Freitag früh gegen 11 Uhr kam der ehemalige bekannte Ex-Stadtrat und überbrachte persönliche Worte und ein Gratulations-Päckchen. Wir tranken dann zusammen einen Espresso in unserer mit Holz geheizten Küche. Kurz danach klingelt es wieder, und der Bürgermeister von Schwarzenborn, Jürgen Liebermann, zusammen mit dem neuen Stadtrat Herrn Scheindl, standen dann auch mit in der warmen Küche, gratulierten mit Grüßen der Stadt und einem Päckchen mit schmackhaftem Inhalt und einer geschichtlichen Broschüre Schwarzenborns.

Während Grace das besondere Abendessen mit zwei Mitarbeitern in der Jausenstation vorbereitete, schmückte ich den großen Speisesaal und heizte den 45 Jahre alten schwarzen Norweger-Ofen mit abgelagertem Holz an.

Dann überraschte mich gegen 16 Uhr der nächste nach mir geborene Bruder, Ex-Polizist, (wie ich einst) aus Bad Camberg kommend, pünktlich in meinem Büro. Welch ein Hallo. Und so begaben wir uns zurück zur Jausenstation. Gerade dann war schon das nächste Auto des nachfolgenden Bruders mit Frau aus Altleiningen eingetroffen. Und natürlich kam auch bald das Bäcker Ehepaar Nolte aus Schwarzenborn mit zwei jugendlichen Enkeln an, während der dritte Enkel in künftiger Bäcker-Gesellenposition sich schon auf den Nachtdienst in der Bäckerei vorbereitete.

Dazu gesellte sich bald die erste Tochter mit Ehemann aus Niedergrenzebach, 13 km vom Knüll entfernt, ein. Mit ihnen kam auch unsere jüngste verheiratete Tochter aus Frankfurt (wo ich als Polizist für eine Zeit Dienst tat) hinzu. Sie hatte die umweltfreundliche Verbindung von Frankfurt zum ehemaligen Bahnknotenpunkt Treysa gewählt. Zusammen kamen sie nun mit den hübschen Teenager-Zwillingen hier an. Ihr älterer Bruder, der schon selbst Führerschein und Auto besitzt und der bald sein Abitur machen wird, erschien stolz eigenständig. Er berichtete mir, dass er mit seiner Melanchthon- Schulklasse gerade eine ganze Woche auf die Insel Kreta geflogen war, wo sie ihre letzte Klassenfahrt verbrachten. Sie übernachteten in Zelten und morgens und abends bereiteten sie selbst ihr Essen gemeinsam.

Später traf dann noch, die dritte Tochter, die jetzt Kindergartenleiterin hier in Schwarzenborn ist, mit ihrem noch nicht eingeschulten Sohn, unserem jüngsten Enkel, zur Feier ein.

Weiter kam auch mein jüngster Bruder, Arzt im Klinikum Winterberg, angereist. – Nach einem kurzen Sekt-Empfang und Kuchen-Häppchen aus der Bäckerei Nolte, gab es dann ab 18 Uhr das von Grace und ihrem Team köstlich vorbereitete Geburtstagsessen mit wunderschön zartem Jungbullen-Feisch, verschiedenen Salaten, Gemüse, Süßkartoffeln, Getränken und Vanilleeis mit heißen Kirschen zum Nachtisch.

Etwa gegen 20 Uhr traf der Solo-Sänger, Daniel Schneider, aus Schwarzenborn ein, der selbst gerade eine Prinzessinnen-Geburtstagsfeier seiner kleinen Tochter beendet hatte. Herzlichen Dank, dass er seinen Auftritt am Abend wegen freundschaftlichen Beziehungen doch noch eingefügt hatte. Dieser Abschnitt des Abends wurde mit vielen bekannten Liedern von dem amerikanischen Sänger Frank Sinatra bis etwa 22 Uhr umrahmt und begleitet. Immer wieder gab es Applaus, besonders von der etwas älteren Familiengeneration, die sich an dessen englische Lieder noch erinnern konnten. Z.B. New York, New York – Strangers in the Night – My Way, etc. Danach gab es noch zwischen Daniel Schneider, der früher auch in Kassel in der Militärkapelle gespielt hatte und nun in der Krankenhausorganisation tätig ist, mit meinen Brüdern längere Gespräche, die sicherlich auch noch später auf beruflicher Ebene fortgeführt werden. –

Der gesellige Abend endete Samstagmorgen gegen 1 Uhr für die letzten Anwesenden.

Der Samstagmorgen begann dann mit einem Frühstück im Hause Meyer gegen 8:30 Uhr für die letzten übrig Gebliebenen und zog sich bis zu deren Wegfahrt hin.

Und dann stand die Öffnung unserer Wandergaststätte, der Jausenstation am Knüllköpfchen, bevor, die um 12 Uhr Samstag geöffnet wurde.

Und schon bald kam an mich die Anfrage: „WANN kommen denn die Liedvorschläge, die am Sonntag im Gottesdienst gespielt werden sollen? Ok, sie kommen gleich!“ meine Antwort. –  Am späten Nachmittag gab es endlich Zeit für die Vorbereitungen des Gottesdienstes: Predigt, PowerPoint Zusammenstellung der Liturgie, für die Übertragung im Internet und auf die Projektionsfläche in der Kapelle: Lieder, Gebete Texte, usw.

Dann am Sonntag nach dem Gottesdienst gegen 12 Uhr fand das Gemeindegeburtstagsessen wie geplant in der Jausenstation statt. Vielen Dank Grace und Doris! Und auch für die guten Gespräche danach.

Am Nachmittag erschienen viele Sonntags-Gäste: Fahrradfahrer, Wanderer, Frauengruppen, etc., sodass ich mit einspringen musste: Tortenstücke schneiden, Kaffee einschenken, bedienen, und dann folgten noch viele Gespräche wie an jedem Sonntag.

Als alle Mitarbeiter gegangen waren und wir schließen wollten, erschienen immer noch Leute. Kasse war bereits geschlossen!!  „Ach, habt ihr noch offen?“ Und dann kam zum Schluss doch noch ein Ehepaar. Die Frau war gefallen, der „Rote-Kreuzwagen“ wurde gerufen, konnten ihr aber nicht helfen. Da fuhr Bischof Gerhard kurzum nach Hause, weil die Sanitäter keine Pflaster und Desinfizierungsmittel dabeihatten, holte diese privat von nebenan.  So tranken diese beiden bis zur Rückkehr noch ihren Kaffee in unserem Gastraum, und er verarztete und verband die Frau danach selbst.

Als dann diese letzten beiden die Jausenstation bei einsetzender Dunkelheit verlassen hatten, war es ca. 19.30 Uhr. Erst dann konnten wird zum nächsten Geburtstag unserer ältesten Tochter, die nicht feierte, nach Niedergrenzebach fahren. Hier hielten wir uns nur kurz auf, gratulierten, um dann schließlich zwischen 21 und 22 Uhr in einer nahegelegenen Pizzeria noch unser Abendessen zu genießen.

Aber, so sieht unser Wochenende meistens aus. Montags planen wir aber einen halben Tag Ruhe ohne Telefon und Internet und genießen die Knüllstille

Wir danken, dieses Wochenende so erleben zu können, sowie Euch allen und Gott für seine Hilfe und die Erhaltung des Lebens zu seiner Ehre.

Übersetzt und ergänzt: Aus „The Book of the Mysteries“, Jonathan Cahn.

Detail aus dem Isenheimer Altar von M. Grünewald (1506-1551


Das Lamm und das Geheimnis

des 10. – und 14. Nisan – vom Palmsonntag bis Gründonnerstag

Der Lehrer brachte mich zurück zur Kammer der Schriftrollen, näherte sich der Bundeslade, nahm die Schriftrolle heraus, deckte den Tisch, entrollte sie bis zu der Stelle, nach der er suchte, und begann dann, sie laut zu übersetzen.

Exodus 12, 3 Sagt der ganzen Gemeinde Israel: Am zehnten Tage dieses Monats nehme jeder Hausvater ein Lamm, je ein Lamm für ein Haus. 4 Wenn aber in einem Hause für ein Lamm zu wenige sind, so nehme er’s mit seinem Nachbarn, der seinem Hause am nächsten wohnt, bis es so viele sind, dass sie das Lamm aufessen können. 5 Ihr sollt aber ein solches Lamm nehmen, an dem kein Fehler ist, ein männliches Tier, ein Jahr alt. Von den Schafen und Ziegen sollt ihr’s nehmen 6 und sollt es verwahren bis zum vierzehnten Tag des Monats. Da soll es die ganze Gemeinde Israel schlachten gegen Abend. 7 Und sie sollen von seinem Blut nehmen und beide Pfosten an der Tür und die obere Schwelle damit bestreichen an den Häusern, in denen sie’s essen, 8 und sollen das Fleisch essen in derselben Nacht, am Feuer gebraten, und ungesäuertes Brot dazu und sollen es mit bitteren Kräutern essen“.

Am zehnten Tag dieses Monats soll sich jeder ein Lamm nehmen … ein Lamm für ein Haus, ein Lamm für jede Familie. Dies ist einer der wichtigsten biblischen Feiertage“, sagte er, „und doch haben die meisten Menschen noch nie davon gehört.“

„Welcher heiliger Tag?“

„Der 10. Tag des hebräischen Monats Nisan (April). Das Passah fiel auf den 15. Tag des Nisan. Aber der 10. Nisan war der Tag, an dem das Lamm ausgewählt und in das Haus einer Familie gebracht wurde, die es am Passah opfern und essen sollte.“

Er hob den Blick von der Schriftrolle und drehte sich zu mir um.

„Der 10 Nisan ist also der Tag des Lammes“, sagte er, „der Tag seiner Erwählung, um dann genommen und mit der Familie identifiziert zu werden, für das es dann 4 Tage später geopfert werden würde. Kennst du den Palmsonntag?“ fragt er? (Text klicken, um zu lesen: Matthäus 21,1-11)

„Natürlich. Es ist der Tag, an dem der Messias auf einem Esel durch die Straßen Jerusalems geführt und vom Volk mit Jubel und Palmzweigen begrüßt wurde.“

„Ja, aber es ist auch ein Tag voller Geheimnisse. –  Wenn der Messias dies Passahlamm ist, dann muss er auch mit dem 10. des Monats Nisan verbunden sein.“

„Das Geheimnis ist also …“ „Was wir heute Palmsonntag nennen, ist in Wirklichkeit der 10. Nisan, der Tag des Lammes. Damals, als die Menschen in Jerusalem die Pessach-Lämmer zu ihren Häusern und Familien führten, wurde der Messias vom Ölberg durch die Stadttore nach Jerusalem geführt. Das Hineinbringen des Messias in die Stadt mit Palmen und Hosianna war tatsächlich die Erfüllung dessen, was seit alters her geboten war, das Einbringen des Lammes. Genauso wie an dem Tag, an dem das Pessach-Lamm in das Haus gebracht wurde, brachte Gott Christus, das Lamm Gottes, in das Haus Gottes nach Jerusalem, dem Tempel, dem Ort seiner Wohnung. Und so wie die Lämmer des 10. Nisan dann am Pessach von denen geopfert werden musste, die dort in jedem Haus wohnten, so musste auch das Lamm Gottes damals am Passah von all denen geopfert werden, die in Jerusalem wohnten. Jesus, das Lamm Gottes, musste zum Haus Gottes kommen, damit die Segnungen der Erlösung kommen könnten.

Auf die gleiche Weise, wenn du Segen Gottes erfahren möchtest, musst du das Lamm zu dir nach Hause bringen. Du musst Ihn an den Ort bringen, wo du dein Leben lebst … in jedes Zimmer, jeden Schrank, jede Ecke und Spalt deines Lebens. Der Segen beginnt dann, wenn das Lamm (Gottes als Erlöser zu dir) nach Hause kommt.“

Die Botschaft: Bringe das Lamm Gottes zu dir nach Hause an den Ort, an dem du dein Leben wirklich lebst, und lasse Ihn in jeden Raum, jeden dunklen Raum, Schrank und jede Spalte deines Lebens kommen. – Gib mir dein Herz, um darin zu wohnen.

14. Januar 2024 – Thema zum Sonntag Allianz Gebetswoche

Predigt zu Matthäus 20,18-20

Liebe Schwestern und Brüder in Christus,

heute, da wir uns in der Gegenwart unseres Herrn versammeln, wollen wir uns mit den uns verwandelnden Worten des Missionsbefehls in Matthäus 28,18-20 beschäftigen. Dieser Abschnitt wird oft als der Herzschlag der christlichen Mission bezeichnet beschreibt die göttliche Autorität und die dauerhafte Verheißung, die uns Jesus Christus gegeben hat.

Der Schwerpunkt dieses Auftrags liegt in dem Wort „alle“. In Vers 18 erklärt Jesus mit Nachdruck: „Mir ist gegeben (1.) alle Gewalt im Himmel und auf Erden„. Diese kraftvolle Verkündigung unterstreicht die göttliche Wesensgleichheit unseres Herrn. Sie erinnert uns daran, dass unser Auftrag, damals wie heute, allein in der Autorität Jesu Christi verankert ist. Ohne seine Autorität wären unsere Bemühungen vergeblich.

Der erste Schritt zur Erfüllung des Missionsbefehls besteht also darin, die Herrschaft Christi in jedem Aspekt unseres Lebens anzuerkennen und sich ihr zu unterwerfen. Ist er dein Herr und Herr allein?

Im weiteren Verlauf stoßen wir auf den zentralen Befehl in den Versen 19-20: „Darum gehet hin und machet zu Jüngern (2.) alle Völker“. Dieser Auftrag ist keine bloße Empfehlung, sondern ein Auftrag für jeden Gläubigen. Jesu Jünger wurden angewiesen, aktiv zu sein und über ihre Komfortzone hinauszugehen und viele Grenzen zu überschreiten, um Jünger zu machen.

Auch wir sind aufgerufen, in unserem täglichen Leben bewusst und aktiv auf die Verlorenen zuzugehen, um die lebensverändernde Botschaft des Evangeliums weiterzugeben.

Die Partizipien / Mittelworte im Urtext „taufen“ und „lehren“ geben einen weiteren Einblick in die Mittel, mit denen wir den Missionsbefehl erfüllen sollen.

Die Taufe symbolisiert die Einführung in ein neues Leben in Verbindung mit Christus und steht für die Identifikation des Gläubigen mit dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist. Wir sollen in den Namen und das Wesen der Dreifaltigkeit eingetaucht werden. Dieses neue Leben ist dann der äußere Ausdruck einer inneren Wandlung, die auf die Entscheidung eines Menschen folgen sollte, Christus zu vertrauen. Die Taufe ist ein Schritt des Gehorsams, der das Fundament für ein Leben in der Nachfolge Jesu legt.

Ist dies Prinzip der Nachfolge bei dir entstanden und auch noch vorhanden?

Darüber hinaus ist der fortlaufende Prozess des Lernens und des Lehrens entscheidend für unseren Auftrag. Wir sollen nicht nur Wissen vermitteln, sondern die Jünger zu gehorsamem Handeln erziehen und sie in den Lehren Jesu unterweisen. Dies gilt natürlich zuerst uns als Lernenden, beständig in der Schrift, Lehre JESU und der Apostel zu bleiben. Diese kontinuierliche Lehre hilft den Gläubigen, von den Anfängen ihres Glaubens bis zu den verschiedenen Stufen der geistlichen Reife voranzuschreiten. Von der Milch zum Schwarzbrot Gottes.

Unser Auftrag besteht nicht nur darin, Bekehrte zu machen, sondern Jünger zu fördern und wachsen zu lassen, die den Charakter Christi widerspiegeln und die dann ihren Platz und ihre Aufgabe in einer Ortsgemeinde finden.

Schließlich endet der Missionsbefehl mit einer Verheißung unseres Christus-Königs: „Und siehe, ich bin bei euch (3.) alle Tage bis an der Welt Ende“.

Diese Worte geben uns die tröstliche Gewissheit, dass Christus immer bei uns ist. Wenn wir uns auf den Weg machen, um alle Völker, alle ethnischen Gruppen, zu Jüngern zu machen, dann können wir uns darauf verlassen, dass Christus, der  alle Macht hat, bei jedem Schritt auf diesem Weg bei und mit uns ist.

Wollen wir abschließend den Missionsbefehl als unsere göttliche Berufung annehmen und erkennen, dass unsere Mission allein in der Autorität Christi verwurzelt ist? Wollen wir aktiv hingehen, bewusst getauft uns der ständigen Lehre Christi und der Apostel verpflichtet fühlen? Wenn wir diesen Auftrag erfüllen, lasst uns dies in der Gewissheit tun, dass derjenige, der erklärt hat: „Mir ist alle Macht gegeben“, immer auch bei uns ist, bis zum Ende der Zeit. Amen.

Danach wieder zu diesem Text / Predigt schriftlich zurückkehren.

Evangeliumslesung nach Matthäus 24,15-22 (klicken zum Bibeltext)

Jesus beschreibt zuvor allgemeine Zeichen der Endzeit, moralisch und kriegerisch und weltweit. Aber doch auch, dass das Evangelium bis zum Ende der Welt verkündigt werden wird. Dann erst wird das Ende der Welt kommen.

In den nächsten acht Versen nimmt Jesus konkret Bezug auf prophetische Stellen. Der Gräuel oder Schrecken, der Verwüstung anrichtet, beim Prophet Daniel, und die große Bedrängnis, die vom Anbeginn der Welt bis heute beispiellos ist, sind zwei dieser verständlichen Hinweise.

 Ein spezifisches Zeichen des Endes wäre der „Gräuel, ein „abscheuliches Ding“, das Verwüstung bringt, Zerstörung und Entvölkerung.  Es macht wüst und leer! Jesus übernahm diesen Ausdruck aus Daniel Kap. 8,13; 9,27; 11,31; 12,11. Dieser verwendete es, um einen besonderen Wendepunkt in der Endzeit festzumachen. Konkret handelte es sich bei diesem „Gräuel“ um eine Art verunreinigendes, zerstörerisches Ereignis im Tempel, das die täglichen Opfer beenden würde. Jesus macht deutlich, wo dies geschehen soll: Es wird an heiliger Stätte stehen. Das wäre der zweitheiligsten Raum im Tempel.

Das „Allerheiligste“, der innerste und heiligste Raum, enthielt zu Salomos Zeiten noch die ursprüngliche Bundeslade. Zur Zeit Jesu gab es diese nicht mehr, weil die Bundeslade Jahrhunderte bei der Wegführung nach Babylon verloren gegangen war. An der heiligen Stätte des damaligen Tempels, außerhalb des Allerheiligsten, also vor dem trennenden Vorhang, befanden sich der Räucheraltar, der Tisch mit den Schaubroten und zehn Leuchter im restaurierten Tempel Salomos. Doch zur Zeit Jesu gab es nur noch einen Leuchter. Mit der „heiligen Stätte“, wo die Verwüstung geschehen soll, verstehen die meisten Ausleger den gesamten Tempelkomplex.

Eine dritte und weitaus größere Entweihung steht heute noch aus. Die beiden früheren Entweihungen unter Antiochus Epiphanes 168 v. Chr. und Titus im 70 n. Chr. waren das Vorspiel für die endgültige Entweihung durch „den Menschen der Sünde“, die erst noch kommen sollte. Der Apostel Paulus schrieb von diesem Antichristen, der sich in der Endzeit als Gott erheben wird (2. Thess. 2:3 Lasst euch von niemandem verführen, in keinerlei Weise; denn zuvor muss der Abfall kommen und der Mensch der Bosheit offenbart werden, der Sohn des Verderbens. 4 Er ist der Widersacher, der sich erhebt über alles, was Gott oder Gottesdienst heißt, sodass er sich in den Tempel Gottes setzt und vorgibt, er sei Gott.

 Obwohl Jesus mit ziemlicher Sicherheit an den „Gräuel“ von 70 n. Chr. dachte (vgl. 24,2.16-20), blickten sowohl er als auch Daniel auf einen weiteren solchen Gräuel im Tempel voraus, der für uns noch in der Zukunft liegt. Das bedeutete wahrscheinlich, dass der Tempel wieder auf dem Tempelberg in Jerusalem aufgebaut werden würde, wo der muslimische Felsendom seit 1300 Jahren steht. (634 n. Chr. begonnen)

Die Warnungen in 24,16-20 waren einmal eine direkte Prophezeiung auf die Zerstörung Jerusalems im Jahr 70 n. Chr. und die Verfolgung der Juden durch Rom. Jesus warnte, dass die Bewohner Judäas (der Provinz Jerusalem) in die Berge fliehen sollten, wo sie sich vor den Verfolgern verstecken könnten, wenn der „Gräuel“ unmittelbar bevorzustehen scheint) (24,16).

Die Zerstörung würde so schnell kommen, dass diejenigen, die sich auf ihren flachen Hausdächern befanden (die oft zum Gebet genutzt wurden), sofort die Außentreppe hinuntersteigen und fliehen müssten, ohne Vorräte oder Wertsachen mitzunehmen. Diejenigen, die auf den Feldern arbeiteten, mussten sich in ein Versteck flüchten (24,17-18).

Doch diejenigen, die zu lange zögerten, würden von der Zerstörung erfasst werden. –

Wir wissen, dass im Jahr 70 n. Chr. viele Christen tatsächlich nach Pella flohen, um der Belagerung von Jerusalem und den damit verbundenen schweren Ereignissen zu entkommen. Pella ist eine Stadt östlich des Jordan. Dieses Ereignis könnte als Erfüllung der Anweisung Jesu in Matthäus 24,16 betrachtet werden, in der er die Bewohner Judäas auffordert, zuvor in die Berge zu fliehen.

Die endgültige Erfüllung dieser prophetischen Elemente aber, die noch in der Zukunft liegt, wird stattfinden, wenn der Antichrist das Allerheiligste einnimmt. Daniel 9,27 beschreibt diese Ereignisse. Dieser antigöttliche Fürst wird „einen Bund mit vielen in [Israel] für einen Zeitraum von sieben Jahren bestätigen. In der „Mitte der ‚Sieben‘ wird er einen Gräuel aufstellen, das Verwüstung anrichtet“. In 2. Thess. 2,4, wird dasselbe Ereignis beschrieben, wie dieser Herrscher sich im Tempel als Gott aufstellt.

 Die Tatsache, dass Israel sich wieder als nationale politische Einheit fest gegründet hat und die heilige Stätte des Tempels wieder besetzt hat, lässt viele Gelehrte die Endzeit schon sehr bald erwarten. Keine andere Nation hat 2000 Jahre kultureller Zerstreuung erlebt und ihre nationale Unverletzlichkeit bewahrt. Gott ist noch nicht fertig mit dem jüdischen Volk. Und in der großen Trübsal, die in der siebzigsten und letzten der vom Propheten Daniel (Dan. 9,24-27) für Israel vorhergesagten „siebzig Wochen“ (Zeiträume von sieben Jahren) kommen wird, wird das Volk geläutert und auf die Rückkehr seines Messias-Königs vorbereitet. – Hat sich der Antichrist – der Islam, der Christus als Sohn Gottes leugnet, nicht schon jetzt in der Al Aqsa Moschee und dem Felsendom auf den Tempelberg gesetzt?

Diese „Trübsalszeit“ ist ein bestimmter Zeitraum, der mit dem Gräuel beginnt und der Verwüstung beginnt und mit dem zweiten Kommen Christi endet (Offb 11,2; 13,5). Während dieser Zeit werden die schrecklichen Gerichte aus Offenbarung 6-19 mit ihren Siegeln und Posaunen große Teile der Erde zerstören. Diese Zeit der Not wird in der Weltgeschichte ohne Beispiel sein. – Hat diese Zeit der göttlichen Gerichte mit dem Krieg in der Ukraine und fortgesetzt mit Israel durch den radikalen Islam begonnen?

24,21-22. Damit die Jünger den Schrecken dieser großen Trübsal nicht unterschätzen, erklärte Jesus, dass es sich um das schlimmste Leid in der ganzen Geschichte handeln werde – beispiellos vom Anbeginn der Welt bis heute (24,21). Er fügte noch hinzu, dass diese Trübsal alles Leben vernichten könnte, was einige moderne Studien dazu veranlasst, an einen Atomkrieg oder Ähnliches zu denken. Doch es ist offensichtlich, dass eine solche Große Trübsal für uns noch in der Zukunft liegt. Es geht hier also um viel mehr als nur um die Zerstörung Jerusalems im Jahr 70 n. Chr. Diese Zerstörung, so schlimm sie auch war, hat sich allein im 20. und 21. Jahrhundert in ihrer Stärke und ihrem Umfang noch vervielfacht.

 Die Welt hat die große noch kommende Not noch nicht gesehen, die kommen, aber nie wieder geben wird (24,21). Das sagte Jesus auch, als er andeutete, dass diese Tage verkürzt werden, was ein göttliches Eingreifen voraussetzt (24,22). Christus wird eingreifen, um einen totalen Völkermord und die völlige Vernichtung der Menschheit zu verhindern.

 Aber selbst im Gericht wird der Herr Barmherzigkeit walten lassen, vor allem um der Auserwählten willen, das sind diejenigen, die auf ihn vertraut haben und ihm als seine Jünger gefolgt sind. Sind wir diese Ihm Vertrauenden? Die Verwendung des Begriffs „Auserwählte“ unterstreicht auch die freie Entscheidung des Herrn, welche Menschen als Gläubige zu sich ziehen wird.- Doch diese Trübsal wird aufgrund des Eingreifens Gottes nicht ihre volle zerstörerische Stärke erreichen. Durch sein Eingreifen werden diese Tage verkürzt werden. Da Jesus in seinem Abschnitt die Frage nach dem Zeitpunkt und den Zeichen seines Kommens beantwortete, können wir daraus schließen, dass die Trübsal durch die Wiederkunft Jesu unterbrochen wird. Er wird die Zerstörung auf der Erde beenden.


Im vorliegenden Abschnitt wird die Erscheinung Melchisedeks zum ersten Mal erwähnt. Danach nur noch in Ps 110, 4.
Der HERR hat geschworen und es wird ihn nicht gereuen: »Du bist ein Priester ewiglich nach der Weise Melchisedeks.« – und später noch einmal im NT im Hebräerbrief in Kapitel 7. Dies ist die Grundlage für eines der wichtigsten Themen der christlichen Theologie. Hier wird das ewig wirksame Hohepriestertum Christi beschrieben.
In dem allgemeinen priesterlichen Dienst und der Verwaltung Gottes bestimmt das Wesen des Priesters deutlich die Art seines priesterlichen Dienstes (vgl. Hebr 7,26-28).
26 Ein solcher Hohepriester ziemte sich in der Tat für uns: einer, der heilig ist, frei vom Bösen, makellos, abgesondert von den Sündern und erhöht über die Himmel; 27 einer, der es nicht Tag für Tag nötig hat, wie die Hohepriester zuerst für die eigenen Sünden Opfer darzubringen und dann für die des Volkes; denn das hat er ein für allemal getan, als er sich selbst dargebracht hat. 28 Das Gesetz nämlich macht Menschen zu Hohepriestern, die der Schwachheit unterworfen sind; das Wort des Eides aber, der später als das Gesetz kam, setzt den Sohn ein, der auf ewig vollendet ist.
Deshalb beginnt die Abhandlung über Melchisedek in Hebr. 7 mit einer ausführlichen Diskussion über seinen Titel und seine Namen. Melchisedek bedeutet „König der Gerechtigkeit“ und „König von Salem“ d.h. „König des Friedens“. Die Bedeutung und der Hinweis hier besteht darin, dass Melchisedek kein anderer als Gott selbst ist, Christus im AT- ein weiteres Beispiel für die vielen Theophanien, (bevor Christus ins Fleisch kam) als Gotteserscheinungen des Sohnes im AT. Diese beiden Namen werden nirgendwo im AT für einen Einzelkönig oder einzelnen Priester verwendet. Sie werden aber prophetisch auf den Messias in seiner endzeitlichen Herrschaft auf den ewigen Priesterkönig angewandt: „Der Herr, unsere Gerechtigkeit“ ‚Adonay YHWH in Jer 23,6 und „Prinz des Friedens“ (SHAR-SHALOM) in Jes 9,6. Diese Identifizierung von Melchisedek mit Gott erklärt, warum Abraham Melchisedeks Überlegenheit sofort anerkannte – und zwar nicht nur aus gesellschaftlichem Respekt und damaliger Knigge – sondern, dies war Abrams Ausdruck seines Glaubens und seiner göttlichen Verehrung. Abram glaubte und erfuhr in seinem ganzen Leben, dass er gesegnet war. Gewöhnlich aber segnete der Größere. Denn nach der Schrift wird „der Kleinere vom Größeren gesegnet“.
Diesen Segen aber empfängt Abraham durch Melchisedek, als dieser ihm nach der gelungenen Schlacht seines Lebens Brot und Wein herausbringt. Dies ist deutlich ein Vorbild auf unseren Herrn Jesus Christus, der uns unter Brot und Wein sein Leben und seine Erlösung bringt. Das ist die wirkliche Erquickung und Stärkung für unser irdisches und ewiges Leben. (AGB S. 509 …STÄRKE EUCH in allem Guten …). Dies sollten wir wöchentlich – wie in der Frühen Kirche – empfangen und uns für die neue Woche stärken lassen. Brot des Himmels und Kelch des Heils. – Christi Leib für dich gegeben, Christi Blut für dich vergossen. Und dies ist der wirkliche und wichtigste Segen: DieTeil- habe an der Erlösung zum ewigen Leben.
S. 2
Hebr 7,7 Zweifellos wird aber immer das Geringere vom Höheren gesegnet.
Abram antwortete als Gesegneter, dass er Melchisedek seinen Zehnten gab. Das ist die wirkliche Antwort auf Gottes Segen in unserem Leben. Denn wenn wir alles von ihm erhalten, dann sollten auch wir den „vollen Zehnten“ in das Kornhaus Gottes bringen. Wir entscheiden, rechnen, überschlagen, teilen ein, geben unseren Zehnten zuerst Gott durch die Gemeinde. Denn es liegt doch nur am Einteilen unserer Kraft und unseres Geldes für den jeweiligen Monat. Aber ohne Überschlagen der Kosten, bleibt doch nichts für Gott übrig. Kann er uns dann segnen wie Abraham?
Im ganzen AT wird immer wieder das Geben des Zehnten herausgestellt.
Das Volk unterstützt mit dem Zehnten die Leviten, die kein Land besaßen, aber dem Volk Gottes dienten. Die Leviten wiederum geben von diesem Zehnten auch wieder ihren Zehnten allen Priestern. Die Priester wiederum geben den Zehnten dem Hohenpriester.
In gleicher Weise handhaben wir dies in unserer Anglikanischen Kirche / REC. Gläubige und Freunde werden ermutigt ihren Zehnten oder Teil des Zehnten an die Ortsgemeinde zu geben, von dem dann die Kosten für die Unterhaltung des „Gebetshauses“, die Verwaltung, Fahrten und Gehalt des Priesters / Pfarrers bezahlt werden können. Im November sollten wir wieder ein Gemeindebudget für das Jahr 2024 aufstellen. Wir sollten dies Anliegen vor Gott bringen und darüber beten, wieviel wir der Ortsgemeinde monatlich geben können. Denn, wer einen Turm oder eine Gemeinde bauen und unterhalten will, der überschlage die die Kosten.
Die Bedeutung von Melchisedeks Gottheit wird ferner in Hebr 7 durch den Gegensatz in Hebr 7,8 zwischen dem Einnehmen des Zehnten durch die Leviten, die „sterbliche Menschen“ sind, und dem Empfangen des Zehnten durch Melchisedek, der „weiterlebt und unsterblich“ ist, nämlich Christus.
Die Aussage in Hebr 7,3, dass Melchisedek für „immer ein Priester bleibt“, weist auch darauf hin, dass er weiterhin im NT den Zehnten empfangen soll als unsere praktische Ehrung. – Wenn Jesus „als Hohepriester“ für immer fortlebt (Hbr 7,24 + Gen 14,18) – und es kann doch nur einen Hohenpriester geben – wie kann dann von Melchisedek in Gen 14, gesagt werden, dass er als „ein Priester ewig bleibt, (Präsens-Gegenwart) 7,3)? Das bedeutet dann, das ist niemand anderes als Jesus Christus der große Hohepriester aller Gläubigen! Deshalb ist Christus unser König und Hoherpriester, und ihm allein gebührt die Ehrung mit unserem Leben, Worten, Begabungen, Besitz und auch mit unseren Finanzen.
Eine kleine Anzahl von Juden vor der ersten Ankunft Christi, die sich auf die hebräischen Schriften gründeten, glaubten tatsächlich, dass Melchisedek kein anderer als Gott in menschlicher Gestalt war. Und er würde nicht nur für den Rest Israels kommen, sondern auch derjenige sein, der am Ende dieses Zeitalters vor der Errichtung des Reiches Gottes auf Erden das letzte Gericht über die Bösen führen würde. Diesen Glauben finden wir bereits im 1. Jahrhundert vor Christus und kann bereits aus den Schriftrollen vom Toten Meer ersehen werden.

Wollen wir uns so oft wie möglich Brot und Wein als Teilhabe an unserer Erlösung in unserer Gemeinde reichen lassen?
… und dabei gleichzeitig Christus unserem Hohenpriester dankbar unseren Zehnten geben?

Maximus der Bekenner

Mönch
* um 580 in Hesfin auf den Golanhöhen, heute Hispin‎ in Syrien (von Israel beansprucht)
† 13. August 662 im Kastell Schemarium am Schwarzen Meer in Lasika in Georgien –

Bild aus Heiligen Lexikon


1 Kor 12,1-11 Gaben für alle von Gott

Predigt in der Christusgemeinde – 10. Sonntag nach Trinitatis

Bischof Meyer


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1. Kor 12,1-11 Eine kleine Gabe von Gott

* Ist dieses kleine Stück so viel wert?“

In den letzten fünfzig Jahren haben wir viele Veränderungen in der Technologie erlebt besonders im Computerwesen. Eine der wichtigsten Veränderungen war der Wechsel von „größer ist besser“ zu „kleiner ist besser“. Von Äußeren zum Inneren, von Quantität zur Qualität. Früher galt der größte Computer in der Schule als der beste und leistungsfähigste Computer. Heute ist der kleinste Computer, der in eine Hosentasche passt, der beste Computer.

Jemand hatte einmal einen schlimmen Computerabsturz. Es war nicht ein großes Teil, das kaputt ging, nein, es war nur ein kleines. Der Elektroniker erklärte es so: Er zeichnete ein Bild von dem defekten Teil auf ein Stück Papier und sagte dann: „Und das Teil ist nur so groß! Dabei zeichnete er einen Kreis auf das Papier, das kleiner als ein Zehncentstück war. So groß wie eine Simkarte.

Dann stellte der Kunde die Frage. „Wie viel wird es kosten?“ Als er das beantwortet, musste der Kunde lachen. „Das ist mehr, als ich für den ganzen Computer bezahlt habe. Ist das kleine Teil denn so viel wert?“

„Jawohl“ antwortete er. „Dieses Teil mag zwar klein sein, aber es ist für den Computer lebenswichtig. Der Computer kann ohne es nicht funktionieren.“- Kleine Teile im Verbund sind wichtig, besonders in der christlichen Gemeinde.

* In 1. Kor. 12,1-11 wendet sich der Apostel Paulus dem Thema der Geistesgaben in der Kirche zu. Er berührte eine Reihe von Themen, vor allem aber den Wert aller geistlichen Gaben.

Und hier finden wir eine, die so klein ist, dass man sie kaum erkennt:

* Paulus weist in diesem Kapitel darauf hin, dass jede Gabe, die Gott seiner Gemeinde gibt, wertvoll ist. Einige Korinther schauten nur auf Äußerlichkeiten, um selber bewegt zu werden, als dass sie den Zweck und Ziel dieser Gaben erfassten. Aber Paulus erklärte, dass die kleinsten und unauffälligsten Gaben für die Arbeit der Kirche Gottes unerlässlich sind.

Einige schauten auf ihre Vergangenheit zurück, da sie noch an spektakulären Götterverehrungen heidnischer Gottesdienste teilnahmen. Damals gab es da dröhnende Trommeln und Gongs mit großem Lärm, die die Menschen bewegten, oder auch dass unter den begeisterten Teilnehmern einige in ekstatischen Lauten und unverständlichen Prophezeiungen besonders auffielen. Es ging damals im heidnischen Gottesdienst um aufzufallen, dass man selbst oder andere im Rampenlicht standen, um Anerkennung zu bekommen.

Möglicherweise war nun einer im christlichen Gottesdienst, in Unkenntnis oder im christlichen Glauben nicht ausgebildet, der das Wort der Schrift gehört hatte: Verflucht sei jedermann, der am Kreuz hängt. Und dieser hatte in Unkenntnis laut gebetet oder prophezeit: Verflucht sei Jesus!

Kann denn so etwas aus dem Mund eines Heidenchristen und dann noch von Gott inspiriert stammen? Das waren u. a. Fragen an Paulus, die er hier beantwortet.

Er macht nun klar, dass sie mit den früheren heidnischen Götzendiensten, wo auch gelallt, in Zungen gesprochen und prophetische Falschheit verkündet wurde, nichts mehr zu tun hätten. Denn für den Christen gilt: nicht Jesus fluchen, sondern ihn als ihren Herrn, Kyrios, als ihren König in ihrem Leben zu bekennen.

Das ist doch das Zentrale und für die Ewigkeit Bleibende. Und dies ist auch noch eine kleine, wenn nicht schon die erste Gabe vor den hier noch weiteren 9 aufgezählten Gnadengaben des Heiligen Geistes. – Wir werden heute nicht die einzelnen Charismen erklären, noch weitere im NT erläutern.

Doch wollen wir betonen, dass das hier erwähnte Bekenntnis aus unserem Munde zu Jesus als unseren Herrn das Wichtigste ist, und dass dies auch eine 1) Gabe des Geistes ist, dass solch ein Bekenntnis ein 2) Dienst (Ministry) des Heiligen Geistes ist, und dass daraus eine geistliche 3) Wirkung hervorgeht. Diese Wirkung (Kraftwirkung) entsteht nicht nur in uns durch unser Bekenntnis, sondern auch alle erfahren sie, die dieses Zeugnis über den Herrn Christus durch uns hören und annehmen.

Nicht Jesus verleugnen, nicht Jesus verachten, verspotten und kreuzigen – dahinter steht Satan, die Dämonen, die falschen Götter und das Reich dieser Welt. Jedoch Jesus als Herrn, unseren Herrn, bekennen, das ist ein Dienst des Geistes, in dem jeder von uns stehen sollte. Und dieser Dienst hat Wirkungskraft.

Die geistlichen Gaben sind nicht nur eine besondere Fähigkeit – ein Dienst oder eine Wirkung, die Gott dem Gläubigen gibt, um ihn zu stärken, sondern um seine Kirche zu stärken, um durch sie seinen Willen in der Welt zu vollbringen.

  • Die Gabe des Bekennens – des Geistes

Jesus lehrte seine Jünger und verhieß ihnen den Empfang des Heiligen Geistes: Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen und werdet meine Zeugen sein. Und zwar von Jerusalem ausgehend bis an die Enden der Erde. Sie und ihre Nachfolger bekannten durch das gesamte Römische Reich: Christos Kyrios, Christus ist der Herrscher der Welt, nicht der Römische Kaiser.  –

Erkennen wir, dass durch den Heiligen Geist allen wahren Christen die Gabe des Zeugnisses, das Wort des Bekennens, durch ihre Lippen geschenkt wird? Und dies ist eine Gnadengabe, die vor allen neun hier erwähnten vorneweg steht. Haben wir dies erkannt, haben wir dies angenommen? Praktizieren wir diese Gabe, dies Geschenk des Heiligen Geistes in unserem Leben? Bekennen wir Jesus als unseren und den Herrn der Welt?

Und weiter sagt Paulus im Römerbrief: Wenn du mit deinem Mund bekennst, dass Christus der Herr ist, und glaubst in deinen Herzen, dass Gott ihn auferweckt hat, so wirst du gerettet.

  • Die Gabe des Dienstes – vom Herrn

Einig übersetzten dia-koneo / Diakonia anstatt Dienste auch mit: Ämter. Es werden hier mehrere und unterschiedliche wie Lehrer, Propheten, Wundertäter, etc. aufgezeigt. Jedoch hier geht es an erster Stelle um den Dienst mit dem Wort, das Jesus als den Herrn und Retter vorstellt, damit sie für die Ewigkeit erlöst werden. Es geht um den apostolischen und evangelistischen Dienst, an dem wir alle durch den Geist teilhaben sollen. Das Volk Gottes, wir als Christen, sollen wie Petrus bekennen: Apg 6,4 Wir aber wollen beständig bleiben am Gebet und am Dienst des Wortes.

So wollen auch wir die Dienst des Bekennens für uns annehmen. Wir wollen aber nicht damit im Rampenlicht stehen, sondern unser Sprechen und Bekennen zum Guten für andere in den Gemeinden und besonders außerhalb für die Nichtgläubigen einsetzen.

  • Das Bekenntnis als Kraftwirkung und Auswirkung:

Die Korinther sollten sich nicht mit ihren ekstatischen Gebetsäußerungen oder unverständlichem Sprachenreden in den Mittelpunkt stellen, um sich selbst zu bekennen. Deshalb sollen wir jedoch den Herrn Christus in den Mittelpunkt stellen, dass alles von ihm her kommt und  alles von ihm selbst bewirkt wird, ob durch unser Gebet oder auch durch unser Bekenntnis. Denn alles kommt von ihm, und er bewirkt, wozu es ausgesandt wurde, gerade bei anderen Menschen. Das Bekenntnis zum Herrn ist auf andere ausgerichtet, damit sein Herrschername sich segnend auf sie legt und sie zu seinen Namensträgern und Nachfolgern werden.

Die Kraftwirkungen, die durch den Dienst des Bekennens entstehen, erkennen wir in der gesamten Apostelgeschichte und der anschließenden Weltmission.

Petrus bekennt bei seiner Pfingstpredigt in Apg  2,36: Nun wisse das gesamte Haus Israel gewiss, dass Gott diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt, zum HERRN und Christus gemacht hat.

Diese Predigt mit dem Bekenntnis zum Herrn, zum Kyrios, hat die Auswirkung, dass der Heilige Geist 5000 Menschen bewegt, die fragen: Was sollen wir tun? Und diese bekehrten sich bald und werden getauft. Welch eine Auswirkung des Heiligen Geistes durch diesen Dienst des Petrus! Und wann immer wir in der Apostelgeschichte und Missionsgeschichte hören, dass Menschen Christus als Ihren Herrn und den Herrn der Welt bekennen, in ihrem vom Geist Gottes berufenen Dienst, da geschehen durch die Kraftwirkungen des Heiligen Geistes Bekehrungen von Menschen.

Und dieser Dienst des Heiligen Geistes stellt nicht den Diener in den Mittelpunkt, sondern Gottes Dienst an den anderen. Es ist der Dienst an den Gliedern der Gemeinden und er Menschen außerhalb. Es sind die Kraft-wirkungen zu ihrem Guten, Besten und zu ihrer Bekehrung. Aber bei alledem ist hier allein der Geist Gottes oder sagen wir der dreieinige Gott beteiligt, der durch solch eine Gnadengabe das bewirkt was ER will. Nicht der Geistbegabte bekommt die Anerkennung und die Ehre, sondern nur der dreieinige Gott erhält sie allein.


ROGATE
Gebet für geistliche Frucht im persönlichen Leben

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Tägliche Andachten nach dem anglikanischen Gebetbuch

Predigt in der Christusgemeinde zum 1. Advent

Von Prädikat Branislav Tot, Ulm.

Herr, lasse dir Wohlgefallen die reden meines Mundes und das Sinnen meines Herzens.

O Herr, mein Fels und mein Erlöser!

In Namen des Vater und des Sohnes und des Heiligen Geistes
Amen

 Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater und dem Herrn Jesus Christus.

Heute zündet man in vielen Häusern, Wohnungen, Heimen und Kirchen erste von vier Kerzen an, als Zeichen für das erste Advent. Advent kommt aus lateinisch und bedeutet Ankunft, eigentlich richtig heißt es „Adventus Domini“ und bedeutet „Ankunft des Herrn“.

Advent bezeichnet die Jahreszeit, in der die Christenheit sich auf das Fest der Geburt Jesu Christi, Weihnachten vorbereitet. Und zugleich erinnert uns Adventszeit das Christen auch das zweite Kommen Jesu Christi erwarten sollen.

Dabei geht es nicht nur um Vorfreude auf etwas, sondern auch um die Freude über etwas.

In meinem Predigttext heute morgen freut sich einer; Er freut sich über etwas, nämlich die Geburt seines kleinen Sohnes. Und er freut sich auf etwas; nämlich darauf, was dieser kleine Sohn einmal für eine große Aufgabe haben wird.

Freude und Vorfreude miteinander verbunden.

Ich lese aus dem heiligen Evangelium unseres Herrn Jesus Christus nach Lukas 1. Kapitel, die Verse 67 bis 79.

Der Lobgesang des Zacharias

67 Und sein Vater Zacharias wurde vom Heiligen Geist erfüllt, weissagte und sprach:

68 Gelobt sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat besucht und erlöst sein Volk

69 und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils im Hause seines Dieners David,

70 wie er vorzeiten geredet hat durch den Mund seiner heiligen Propheten,

71 dass er uns errettete von unsern Feinden und aus der Hand aller, die uns hassen,

72 und Barmherzigkeit erzeigte unsern unsern Vätern und gedächte an seinen heiligen Bund

73 an den Eid, den er geschworen hat unserm Vater Abraham, uns zu geben,

74 dass wir, erlöst aus der Hand der Feinde, ihm dienten ohne Furcht

75 unser Leben lang in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor seinen Augen.

76 Und du, Kindlein, wirst Prophet des Höchsten heißen. Denn du wirst dem Herr vorangehen, dass du seinen Weg bereitest

77 und Erkenntnis des Heiles gebest seinem Volk in der Vergebung ihrer Sünden,

78 durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes, durch die uns besuchen wird das aufgehende Licht aus der Höhe.

79 auf dass es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.      

    

Der Text den ich gerade gelesen habe, bekannt auch als Benedictus wird in vielen Kirchen als teil der Liturgie jeden Morgen in Morgenlob vorgelesen und er besteht aus einem einzigen, begeisterten Lobgesang. Be – geistert, im wahren Sinne des Wortes.

Schauen wir zuerst, wer war dieser Zacharias?

Zacharias ist ein alter Mann. Mit seiner ebenfalls schon hoch betagte Frau Elisabeth lebt er allein. Kinder haben sie keine, und längst haben sie die Hoffnung aufgegeben, doch noch eins zu bekommen.

Damals hieß das neben dem persönlichen Schmerz, keine Versorgung, keine soziale Absicherung im Alter.

Zacharias ist Priester – das hat die Situation vermutlich erleichtert, denn als Priester hatte er Anteil an der allgemeinen Priesterversorgung.

Der Schmerz, kinderlos zu bleiben, hat Elisabeth und ihn trotzdem begleitet.

Und dann passiert das Erstaunliche: Elisabeth wird schwanger.

Aber nicht urplötzlich, sondern auf Ankündigung.

Gottes Engel Gabriel kommt zu Zacharias und verkündigt ihm:

„Dein Gebet ist erhört worden. Du wirst einen Sohn bekommen. Er wird einen besonderen Auftrag von Gott bekommen. Und er soll einen besonderen Namen haben. Das was wir vielleicht nur langweilig finden und versuchen manchmal zu überspringen sind die Zählungen Volkes Israel im 4. Buch Mose das auch heißt Numeri. Aber für die Hebräer haben die Baumstämme mit Vaters Namen eine besondere Bedeutung. Johannes heißt: „Gott ist gnädig“.

Jetzt aber gibt es ein Problem. Zacharias kann nicht so ganz diese Botschaft glauben.      Er fragt den Engel Gottes „Woran soll ich das erkennen? Denn ich bin alt, und mein Weib ist betagt.“ Und weil er nicht so ganz glauben kann, wird er vorübergehend stumm.

Und erst als sein Sohn geboren ist, erst als er mit acht Tagen beschnitten wird und Zacharias gefragt wird, wie denn das Kind heißen soll – da schreibt er auf eine Tafel :  Er soll Johannes heißen.

In dem Moment lässt sich seine Zunge wieder und Zacharias singt das Loblied, das wir gerade gehört haben: „Gelobt sei der Herr, der Gott Israels, denn er hat besucht und erlöst sein Volk!“

Zwei Dinge gehen diesem Loblied voraus.

Das eine ist die Zeit des Schweigens. Beten nennt man auch eine Gespräch mit Gott.

Gebet ist, einfach gesagt, ein Gespräch. Nicht ein Gespräch mit sich selbst, sondern ein Gespräch mit Gott. Gott lädt uns ein, mit ihm zu reden und ihm die Dinge zu sagen, die uns bewegen. Also geht es im Gebet auch nicht nur darum, Gott etwas zu sagen. Gott will auch uns etwas sagen!

Und das kann er, wen wir aufhören zu sprächen.

Wenn wir uns heute fragen, warum uns so selten danach zumute ist, wie Zacharias Gott in lauten Tönen zu loben, dann hat es vielleicht auch damit zu tun, dass wir so selten dazu kommen, einmal still zu werden und einmal still zu sein.

Unser Leben ist so wie es ist. Von Morgens bis Abends sind wir unterwegs. Termine jagen uns Tag ein, Tag aus; Arbeit, Schule, Bank, Arzt u.s.w.. Zeit ist richtig Mangelware geworden.

Viele sind nicht mehr gewohnt einmal wirklich zur Ruhe zu kommen, nichts zu tun, zu schweigen und zu hören.

Dabei: Wenn Gott uns etwas zeigt, wenn er zu uns redet – dann meistens in der Stille. Jesus ist extra auf Berge gestiegen, um Zeiten der Stille zu haben, der Einsamkeit, oder besser gesagt, der Zweisamkeit mit seinem himmlischen Vater.

Schweigen  und Stille gehen dem Loblied des Zacharias voraus. Das ist eine.

Und das andere: Zacharias wird mit dem heiligen Geist erfüllt. Er erlebt Gottes Gegenwart ganz unmittelbar.

Das was Zacharias erlebt hat, können oder dürfen wir auch. Jesus sagt auch uns zu:

„Wenn wir unserem Vater im Himmel bitten, dass er uns seinen Geist gibt, dann wird er uns diese Bitte erfüllen.

In ganzen Neuen Testament ist das entscheidend:

Veränderung geschieht da, wo Menschen vom heiligen Geist erfüllt werden – wenn Gott ihnen begegnet.

Gott sehnt sich danach, uns zu begegnen.

Das ist die Hoffnungsbotschaft im Advent.

Gottes  Sehnsucht zu uns hat ihn vor zwei Tausend Jahren dazu getrieben, sich klein zu machen und zu uns zu kommen.

Diese Hoffnungsbotschaft besingt Zacharias in seinem Loblied:

„Er hat besucht und erlöst sein Volk“.

Im Alten Testament schreibt Prophet Sacharja etwas ähnliches:

In Buch Sacharja 2 Kapitel, Vers 17 steht:

„ Alle Welt schweige in der Gegenwart des Herrn. Denn er tritt hervor aus seiner heiligen Wohnung“.

Gott hat uns nicht vergessen. Er hat uns ja in seine Hände gezeichnet. Gott vergisst nicht seine Kinder.

Ein Besucher könnte eingeladen oder nicht eingeladen sein. Ist die Person eingeladen, spricht man von einem Gast.

Und jetzt stellt sich die Frage, war Jesus eingeladen. Und falls er war, von wem.Wessen Idee war es?

Es war leider nicht unsere Idee und bestimmt nicht von dieser Welt. Keiner auf dieser Erde hat ihn eingeladen.

Im Gegenteil: Noch bevor Jesus geboren wird, erlebt er, dass der Welt ihn nicht haben will. Bevor er geboren wird, gab es keinen Raum in der Herberge. Alles zu. Gott dieser Welt kommt, – schön und gut, aber es ist hier kein Platz für ihn. 

Und weil es keinen besseren Ort gab, musste er in einem Stall zu Welt kommen.

Paulus in schreib in Galater Brief 4,4:

„Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan“.

Es ist allein Gottes Idee, seine Initiative, sein Eingreifen, dass dazu führt, dass er uns besucht und uns erlöst.

Denn es ist ein Besuch und Erlösung aus Gnade.

„Gott ist gnädig“ – diesen Namen soll Zacharias seinem Sohn geben, damit für alle deutlich wird: Gott hat sich auf den Weg gemacht.

Er beschenkt uns mit seinem Licht, mit seiner Liebe, mit seinem Heil.

Gerade jetzt in vorweihnachtlichen Zeit kann man bunte Lichter überall sehen. Echte Kerze, Elektrische Kerze, leuchtende Bäume, Häuser und Fenster.

Aber wird dadurch die Dunkelheit vertrieben?

Was sagt uns heutige Bibeltext?

„Das aufgehende Licht aus der Höhe wird uns besuchen und denen erscheinen, die in Finsternis und Todesschatten sitzen“.

Ich werde so frei sein und behaupten dass überall um uns Finsternis und Todesschatten herrscht. Wir die erlöst sind, sind da rausgegangen, aber all die Menschen um uns die noch selber nicht zum Glauben an Jesus Christus gekommen sind, sitzen in Finsternis und Todesschatten, und mag noch so viel bunte lichter überall leuchten.

Und das uns dieses Licht aus der Höhe erscheinen ist, stehen wir in der Pflicht anderen Menschen die noch in Dunkelheit sitzen, auf dieser Licht aufzeigen.  

Das aufgehende Licht aus der Höhe wird uns besuchen und unsere Füße auf den Weg des Friedens richten.

Das ist eine Verheißung. Das ist eine heilvolle Zusage! Das ist kein Wunschtraum, sondern ein Wort, dass so gewiss gilt, wie Gott uns versprochen hat, dass er uns nicht vergisst.

Wir können jetzt schon diese heilvolle Erwartung vor Augen haben. Nicht als ein Bild in der Ferne, sondern als Verheißung, die jetzt schon spürbar ist, jetzt schon Auswirkungen hat.

Den Gottes Geist ist jetzt schon unter uns.

Adventszeit ist Zeit der Freude und der Vorfreude, Zeit der Stille und Zeit des Lobesund der gespannten Erwartung.

Bedeutung des Namens Zacharias bedeutet: Gott hat sich erinnert, Gott gedenkt.

Und Elisabeth Name hat eine Bedeutung, nämlich; Gott hat geschworen.

Ja Gott hat uns nicht vergessen, er hat sich erinnert und uns geschworen dass er uns nie verlässt.

Meine Ganze Predigt lässt sich in einem einzigem Satz zusammenfassen.

„Gott hat besucht und erlöst sein Volk“

Möge uns diese Satz in der nächsten Woche und in vorweihnachtlichen Zeit begleiten.

Last uns beten:

„Allmächtiger Gott. Verleihe uns die Gnade in diesem vergänglichen Leben, in das Dein Sohn Jesus Christus in großer Niedrigkeit uns zu besuchen kam, dass wir die Werke der Finsternis ablegen und die Waffen des Lichts anlegen, damit wir am jüngsten Tag, wenn er in seiner herrlichen Majestät wiederkommen wird, um die Lebenden und die Toten zu richten, auch wir zum unsterblichen Leben auferstehen werden. Durch ihn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert, jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen. 

 

 

Bibelarbeiten zum Propheten Daniel

Mittwoch 18 Uhr der Christusgemeinde – Teilnahme per Zoom oder Telefonkonferenz möglich. Bitte E-Mail an bischof.meyer@rekd.de um den Zugangslink zu erhalten.

Countdown zum Start“
Daniel Kapitel 9.

Daniel betet und
befragt die Schrift:
Jeremia 25,11+12

Download der PDF Datei Kapitel 9 klicken:



Daniel Kapitel 10

Daniel und seine letzte Vision (10,1 – 12,13)   Die letzten drei Kapitel von Daniel bilden eine Einheit, die Daniels letzte Vision enthält. Zusammenfassung:

  • Daniel 10,1–11,1 enthält die Beschreibung von Daniels Empfang der Vision,
  • 11,2–12,3 enthält die Erklärung des Engels zur Vision und
  • 12,4-13 markiert die letzten Anweisungen des Engels an Daniel bezüglich seiner Prophezeiungen. Der gesamte Abschnitt mit drei Kapiteln sollte dem treuen Überrest Israels während der Zeit der Heiden Hoffnung und Zuversicht geben.

   1. Daniels Empfang der Vision (10,1–11,1)

 Daniel 10 fungiert quasi als Prolog zu der detaillierten Vision, die im 11. Kapitel erklärt wird. Obwohl es sich nur um eine Einführung handelt, enthält es „wichtige Fakten in Bezug auf Engel und Dämonen und ihre jeweiligen Interessen am Volk und Werk Gottes“ (s.d. Wood, Daniel, 264).

  Die Einstellung der Vision (10,1-3)

    10,1. Daniel erhielt diese Vision im dritten Jahr des Kyros, das 536 v. Chr. war. Angenommen, Daniel war ungefähr 15 Jahre alt, als er gefangen genommen wurde (605 v. Chr.), war er zum Zeitpunkt dieser Vision ungefähr 84 Jahre alt. Die Vision handelte von einem großen Konflikt in der Zukunft mit Israel. Er wird in Deu 11,2–12,3 beschrieben wird.

    10,2. Möglicherweise trauerte Daniel um die schlechten Bedingungen der zurückgekehrten Gefangenen. Die Samariter waren gegen den Wiederaufbau des Tempels und die Arbeiten wurden eingestellt (Es< 4,5+24). Auch fand im ersten Monat Nissan, dem Auszugsmonat aus Ägypten, kein Passahfest mehr statt. Daniels Trauerzeit dauerte ganze drei Wochen.  Er fällt genau in diese Zeit Lev. 23,5-8. Der hebräische Text enthält die Worte „Tageswochen“, um ihn von den „Jahreswochen“ in dem Absatz unmittelbar davor zu unterscheiden (9,24-27).

    10,3. Daniel fastete teilweise, lehnte schmackhafte Brotspeisen und andere Speisen wie Fleisch oder Wein ab. Das erinnerte an seine Entscheidung als Teenager mit ca. 15 Jahren, nicht vom Tisch des Königs essen zu wollen (1,8-16). Doch in dieser Zeit ging es nicht darum, wie früher als das Essen damals den Göttern dargebracht worden wäre, sondern um eine geistliche Disziplin, um seine Gebete und die Verbindung zu Gott.  Hier ginge es um die Zeit des nicht zu feiernden Passahfestes und auch die Schwierigkeiten des Tempelaufbaus, die die Rückkehrer unter Esra hatten, vor Gott zu bringen.

      b. Der Botschafter der Vision (10,4-9)

    10,4. Daniel war am Ufer des großen Flusses … her Tigris, etwa 30 Kilometer von Babylon entfernt, als er den himmlischen Boten (Engel des Herrn – Jesus im AT / oder Gabriel?) empfing. Daniel hatte im fortgeschrittenen Alter von 84 Jahren nicht mehr mit den anderen jüdischen Rückkehrern die beschwerliche und anspruchsvolle Reise nach Israel angetreten, sondern blieb im Staatsdienst in Babylon oder weiter über seine Zeit hinaus als Berater tätig.

    10,5-6. Daniel sah einen Engel in Gestalt eines gewissen Mannes mit herrlichem Aussehen. Er hat eine Ähnlichkeit mit der Erscheinung Christi in Offb 1,12-16. Vergleichen wir dies hier.  Diese Auslegung wird von einigen abgelehnt, weil der Messias keine Hilfe des Engels Michael brauchen würde, wie dieser „Mann“ es hier scheinbar tat.

    10,7-9. Das Hebräische macht deutlich, dass Daniel allein die Vision: „Ich sah, Daniel, ich allein.“ Seine Gefährten spürten eine mächtige Gegenwart Gottes, sahen aber nichts, also liefen sie weg und versteckten sich (vgl. auch Apg 9,3-7).

      c. Die Hindernisse für die Vision (10,10-13)

    10,10-13. Als die Vision zu Daniel kam, war er geschwächt, möglicherweise auch durch sein Fasten. Er fiel durch diese machtvolle Erscheinung in einen tiefen Schlaf oder in Ohnmacht (10,9). Deshalb stärkte dieser „Mann“ den Daniel und teilte ihm mit, dass Gott ihn vom ersten Tag des dreiwöchigen Gebets an erhört und sofort IHN gesandt hatte, um Daniel zu antworten. Einige Interpreten haben den Engel als Gabriel identifiziert, eine aber unwahrscheinliche Schlussfolgerung, da der Text ihn nicht als solchen identifiziert. Dieser „Mann“ war erst nach einundzwanzig Tagen angekommen, weil ihm der Fürst des Königreichs Persien widerstanden hatte. Der persische Fürst musste übernatürlich sein, um sich diesem Mächtigen zu entgegnen, und böse, um sich Gottes Absichten zu widersetzen, bis der Erzengel Michael zur Unterstützung V13 erschien. (Anders bei Jakob, der auch mit dem Engel des Herr die Nacht bis zum Morgen rang und der Engel ihn siegen ließ.)

Hier aber war er ein dämonischer Geist, ein dämonischer Engel am Werk, der versuchte, die politischen Angelegenheiten Persiens zu beeinflussen und sich Gottes Absichten zu widersetzen. Andere Bibelstellen lehren auch von unsichtbaren geistlichen Mächten, die Fürstentümer und Weltmächte beeinflussen (Hes 28,11-19; 2Ko 10,3-4; Eph 6,12). Der „Mann“ konnte den mit Persien verbundenen Dämon erst besiegen, als ihm der Engel Michael, einer der obersten Engelsfürsten Gottes, zu Hilfe kam. Michael (dessen Name bedeutet „Wer ist wie Gott?“)  ist der Schutzengel Israels (vgl. Deu 10,21; 12,1; Offb 12,7) und wird im NT als Erzengel, als der erste oder Anführer einer Engelstruppe bezeichnet (Judas 9).

      d. Der Zweck des Besuchs der Engel (10,14–11,1)

  • 10,14. Der Engel offenbarte, dass der erste Zweck der Vision darin bestand, zu offenbaren, was in den Letzten Tagen mit Israel geschehen würde. Obwohl sich viele der Vorhersagen in Dan 11 auf Ereignisse in der zwischentestamentarischen Periode beziehen (300 bis Geburt Christi), geben sie auch Einblicke (11,36–12,3) auf Ereignisse im Zusammenhang mit der Wiederkunft Christi. Auch die früheren erfüllten sich, wie die Gräuel der Verwüstung unter Antiochus IV (Epiphanes), sie haben eine typologische Bedeutung, die auch auf die Endzeit hindeutet.
  • 10,15-19. Die zweite Absicht der Lichtgestalt des Mannes durch sein Kommen war, Daniel zu stärken. Obwohl Daniel wegen der Vision in Angst und ohne Kraft war, stärkte ihn, der aussah wie ein „Mensch“ zweimal, zuerst durch seine Berührung (10,18) und zweitens mit seinen ermutigenden Worten (10:19).

    10,20-21. Als der „Mann“ sich erneut darauf vorbereitete, gegen den Prinzen von Persien zu kämpfen, teilte er Daniel mit, dass er danach auch den Kampf gegen den Prinzen von Griechenland aufnehmen würde, die dämonische Macht, die versucht, das griechische Reich zu kontrollieren und sich Gottes Absichten für diese Nation und Israel zu widersetzen. Dies ist eine Anspielung auf die Vorhersage, dass Griechenland Persien als nächste große Weltmacht folgen würde (8,4-8, 20-22).

  • Der dritte und letzte Zweck des Engels war es, das zu offenbaren, was in der Schrift der Wahrheit beschrieben ist, ein Hinweis nicht auf ein bestimmtes irdisches Buch, sondern eher auf Gottes himmlischen Plan über die Zukunft der Nationen der Welt.
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Lesungen und Predigt in der Christuskapelle