck und Ziel dieser Gaben erfassten. Aber Paulus erklärte, dass die kleinsten und unauffälligsten Gaben für die Arbeit der Kirche Gottes unerlässlich sind.

Einige schauten auf ihre Vergangenheit zurück, da sie noch an spektakulären Götterverehrungen heidnischer Gottesdienste teilnahmen. Damals gab es da dröhnende Trommeln und Gongs mit großem Lärm, die die Menschen bewegten, oder auch dass unter den begeisterten Teilnehmern einige in ekstatischen Lauten und unverständlichen Prophezeiungen besonders auffielen. Es ging damals im heidnischen Gottesdienst um aufzufallen, dass man selbst oder andere im Rampenlicht standen, um Anerkennung zu bekommen.

Möglicherweise war nun einer im christlichen Gottesdienst, in Unkenntnis oder im christlichen Glauben nicht ausgebildet, der das Wort der Schrift gehört hatte: Verflucht sei jedermann, der am Kreuz hängt. Und dieser hatte in Unkenntnis laut gebetet oder prophezeit: Verflucht sei Jesus!

Kann denn so etwas aus dem Mund eines Heidenchristen und dann noch von Gott inspiriert stammen? Das waren u. a. Fragen an Paulus, die er hier beantwortet.

Er macht nun klar, dass sie mit den früheren heidnischen Götzendiensten, wo auch gelallt, in Zungen gesprochen und prophetische Falschheit verkündet wurde, nichts mehr zu tun hätten. Denn für den Christen gilt: nicht Jesus fluchen, sondern ihn als ihren Herrn, Kyrios, als ihren König in ihrem Leben zu bekennen.

Das ist doch das Zentrale und für die Ewigkeit Bleibende. Und dies ist auch noch eine kleine, wenn nicht schon die erste Gabe vor den hier noch weiteren 9 aufgezählten Gnadengaben des Heiligen Geistes. – Wir werden heute nicht die einzelnen Charismen erklären, noch weitere im NT erläutern.

Doch wollen wir betonen, dass das hier erwähnte Bekenntnis aus unserem Munde zu Jesus als unseren Herrn das Wichtigste ist, und dass dies auch eine 1) Gabe des Geistes ist, dass solch ein Bekenntnis ein 2) Dienst (Ministry) des Heiligen Geistes ist, und dass daraus eine geistliche 3) Wirkung hervorgeht. Diese Wirkung (Kraftwirkung) entsteht nicht nur in uns durch unser Bekenntnis, sondern auch alle erfahren sie, die dieses Zeugnis über den Herrn Christus durch uns hören und annehmen.

Nicht Jesus verleugnen, nicht Jesus verachten, verspotten und kreuzigen – dahinter steht Satan, die Dämonen, die falschen Götter und das Reich dieser Welt. Jedoch Jesus als Herrn, unseren Herrn, bekennen, das ist ein Dienst des Geistes, in dem jeder von uns stehen sollte. Und dieser Dienst hat Wirkungskraft.

Die geistlichen Gaben sind nicht nur eine besondere Fähigkeit – ein Dienst oder eine Wirkung, die Gott dem Gläubigen gibt, um ihn zu stärken, sondern um seine Kirche zu stärken, um durch sie seinen Willen in der Welt zu vollbringen.

  • Die Gabe des Bekennens – des Geistes

Jesus lehrte seine Jünger und verhieß ihnen den Empfang des Heiligen Geistes: Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen und werdet meine Zeugen sein. Und zwar von Jerusalem ausgehend bis an die Enden der Erde. Sie und ihre Nachfolger bekannten durch das gesamte Römische Reich: Christos Kyrios, Christus ist der Herrscher der Welt, nicht der Römische Kaiser.  –

Erkennen wir, dass durch den Heiligen Geist allen wahren Christen die Gabe des Zeugnisses, das Wort des Bekennens, durch ihre Lippen geschenkt wird? Und dies ist eine Gnadengabe, die vor allen neun hier erwähnten vorneweg steht. Haben wir dies erkannt, haben wir dies angenommen? Praktizieren wir diese Gabe, dies Geschenk des Heiligen Geistes in unserem Leben? Bekennen wir Jesus als unseren und den Herrn der Welt?

Und weiter sagt Paulus im Römerbrief: Wenn du mit deinem Mund bekennst, dass Christus der Herr ist, und glaubst in deinen Herzen, dass Gott ihn auferweckt hat, so wirst du gerettet.

  • Die Gabe des Dienstes – vom Herrn

Einig übersetzten dia-koneo / Diakonia anstatt Dienste auch mit: Ämter. Es werden hier mehrere und unterschiedliche wie Lehrer, Propheten, Wundertäter, etc. aufgezeigt. Jedoch hier geht es an erster Stelle um den Dienst mit dem Wort, das Jesus als den Herrn und Retter vorstellt, damit sie für die Ewigkeit erlöst werden. Es geht um den apostolischen und evangelistischen Dienst, an dem wir alle durch den Geist teilhaben sollen. Das Volk Gottes, wir als Christen, sollen wie Petrus bekennen: Apg 6,4 Wir aber wollen beständig bleiben am Gebet und am Dienst des Wortes.

So wollen auch wir die Dienst des Bekennens für uns annehmen. Wir wollen aber nicht damit im Rampenlicht stehen, sondern unser Sprechen und Bekennen zum Guten für andere in den Gemeinden und besonders außerhalb für die Nichtgläubigen einsetzen.

  • Das Bekenntnis als Kraftwirkung und Auswirkung:

Die Korinther sollten sich nicht mit ihren ekstatischen Gebetsäußerungen oder unverständlichem Sprachenreden in den Mittelpunkt stellen, um sich selbst zu bekennen. Deshalb sollen wir jedoch den Herrn Christus in den Mittelpunkt stellen, dass alles von ihm her kommt und  alles von ihm selbst bewirkt wird, ob durch unser Gebet oder auch durch unser Bekenntnis. Denn alles kommt von ihm, und er bewirkt, wozu es ausgesandt wurde, gerade bei anderen Menschen. Das Bekenntnis zum Herrn ist auf andere ausgerichtet, damit sein Herrschername sich segnend auf sie legt und sie zu seinen Namensträgern und Nachfolgern werden.

Die Kraftwirkungen, die durch den Dienst des Bekennens entstehen, erkennen wir in der gesamten Apostelgeschichte und der anschließenden Weltmission.

Petrus bekennt bei seiner Pfingstpredigt in Apg  2,36: Nun wisse das gesamte Haus Israel gewiss, dass Gott diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt, zum HERRN und Christus gemacht hat.

Diese Predigt mit dem Bekenntnis zum Herrn, zum Kyrios, hat die Auswirkung, dass der Heilige Geist 5000 Menschen bewegt, die fragen: Was sollen wir tun? Und diese bekehrten sich bald und werden getauft. Welch eine Auswirkung des Heiligen Geistes durch diesen Dienst des Petrus! Und wann immer wir in der Apostelgeschichte und Missionsgeschichte hören, dass Menschen Christus als Ihren Herrn und den Herrn der Welt bekennen, in ihrem vom Geist Gottes berufenen Dienst, da geschehen durch die Kraftwirkungen des Heiligen Geistes Bekehrungen von Menschen.

Und dieser Dienst des Heiligen Geistes stellt nicht den Diener in den Mittelpunkt, sondern Gottes Dienst an den anderen. Es ist der Dienst an den Gliedern der Gemeinden und er Menschen außerhalb. Es sind die Kraft-wirkungen zu ihrem Guten, Besten und zu ihrer Bekehrung. Aber bei alledem ist hier allein der Geist Gottes oder sagen wir der dreieinige Gott beteiligt, der durch solch eine Gnadengabe das bewirkt was ER will. Nicht der Geistbegabte bekommt die Anerkennung und die Ehre, sondern nur der dreieinige Gott erhält sie allein.


Predigt in der Christusgemeinde zum 1. Advent

Von Prädikat Branislav Tot, Ulm.

Herr, lasse dir Wohlgefallen die reden meines Mundes und das Sinnen meines Herzens.

O Herr, mein Fels und mein Erlöser!

In Namen des Vater und des Sohnes und des Heiligen Geistes
Amen

 Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater und dem Herrn Jesus Christus.

Heute zündet man in vielen Häusern, Wohnungen, Heimen und Kirchen erste von vier Kerzen an, als Zeichen für das erste Advent. Advent kommt aus lateinisch und bedeutet Ankunft, eigentlich richtig heißt es „Adventus Domini“ und bedeutet „Ankunft des Herrn“.

Advent bezeichnet die Jahreszeit, in der die Christenheit sich auf das Fest der Geburt Jesu Christi, Weihnachten vorbereitet. Und zugleich erinnert uns Adventszeit das Christen auch das zweite Kommen Jesu Christi erwarten sollen.

Dabei geht es nicht nur um Vorfreude auf etwas, sondern auch um die Freude über etwas.

In meinem Predigttext heute morgen freut sich einer; Er freut sich über etwas, nämlich die Geburt seines kleinen Sohnes. Und er freut sich auf etwas; nämlich darauf, was dieser kleine Sohn einmal für eine große Aufgabe haben wird.

Freude und Vorfreude miteinander verbunden.

Ich lese aus dem heiligen Evangelium unseres Herrn Jesus Christus nach Lukas 1. Kapitel, die Verse 67 bis 79.

Der Lobgesang des Zacharias

67 Und sein Vater Zacharias wurde vom Heiligen Geist erfüllt, weissagte und sprach:

68 Gelobt sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat besucht und erlöst sein Volk

69 und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils im Hause seines Dieners David,

70 wie er vorzeiten geredet hat durch den Mund seiner heiligen Propheten,

71 dass er uns errettete von unsern Feinden und aus der Hand aller, die uns hassen,

72 und Barmherzigkeit erzeigte unsern unsern Vätern und gedächte an seinen heiligen Bund

73 an den Eid, den er geschworen hat unserm Vater Abraham, uns zu geben,

74 dass wir, erlöst aus der Hand der Feinde, ihm dienten ohne Furcht

75 unser Leben lang in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor seinen Augen.

76 Und du, Kindlein, wirst Prophet des Höchsten heißen. Denn du wirst dem Herr vorangehen, dass du seinen Weg bereitest

77 und Erkenntnis des Heiles gebest seinem Volk in der Vergebung ihrer Sünden,

78 durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes, durch die uns besuchen wird das aufgehende Licht aus der Höhe.

79 auf dass es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.      

    

Der Text den ich gerade gelesen habe, bekannt auch als Benedictus wird in vielen Kirchen als teil der Liturgie jeden Morgen in Morgenlob vorgelesen und er besteht aus einem einzigen, begeisterten Lobgesang. Be – geistert, im wahren Sinne des Wortes.

Schauen wir zuerst, wer war dieser Zacharias?

Zacharias ist ein alter Mann. Mit seiner ebenfalls schon hoch betagte Frau Elisabeth lebt er allein. Kinder haben sie keine, und längst haben sie die Hoffnung aufgegeben, doch noch eins zu bekommen.

Damals hieß das neben dem persönlichen Schmerz, keine Versorgung, keine soziale Absicherung im Alter.

Zacharias ist Priester – das hat die Situation vermutlich erleichtert, denn als Priester hatte er Anteil an der allgemeinen Priesterversorgung.

Der Schmerz, kinderlos zu bleiben, hat Elisabeth und ihn trotzdem begleitet.

Und dann passiert das Erstaunliche: Elisabeth wird schwanger.

Aber nicht urplötzlich, sondern auf Ankündigung.

Gottes Engel Gabriel kommt zu Zacharias und verkündigt ihm:

„Dein Gebet ist erhört worden. Du wirst einen Sohn bekommen. Er wird einen besonderen Auftrag von Gott bekommen. Und er soll einen besonderen Namen haben. Das was wir vielleicht nur langweilig finden und versuchen manchmal zu überspringen sind die Zählungen Volkes Israel im 4. Buch Mose das auch heißt Numeri. Aber für die Hebräer haben die Baumstämme mit Vaters Namen eine besondere Bedeutung. Johannes heißt: „Gott ist gnädig“.

Jetzt aber gibt es ein Problem. Zacharias kann nicht so ganz diese Botschaft glauben.      Er fragt den Engel Gottes „Woran soll ich das erkennen? Denn ich bin alt, und mein Weib ist betagt.“ Und weil er nicht so ganz glauben kann, wird er vorübergehend stumm.

Und erst als sein Sohn geboren ist, erst als er mit acht Tagen beschnitten wird und Zacharias gefragt wird, wie denn das Kind heißen soll – da schreibt er auf eine Tafel :  Er soll Johannes heißen.

In dem Moment lässt sich seine Zunge wieder und Zacharias singt das Loblied, das wir gerade gehört haben: „Gelobt sei der Herr, der Gott Israels, denn er hat besucht und erlöst sein Volk!“

Zwei Dinge gehen diesem Loblied voraus.

Das eine ist die Zeit des Schweigens. Beten nennt man auch eine Gespräch mit Gott.

Gebet ist, einfach gesagt, ein Gespräch. Nicht ein Gespräch mit sich selbst, sondern ein Gespräch mit Gott. Gott lädt uns ein, mit ihm zu reden und ihm die Dinge zu sagen, die uns bewegen. Also geht es im Gebet auch nicht nur darum, Gott etwas zu sagen. Gott will auch uns etwas sagen!

Und das kann er, wen wir aufhören zu sprächen.

Wenn wir uns heute fragen, warum uns so selten danach zumute ist, wie Zacharias Gott in lauten Tönen zu loben, dann hat es vielleicht auch damit zu tun, dass wir so selten dazu kommen, einmal still zu werden und einmal still zu sein.

Unser Leben ist so wie es ist. Von Morgens bis Abends sind wir unterwegs. Termine jagen uns Tag ein, Tag aus; Arbeit, Schule, Bank, Arzt u.s.w.. Zeit ist richtig Mangelware geworden.

Viele sind nicht mehr gewohnt einmal wirklich zur Ruhe zu kommen, nichts zu tun, zu schweigen und zu hören.

Dabei: Wenn Gott uns etwas zeigt, wenn er zu uns redet – dann meistens in der Stille. Jesus ist extra auf Berge gestiegen, um Zeiten der Stille zu haben, der Einsamkeit, oder besser gesagt, der Zweisamkeit mit seinem himmlischen Vater.

Schweigen  und Stille gehen dem Loblied des Zacharias voraus. Das ist eine.

Und das andere: Zacharias wird mit dem heiligen Geist erfüllt. Er erlebt Gottes Gegenwart ganz unmittelbar.

Das was Zacharias erlebt hat, können oder dürfen wir auch. Jesus sagt auch uns zu:

„Wenn wir unserem Vater im Himmel bitten, dass er uns seinen Geist gibt, dann wird er uns diese Bitte erfüllen.

In ganzen Neuen Testament ist das entscheidend:

Veränderung geschieht da, wo Menschen vom heiligen Geist erfüllt werden – wenn Gott ihnen begegnet.

Gott sehnt sich danach, uns zu begegnen.

Das ist die Hoffnungsbotschaft im Advent.

Gottes  Sehnsucht zu uns hat ihn vor zwei Tausend Jahren dazu getrieben, sich klein zu machen und zu uns zu kommen.

Diese Hoffnungsbotschaft besingt Zacharias in seinem Loblied:

„Er hat besucht und erlöst sein Volk“.

Im Alten Testament schreibt Prophet Sacharja etwas ähnliches:

In Buch Sacharja 2 Kapitel, Vers 17 steht:

„ Alle Welt schweige in der Gegenwart des Herrn. Denn er tritt hervor aus seiner heiligen Wohnung“.

Gott hat uns nicht vergessen. Er hat uns ja in seine Hände gezeichnet. Gott vergisst nicht seine Kinder.

Ein Besucher könnte eingeladen oder nicht eingeladen sein. Ist die Person eingeladen, spricht man von einem Gast.

Und jetzt stellt sich die Frage, war Jesus eingeladen. Und falls er war, von wem.Wessen Idee war es?

Es war leider nicht unsere Idee und bestimmt nicht von dieser Welt. Keiner auf dieser Erde hat ihn eingeladen.

Im Gegenteil: Noch bevor Jesus geboren wird, erlebt er, dass der Welt ihn nicht haben will. Bevor er geboren wird, gab es keinen Raum in der Herberge. Alles zu. Gott dieser Welt kommt, – schön und gut, aber es ist hier kein Platz für ihn. 

Und weil es keinen besseren Ort gab, musste er in einem Stall zu Welt kommen.

Paulus in schreib in Galater Brief 4,4:

„Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan“.

Es ist allein Gottes Idee, seine Initiative, sein Eingreifen, dass dazu führt, dass er uns besucht und uns erlöst.

Denn es ist ein Besuch und Erlösung aus Gnade.

„Gott ist gnädig“ – diesen Namen soll Zacharias seinem Sohn geben, damit für alle deutlich wird: Gott hat sich auf den Weg gemacht.

Er beschenkt uns mit seinem Licht, mit seiner Liebe, mit seinem Heil.

Gerade jetzt in vorweihnachtlichen Zeit kann man bunte Lichter überall sehen. Echte Kerze, Elektrische Kerze, leuchtende Bäume, Häuser und Fenster.

Aber wird dadurch die Dunkelheit vertrieben?

Was sagt uns heutige Bibeltext?

„Das aufgehende Licht aus der Höhe wird uns besuchen und denen erscheinen, die in Finsternis und Todesschatten sitzen“.

Ich werde so frei sein und behaupten dass überall um uns Finsternis und Todesschatten herrscht. Wir die erlöst sind, sind da rausgegangen, aber all die Menschen um uns die noch selber nicht zum Glauben an Jesus Christus gekommen sind, sitzen in Finsternis und Todesschatten, und mag noch so viel bunte lichter überall leuchten.

Und das uns dieses Licht aus der Höhe erscheinen ist, stehen wir in der Pflicht anderen Menschen die noch in Dunkelheit sitzen, auf dieser Licht aufzeigen.  

Das aufgehende Licht aus der Höhe wird uns besuchen und unsere Füße auf den Weg des Friedens richten.

Das ist eine Verheißung. Das ist eine heilvolle Zusage! Das ist kein Wunschtraum, sondern ein Wort, dass so gewiss gilt, wie Gott uns versprochen hat, dass er uns nicht vergisst.

Wir können jetzt schon diese heilvolle Erwartung vor Augen haben. Nicht als ein Bild in der Ferne, sondern als Verheißung, die jetzt schon spürbar ist, jetzt schon Auswirkungen hat.

Den Gottes Geist ist jetzt schon unter uns.

Adventszeit ist Zeit der Freude und der Vorfreude, Zeit der Stille und Zeit des Lobesund der gespannten Erwartung.

Bedeutung des Namens Zacharias bedeutet: Gott hat sich erinnert, Gott gedenkt.

Und Elisabeth Name hat eine Bedeutung, nämlich; Gott hat geschworen.

Ja Gott hat uns nicht vergessen, er hat sich erinnert und uns geschworen dass er uns nie verlässt.

Meine Ganze Predigt lässt sich in einem einzigem Satz zusammenfassen.

„Gott hat besucht und erlöst sein Volk“

Möge uns diese Satz in der nächsten Woche und in vorweihnachtlichen Zeit begleiten.

Last uns beten:

„Allmächtiger Gott. Verleihe uns die Gnade in diesem vergänglichen Leben, in das Dein Sohn Jesus Christus in großer Niedrigkeit uns zu besuchen kam, dass wir die Werke der Finsternis ablegen und die Waffen des Lichts anlegen, damit wir am jüngsten Tag, wenn er in seiner herrlichen Majestät wiederkommen wird, um die Lebenden und die Toten zu richten, auch wir zum unsterblichen Leben auferstehen werden. Durch ihn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert, jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen. 

 

 

Ewigkeit im Herzen mit Barmherzigkeit in den Händen!

Die rechte Theologie im Kopf, ein unempfindsames Herz, zwei linke Hände für den Nächsten. Ist solch ein Mensch für die Ewigkeit gerettet?

Predigt auf YouTube:

https://youtu.be/aS3SRslBAi0

13. Sonntag nach Trinitatis – Lukas 10,25-37

Der Barmherzige Samariter

Der Schriftgelehrte, der gelernte Theologe und Rabbiner wollte Genaueres von Jesus Christus über diese Ewigkeitsfrage wissen. Denn das Gewissen sagt allen, dass es einen Gott gibt. Und die genauere Frage um die Ewigkeit und den Einsatz für die Ewigkeit steht doch jedem Menschen im Herzen geschrieben, besonders wenn er wie der Pharisäer hier fragt: Was muss ich tun, um das ewige Leben zu ererben?

Ist das auch Deine Frage? Gibt deine Kirche und Gemeinde heute darauf noch regelmäßige Antworten? Oder beschäftigen sich die Kirchen heute eher mit folgenden Themen: Wie können wir noch die Welt retten? Nämliche die Wale, die Eisberge oder die Gletscher retten, aber nicht die ca. 500.000 jährlich abgetriebenen Kinder.

Doch Jesus erkennt in unserer Erzählung, dass der Pharisäer, der sich in allen theologischen Fragen auskennt, ein anderes Problem mit sich herumträgt. Jesus erkennt die tiefere Frage in seinem Herzen, die Ungewissheit, die mit der persönlichen Ewigkeit zusammenhängt. Die zweite Frage, die damit verbunden ist, Gott zu lieben, ist die Alltagsliebe, nämlich: Wer ist denn mein Nächster? Weil Jesus den Mangel der Herzensliebe bei ihm entdeckt, deshalb erzählt er dem Pharisäer sofort die belehrende Geschichte vom Barmherzigen Samariter.

Denn solange dieser noch nach: Wer ist denn mein Nächster? fragt, schließt er einen Personenkreis, eine Volkschicht von sich aus. Denn damit sind für ihn nur solche Nächste, die er sich selbst aussucht.

Der Pharisäer ahnt bereits hier, dass er nicht das Liebesgebot zum Nächsten ganz erfüllt und deshalb zu kurz kommt. Jesus beantwortet nun nicht seine Frage damit, dass er ihm eine bestimmte Gruppe von Leuten vorstellt, die er zusätzlich lieben soll. Nein, er zeigt uns mit diesem Gleichnis, welches die unterschiedliche Beachtung eines hilfsbedürftigen Menschen herausstellt, dass die rechte Frage nicht lauten soll: Wer ist mein Nächster, sondern Wie werde ich – durch mein inneres Bewegt-Sein  – einem Bedürftigen zum Nächsten.

Diese Frage wollen wir uns auch stellen. Wir lernen, dass die Samariter Menschen waren, die von den Juden verachtet und gehasst wurden. Sie wurden wie Ausländer oder Migranten behandelt, waren ein Mischvolk, Menschen zweiter Klasse. Wir könnten auch sagen, viele Pharisäer waren damals schon Rassisten. Doch dieser verachtete Samariter kümmert sich nicht um Fremdenhass, um Verachtung, er denkt auch nicht daran, dass er vielleicht Zeit, Geld und seine Kraft vergeudet. Nein, dem Samariter geht es darum, die jetzige Not, die er vor seinen Augen sieht, die ihn innerlich trifft, sofort selbst zu lindern. Sein innerstes Mitgefühl drängt ihn dazu. Er kann nicht anders. Er selbst muss dem Bedürftigen zum Nächsten werden.

Kennen wir solch ein Mitgefühl, angezündet durch die Ewigkeit, durch unsere Liebe, die von Gott kommt?

Als ich in Marburg noch Theologie studierte, traf ich Jutta Herzog, 67 Jahre alt. Sie war Diabetikerin. Ich hatte sie mit Unterzucker und beinahe Bewusstlosigkeit ins Krankenhaus gefahren. Dann stieg der Zucker wieder auf 400. So befand sie sich in Wehrda. Ihr war selbst nicht wohl zumute. Doch in der zweiten Woche sah sie eine 85jährige ausgelaugte Müllersfrau, die in ihrer Blütezeit Zentnersäcke getragen hatte, im Flur sitzen. Das Herz jener Frau war sehr erweitert. Sie konnte nur noch mit Mühe gehen. Niemand kümmerte sich um sie. Doch Jutta näherte sich ihr, nahm sie in den Arm und spazierte trotz ihrer Krankheit täglich eine Zeit mit ihr im Krankenhaus durch die langen Flure. Jutta wurde dieser 85-jährigen Müllerin zum Nächsten. Sie konnte nicht anders, sie musste ihr zur Nächsten werden. Sie war für die alte Müllerin ihre barmherzige Samariterin.

So gibt es noch viele Beispiele in der alten und neuen Kirchengeschichte, wie auch die Samariterin Mutter Theresa, die vor 20 Jahren starb.

Gerade heute in der unsicheren und uns einengenden Coronazeit, finden wir Menschen, die verzweifelt, unsicher, bedrückt und hilflos sind, privat in engen Sozialwohnungen, Altenheimen, Krankenhäusern oder auch öffentlich im Alltag und am Arbeitsplatz.

Sollten wir nicht besonders dort unsere Ewigkeit im Herzen in unsere feinfühligen Hände fahren lassen? Auch wir sind aufgerufen, wieder barmherzige Samariter zu werden.

Wollen wir uns fragen, wie wir unserem Nachbarn und jenen, denen wir täglich begegnen, zum Nächsten werden können. Erkennen wir denn deren Not? Lassen wir es nicht so weit kommen, wie es kürzlich geschah, dass eine verzweifelte Mutter ihrem und ihrer Kinder Leben ein Ende setzte.

Wie werde ich dem Anderen zum Nächsten?

Doch wenn ich innerlich frei von mir selbst bin und einen Blick und ein Herz für meinen Nächsten habe. Ich kann ihm meine Zeit und mein Ohr schenken, ihm trotz Maske, einen freundlichen Blick, ein hörendes Ohr und ein freundliches Wort schenken, auch im Abstand ihm nahe sein und mit ihm spazieren gehen.

Wie wichtig ist es, dass freundliche Samariter durch Gottes Liebe das Leid und den Schmerz des Anderen erkennen. Wollen wir vermehrt darauf achten: Wo ist denn dieser Nachbar in Not?

Wollen wir uns durch den Heiligen Geist zeigen lassen, wie wir barmherzige Samariter in der Coronazeit werden können!

Gebe Dich als liebender Mitmensch zu erkennen. Und zeige dich doch als Nächster in deinem Handeln, nämlich dass Dich das ewige Leben, die Liebe zu Gott erfasst hat.

Lass dich an deinem Tun erkennen, dass du der Nächste für einen Menschen in Not bist.                                        Amen

Pfingstgottesdienst- Morgenlob

1. O komm, du Geist der Wahrheit,
und kehre bei uns ein,
verbreite Licht und Klarheit,
verbanne Trug und Schein.
Gieß aus dein heilig Feuer,
rühr Herz und Lippen an,
dass jeglicher getreuer
den Herrn bekennen kann.

2. O du, den unser größter
Regent uns zugesagt:
Komm zu uns, werter Tröster,
und mach uns unverzagt.
Gib uns in dieser schlaffen
und glaubensarmen Zeit
die scharf geschliffnen Waffen
der ersten Christenheit.

3. Unglaub und Torheit brüsten
sich frecher jetzt als je;
darum musst du uns rüsten
mit Waffen aus der Höh.
Du musst uns Kraft verleihen,
Geduld und Glaubenstreu
und musst uns ganz befreien
von aller Menschenscheu.

4. Es gilt ein frei Geständnis
in dieser unsrer Zeit,
ein offenes Bekenntnis
bei allem Widerstreit,
trotz aller Feinde Toben,
trotz allem Heidentum
zu preisen und zu loben
das Evangelium.

Eingangsvotum

Lasst uns dem allmächtigen Gott demütig unsre Sünden bekennen!

Allgemeines Schuldbekenntnis

Barmherziger Vater! Wir bekennen, dass wir gegen Dich gesündigt haben in Gedanken, Worten und Werken, durch das, was wir getan und unterlassen haben. Wir haben Dich nicht von ganzem Herzen geliebt; wir haben unsre Nächsten nicht wie uns selbst geliebt. In Reue und Demut bekennen wir unsre Schuld. Um Deines Sohnes Jesu Christi willen, sei uns gnädig und vergib uns unsre Verfehlungen, dass wir Deinen Willen freudig erfüllen und auf Deinen Wegen wandeln. Zur Ehre Deines Namens. G  Amen.

Der allmächtige Gott hat in seiner großen Barmherzigkeit Vergebung der Sünden allen verheißen, die sich in aufrichtiger Buße und wahrhaftigem Glauben zu ihm wenden. Der Herr erbarme sich über euch: Er vergebe euch und befreie euch von all’ euren Sünden; er bewahre und stärke euch in allem Guten und führe euch zum ewigen Leben. Durch Jesus Christus, unseren Herrn.

G  Amen.

Wechselspruch

Z             Der Herr sei mit euch!

G            Und mit deinem Geist!

Z             Lasst uns beten!

Vaterunser

Vater unser im Himmel.

Geheiligt werde Dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn Dein ist das Reich und die Kraft

und die Herrlichkeit in Ewigkeit.

Amen.

Wechselspruch

Z             Herr, tue unsere Lippen auf,

G            dass unser Mund Deinen Ruhm verkündige.

Gloria patri

Z             Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist.

G            Wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.

Z             Lobt den Namen des Herrn!

G            Der Name des Herrn sei gelobt!

Lobpreis- Psalm 118

24 Dies ist der Tag, den der HERR macht; lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein.

25 O HERR, hilf! O HERR, lass wohlgelingen!

26 Gelobt sei, der da kommt im Namen des HERRN! Wir segnen euch vom Haus des HERRN.

27 Der HERR ist Gott, der uns erleuchtet. Schmückt das Fest mit Maien bis an die Hörner des Altars!

28 Du bist mein Gott, und ich danke dir; mein Gott, ich will dich preisen.

29 Danket dem HERRN; denn er ist freundlich, und seine Güte währet ewiglich.

 

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit.  Amen.

Lesung und Bekenntnis

  1. Lesung  – Gen 11, 1-9

L             Wort des lebendigen Gottes.

G            Dank sei Gott.

1. Geist des Glaubens, Geist der Stärke,
des Gehorsams und der Zucht,
Schöpfer aller Gotteswerke,
Träger aller Himmelsfrucht,
Geist, der einst der heilgen Männer,
Kön’ge und Prophetenschar,
der Apostel und Bekenner
Trieb und Kraft und Zeugnis war:

2. Rüste du mit deinen Gaben
auch uns schwache Kinder aus,
Kraft und Glaubensmut zu haben,
Eifer für des Herren Haus;
eine Welt mit ihren Schätzen,
Menschengunst und gute Zeit,
Leib und Leben dranzusetzen
in dem großen, heilgen Streit.

.9. Geist des Glaubens, Geist der Stärke,
des Gehorsams und der Zucht,
Schöpfer aller Gotteswerke,
Träger aller Himmelsfrucht,
Geist, du Geist der heilgen Männer,
Kön’ge und Prophetenschar,
der Apostel und Bekenner:
auch bei uns werd offenbar!

2. Lesung – Apg. 2,1-13

L             Wort des lebendigen Gottes.

G            Dank sei Gott.

Apostolikum

Ich glaube an Gott, an Jesus Christus, an den Heiligen Geitst

…       Amen.

Predigt

EG S. 566 

1. Der Geist des Herrn erfüllt das All
mit Sturm und Feuersgluten;
er krönt mit Jubel Berg und Tal,
er lässt die Wasser fluten.
Ganz überströmt von Glanz und Licht,
erhebt die Schöpfung ihr Gesicht,
frohlockend: Halleluja.

4. Der Geist des Herrn durchweht die Welt gewaltig und unbändig;
wohin sein Feueratem fällt,
wird Gottes Reich lebendig.
Da schreitet Christus durch die Zeit
in seiner Kirche Pilgerkleid,
Gott lobend: Halleluja.

Gebete

Wechselspruch

Z             Der Herr sei mit euch!

G            Und mit deinem Geist!

Z             Lasst uns beten!

Fürbitten

Z   Herr, rette Dein Volk und segne Dein Erbteil.

G   Regiere und erhöhe es in Ewigkeit.

Z    Dich preisen wir jeden Tag;

G   und beten Deinen Namen an jetzt und immerdar.

Z    Bewahre uns heute, Herr, vor aller Sünde.

G   Erbarme Dich über uns, Herr, erbarme Dich.

Z    Herr, lass Deine Barmherzigkeit über uns herrschen,

G   Denn auf Dich, Herr, vertrauen wir.

 Z Auf Dich allein setzen wir unsere Hoffnung.

G   Bei Dir werden wir niemals enttäuscht.

Tagesgebet

Gebet um äußeren Frieden

Gott,Du bist der Friedensstifter und liebst die Eintracht. Dir zu dienen heißt mit Dir zu herrschen. Dich zu kennen ist das Leben. Verteidige uns, Deine Diener, in den Angriffen unserer Feinde, damit wir – im festen Vertrauen auf Deinen Schutz – uns vor ihrer Gewalt nicht fürchten brauchen. Durch die Macht Jesu Christi, unseres Herrn.

G  Amen.

Gebet um recht zu leben

Herr, unser Gott, allmächtiger und ewiger Vater. Du hast uns sicher den Anfang dieses Tages erleben lassen. Beschütze uns heute mit Deiner mächtigen Kraft und gib, dass wir in keine Sünde fallen, noch in irgendeine Gefahr geraten, sondern dass all unser Verhalten unter Deiner Leitung steht und Dir wohl gefällt. Durch Jesus Christus, unseren Herrn. 

G  Amen

 Gebet des heiligen Chrysostomus

Allmächtiger Gott! Du hast uns jetzt Gnade verliehen, Dir unsere gemeinsamen Gebete einmütig darzubringen und uns verheißen, wenn zwei oder drei in Deinem Namen versammelt sind, sie zu erhören. Erfülle nun, o Herr, die Wünsche und Bitten Deiner Diener, wie es uns am heilsamsten ist; und schenke uns in dieser Welt die Erkenntnis Deiner Wahrheit und in der zukünftigen das ewige Leben.

G  Amen.

 

Z  Lasst uns den Herrn preisen.

G  Dank sei Gott.

Segensgebete

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen!

Amen.                                            

Bekanntmachungen & Kollekte

1. Schmückt das Fest mit Maien,
lasset Blumen streuen, zündet Opfer an;
denn der Geist der Gnaden hat sich eingeladen, machet ihm die Bahn!
Nehmt ihn ein, so wird sein Schein
euch mit Licht und Heil erfüllen
und den Kummer stillen.

2. Tröster der Betrübten, Siegel der Geliebten, Geist voll Rat und Tat,
starker Gottesfinger, Friedensüberbringer,
Licht auf unse  rm Pfad: Gib uns Kraft und Lebenssaft, lass uns deine teuren Gaben zur Genüge laben.

3. Lass die Zungen brennen, wenn wir Jesus nennen, führ den Geist empor;
gib uns Kraft zu beten und vor Gott zu treten, sprich du selbst uns vor. Gib uns Mut, du höchstes Gut, tröst uns kräftiglich von oben bei der Feinde Toben.

Abraham Isaak2

FAMILIEN- ODER MORGENANDACHT

nach dem Allgemeinen Gebetbuch (anglikanisch)

Nachfolgende Links bitte anklicken: – Bei den Liedern mitsingen.

Mein Glaube fest sich bauen kann https://www.youtube.com/watch?v=u-8sM7JsPLM

– danach YouTube stoppen –

Wir beginnen die Hausandacht und sprechen einzeln (Lesungen) oder gemeinsam nachfolgende Texte:

Vaterunser – gemeinsam

Vater unser im Himmel. Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.  Amen.

  1. Lesung: Mo / Genesis 22,1-15 https://www.bibleserver.com/LUT/1.Mose22

Das Opfer Abrahams

1 Nach diesen Geschichten versuchte Gott Abraham und sprach zu ihm: Abraham! Und er antwortete: Hier bin ich. 2 Und er sprach: Nimm Isaak, deinen einzigen Sohn, den du lieb hast, und geh hin in das Land Morija und opfere ihn dort zum Brandopfer auf einem Berge, den ich dir sagen werde. 3 Da stand Abraham früh am Morgen auf und gürtete seinen Esel und nahm mit sich zwei Knechte und seinen Sohn Isaak und spaltete Holz zum Brandopfer, machte sich auf und ging hin an den Ort, von dem ihm Gott gesagt hatte. 4 Am dritten Tage hob Abraham seine Augen auf und sah die Stätte von ferne. 5 Und Abraham sprach zu seinen Knechten: Bleibt ihr hier mit dem Esel. Ich und der Knabe wollen dorthin gehen, und wenn wir angebetet haben, wollen wir wieder zu euch kommen. 6 Und Abraham nahm das Holz zum Brandopfer und legte es auf seinen Sohn Isaak. Er aber nahm das Feuer und das Messer in seine Hand; und gingen die beiden miteinander. 7 Da sprach Isaak zu seinem Vater Abraham: Mein Vater! Abraham antwortete: Hier bin ich, mein Sohn. Und er sprach: Siehe, hier ist Feuer und Holz; wo ist aber das Schaf zum Brandopfer? 8 Abraham antwortete: Mein Sohn, Gott wird sich ersehen ein Schaf zum Brandopfer. Und gingen die beiden miteinander. 9 Und als sie an die Stätte kamen, die ihm Gott gesagt hatte, baute Abraham dort einen Altar und legte das Holz darauf und band seinen Sohn Isaak, legte ihn auf den Altar oben auf das Holz 10 und reckte seine Hand aus und fasste das Messer, dass er seinen Sohn schlachtete. 11 Da rief ihn der Engel des HERRN vom Himmel und sprach: Abraham! Abraham! Er antwortete: Hier bin ich. 12 Er sprach: Lege deine Hand nicht an den Knaben und tu ihm nichts; denn nun weiß ich, dass du Gott fürchtest und hast deines einzigen Sohnes nicht verschont um meinetwillen. 13 Da hob Abraham seine Augen auf und sah einen Widder hinter sich im Gestrüpp mit seinen Hörnern hängen und ging hin und nahm den Widder und opferte ihn zum Brandopfer an seines Sohnes statt. 14 Und Abraham nannte die Stätte »Der HERR sieht«. Daher man noch heute sagt: Auf dem Berge, da der HERR sich sehen lässt.

Psalm: 43 https://www.bibleserver.com/LUT/Psalm43

Einzeln oder im Verswechsel:

1 Schaffe mir Recht, Gott, / und führe meine Sache wider das treulose Volk und errette mich von den falschen und bösen Leuten!

2 Denn du bist der Gott meiner Stärke: Warum hast du mich verstoßen? Warum muss ich so traurig gehen, wenn mein Feind mich drängt?

3 Sende dein Licht und deine Wahrheit, dass sie mich leiten und bringen zu deinem heiligen Berg und zu deiner Wohnung,

4 dass ich hineingehe zum Altar Gottes, / zu dem Gott, der meine Freude und Wonne ist, und dir, Gott, auf der Harfe danke, mein Gott.

5 Was betrübst du dich, meine Seele, und bist so unruhig in mir? Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken, dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.

Ehre sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist, wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit, und in Ewigkeit. Amen.

 2. Lesung Johannes 8,46-59 https://www.bibleserver.com/LUT/Johannes8%2C46

Der Streit um Jesu Ehre

46 Wer unter euch kann mich einer Sünde überführen? Wenn ich die Wahrheit sage, warum glaubt ihr mir nicht? 47 Wer von Gott ist, der hört Gottes Worte; ihr hört darum nicht, weil ihr nicht von Gott seid. 48 Da antworteten die Juden und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht mit Recht, dass du ein Samariter bist und von einem Dämon besessen bist? 49 Jesus antwortete: Ich bin nicht besessen, sondern ich ehre meinen Vater, aber ihr nehmt mir die Ehre. 50 Ich suche nicht meine Ehre; es ist aber einer, der sie sucht und richtet. 51 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hält, der wird den Tod nicht sehen in Ewigkeit. 52 Da sprachen die Juden zu ihm: Nun erkennen wir, dass du von einem Dämon besessen bist. Abraham ist gestorben und die Propheten, und du sprichst: Wer mein Wort hält, der wird den Tod nicht schmecken in Ewigkeit. 53 Bist du mehr als unser Vater Abraham, der gestorben ist? Und die Propheten sind gestorben. Was machst du aus dir selbst? 54 Jesus antwortete: Wenn ich mich selber ehre, so ist meine Ehre nichts. Es ist aber mein Vater, der mich ehrt, von dem ihr sagt: Er ist unser Gott. 55 Und ihr kennt ihn nicht, ich aber kenne ihn. Und wenn ich sagen würde: Ich kenne ihn nicht, wäre ich ein Lügner wie ihr. Aber ich kenne ihn und halte sein Wort. 56 Abraham, euer Vater, wurde froh, dass er meinen Tag sehen sollte, und er sah ihn und freute sich. 57 Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt und hast Abraham gesehen? 58 Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe Abraham wurde, bin ich. 59 Da hoben sie Steine auf, um sie auf ihn zu werfen. Aber Jesus verbarg sich und ging zum Tempel hinaus.

 

  1. Glaubensbekenntnis – gemeinsam:

Das Apostolische Glaubensbekenntnis

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde, / und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, / empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, / gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, / hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, / aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; / von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten. / Ich glaube an den Heiligen Geist, / die heilige allgemeine Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, / Vergebung der Sünden, / Auferstehung der Toten / und das ewige Leben. / Amen.

 Lied: Lass mich an Dich glauben, wie Abraham es tat. https://www.youtube.com/watch?v=Mg6D5WhKZP4&list=RDMg6D5WhKZP4&start_radio=1  – danach YouTube stoppen –

Predigt auf Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=hPH_2yAMKAI&t=926s

Oder: Bei Andacht in der Familie nach den beiden Lesungen. – Beiträge und Anmerkungen der anwesenden Beteiligten

GEBETSTEIL einzeln oder gemeinsam:

An dieser Stelle kann das Tagesgebet von einer Person oder allen gesprochen werden.

Allmächtiger und allbarmherziger Gott. Blicke gnädig auf Dein Volk herab, dass es durch Deine große Güte an Leib und Seele bewahrt und beschützt wird. Durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen  

Danksagung für Barmherzigkeit und Bewahrung,

besonders in der letzten Nacht.

Allmächtiger und ewiger Gott! In Dir leben, weben und sind wir. Als Deine Geschöpfe bedürfen wir Deinen stetigen Beistand. Du hast uns vom Anbeginn unseres Lebens bis auf den heutigen Tag bewahrt. Deshalb bringen wir Dir unser schuldiges Lob und unseren Dank dar. Vor allem aber, weil Du uns vor allen Gefahren der vergangenen Nacht behütet hast. Für diese Deine Barmherzigkeit loben und preisen wir Deinen herrlichen Namen und bitten Dich demütig, unser morgendliches Lob- und Dankopfer gnädig anzunehmen. Dies bitten wir um dessen willen, der für uns im Grab lag und wieder auferstand, Deinen Sohn, unseren Heiland Jesus Christus.  Amen.

Hingabe und Bitte um geistliches Wachstum

Barmherziger Vater! Weil Du unserem Leben einen weiteren Tag hinzugefügt hast, wollen wir Dir unseren Leib und unsere Seele hingeben und uns durch ein frommes, gerechtes und besonnenes Leben in Deinen Dienst stellen. Bestätige und stärke uns in dieser Absicht, barmherziger Gott, damit wir, die wir an Jahren zunehmen, auch in der Gnade und in der Erkenntnis unseres Herrn und Heilandes, Jesus Christus, wachsen.  Amen.

Gebet um Gnade bei der Umsetzung

Du aber, o Gott, kennst die Schwachheit und Verdorbenheit unserer menschlichen Natur sowie die vielfältigen Versuchungen, denen wir täglich ausgesetzt sind. Wir bitten Dich deshalb, habe Mitleid mit unseren Schwächen und verleihe uns den steten Beistand Deines Heiligen Geistes, damit wir tatsächlich von der Sünde zurückgehalten und zu guten Werken angestiftet werden. Erfülle unsere Herzen mit Furcht vor Deinem Gericht und Dankbarkeit für Deine große Güte, dass wir uns davor fürchten, Dich zu betrüben und uns schämen, wenn wir gegen Dich gehandelt haben. Und halte in uns vor allem eine lebendige Erinnerung an den Tag wach, an dem wir für unsere Gedanken, Worte und Taten Rechenschaft dem geben müssen, den Du zum Richter der Lebenden und der Toten bestimmt hast, Deinen Sohn, Jesus Christus, unseren Herrn.  Amen.

Leitung, Bewahrung und Segen für die Arbeit

O Vater! Insbesondere erflehen wir Deine Gnade und Deinen Schutz für den nun beginnenden Tag. Lass uns in allen Dingen maßvoll und in unseren verschiedenen Berufungen gewissenhaft sein. Schenke uns Geduld in unseren Schwierigkeiten. Gib uns Gnade, in all unseren Aufgaben gerecht und aufrichtig zu sein. Mache uns friedlich, barmherzig und bereit, allen Menschen nach unseren Möglichkeiten Gutes zu tun. Führe uns auf all unseren Wegen. Behüte uns vor allen Gefahren und Nöten, und lass es Dir gefallen uns und alle, die wir lieben, unter Deine väterliche Sorge und Deinen Schutz zu nehmen. Dies alles und was immer Du für uns nötig hältst, erbitten wir durch Deinen Sohn, Jesus Christus, unseren Herrn.  Amen.

Segen – 2.Kor 13,13 – gemeinsam

Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit uns allen!  Amen.

Abschlusslied: https://www.youtube.com/watch?v=HcLdaVpf0os

– danach YouTube stoppen –

 

Englische Gottesdienste Livestream

– ACNA – über die USA verstreut – auswählen: http://anglicanchurch.net/?/main/page/1994

 

2. Sonntag nach dem Christfest. 

Predigt in der Christusgemeinde über Eph. 1, 3-14

Dreifaltigkeit - Perichoresis

Dreifacher geistlicher Segen,

fordert Dankbarkeit und Verantwortung

In der Weihnachtszeit haben viele Menschen kleine und große Geschenke erhalten. Eltern bescherten ihre Kinder, Kinder die Eltern und Freunde ihre Bekannten. Diese Bescherung bestand aus recht handfesten Dingen – anfassbar, erfahrbar und schmeckbar. Sie lagen als Ausdruck des guten Willens, des Wohlwollens und unserer Zuneigung unter dem Christbaum oder wurden uns gegeben.

Ist dies nicht ein schönes Bild eines irdischen Segens? Etwas ist sichtbar und greifbar, und es tut uns gut. Es erfreut unser Herz. Doch schon ein paar Tage oder Wochen danach ist dieser zeitliche Segen, verbraucht, weggestellt, auch umgetauscht oder gar vergessen. Ja, zeitlicher Segen ist vergänglich. Doch himmlischer nie.

Und obwohl zeitlicher Segen wünschenswert ist, wie er auch immer wieder dem Volk Israel zugesprochen und geschenkt wurde, so spricht dieser zeitliche Segen eigentlich von einem himmlischen und ewigen Segen. Was zeitlich ist, das ist vergänglich, was aber ewig ist, das bleibt und ist bleibend.

Das Alte Testament zeigt oft den irdischen Segen für Israel oder Familien, die dem Bunde Gottes treu waren. Das Neue Testament dagegen spricht stärker vom ewigen oder himmlischen Segen. Es geht weiter und weist auf das Ziel und den bleibenden ewigen Segen im Himmel hin.

Worum es nun bei diesem himmlischen Segen geht, erklärt uns der Apostel Paulus in seinem Lobpreis, den er an Gott richtet. Hier erkennen wir drei himmlischen Segnungen, mit denen wir ebenfalls mit dankbarem Herzen einstimmen sollten. Möge dieser dreifache Segen doch unser Herz ergreifen, uns so erwärmen, dass göttliches Feuer der Dankbarkeit in uns entfacht wird und bleibende Früchte bringt.

  1. Segen: Erwählt zu Kindern und Erben -V 4 +11

Schon vor der Entstehung der Welt, als Christus – der Gottes Liebling und Werkmeister des Universums ist – in Gemeinschaft mit dem Vater lebte, da hatte der Vater bereits einen wunderbaren Plan. Er wollte noch viele solcher Lieblinge und Söhne besitzen. So hatte er in seiner Weisheit solche, die er liebte, aus Liebe erwählt. Er wollte sie nämlich adoptieren und sie zu seinen Kindern und Erben machen. Und dieser Plan entstand nicht plötzlich erst gestern, auch nicht vorgestern.

Es war nicht so, als ob ein Bettler oder Asylant an die Türe käme. Herr Meyer, geben sie mir etwas Geld. Ich überlege dann: Gebe ich ihm 5,- 8,- oder 20 Euro? Doch Gott hatte sich nicht so plötzlich überrascht gefühlt oder sich dann planlos für uns entschieden.

Nein, bei Gott war es wie bei einem Ehepaar, das Kinder adoptieren wollte. Dieses hatten sich genau überlegt, wie viele Kinder, aus welchem Land sie stammen, und ob es Mädchen oder Jungen sein sollten. Alles, auch deren Zukunft war bereits wohl überlegt und eingeplant. Und dies geschah auf Gottes Seite schon bevor er die Welt durch Christus erschuf.

Doch nicht alle Menschen hatte er auserwählt. Aus der Menge der Rebellen und Sünder nur diese, die er liebte. Und weil er uns zuerst erwählte, konnten wir dann auch an Christus und seinen Opfertod persönlich glauben. Er erwählte uns Rebellen zu Kindern und seinen himmlischen Erben.

Ist dies nicht der Grund, Gott dankbar zu sein und ihm von Herzen für deine Erwählung zu danken? Danke ihm, weil er dich durch Christus erwählt hat.

  1. Segen: Erlöst von Sünden und Verderben V 7

Nach Gottes Plan, uns durch Adoption als seine Kinder und Erben zu erwählen, musste Gott noch einen steinigen Weg ebenen und dorthin vorbereiten. Zuvor musste er, durch ein Sühnopfer, das er durch Christus plante und vollbrachte, uns von dem ewigen Tod und der Verdammnis erretten. Es war durch Christus, durch sein vergossenes Blut am Kreuz, dass er unsere Sünden vergeben wollte. Darum heißt es auch: Das Lamm, was erwürgt war vor Grundlegung der Welt. Und dies war schon fest beschlossen vor Christi Geburt, vor mehr als 2000 Jahren. Gott, der Vater, hatte diese Erlösung schon fertig in Christus, bevor je ein Mensch geboren wurde, bevor es überhaupt Sonne und Mond gab. Und nach jüdischer und biblischer Berechnung gibt es seit ca. 6000 Jahren Menschen auf dieser Erde. Er hatte uns einst diesen geheimnisvollen Ratschluss und seine unergründliche Weisheit vorenthalten, doch jetzt hat er dies offenbart. Und das Wort, der Logos, Christus wurde Fleisch. Und wir sahen seine Herrlichkeit, ….. voller Gnade und Wahrheit. Und aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, Gnade um Gnade.

Ist dies nicht der Grund, Gott dankbar zu sein und Ihn von Herzen für deine Erlösung zu danken? Danke ihm, weil er dich durch Christus erlöst hat.

  1. Segen: Versiegelt für den Empfang unseres wirklichen Erbes (durch die Gabe des Heiligen Geistes. V 13

Doch wir sollen Gott nicht nur danken, dass er uns als seine Erben erwählt hat, ihm nicht nur danken, dass er uns von unseren Sünden erlöst hat, sondern besonders danken, dass er uns, die wir an ihn glauben, bereits versiegelt hat.

Dann aber, als wir nach Gottes Ratschluss zum Glauben an Christus kamen, als Christus sich uns zu erkennen gab, und wir Christus erkannten, da hat er uns den Heiligen Geist in unser Herz gegeben.

Denken wir doch an Kornelius. Als Petrus der Familie des römischen Offiziers die Rettungsbotschaft verkündete, da fiel der Heilige Geist auf alle, die zuhörten. Auch allen, die zu Pfingsten die Bekehrungsbotschaft des Petrus hörten und Buße taten, wurde der Heilige Geist verheißen. Alle 3000, die sich bekehrten, wurden mit dem verheißenen Heiligen Geist versiegelt. Hier aber heißt es auch, dass die Epheser, sofort als sie gläubig wurden, sogleich mit dem Heiligen Geist versiegelt wurden.

Wofür steht aber das Siegel? Nun, wenn eine Briefrolle wie damals mit Wachs versiegelt wurde, dann hatte dies die Bedeutung, dass der Brief ein echter Brief des Absenders war. Auf Echtheit, Authentizität, kommt es an. Uns wird damit gesagt: Wir sind also echte Kinder Gottes. Weiter aber zeigt das Siegel, dass wir als Brief Gottes auch Besitz Gottes sind. Ein Siegel spricht auch von Besitz. Uns wird damit gesagt, dass wir Eigentum Gottes sind. Dies gibt uns aber Gewissheit und Sicherheit, dass wir Kinder Gottes sind. Wenn wir aber rechtliche Kinder Gottes sind, dann gehört uns schließlich auch das versprochene Erbe im Himmel.

Es ist so, als ob ein Vater oder eine Mutter bereits zu Lebzeiten ein Testament aufstellt und unterschreibt. Du aber erhältst eine Kopie davon. Darin steht bereits alles, was du erben wirst. Dies macht froh, aber auch demütig. Denn ein Erbe hat niemand verdient. Es wird gnädig geschenkt. Ein Erbe kann nur verliehen werden. Dies aber gibt uns eine große Freude. Der Vater hatte es genau geplant. Unser Erbe ist im Himmel, es ist sicher und steht für uns bereit. Bisher kennen wir nur bruchstückhaft und teilweise diese volle Erlösung. Denn es heißt: Betrübt nicht den Heiligen Geist, mit dem ihr versiegelt seid, bis auf den Tag eurer Erlösung. Das volle Erbe der Erlösung kommt noch, es steht für dich bereit, wenn du in den Himmel einziehst.

Ist dies nicht der Grund, Gott dankbar zu sein und Ihm von Herzen für deine Versiegelung zu danken? Danke Ihm, weil er dich durch Christus versiegelt hat.

 Danke Ihm, weil er dich erwählt, erlöst und bereits versiegelt hat. Spreche ein Halleluja auf den dreifachen Segen, der im Himmel bereit steht. Dieser Segen sollte in dir die Dankbarkeit entflammen, nicht nur im Gebet und mit den Lippen, sondern auch durch dein ganzes Leben.

Wie soll sich nun dieser dreifache Segen auswirken? Dreifach nach dem Epheserbrief:

  • Die Erlösten sollten das neue Leben Christi leben und das alte sündige ablegen.
  • Die christliche Haustafel sollte sich Christus unterordnen, und die Familien sollten das Prinzip der Unterordnung zum Segen der Gemeindschaft praktizieren.
  • Alle Christen sollten die christliche Waffenrüstung anziehen und die kämpfende Kirche hier auf Erden unterstützen.

So sollte sich der dreifache himmlische Segen in dreifacher gelebter Verantwortung hier auf Erden umsetzen.

Lass dich deshalb in die Verantwortung des himmlischen Segens hinein nehmen. Lass deine Dankbarkeit im Leben sichtbar werden. Amen.

Bischof.Meyer@rekd.de

 

News Januar 2020 – German & English

Von Grace Meyer

Liebe Freunde und Gebetspartner.
Wir beide haben einen schönen Weihnachtstag mit drei unserer Mädchen und deren Familien erlebt.

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Gerhard ist noch immer Bischof der Anglikanischen Kirche (REC) in Deutschlan mit neun Pastoren und zwei Prädikanten. Er leitet auch das  Benedikt Seminarmit mehreren Studenten und Dozenten und Gastprofessoren. Meistens predigt er an den Sonntagen in der Christusgemeinde und hält wöchentliche Bibelstunden / Gemeindekurse. Darüber hinaus ist er weiterhin Geschäftsführer der EuroRuf Mission GmbH (Global Outreach Inc.) und des Camps. Knuellcamp.

 

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Grace ist immer noch vollamtlich der Campküche tätig, sowie Buchhalterin von drei Organisationen (Euro Ruf, Jause und der Anglikanischen Kirche in i.D.), mit verschiedenen Verwaltungsbereichen und betreibt das Wanderrestaurant: Knuelljause

 

 

 

Melody arbeitet weiterhin im kirchlichen Rentamt.  Björn arbeitet für das Rathaus. Ihr Sohn Jonas (13) mag Fußball, ihre Zwillingsmädchen (11) Priscilla liest gern Bücher und Salome liebt es, kreativ mit Basteln und Zeichnen umzugehen.

 

Joy und Olaf Noltes Bäckerei ist in Schwarzenborn. Sie haben acht Geschäfte, in denen sie Brot, Kuchen und vieles mehr anbieten. Die meisten von ihnen haben auch ein integriertes Café. Rund 100 Mittarbeiter arbeiten für sie. Carl Philipp (14) hat ein neues Hobby gefunden: Bücher lesen. Paul (13) und Conrad (10) lieben jedoch elektronische Spiele.

Esther lebt in der Nähe von Bonn und ist Leiterin einer Schulnachbetreuung mit vier Gruppen, dIE sie sehr genießt. Dirk ist Lektor meist für christliche Verlagshäuser. Ihr Sohn Jan-Magnus (20 Monate alt) ist sehr süß, aufmerksam und sehr aktiv. (hier Bild mit dem Opa).

Jessica (verteilt gerade Geschenke – Bild) arbeitet noch immer in einer großen Krankenversicherung. Daniel ist in der IT tätig und plant, ein eigenes Unternehmen zu gründen.

 

On Tour with Grandkids

Vom 6. bis 8. Januar verbringen wir drei Tage mit unseren Enkeln mit dem Zug unterwegs und entdecken Wittenberg, die Lutherstadt.

Wir werden in einer Jugendherberge neben der 95 Thesen-Kirche übernachten, lernen in Cranachs alter Druckerwerkstatt zu drucken, werden Spaß, gutes Essen und auch das Hallenbad nicht vermissen

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Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes und glückliches neues Jahr 2020.

Grace Meyer  (und Bf. Gerhard)                http://www.grace.meyer@gmx.de

 

 

 

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Download with pictures:

Infobrief Januar 2020 German English

Dear Friends and Prayer Partners

From Grace Ann Meyer

We experienced a lovely Christmas Day with three of our girls and their families.

 

Gerhardimg_20191031_075109 is still bishop of the German Anglican church (REC) with 9 Pastors, 2 Lay-Readers. He is also directing our SBS www.benediktseminar.org with several students and guest professors. He preaches most Sundays in Christ Church and holds the weekly Bible studies. In addition, is still the manager of the Global Outreach German, directing our www.knuellcamp.de

 

 

 

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Grace is still full time involved in the main kitchen, accountant of 3 organizations (Euro Ruf, Jause and the Anglican Church in Germany), various administrative areas and runs the hiking restaurant www.knuell-jause.de

 

 

 

Melody is continuing to work in the Lutheran church office. Björn is working for the city hall. Their son Jonas (13) likes soccer, their twin girls (11) Priscilla loves to read books, and Salome enjoys to be creative with drawings.

Joy and Olaf’s bakery is in Schwarzenborn. Joy manages the office. They have 8 stores where they sell their bread, cakes and more. Most of them have a cafe integrated as well. About 100 people are working for them. Carl Philipp (14) has found a new hobby, to read books. Paul (13) and Conrad (10) are very much into electronic games.

Esther lives near Bonn and is head of an after school program of four groups, enjoying it very much. Dirk is proof-reading books mostly for Christian publishing houses. Their son Jan-Magnus (20 months) is very cute, alert, and very active. (here with Grandpa).

Jessica (left) is still working in a health insurance office in Frankfurt. Daniel is involved in IT and plans to start a business of his own.

 

On Tour to Wittenberg

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From January 6-8 we will spend 3 days with our grand-children in Wittenberg and discover Luther’s city. We will stay in a Youth Hostel next to the 95 Thesis Church, learn to print in Cranach’s old printing shop (last picture), and have fun, good food and jump in an indoor swimming pool.

 

 

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Have a blessed and happy New Year 2020

Gerhard and Grace Meyer.  (grace.meyer@gmx.de

 

Die Reformierte Episkopalkirche ist anglikanisch und versteht sich als „Kirche der Mitte“ oder einfach als „Die Evangelisch-Katholische Kirche“. Eine Journalistin bezeichnete kürzlich unsere Kirche als „die Kirche, die den goldenen Mittelweg zwischen den beiden großen Konfessionen geht“.

Sie besitzt als Hauptbekenntnis das historische anglikanische Gebetbuch das „Book of Common Prayer“ als „Das Allgemeine Gebetbuch“ seit 2014 in Deutsch. Es basiert auf der Version von 1662, die auch von dem deutschen Reformator Martin Bucer beeinflusst war. Als weiteres Bekenntnis sind die „Neunundreißig Artikel“ nachgeordnet. Siehe weitere Information unter:

http://www.rekd.de

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Kaum eine Frage bewegt Christen so sehr wie diese: Wie erkenne ich den Willen Gottes für mein Leben? Besonders fragen wir uns dies zu Beginn eines neuen Jahres.

Doch wer seinen Glauben ernst nimmt, möchte Gott gefallen und gehorsam für ihn leben. Jedoch suchen wir oft an der falschen Stelle. Denn es ist gerade die Bibel, die uns hilft, den Willen Gottes richtig zu verstehen – und sie unterscheidet dabei drei wichtige Bereiche.

Nicht alles, was Gott weiß und plant, hat er uns offenbart. Ein großer Teil seines Handelns bleibt für uns verborgen. Egal wie lange du auch fastest oder betest. Wir kennen weder alle Zusammenhänge unseres Lebens noch unsere Zukunft. Das gilt für unser persönliches Leben ebenso wie für Gottes Plan mit dieser weiten Welt.

Darum warnt die Bibel uns davor, die Zukunft erforschen zu wollen – durch Horoskope, Kartenlegen oder Wahrsagerei oder auch Träume und Visionen. Sondern: Wer mein Wort hat, predige das Wort. Ist mein Wort nicht wie ein Hammer, der Felsen zerschlägt? Diese Wege versprechen kurze Sicherheit, führen aber alle weg von Gott. Denn der verborgene Wille Gottes ist nicht dazu da, entschlüsselt zu werden. Er gehört Gott allein. Gott sprach, er wolle im Dunkel wohnen.

Das ist keine Einschränkung, sondern eine Entlastung, keine Beruhigung. Doch wir müssen und sollen nicht alles Göttliche wissen. Wir dürfen aber Gott vertrauen, dass er unsere Wege richtig lenkt – auch dann, wenn wir nicht oder nicht alles verstehen, warum so manches geschieht. Meist erkennen wir Gottes verborgenen Willen erst im Rückblick. Heute und besonders im Jahr 2026 ruft Gott uns nicht zum Grübeln oder zur Ängstlichkeit auf, sondern zum entspannenden Vertrauen.

Gott ist souverän, unabhängig von allem und allen. Was er beschlossen hat, wird geschehen. Nichts kann seinen Plan aufhalten. Die Schöpfung Gottes, seine gesamte Geschichte mit Israels, das Datum der Geburt Jesu, das Jahr und die Uhrzeiten seiner Verurteilung und seinen vorherbestimmten Tod am Kreuz, sowie den Tag der Auferstehung Jesu. Dieses und mehr zeigt: Gott führt seine Geschichte geplant und zuverlässig zu seinem Ende.

Dieser Wille Gottes kann nicht verfehlt werden. Niemand lebt außerhalb davon. In ihm leben, bewegen wir uns, haben unser Sein oder unser Leben. Auch unsere Fehler und Umwege heben Gottes Plan nicht auf. Er schreibt auf noch so krummen und sündigen Wegen der Menschen seinen geraden Weg zu seinem Ziel hin. Das bewahrt uns vor Zweifel und Angst: Wir müssen nicht befürchten, durch eine falsche Entscheidung „aus Gottes Plan zu fallen“.

Gerade deshalb richtet die Bibel unseren Blick auf einen anderen Bereich – den, der uns tatsächlich anvertraut ist.

Der offenbarte Wille Gottes ist der wichtigste für unser tägliches Leben. Er ist klar, zugänglich und verbindlich. Gott hat ihn in seinem Wort offenbart, damit wir seinen Willen kennen, tun und weitergeben.

Dabei geht es nicht in erster Linie um Zukunftskenntnis, sondern um Gehorsam im Heute und Jetzt – in unserem Alltag. Die Bibel sagt:
Das ist der Wille Gottes: eure Heiligung.“ (1. Thessalonicher 4,3) – Damit ihr nach dem vollkommenen Vorbild Jesu Christi verändert werdet und Ihm gemäß handelt.

Gottes Wort zeigt uns, was ihm gefällt, wie wir leben sollen und worauf sein Segen ruht. Es ist „eine Leuchte für unseren Fuß und ein Licht auf unserem Weg“ (Psalm 119,105).

Unsere Anwendung im Alltag

Berufswahl
Wenn wir vor einer beruflichen Entscheidung stehen, fragt Gottes Wort nicht zuerst: Wo verdiene ich am meisten? sondern: Welche Gaben hat Gott mir gegeben? und Wo kann ich verantwortungs-voll dienen?
Eine nüchterne Prüfung der eigenen Fähigkeiten, Möglichkeiten und Grenzen ist ein geistlicher Akt nach Gottes Willen. Passt eine Stelle nicht zu meinen Gaben oder zwingt sie mich dauerhaft zu Kompromissen, dann ist es sicher Gottes Wille, weiterzusuchen. Gottes Wille wird erkannt, indem wir sein Wort auf unsere konkreten Situationen anwenden.

Partnerwahl
Auch bei der Frage nach Ehe und Partnerschaft gibt die Bibel klare Orientierung für beide: Glaube an Gott, Verlässlichkeit zueinander, Liebe und Verantwortung. Oft gibt es mehr als eine gläubige Person, die diesen Maßstäben entspricht. Dann gilt: Du bist frei darin zu entscheiden. Gott zwingt uns nicht in eine einzige Option. Wer innerhalb seines offenbarten Willens handelt, darf mit Frieden entscheiden.

Familienplanung
Die Fragen nach Kindern, Zeitpunkt und Verantwortung sind sensibel und persönlich. Die Bibel gibt keine festen Zahlen oder Zeitpläne vor, wohl aber klare Prinzipien bei diesen: Verantwortung, Liebe, Schutz des Lebens, gegenseitige Rücksichtnahme und Vertrauen auf Gottes Versorgung. Familienplanung geschieht nicht durch Angst oder gesellschaftlichen Druck, sondern im Gebet, im Gespräch und im Hören auf Gottes Wort.

Altersruhestand – Wohnen und Leben
Auch der wohl verdiente Ruhestand ist kein geistlich neutraler Raum. Wo und wie wir leben, uns auch fest einer biblischen Gemeinde anschließen, wie wir Zeit, unsere Alters- Ressourcen und gute Erfahrungen einsetzen, steht unter Gottes Willen. Die Bibel ermutigt uns in diesem Ruhestand zu Weisheit, Genügsamkeit und weiterhin fruchtbarem Leben. Ruhestand heißt nicht Stillstand, sondern ein neuer Abschnitt verantwortlichen Lebens vor Gott.

Christlicher Dienst in Kirche und Umfeld
Gott ruft jeden Christen zum Dienst – nicht nur einige wenige. Die Frage ist nicht:

Was ist spektakulär? sondern: Wo hat Gott mich hingestellt?
In meine Gemeinde, die Nachbarschaft, Familie und Beruf gibt es unzählige Möglichkeiten, meinen Glauben sichtbar zu leben. Wer Gottes Willen, seine Gebote liebt und anwendet, wird Frucht bringen – zur rechten Zeit.

Ermutigung für morgen:

Viele fragen: Was will Gott morgen?
Die Bibel fragt: Lebst du heute nach meinem Wort?

Der verborgene Wille Gottes bleibt bei Gott.
Der absolute Wille Gottes erfüllt sich sicher.
Der offenbarte Wille Gottes

liegt offen vor uns – in der Heiligen Schrift.

Darum: Warte nicht auf besondere Zeichen. Öffne Gottes Wort. Setze das Erkannte um. Vertraue Gott die Zukunft an – und lebe seinen Willen hier und jetzt.

Liebe Gemeinde,

unser Predigttext (Matthäus 2,19–23) erzählt uns kein romantisches Weihnachtsidyll, sondern eine gefährliche Kindheits-geschichte.

Jesus wird als der verheißene König bekannt: Aus der Linie Abrahams und Davids kommend; angekündigt durch Engel; verehrt von Weisen; von einigen erkannt als der Gesalbte Gottes. Und doch: Dieser König beginnt sein Leben nicht im Palast, sondern unter großer Bedrohung.

Nach Herodes’ Tod könnte man meinen: „Jetzt wird alles gut.“ Aber so einfach ist es nicht. Herodes’ Reich wurde unter drei seiner Söhne aufgeteilt. Besonders Archelaus, der über Judäa, Samaria und Idumäa herrschte, er war berüchtigt für Brutalität und Tyrannei. Viele Menschen litten darunter – Aber Gott nimmt diese politische Wirklichkeit sehr ernst. Auch Joseph spürt Gefahr, als sie nach zwei Jahren Aufenthalt aus Ägypten zurückkamen, und Gott bestätigt diese durch eine Warnung im Traum: „Geh nicht nach Judäa.“ Joseph gehorcht. Seine Familie kehrt nicht in die Nähe Bethlehems oder Jerusalems zurück, sondern zieht weiter nach Norden, nach Galiläa, nach Nazareth.

Das ist auch für uns wichtig: Gottes Führung bedeutet nicht, dass es keine Gefahren mehr gibt. Aber sie bedeutet: Gott ist nicht überrascht. Er darum und führt uns Schritt für Schritt. – Jesus liegt hier nicht zufällig in dieser Geschichte, sondern gsnz bewusst „in Gottes Hand“: Bewahrt in Ägypten, bewahrt auf dem Weg zurück, bewahrt vor dem falschen Herrscher, bewahrt ab jetzt in einem unscheinbaren Ort.

Und noch etwas: Gottes Hand führt Jesus nicht nur weg von Gefahr eines unberechbaren Herrschers, sondern auch hinein in einen neuen Weg der Demut. Nazareth war nicht „erste Adresse“. Es hatte einen zweifelhaften Ruf: „Was kann aus Nazareth Gutes kommen?“ (Joh 1,46). Für viele war „Nazarener“ damals schon ein Spottwort. Matthäus sagt sogar: So sollte es sein – der Messias wird verachtet werden, wie es die Propheten beschreiben (z.B. Jes 53). Schon in der Kindheit zeigt sich: Der Retter kommt nicht im Glanz, sondern in Niedrigkeit. Und dennoch: Er ist sicher in Gottes Hand.


Wenn Jesus als Kind und Heranwachsender in Gottes Hand behütet wurde, dann ist das nicht nur ein Stück beruhigende Geschichte. Es ist auch ein Trost für uns persönlich. Denn wir erleben ja auch verschiedene Lebensabschnitte: Kindheit, Jugend, Familienjahre, Beruf, Krankheit, Alter, Umbrüche. Und in jedem Abschnitt fragt sich unser Herz: „Bin ich gehalten? Oder muss ich alles allein tragen?“ Liege ich in Gottes Hand?

Joseph ist in unserem Text ein stiller Zeuge des Glaubens. Er bekommt nicht den ganzen Plan erklärt. Er bekommt jeweils den nächsten Schritt gesagt: „Steh auf … nimm das Kind und seine Mutter … geh …“ Und er geht. So sieht Vertrauen oft aus:

Wir müssen nicht alles wissen, aber wir sollen gehorchen. Wir müssen nicht alles kontrollieren, aber wir sollen uns führen lassen.

„In Gottes Hand“ heißt nicht: Wir werden nie Angst spüren.

Joseph hatte Angst. „In Gottes Hand“ heißt doch: Ich bringe meine Angst zu Gott und handle im Gehorsam. „In Gottes Hand“ heißt auch nicht: Es wird immer bequem.

Nazareth war nicht der Ort der Ehre. Aber es war der Ort, an dem Gott Jesus aufwachsen ließ.

Vielleicht beginnt das neue Jahr 2026 für manche von uns mit großer Unsicherheit: gesundheitlich, familiär, finanziell, gemeindlich, gesellschaftlich. Dann ist diese Botschaft schlicht und wirksam für dich: Du musst nicht zuerst stark werden, um in Gottes Hand zu sein. Du darfst zuerst hingehen – und dich in Seiner Hand halten lassen.

Darum ist christlicher Glaube nicht nur ein Satz im Kopf, sondern eine Haltung des Herzens: „Herr, hier bin ich. Ich vertraue dir meinen Weg an. Leite du meine Schritte.“ Manchmal ist das Gebet nicht lang. Es ist einfach: Nur einfach diese Worte:

„Vater, halte mich. Halte mich fest in deiner Hand.

Nazareth war ein Ort, über den man die Nase rümpfte. Ein Randgebiet. Ein Ort, der nicht „fromm“ wirkte. Und gerade dort wächst Jesus heran. Dort lernt er das Leben einfacher Menschen kennen. Dort sieht er Kranke, Schwache, Sünder – und lernt Mitgefühl. Lukas sagt von dort: „Das Kind wuchs und wurde stark… und die Gnade Gottes war auf ihm“ (Lk 2,40). Seine spätere Nähe zu Ausgestoßenen (Mt 9,10–13) fällt nicht vom Himmel wie ein plötzlicher Einfall. Gott prägt ihn in einem Umfeld, das menschlich gesehen „nicht ideal“ war. – Und das tut er mit jedem, in Seiner Hand. Nicht das Umfeld wird dich prägen, sondern Gottes Hand.

Hier hilft eine kleine Klarstellung: Matthäus schreibt: „Er wird Nazarener genannt werden.“ Das ist nicht dasselbe wie ein „Nazoräer“-Gelübde (Num 6), bei dem jemand sich für eine Zeit besonders Gott weiht. „Nazarener“ meint zuerst: „aus Nazareth“. Und genau dieses Wort wurde später zum Spott. In Apostelgeschichte 24,5 nennt man die ersten Christen verächtlich die „Sekte der Nazarener“. Gott nimmt das Schimpfwort – und macht daraus ein Ehrenzeichen: Der verachtete Jesus ist der Retter. Und die verachteten Christen gehören zu ihm.

Das ist unsere Hoffnung: Auch unsere „Nazareth-Orte“ können Orte des Wachstums werden. Vielleicht ist dein Ort schwierig: Eine komplizierte Familie, ein belastender Arbeitsplatz, deine Einsamkeit, ein Dorf mit viel Gerede, eine alte Vergangenheit, die dich beschämt. Dann flüstert die Versuchung in dir: „Aus mir wird nichts Gutes.“ Aber Gott sagt: „In meiner Hand kann Gutes wachsen – gerade dort.“ Nicht weil der Ort gut ist, sondern weil Gott gut ist.

Ermutigung zum Beginn des neuen Jahres

Liebe Geschwister, am Anfang dieses Jahres wollen wir nicht groß reden, sondern schlicht glauben: Der gleiche Gott, der Jesus in der Gefahr bewahrt hat, hält auch uns. Er führt oft still, Schritt für Schritt. Er gebraucht auch unscheinbare Orte um im Glauben zu wachsen. Und er verwandelt sogar vergangene Verachtung in ein anziehendes Zeugnis.

Darum:

Legen wir unser Leben neu in Gottes Hand – unsere Kinder, unsere Jugend, unsere Familien, unsere Entscheidungen, unsere Sorgen.

Und wenn wir heute an einem „Nazareth-Ort“ stehen und fragen: „Was kann da schon Gutes herkommen?“ – dann antwortet das Evangelium:

Aus Nazareth kam Jesus.

Und an jedem Ort in Gottes Hand kommt Segen. Amen.


Einleitung

Lola – (geändert) wurde als Säugling adoptiert. Ihre Adoptiveltern machten daraus nie ein Geheimnis. Schon als Kind hörte sie nicht: „Du bist zufällig bei uns“, sondern: „Du bist gewollt.“ Diese einfache, klare Botschaft gab ihr festen Boden unter den Füßen. Adoption war kein Makel, sondern ein Geschenk – und zugleich Verantwortung.

Viele Jahre hatte Lola keinen inneren Druck, nach ihrer Herkunft zu suchen. Sie hatte eine Familie, die sie liebte und prägte. Erst als sie selbst Mutter wurde, kamen neue Fragen: Woher komme ich? Wie sieht meine Geschichte ganz aus? Mit Hilfe einer Beratungsstelle fand sie ihre leibliche Mutter. Das Treffen war nicht von Anklage bestimmt, sondern von Würde: Die leibliche Mutter hatte in schwerer Lage einen Schritt getan, der Lola ein gutes Zuhause eröffnete.


So wird Adoption zu einem Bild des Evangeliums:

„Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt, und wir haben seine Herrlichkeit gesehen“ (Joh 1,14a).


Dieses Wort ist keine Weihnachtsromantik. Es ist die große, tröstliche Tatsache: Gott hat nicht aus sicherer Distanz gerettet, sondern ist uns tatsächlich nahegekommen. Unser Tagesgebet fasst diese Wahrheit in drei starken Punkten zusammen:

  • Christus nimmt unsere Natur an,
  •  wir werden Gottes Kinder, und
  •  der Geist erneuert uns täglich.

Johannes sagt nicht: „Das Wort tat so, als wäre es Mensch geworden.“ Er sagt: Es wurde Fleisch. Gott wählte nicht nur einen Propheten, nicht nur ein Symbol, nicht nur eine Idee. Der ewige Sohn nahm unsere wirkliche Menschlichkeit an – mit allem, was menschlich ist, nur ohne Sünde.

Damit wird Joh 1,14 zum Trost für alle, die sagen: „Mein Leben ist zu schwer, zu zerbrechlich, zu verworren.“

Christus ist nicht in eine heile Welt gekommen, sondern in eine Welt, die ihn nicht kannte, ja, die ihn ablehnte. Und gerade dort „wohnte“ er unter uns – wörtlich: er „zeltete“ unter uns. Der heilige Gott schlägt sein Zelt, wie das AT Bundeszelt, in unserer Nachbarschaft auf.

Hier passt der Gedanke sehr gut: Gottes Heil geschieht nach seinem Plan und zu seiner Zeit. Prophetie ist dabei nicht nur ein Beweisstück, sondern ein Trost: Gott handelt nicht hektisch, nicht zufällig, nicht improvisiert, sondern lange geplant. Die Geburt Jesu ist also keine religiöse Legende, noch eine schöne Geschichte, sondern Gottes festes Handeln in Raum und Zeit. Darum dürfen wir sagen: Wenn Gott sein Wort in Christus erfüllt hat, dann wird er auch seine Verheißungen an uns persönlich erfüllen.

Und das Ziel der Menschwerdung Jesu ist sehr klar: „Du sollst seinen Namen Jesus nennen, denn er wird sein Volk retten von ihren Sünden.“ Christus kommt jedoch nicht zuerst, um unsere Umstände zu verschönern, damit es uns gut geht, sondern um unsere Schuld zu tragen und die Krankheit der Trennung mit Gott zu heilen. Seine Krippe weist schon auf sein Kreuz: Er wurde Fleisch, ganzer Mensch, für uns, damit er für Fleisch und Blut, für uns Menschen, sterben konnte.

Das Tagesgebet geht weiter: „Verleihe, dass wir, die von neuem geboren und als Deine Kinder adoptiert wurden…“ Hier liegt ein Evangelium im Evangelium. Weihnachten ist nicht nur Gottes Nähe, sondern Gottes Annahme. ICH DARF KIND GOTTES SEIN!

Adoption ist mehr als ein schönes Bild. Es bedeutet: Gott sagt nicht nur „Ich dulde dich“, sondern „Du gehörst zu mir“. Wer an Christus glaubt, wird nicht bloß verbessert, sondern neu geboren. Wir werden nicht durch Leistung Kinder Gottes, sondern durch gnädige Annahme. So werden rechtlich Kinder Gottes.

Hier kann uns Joseph als stiller Zeuge helfen. Was macht Joseph so wertvoll für diesen Sonntag? Er zeigt, wie Gott in unsere zerbrechlichen Geschichten hineinwirkt: Da ist Unverständnis, Angst, Fragen. Joseph lernt, Gottes Wort mehr zu glauben als Gerüchten, mehr als eigener Schlussfolgerung, mehr als öffentlicher Meinung. Er nimmt zuerst Maria an – und übernimmt Verantwortung.

Hier finden wir ein Echo der großen Wahrheit. Und weiter, wie Joseph den nicht eigenen Sohn, Jesus, annimmt und ihn rechtlich als seinen Sohn adoptiert, so nimmt Gott uns in Christus an.  Gott adoptiert uns durch Glauben an Jesu Versöhnungstat und äußerlich durch das Zeichen der Taufe.

Und wer sich so angenommen weiß, kann anfangen, selbst anders zu handeln: Als Gotteskind, aus Zugehörigkeit zu ihm, weil ich von Gott geliebt bin.

Der dritte Schwerpunkt ist der vielleicht praktischste und schwierigste: „…dass wir … täglich durch Deinen Heiligen Geist auch erneuert werden.“ Beachten wir dieses Wort: täglich. Das Christfest ist kein einmaliger Höhepunkt, der dann wieder in den Alltag abfällt. Es ist der Beginn einer täglichen Erneuerung. Christsein beginnt bei Dir in der Krippe, mit der Ernährung durch regelmäßige und reine Milch des Wortes Gottes und zunehmen, wachsen, dadurch.

Was erneuert der Geist Gottes? Nicht nur schöne Gefühle, sondern meinen ganzen Menschen: Besonders mein Denken, mein Wollen, mein Reden und dann mein tägliches Leben und Handeln. Und diese Erneuerung ist nicht Selbstoptimierung, ich gebe immer mein Bestes, sondern Christus nimmt so Gestalt und Handeln in meinem Leben an: Der Geist Gottes formt uns nach dem, dessen Herrlichkeit wir in der Krippe gesehen und nach dem Leben und Handeln Jesu erkannt haben.

Das heißt sehr konkret:

  • Wenn Christus „unter uns wohnt“, dann darf er auch in unseren Beziehungen wohnen: in Ehe und Familie, in Gemeinde, am Arbeitsplatz, Verwandtschaft und unter Freunden. Der Geist schenkt Geduld, wo wir ansonsten ausflippen oder schnell hart werden. Er schenkt Wahrheit, wo wir ausweichen. Er schenkt Versöhnung, wo wir uns festgefahren haben, uns nicht verändern wollen.
  • Wenn wir adoptierte Kinder sind, dann müssen wir nicht mehr um jeden Preis Recht behalten oder gut dastehen. Kinder Gottes dürfen Fehler machen, Fehler bekennen, umkehren und wieder neu anfangen.
  • Wenn der Geist uns täglich erneuert, dann gibt es Hoffnung für Gewohnheiten, die uns binden. Nicht durch Druck werden wir verändert, sondern durch neue Liebe, durch Christi Liebe in uns.

Ermutigung

Liebe Geschwister: Weihnachten sagt nicht nur „Gott war einmal da“. Es sagt: Gott ist immer noch da – und er bleibt für immer. Das Wort ist Fleisch geworden. Der Sohn nahm unsere Natur, unser Wesen an. Gott hat uns zu Kindern gemacht, uns in seine Familie adoptiert. Und er erneuert uns in dieser Beziehung täglich durch seinen Heiligen Geist.

Darum gehen wir in diese neue Woche nicht mit einer Last: „Ich muss besser werden“, sondern mit dem Trost: „Christus wohnt jetzt bei mir.“

Wir bitten ihn nun:

„Herr, erneuere heute so mein Herz, dass es die Krippe für Jesus ist. Lass deine Gegenwart meine Gedanken, meine Worte und mein Haus prägen.“.

Denn wer die Herrlichkeit des Sohnes Gottes gesehen hat, der wird für immer Kind Gottes bleiben.    Amen.


das Jahr 2025 neigt sich dem Ende zu – und mit der Weihnachtszeit danken wir neu für das größte Geschenk:

Christus ist gekommen, um uns mit Gott zu versöhnen. Krippe, Kreuz und Krone gehören zusammen: Jesus trat in unser menschliches Leben ein, trug unsere Schuld und schenkt allen, die an ihn glauben, ewiges Leben. Dieser Trost trägt – auch durch ein bewegtes Jahr 2025.

(Haupteingang – im Hintergrund: Hauptgebäude)

Dieses Jahr war voller Aktivitäten und Ermutigungen im Knüllcamp (www.knuellcamp.de) und im Kirchendienst (www.rekd.de). Wir sind dankbar für die vielen Gäste, die Gott zu uns geführt hat: Familien, Gruppen, Tagesgäste – und Menschen, die einfach einen Ort der Ruhe und ein offenes Ohr brauchten.

Eine der größten Gruppen war eine Motorradfahrerinnen-Gruppe – etwa 200 Frauen mit großen Maschinen. Ein beeindruckender Anblick – und für uns ein Zeichen dafür, wie weit Gastfreundschaft reichen kann, wenn Türen offenstehen und man mit Freude dient.

Kurz darauf feierten wir unser jährliches Jausenfest mit einem Blasorchester. Rund 160 Personen waren dabei: Zuerst fand ein Gottesdienst im Freien statt, nach drei Stunden gab es anhaltender Regen – und dennoch ging es weiter, dicht gedrängt im Jausen-Restaurant, mit Musik und Begegnung. Solche Momente zeigen, was das Camp sein kann: Ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen, Gott ehren und christliche Gastfreundschaft ganz praktisch erleben.

1.851 in Gebäuden und 176 in Zelten. Hinter jeder Zahl steht ein Mensch, eine Familie, eine Geschichte – oft verbunden mit Gemeinschaft, Erholung und Gesprächen über den Glauben.

Ende Juli kamen zwei Ehepaare aus Texas, um die Arbeit im Camp fortzuführen. Wir ziehen uns damit aus der täglichen Leitung zurück und sind dankbar, dass unser HERR Menschen bereitgestellt hat, die das nächste Kapitel mitgestalten werden. Bitte betet für ein gutes Ankommen, weise Entscheidungen und tragfähige Beziehungen.

Die rechtliche Übertragung des Knüllcamps ist noch nicht vollständig abgeschlossen, aber wir sind in der Endphase.  Die Treffen mit Notaren und Rechtsberatern laufen weiter, damit Grundstück und Gebäude vom bisherigen Träger (Euro Ruf Mission / Mission GO) in eine neue Struktur (Board of Foreign Mission / REC, USA) übergehen können. Wenn Gott es schenkt, soll der Abschluss Anfang 2026 erfolgen. Wir danken Euch sehr für eure Gebete um Klarheit, Frieden und einen geordneten Übergang.

In der Anglikanischen Kirche in Deutschland (www.rekd.de) diente Bischof Meyer regelmäßig in der Christus Gemeinde Schwarzenborn – neben der Verantwortung als Geschäftsführer der Euro Ruf Mission. Im Jahr 2025 durfte er zwei Männer zu Geistlichen in der AKD weihen.

Auch das Seminar (www.benediktseminar.org) lief weiter: Vier Präsenz-Wochenenden mit intensiven Lehrveranstaltungen (auch durch andere Dozenten), um Grundlagen für Theologie, Gemeindearbeit und Leitung zu vermitteln – zur Ausbildung von Diakonen/Diakoninnen und Pfarrern besonders für die AKD in Deutschland.

Im Mai 2025 nahm Bischof Meyer an einer Bischofsweihe der Free Church of England teil und weihte gemeinsam mit anderen anglikanischen Bischöfen zwei neue Bischöfe in Liverpool. Das erinnert uns: Christus baut seine Kirche ordentlich und fundiert – damit das Evangelium an vielen Orten neue Frucht bringt.


Persönliches

Im Herbst waren wir dankbar für zwei Wochen Erholung an der Ostsee mit dem Wohnwagen (https://www.camping-california.de/). Diese Zeit tat gut – und wir kehren gestärkt in die kommenden Aufgaben zurück.

Ihr Lieben, danke für eure Gebete, eure Ermutigung und unterschiedliche Unterstützung. Dies hilft mit, dass Gastfreundschaft, Seelsorge, Lehre und Glaubens-Gespräche im Zusammenhang mit dem Knüllcamp und der Anglikanischen Kirche in Deutschland weiter möglich sind. Wir nehmen Eure Anteilnahme nicht als selbstverständlich hin und vertrauen, dass Gott Eure Großzügigkeit segnet.

Möge Christus – der in Demut gekommen ist und in Herrlichkeit wiederkommen wird – euer Zuhause mit Frieden erfüllen, euren Glauben stärken und euch Freude im Heiligen Geist schenken wird.

Email: bischof.meyer@rekd.de

Das Tagesgebet des 3. Advent erinnert uns daran: Gott kommt nicht zufällig in die Welt – er kommt mit Absicht, mit Verheißung und mit Vorbereitung. „Bei deiner ersten Ankunft hast du deinen Boten gesandt, deinen Weg zu bereiten.“ Advent heißt: Wir schauen zurück auf die erste Ankunft Christi – und zugleich nach vorn auf sein zukünftiges Kommen.

Darum stellt die Schrift uns Johannes den Täufer so deutlich vor Augen. Er ist nicht nur eine interessante Gestalt am Rand der Weihnachtsgeschichte, sondern Gottes Weckruf vor Gottes Kommen. Die Verheißung Maleachis klingt mit: „Siehe, ich sende meinen Boten … der deinen Weg bereiten soll.“ Johannes ist nicht „ein Rohr, das der Wind bewegt“. Er ist kein religiöser Entertainer, kein politischer Taktierer, kein „Fähnchen im Wind“. Sein Auftrag kommt „vom Himmel und nicht durch Menschen“.

Und gerade das ist für den Advent wichtig: Wenn Gott kommt, dann ruft er uns aus der Bequemlichkeit heraus. Johannes’ Leben passt zur Botschaft: Wüste, Bußgewand, Einfachheit – nicht weil äußere Strenge uns rettet, sondern weil sein ganzes Dasein sagt: „Es geht nicht um mich. Es geht um den Herrn.“ So wirkt Gott: Er stellt uns einen Zeugen hin, der von sich wegzeigt – damit wir auf Christus sehen.

Das ist auch ein Trost: Wir müssen den Weg zu Gott nicht „erfinden“. Gott bereitet ihn selbst. Er sendet den Boten. Er spricht. Er ruft. Und er ruft nicht, um uns klein zu machen, sondern um uns bereit zu machen für das größte Geschenk: den kommenden König.

2. Den Weg für Ihn zu bereiten bedeutet: unsere Herzen auf IHN hinzuwenden – unser Leben zu reinigen.

Das Tagesgebet bittet: Die Diener Gottes sollen Christi Weg bereiten, „indem sie die Herzen der Ungehorsamen zur Weisheit der Gerechten hinwenden“. Das ist Advent in einem Satz: Herzenswende. Nicht Kosmetik, sondern Umkehr. Nicht ein bisschen religiöser Glanz, sondern ein neuer Kurs.

Johannes predigt Buße – und Buße ist nicht Stimmung, sondern Neuaus-richtung. Umkehr von bösen Wegen, Taten, Worten, Gedanken. Johannes ruft alle Schichten: Fromme und Fernstehende, Zolleinnehmer und Soldaten. Er sagt nicht: „Bleibt, wie ihr seid, Gott wird’s schon richten.“ Er sagt: „Bereitet dem Herrn den Weg!“ – das heißt: räumt weg, was bei euch den Weg versperrt.

Hier trifft Johannes besonders unsere religiöse Selbstsicherheit. Damals sagte man: „Wir haben Abraham zum Vater.“ Heute sagen wir leicht: „Ich bin getauft. Ich gehöre zur Kirche. Ich bin christlich sozialisiert.“ Das ist alles wertvoll – aber das Tagesgebet und Johannes drücken uns auf den Punkt: Gott will nicht nur äußere Zugehörigkeit, sondern ein hingewendetes Herz. „Die Beschneidung des Herzens“ – so nennt es Paulus. Der Herr sucht kein äußeres Etikett, sondern Wahrheit im Inneren.

Darum ist der Advent auch eine Bußzeit – nicht freudlose Dunkelheit, sondern heilsame Klarheit. Wenn wir ehrlich werden, merken wir: Wie schnell tragen wir „schmutzige Kleider“ – Neid, Ärger, harte Worte, Unbarmherzigkeit, üble Gedanken, heimliches Richten über andere. Und dann klingt das Wort aus 1. Johannes 3 wie ein Lichtstrahl: Wer diese Hoffnung hat, reinigt sich, wie Christus rein ist. Nicht um sich selbst zu erlösen – sondern weil wir dem König begegnen wollen.

Das ist sehr praktisch: Willst du in dieser Adventszeit einen Schritt tun? Nicht nur „Kirche“ darstellen, sondern mehr Christus sein? Ein Gespräch klären. Ein bitteres Urteil lassen. Gott um Vergebung bitten. Einen Menschen segnen, statt schlecht über ihn zu reden. Das sind keine Nebensachen. Das ist Wegbereitung.

Das Tagesgebet endet mit dem Ziel: „dass wir bei deiner zweiten Ankunft … als ein annehmbares Volk gefunden werden.“ Johannes predigt also nicht Moral, sondern Erwartung. Der Advent schaut nach vorn: Christus kommt wieder, um die Welt zu richten – und gerade darum ist heute der Tag der Gnade.

Wie werden wir „annehmbar“? Nicht durch religiöse Leistung, sondern dadurch, dass wir den Kommenden selbst empfangen. Johannes zeigt nicht auf sich, sondern sagt: „Siehe, das ist Gottes Lamm, das der Welt Sünde trägt.“ Der Kern ist: Christus trägt Schuld. Christus schenkt Vergebung. Christus rettet aus der Macht der Sünde und des Bösen. Wer ihn empfängt, wird wirklich Kind Abrahams – nicht äußerlich, sondern im Glauben wie Abraham.

Und Johannes sagt noch mehr: „Ich taufe mit Wasser – er aber wird mit Heiligem Geist und Feuer taufen.“ Das heißt: Christus will nicht nur vergeben, er will erneuern. Er will Herzen entzünden, Gewohnheiten verwandeln, Glauben stärken, Liebe wachsen lassen. Advent ist deshalb nicht nur Rückblick und nicht nur Warnruf, sondern Hoffnung auf echte Veränderung – jetzt schon, bevor wir ihn einst „sehen, wie er ist“.

Für die Gemeinde heißt das: Lasst uns Christus nicht nur „denken“, sondern aufnehmen. Gib ihm dein Herz als Krippe. Lass ihn wohnen, regieren, heilen. Und lass deine Stimme – wie Johannes’ Stimme – andere nicht an dich binden, sondern zu Christus hinführen.

Ermutigender Abschluss:
Liebe Christen, der 3. Advent ist kein drohender Zeigefinger, sondern eine offene Tür. Gott bereitet uns den Weg. Gott ruft zur Umkehr. Gott schenkt uns den Retter. Darum: Verliere nicht den Mut über das, was in dir noch unvollendet ist. Die Hoffnung ist nicht, dass du dich selbst perfektionierst – die Hoffnung ist, dass Christus kommt und dich reinigt. Geh heute einen Schritt ins Licht: bekenne, was dich bindet; nimm Vergebung an; bitte um den Heiligen Geist; und richte deinen Blick auf den Kommenden.

Römer 15,4–13 – Predigt zum 2. Advent

Gepriesener Herr. Du hast die gesamte Heilige Schrift uns zur Belehrung schreiben lassen. Schenke, dass wir sie so hören, überdenken und in unseren Herzen bewegen, dass wir durch die Geduld und den Trost Deines Wortes die selige Hoffnung des ewigen Lebens ergreifen und auch immer festhalten, die Du uns in Jesus Christus, unserem Erlöser, verliehen hast.  Amen.
Die 3fache Schriftwirkung:

Am zweiten Advent – oft im Anglikanischen auch „Bibelsonntag“ genannt – erinnert uns Römer 15,4 daran, warum die Heilige Schrift uns gegeben ist:

„Was aber zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre oder Belehrung geschrieben, dass wir durch Geduld und Trost der Schrift Hoffnung haben.“

Unser 2. Adventsgebet schließt sogar damit, dass wir das ewige Leben in Christus für immer festhalten.

Paulus spricht hier zunächst vom Alten Testament, dass es uns belehrt auf Hoffnung. Doch genauso gilt dies für die Schriften des Neuen Testaments: Die Bibel ist für unser Lernen geschrieben. Es geht allerdings nicht darum, Verse wie Gedichte mechanisch auswendig aufzusagen. Die Schrift hat ein größeres Ziel:

Wir sollen Gott erkennen – sein Wesen, seine Liebe, seine Gnade, seine Heiligkeit. Regelmäßiges Lesen der Bibel lehrt uns, wie barmherzig Gott mit seinem Volk umgeht und wie er Menschen trotz ihrer Schuld annimmt.

Die Schrift zeigt uns auch unseren eigenen Zustand: den kranken, sündigen Menschen, der getrennt von Gott lebt. Sie zeigt uns den Weg der Heilung – allein durch Jesus Christus. Und sie lehrt uns, wie wir als erneuerte Menschen mit Gott und dem Nächsten leben sollen.

Wer die Bibel aufmerksam liest, bemerkt: Der Mensch hat sich in Jahrtausenden kaum verändert. Die gleichen Sünden und Probleme, die Paulus beschreibt, sind heute gegenwärtig – oft in verschärfter Form. Moderne Menschen halten sich gerne für „aufgeklärter“, aber die Bibel hält uns einen ehrlichen Spiegel vor.

Doch das Ziel des Bibellesens ist nicht bloße Information, sondern Transformation. Gott will unser Denken, unser Herz oder auch Willen und so unser ganzes Leben verändern. Hoffnung in unserem Leben entsteht dann, wenn die Botschaft der Bibel unser Herz erreicht und deutlich verändert.

Ein Beispiel dafür: Ein amerikanischer Millionär, Eugene Lang, versprach in New York einer verarmten Schulklasse jedem Schüler ein bezahltes Studium – wenn sie die Schule durchhalten. Zum ersten Mal hatten diese Kinder ein Zukunftsziel eine wirkliche Hoffnung für Ihre Zukunft. Die Folge war: Fast alle bestanden ihren High School Abschluss. Wir erkennen: Echte Hoffnung bewegt zur Veränderung im Leben. Dies zeigt in kleinem Maß, was Gott in großem Maß durch sein Wort in deinem Leben tut kann.

Die Heilige Schrift schenkt echte Hoffnung – und diese Hoffnung gründet sich auf Christus, auf die Frohe Botschaft:
Sein Kommen in die Welt – Advent
• Sein Sterben und Auferstehen – Ostern
• Seine Himmelfahrt
• Seine Wiederkunft in Herrlichkeit

Besonders im Advent richten wir  unseren Blick nun auf seine zweite Wiederkunft: Jesus wird seine Gemeinde, die Gemeinschaft der Heiligen sammeln und alle vollenden und das ewige Leben schenken. Hoffnung bedeutet für uns: Wir wissen jetzt, wohin wir gehen. Und darum können wir geduldig warten.

Die Hoffnung, die die Schrift schenkt, wirkt sich praktisch unter uns aus: Sie verändert den Umgang und die Beziehung unter uns Christen.

Paulus fordert deshalb zur Einheit auf (V. 5–6). Einheit bedeutet nicht, dass alle Christen dieselbe Meinung über zweitrangige Dinge haben müssen. Im Kapitel 14 zeigt Paulus, dass Gläubige unterschiedliche Gewissensfragen verschieden beantworten können – über Fleisch essen oder Alkohol trinken, solange es nicht um klare Sünde geht.

Doch trotz aller Unterschiede in der Lebensgestaltung sollen wir uns gegenseitig würdigen und annehmen:

Darum nehmt einander an, wie auch Christus uns angenommen hat zur Herrlichkeit Gottes.“ (V. 7)

Christus hat Juden und Heiden, Gläubige aus allen Volksgruppen zusammengeführt – zu Pfingsten, als die Kirche gegründet wurde, und in der weltweiten Mission danach. Deshalb gibt es in seiner Christus-Gemeinde keinen Platz für Überheblichkeit, kulturelle Abwertung oder  soziale Ausgrenzung. Das Ziel der Einheit ist klar:

„…dass ihr eines Sinnes mit einem Mund Gott verherrlicht…“ (V. 6)

Gemeinsame Anbetung – trotz Verschiedenheit der Herkunft und Bildung. Das ist ein kraftvolles Zeugnis. Liturgie, die gemeinsame Energie der gemeinsamen Gebete und gemeinsamen Bekenntnisse im Gottesdienst erinnern uns daran: Wir sprechen und beten zu Gott mit einer Stimme, wir gehören zu demselben Herrn. Was uns selbst persönlich trennt, das verbindet Christus.

Wenn wir uns einander annehmen, wie Christus uns und alle Menschen angenommen hat, jeder der so ganz anders ist, wird die Gemeinde Gottes zu einem Ort der Hoffnung – für uns selbst und für die ganze Welt.

Paulus schließt mit einem Segenswunsch, der das Ziel des Glaubens klar vor Augen stellt: „Der Gott der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, dass ihr vollkommene Hoffnung habt durch die Kraft des Heiligen Geistes.“ (V. 13)

„Hoffnung“ ist im biblischen Sinn keine zweideutige Wunschvorstellung, sondern eine feste Gewissheit: Gott hält sein Wort.
Die Grundlage dieser Gewissheit ist:

• Gottes Liebe gilt zu uns
• Christi Opfer ist für uns
• der Heilige Geist, wirkt und wohnt in uns.

Hoffnung, Freude und Frieden – das sind Früchte des Geistes (Galater 5,22). Gott selbst wirkt sie in uns durch seinen Geist. Deshalb ist diese Hoffnung stärker als unsere persönlichen Umstände. Sie trägt uns durch Leid, Zweifel und Wartezeiten. Sie verändert unser ganzes Leben – von innen heraus.

Die Bibel hält uns die Zukunft vor Augen:
Wir erwarten Christus. Wir leben hin auf Gottes Herrlichkeit. Wir wissen, wem wir gehören. Und weil wir wissen, wohin wir gehen, können wir heute mutig, liebevoll und treu leben.

Schlussgedanken

Die Adventszeit lädt uns ein, die Bibel neu aufzuschlagen und ihr zu vertrauen – denn:

  • Die Heilige Schrift schenkt Hoffnung
    Gottes Wort lehrt uns und richtet unseren Blick auf Jesus, der unsere Zukunft sichert.
  • Die Heilige Schrift erneuert Gemeinschaft
    Wer Christus kennt, lernt, andere anzunehmen – so entsteht geistliche Einheit.
  • Die Heilige Schrift verfestigt das ewige Leben in Christus
    Durch den Heiligen Geist wächst in uns Freude, Frieden und eine feste Hoffnung.

So wird der Advent zu einer Zeit der Bibel – einer Zeit, in der Gott unser Herz stärkt, unsere Gemeinschaft erneuert und unsere Hoffnung in Christus für das ewige Leben verfestigt.
Der Gott der Hoffnung sei mit uns – heute und bis zu seiner Wiederkunft.

Amen.

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( Sprüche 14,34; Jesaja 1,10–17; Römer 2,1–11)

Liebe Geschwister in Christus,

der Buß- und Bettag wir kaum noch beachtet. Er erinnert uns an etwas, das in unserer Zeit beinahe vergessen scheint – die Verantwortung des Menschen vor Gott. Es ist ein Tag der inneren Einkehr, an dem wir nicht zuerst auf die Fehler anderer, sondern auf das eigene Herz schauen sollen. Der Tagesspruch bringt dies auf den Punkt: „Gerechtigkeit erhöht ein Volk, der Völker Schmach ist die Sünde.“

Hier geht es nicht nur um Moral oder politische Ordnung. Es geht um den geistlichen Zustand einer ganzen Gesellschaft – und um das einzelne Herz, das vor Gott steht. Ein Volk wird nicht durch Reichtum, Technik oder Bildung groß, sondern durch Gerechtigkeit – durch Menschen, die das Rechte tun, weil sie Gott fürchten und lieben. Wo aber Sünde, Selbstsucht und Ungerechtigkeit überhandnehmen, da zerbricht die innere Kraft eines Volkes.

1. Gott sucht nicht äußere Formen, sondern ein reines Herz (Jesaja 1,10–17)

Der Prophet Jesaja richtet sein Wort an ein Volk, das Gott noch eifrig verehrt – Opfer, Gebete und Gottesdienste waren zahlreich. Doch Gott sagt: „Ich habe die Brandopfer eurer Widder satt … eure Feste hasse ich; sie sind mir eine Last.“

Warum diese harten Worte? Weil die äußere Frömmigkeit nicht mit dem inneren Leben übereinstimmte. Man ehrte Gott mit den Lippen, aber die Hände waren voll Blut, das Herz war kalt, das Leben ungerecht. Gott aber sagt: „Wascht euch, reinigt euch! Lernt Gutes tun, trachtet nach Recht, helft den Unterdrückten!“

Wahre Buße besteht also nicht nur im Bekenntnis der Schuld, sondern in einer Umkehr, die Frucht bringt. Wo ein Herz zerbrochen ist über die eigene Schuld, da öffnet sich Raum für Gnade.

2. Der Maßstab Gottes ist gerecht und ohne Ansehen der Person (Römer 2,1–11)

Der Apostel Paulus führt diesen Gedanken weiter: Wir alle neigen dazu, auf andere zu zeigen. Doch er sagt: „Darum bist du nicht zu entschuldigen, Mensch, der du richtest … denn worin du den andern richtest, verurteilst du dich selbst.“

Gott misst nicht nach menschlichen Maßstäben, sondern nach Wahrheit. Ob Jude oder Heide, religiös oder säkular – „Gott wird einem jeden vergelten nach seinen Werken“. Das ist keine Drohung, sondern eine ernste Erinnerung: Es gibt keinen Zufall in Gottes Gericht. Seine Gerechtigkeit ist vollkommen.

Aber mitten in dieser Strenge leuchtet das Evangelium auf: Gott will nicht verdammen, sondern zur Buße leiten. „Weißt du nicht, dass dich Gottes Güte zur Umkehr leitet?“ Das ist der Kern des heutigen Tages. Die Güte Gottes ist der Ruf zur Umkehr – nicht Strafe, sondern Gnade will uns verändern.

3. Das zerschlagene Herz – Quelle wahrer Freiheit

Das Tagesgebet fasst dies wunderbar zusammen:
„Schaffe in uns neue und zerschlagene Herzen, dass wir – unsere Sünden beklagend und unser Elend erkennend – vollkommene Verzeihung und Vergebung erlangen.“

Ein zerschlagenes Herz ist kein zerstörtes Herz. Es ist ein Herz, das aufhört, sich selbst zu rechtfertigen – und sich Gott anvertraut. In solcher Demut liegt die wahre Freiheit. Denn wer seine Schuld bekennt, der muss sie nicht länger verstecken. Wer sich in die Hand des barmherzigen Gottes begibt, der wird von der Macht der Sünde befreit.

Buße ist also kein düsteres Ritual, sondern der Weg ins Licht. Sie führt uns von der Selbsttäuschung zur Wahrheit, von der Last zur Ruhe, von der Schuld zur Vergebung.


4. Anwendung: Buße als Anfang von Erneuerung

Wenn ein Volk durch Gerechtigkeit erhöht wird, dann beginnt diese Erneuerung nicht in der Politik, sondern in den Herzen. Es beginnt dort, wo Christen mit zerbrochenem Herzen beten: „Herr, erneuere mich, und erneuere unser Land.“

Die Geschichte zeigt: Erweckung und Erneuerung kommen immer dort, wo Menschen ihre Schuld bekennen und

Gott ernst nehmen. Nicht Empörung über die Welt, sondern Demut vor Gott verändert sie.

Darum ist der Buß- und Bettag ein Tag der Hoffnung. Denn Gott ist noch derselbe: Er verwirft niemanden, der reumütig zu ihm kommt. Sein Ziel ist nicht Verdammnis, sondern Heil.

Schlussgedanke

Gerechtigkeit erhöht ein Volk – aber diese Gerechtigkeit wächst nicht aus eigener Kraft, sondern aus dem Kreuz Christi. Dort hat Gott selbst unsere Schuld getragen.
Wer das erkennt, kann mit David beten:
„Ein zerbrochenes und zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verachten“ (Psalm 51,19).

Möge dieser Tag uns lehren, Buße zu tun – nicht aus Furcht, sondern aus Vertrauen – und möge Gottes Gnade unser Herz erneuern, dass auch unser Volk durch seine Gerechtigkeit erhöht werde.

Amen.

TAGESGEBET:
O Gott, dein gepriesener Sohn ist erschienen, die Werke des Teufels zu zerstören und uns zu Kindern und Erben des ewigen Lebens zu machen. Verleihe, dass wir uns in dieser Hoffnung selbst reinigen, gleichwie er rein ist; damit, wenn er in Kraft und großer Herrlichkeit wiederkommen wird, wir in seinem ewigen und herrlichen Reich ihm ähnlich gemacht werden. Amen.

Die letzten Sonntage des Kirchenjahres richten unseren Blick nach vorn – auf die Wiederkunft Christi. Viele Menschen verbinden damit Angst: Gericht, Ende, Katastrophen. Doch das Tagesgebet und der Text aus dem 1. Thessalonicher lenken uns auf einen ganz anderen Schwerpunkt: Hoffnung.
Paulus schreibt an eine junge Gemeinde, die in Sorge war. Einige ihrer christliche Geschwister waren gestorben, und man fragte sich: Werden sie den großen Tag des Herrn verpassen? Würden sie beim Kommen Christi benachteiligt sein?

Paulus antwortet mit einer einfachen, aber alles verändernden Wahrheit:

„Wir glauben, dass Jesus gestorben und auferstanden ist.“ (V.14)

Das ist das wichtigeste Fundament christlicher Hoffnung. Wer an den auferstandenen Christus glaubt, braucht sich nicht zu fürchten – weder vor dem Tod noch vor dem, was kommt. Unser Herr hat den Tod besiegt. Seine Auferstehung ist der erste Sieg, unsere eigene Auferstehung ist die Folge.

Deshalb beginnt christliche Hoffnung nicht erst am Ende der Zeit, sondern heute. Wir leben in der Gewissheit: Was immer geschieht – Christus kommt wieder, um zu vollenden, was er begonnen hat. Diese Hoffnung reinigt uns von Angst und Verzweiflung und lässt uns nüchtern, mutig und getröstet leben.

Paulus führt seine Gemeinde weiter hinein in das Geheimnis dieses kommenden Ereignisses. Er beschreibt, wie der Herr selbst vom Himmel herabkommen wird – mit Macht und Herrlichkeit, mit dem Ruf des Erzengels und der Posaune Gottes. Kein dunkles, stilles Ende, sondern ein triumphaler Beginn der Ewigkeit.

Die Toten in Christus werden zuerst auferstehen, danach werden wir, die wir leben, zusammen mit ihnen entrückt werden.“ (V.16–17)

Das ist nicht Spekulation, sondern Trost. Christus lässt keinen seiner Erlösten zurück. Alle gehören zu ihm – die Lebenden und die Entschlafenen. Nichts kann uns trennen von seiner Liebe, nicht einmal der Tod.

Und das Ziel: „Wir werden allezeit beim Herrn sein.“ (V.17)
Das Tagesgebet fasst diesen Gedanken wunderbar zusammen: „…damit wir in seinem ewigen und herrlichen Reich ihm ähnlich gemacht werden.“

Das ist die höchste Hoffnung des Christen: nicht einfach mit letzter Puste in den Himmel zu kommen, sondern Christus gleich zu werden. In Reinheit, in Herrlichkeit, in vollkommener Liebe. Die Wiederkunft Christi ist nicht nur ein himmlisches Ereignis – sie ist die Vollendung unserer Verwandlung.

Doch Paulus und das Gebet erinnern uns: Diese Hoffnung ist nicht passiv. „Verleihe, dass wir uns in dieser Hoffnung selbst reinigen, gleichwie er rein ist.“

Das bedeutet: Wer auf Christus wartet, soll heute schon beginnen, so zu leben, wie er ist. Hoffnung und Heiligung gehören zusammen.
Paulus sagt nicht: „Lasst uns auf das Ende warten und abwarten.“ Er sagt vielmehr: „Lebt heute in einer Weise, die dem Herrn gefällt.“ (vgl. 4,1)

Die Zukunft formt die Gegenwart.
Wer weiß, dass Christus kommt, achtet darauf, wie er heute lebt.
Wer hofft, ihm ähnlich zu werden, beginnt schon jetzt, in seinem Charakter verändert zu werden.

Wie geschieht das?

  • Durch tägliche Gemeinschaft mit Christus – im Gebet + in seinem Wort.
  • Durch den Heiligen Geist, der in uns wirkt und die Gesinnung Christi in uns formt.
  • Durch unsere praktische Liebe im Alltag, die das Wesen Christi widerspiegelt.

Die Hoffnung auf die Wiederkunft ist also kein theologisches Wissen, sondern eine Kraft zur Reinigung unseres Wesens. Sie verändert, wie wir über Geld, Zeit, Beziehungen und das eigene Herz denken. Sie macht uns wachsam, dankbar und bereit.

Viele Christen denken, die Verwandlung zur Christusähnlichkeit geschehe erst im Himmel. Doch die Schrift zeigt: Sie beginnt schon hier auf Erden.
Paulus schreibt an anderer Stelle:

„Wir alle spiegeln mit unverhülltem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn wider und werden verwandelt in dasselbe Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit.“ (2. Kor 3,18)

Das heißt: Jeder Schritt des Glaubens, jedes Überwinden von Sünde, jedes Wachsen in Liebe ist bereits ein Vorgeschmack des Himmels. Wenn wir vergeben, wo andere verbittern, wenn wir dienen, wo andere herrschen wollen, wenn wir hoffen, wo andere verzweifeln –
dann zeigt sich schon jetzt etwas von der zukünftigen Herrlichkeit Christi in uns.

Die Wiederkunft ist also nicht nur das Ende, sondern das Ziel, auf das unser jetziges Leben hinwächst. Jeder Gottesdienst, jedes Gebet, jedes Opfer, jeder Akt der Liebe ist eine Vorbereitung auf den Tag, an dem wir JESUS sehen, wie er ist (1. Joh 3,2).

Paulus schließt mit einer Aufforderung:

„Darum ermutigt einander mit diesen Worten.“ (V.18)

Die Hoffnung auf Christi Wiederkunft ist nicht nur persönlicher Trost – sie ist gemeinschaftliche Ermutigung.
In Zeiten von Krankheit, Tod oder Unsicherheit dürfen wir uns gegenseitig daran erinnern:
Christus kommt.
Unsere Lieben in Christus sind nicht verloren. Die Geschichte endet nicht im Chaos, sondern in der Herrlichkeit seines Reiches. Diese Hoffnung lässt uns anders trauern, anders leben, anders lieben.
Sie reinigt uns – weil sie uns auf das Ziel hinführt: Christus gleich zu werden.
Und sie tröstet uns – weil sie uns zeigt: Kein Leid, keine Trennung, keine Dunkelheit hat das letzte Wort.

Am Ende dieses Kirchenjahres, wenn das Licht kürzer und die Tage dunkler werden, ruft uns das Wort Gottes zu einer hellen, festen Hoffnung:
Der Herr kommt.
Er kommt, um alles neu zu machen,
um das Werk des Teufels endgültig zu zerstören,
um uns zu Kindern der Herrlichkeit zu vollenden.

Bis dahin leben wir – gereinigt durch seine Gnade,
gestärkt durch seine Hoffnung,
verwandelt durch seinen Geist.

Darum:
Lasst uns in dieser Hoffnung selbst reinigen, wie er rein ist – damit wir, wenn er kommt, ihm ähnlich werden in Ewigkeit.

Amen.

Liebe Mitbürger nah und fern – rückblickende und vorausschauende Menschen.

Am 3. Oktober gedenken wir mit Dankbarkeit der Wiedervereinigung unseres Landes vor nunmehr 35 Jahren. Damals fiel die Mauer, als ich in Philadelphia weiter Theologie studierte und im Seminar der Ref. Episkopalkirche dies Ereignis auf einem schwarz-weißen Fernseher fast ungläubig mit ansah. Nun Weltgeschichte, auch unsere persönliche und die biblische Geschichte ist sehr wichtig. Der Mitreformator und Humanist Melanchthon sagte einst: Der Mensch ohne Kenntnis der Geschichte ist wie eine beständige Blindheit und fortwährende Kindheit.

In diesem Sinne erinnert uns der Wochenspruch in unserem anglikanischen Gebetbuch www.rekd.de dabei an den Ursprung allen Segens, der von unserem Schöpfer Himmels und der Erden stammt:

Die Einheit und Freiheit im Himmel, auf Erden und in unserem Land sind kein Werk menschlicher Kraft allein, sondern ist ein Geschenk Gottes, das wir in Demut empfangen dürfen.

In der alttestamentlichen Lesung (5. Mose 8,2–6) werden die Israeliten daran erinnert, wie Gott sie durch ihre 40-jährige Wüstenwanderung dann in die Freiheit geführt hat, damit sie lernen, auf ihn weiter zu vertrauen. Auch die deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert ist geprägt von schweren Wegen, Trennung und Leid über 40 Jahre (ca. 1949-1989/90). Doch Gott hat uns aus dieser Zeit der „Wüste und Versuchung“ geführt – nicht, weil wir die Einheit verdient hätten, sondern weil er treu ist und die Hoffnung auf die Wiedervereinigung und viele Gebete erhört hat.

Die Epistel (1. Petrus 2,13–17) weist uns auf die rechte Haltung in Freiheit hin:

Wir sollen die Freiheit nicht als Deckmantel des Bösen gebrauchen, sondern als Diener Gottes leben – Menschen, die der Obrigkeit in Ordnung und Frieden begegnen, die aber ihr Herz an Christus gebunden haben. Wahre Freiheit im Leben ist nicht Willkür, sondern ein Leben, das aus der Bindung an Christus Freiheit lebt und praktiziert.

Im Evangelium (Johannes 17,20–26) hören wir das hohepriesterliche Gebet Jesu. Christus bittet seinen Vater darum, dass seine Jünger „eins seien, so wie er und der Vater eins sind“. Diese Einheit ist mehr als politische oder gesellschaftliche Einigkeit – sie ist geistliche Gemeinschaft in Verbindung Christus, die äußere Mauern und Schwierigkeit überwindet und Herzen mit dem Nächsten verbindet. Ohne diese innere Einheit bleibt jede äußere Einheit, ob kirchlich oder politisch brüchig.

Tagesgebet:

Wollen wir dankbar zurückschauen auf die neu gewonnene Einheit unseres Vaterlandes, aber noch mehr nach vorn schauen: dass unser ganzes Volk, unsere christliche Kirche und unser persönliches Leben zuerst aus der Güte Gottes heraus gestaltet werden.

Gebet:
Herr, unser Gott, wir danken Dir für die Gabe der Einheit und Freiheit unseres Landes. Erneuere uns durch Deinen Heiligen Geist, dass wir nicht nur äußerlich vereint bleiben, sondern in Dir, Christus, wahrhaft eins werden. Amen.

Liebe Geschwister, wir leben in einer Zeit, in der die Sorgen der Gesellschaft und auch unsere persönlichen nicht kleiner, sondern immer größer und komplizierter zu werden scheinen. Nachrichten über Kriege – Ukraine, Israel und Hams -Terror, Drohnen, Naturkatastrophen, massive Überschwemm-ungen durch den Klimawandel, über Inflation, Energiepreise, nicht mehr bezahlbare Mieten und Altersarmut prägen unser Denken. Viele Familien fragen sich: „Reicht das Geld am Monatsende? Werden unsere Kinder eine Zukunft haben? Wer hält diese Welt überhaupt noch in seiner Hand?“ Trump oder Putin. Die EU oder die UN?

Manche suchen Antworten in politischen Programmen oder in technischen Lösungen, andere demonstrieren auf der Straße oder geben sich dem Pessimismus hin. Aber unser Wochenspruch ruft uns zu:
„Werft alle eure Sorgen auf ihn; denn er kümmert sich um euch.“ (1 Petr 5,7).

Doch ist das mehr als ein schöner Spruch? Kann man das wirklich glauben, mitten in den Nöten der Zeit? – Ja, und die Geschichte von Elia und der Witwe von Zarpat zeigt uns, warum.

Der Prophet Elia trat in einer dunklen Zeit in Israel auf. König Ahab und seine Frau Isebel hatten den Götzendienst der umliegenden Völker eingeführt. Baal, angeblich der Herr, ein Gott über Regen, Blitz und Fruchtbarkeit, sollte den Bundesgott Jahwe Israels verdrängen.

Doch der lebendige Gott lässt sich nicht verspotten. Er zeigt, dass ER – und nicht Baal – Herr über Regen und Dürre ist. Deshalb kündigt er durch Elia eine mehrjährige Trockenheit an. Das Land wird ausgedörrt, die Ernten bleiben aus, Menschen hungern und verzweifeln. – Damals gab es schon Erderwärmung und Wassermangel – oder war es das Resultat, dass man den lebendi5gen Gott verlassen und mit nichtigen Ideen ersetzt hat? – Ist das auch heute der wirkliche Grund für unseren Klimawandel? – 50% leben in Deutschland ohne Gott und von den restlich Karteichristen kennen und leben nur wenige in der Nachfolge Christ.

Der Prophet Gottes, Elia selbst musste deshalb fliehen, weil er das Gericht Gottes verkündet hatte. Gott führt ihn aber zuerst an den Bach Krit, wo er ihn durch Raben ernährt, die ihn täglich mit Speise versorgen. Doch als auch dort am Bach Krit das Wasser versiegt, schickt Gott ihn in das heidnische Gebiet nach Zarpat – mitten hinein in die Heimat, dem Kultland des sogenannten Gottes Baal.

Dort begegnet Elia einer Witwe. Sie hat nur noch eine Handvoll Mehl und ein wenig Öl in ihrem Haus und einen einzigen Sohn. Sie sammelt gerade Holz für die beiden, um eine letzte Mahlzeit vorzubereiten. Danach, so sagt sie, bleibt für beide nur noch der Tod.

An dieser Stelle geschieht das Entscheidende: Elia fordert sie auf, zuerst für ihn einen Brotfladen zu backen, den Rest für die beiden zum Essen zu benutzen.

  • Das klingt hart und unverständlich – wie kann man von einer hungernden Frau und ihrem Sohn so etwas verlangen?
  • Doch dahinter steckt eine Glaubensprüfung: Traut sie dem Wort des Propheten, dem Wort Gottes, mehr als der gegenwärtigen Angst und Not?

Und sie gehorcht. Sie teilt das Letzte, was sie hat, zuerst mit ihm – und erfährt darin das Wunder: Das Mehl im Topf geht nicht aus, das Öl im Krug versiegt nicht, Tag für Tag.

Diese Geschichte zeigt uns zweierlei:

  • Baal ist ohnmächtig, er ist gar kein Gott. Selbst in seiner Heimat kann er nicht helfen. Die Dürre trifft auch Phönizien. Der angebliche Fruchtbarkeitsgott ist ein Nichts.
  • Der HERR ist der wahre Gott. Er allein gibt Regen und Leben. Und er sorgt sich nicht nur um sein Volk Israel, sondern auch um eine namenlose Witwe sogar in einem heidnischen Gebiet.

Damit wird jetzt die Macht Gottes über alle Grenzen hinweg sichtbar. Er ist kein Stammes- oder Landesgott, sondern der Schöpfer der Welt, der „Waisen und Witwen erhält“ (Ps 146,9).

Dieses Handeln Gottes zieht sich durch die ganze Bibel:

  • Schon in der Wüste versorgte er Israel mit Manna und Wasser (2 Mose 16).
  • Der Psalm 37, den wir heute lesen, sagt: „Ich bin jung gewesen und alt geworden, doch habe ich noch nie den Gerechten verlassen gesehen oder seine Kinder um Brot betteln.“ (V. 25).
  • Im Neuen Testament sagt Jesus in der Bergpredigt: „Seht die Vögel unter dem Himmel: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr wert?“ (Mt 6,26).

Diese Linie zeigt uns: Gott ist treu. Er lässt die Seinen nicht im Stich – auch Dich nicht in größter Not.

Liebe Geschwister, was heißt das für uns?

Wir sind zwar nicht in der gleichen Situation wie die Witwe, aber viele von uns kennen das Gefühl, „am Ende der Vorräte oder unserer eigenen Kräfte“ zu sein:

  • Der finanziellen Vorräte – die steigenden Kosten, eine unsichere Zukunft.
  • Manche seelisch verzagt – am Ende ihrer Kraft durch Krankheit oder Konflikte.
  • Manche geistlich am Ende – ausgelaugt, ohne Hoffnung.

Die Geschichte sagt uns: Gib zuerst Gott dein Vertrauen. Trachte zuerst nach seinem Reich – und er wird dir geben, was du brauchst (Mt 6,33).

Das bedeutet nicht, dass wir immer im Überfluss leben. Aber es heißt: Wir werden nicht vergessen, wir werden nicht allein gelassen. Gottes „Mehltopf“ ist nie leer, seine Gnade reicht für Dich für jeden Tag.

  • Sorgen ablegen: Wir dürfen unsere Ängste bewusst im Gebet vor Gott bringen.
  • Gehorsam üben: Wie die Witwe zuerst gab, so sind auch wir eingeladen, Gott an die erste Stelle zu setzen – mit unserer Zeit, im Vertrauen und mit unseren Gaben.
  • Gemeinschaftssinn leben: Gott sorgt sich besonders für die Schwachen. Auch wir sollen denen beistehen, die wenig besitzen – finanziell, seelisch oder auch geistlich.
  • Zeugnis geben: Die Witwe bekannte: „So wahr der HERR, dein Gott, lebt.“ Auch wir dürfen Menschen bezeugen, dass unser Gott lebt und handelt.

Die Geschichte von Elia und der Witwe ist kein Märchen oder eine Legende, sondern ein lebendiges Zeugnis: Gott ist Herr über alle Umstände, auch über unsere Dürre, Not und Krisen , damals und heute.

Darum gilt uns heute wie damals das Wort:
„Werft alle eure Sorgen auf ihn; denn er kümmert sich um euch.“

Download des Gebetbuchs und mehr: www.rekd.de