Einleitung: Der Pfarrer, der die Hochzeitsgesellschaft vor der Kirche im November warten ließ.
Wochenspruch: „Und ich, wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen.“ (Johannes 12,32)


Liebe Schwestern und Brüder in Christus,
zwischen Himmelfahrt und Pfingsten liegt eine merkwürdige, stille, beinahe leere Zeit. Jesus ist aufgefahren in den Himmel – er ist für seine damaligen Apostel nicht mehr sichtbar und für uns nachempfindend nicht mehr unter seinen geliebten Jüngern. Auch war Pfingsten, die Verheißung des mächtigen Kommens des Heiligen Geistes, noch nicht geschehen. Es war damals und ist heute auch noch die Zeit der wartenden Gemeinde. Für uns jedoch als kräftigende Gegenwart zum Dienst und bis zu seiner zweiten Wiederkunft.


Diese Spannung spiegelt sich auch heute im kirchlich bezeichneten Sonntag Exaudi wider. Dieser Name kommt vom lateinischen „Höre“ – ein Ruf nach Gott, es ist ein Gebet um Gehör, um Gottes Nähe, um Seine Antwort. Und die Gemeinde harrt – voller Erwartung, voller Hoffnung – auf das, was Jesus verheißen hat: auf den Beistand, den Tröster, den Geist der Wahrheit und der damit verbundene Kraft.
Im Evangelium aus Johannes 15,26 – 16,4 spricht Jesus selbst von diesem Heiligen Geist. Er nennt ihn den „Beistand“, den der Vater senden wird“. Dieser Beistand – das griechische Wort lautet „Paraklet“ – es meint nicht nur Trost, sondern auch Beistand, ein Hinzugerufener anstelle unseres Herrn Jesus Christus, der uns hier auf Erden fehlt, und zwar für unseren irdischen Kampf gegen Sünde, Satan und Selbstverherrlichung, auch als Anwalt in unserer Not, als Kraft in unseren Schwachheiten, aber besonders als die Kraft, um Zeugen für unseren Herrn zu sein.

Jesus sagt: „Wenn der Beistand kommen wird, den ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, der wird Zeugnis geben von mir.“
Die wartende Gemeinde ist also nicht nur tatenlos. Sie wartet nicht passiv und dreht ängstlich Däumchen. Sie schließt sich nicht wie die 11 Jünger am Auferstehungsabend Jesu von innen ein, praktisch in „Konklave“ und fürchtet sich. Nein, sie wartet aktiv im Hören und kommuniziert im Gebet mit dem Vater im Himmel, und sie tut dies in der Gemeinschaft ihrer Glieder am Leib des Herrn. Und sie hat verstanden, dass sie erwartet, Kraft aus der Höhe zu empfangen. Sie bereitet sich im Warten und Hören auf Gott darauf vor, selbst Zeugnis von Jesus, dem Auferstandenen und Sieger zu geben. Es geht nicht um mich als Einzelnen, sondern um mich in der eingebunden Christusgemeinschaft.
Unser Wochenspruch in unserem Gebetbuch stammt aus Johannes 12,32- Er verweist uns auf das Ziel dieser Erwartung: „Und ich, wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen.“ Christus ist also erhöht!

  1. Durch das Kreuz und am Kreuz ist dies für uns geschehen;
  2. weiter durch Jesu Auferstehung, da er als erster von den Toten emporstieg, und
  3. weil durch das von uns kürzlich begangene Himmelfahrtsfeste, unser Blick zum Himmel gelenkt wird, weil er zur Rechten des Vaters aufgefahren ist.

  1. Kreuz, 2. Auferstehung und 3. Himmelfahrt
    Das sind die drei Merkmahle der Erhöhung Jesu. Die gelten uns alle.
    Doch diese Erhöhung ist nicht eine Distanz von uns, dass sich Christus für uns jetzt weit entfernt hat, sondern seine Erhöhung ist eine besondere Einladung für dich und mich. Es ist nicht ein Weggehen, sondern eine besondere Hinwendung zu uns mit einem wichtigen Ziel. Der erhöhte Herr zieht uns zu sich, praktisch wie ein Magnet Metall anzieht, so will Er uns in Seine Gegenwart, in Seine Herrlichkeit in den Himmel ziehen. Seine Erhöhung ist auch unsere Erhöhung. Sein dreifacher Sieg ist auch dein Sieg und gilt deiner Erhöhung in die himmlischen Örter.
    In der Epistel-Lesung aus 1. Petrus 4,7–11 hören wir, was das konkret bedeutet: „Es ist aber nahe gekommen das Ende aller Dinge. So seid nun besonnen und nüchtern zum Gebet.“ Die wartende Gemeinde soll am Ende aller Dinge und an ihrem Ende der Welt eine geistliche und betende Gemeinde sein. Christus sitzt nun zur Rechten des Vaters und betet für unseren Kampf und unsere Erhöhung. Christus hat aus Liebe, unsere Sünde zugedeckt und vergeben. Wir als christliche Gemeinde sollen in seiner Liebe leben und handeln, als solche „die auch der Sünden Menge zudeckt“. Leben wir dies im Alltag: Vergib uns unsere Schuld und Schwachheiten, wie wir vergeben anderen ihre Sünden und Schwachheiten? Die Ortsgemeinde lebt auch die Gastfreundschaft im Alltag und heißt die Fremden herzlich willkommen. Sie steht im Dienst ihres Herrn, und zwar in der besonderen Kraft Gottes – und ihr ganzes Leben gilt dann allein zur Ehre Jesu Christi.
    Warten in der Zwischenzeit, bevor wir alle erhöht werden sollen in die Gegenwart des Sohnes Gottes beim Vater heißt also nicht Stillstand, sondern geistliches Wachstum, mit der Lebensweise Jesu in unserem Alltag. – Exaudi erinnert uns:
    Wir sind auf dem Weg – gezogen von Christus mit dem Ziel in den Himmel zu fahren, aber gestärkt durch den Heiligen Geist, besonders aber nicht zuerst als Einzelne Person, sondern gemeinsam als Christus-Gemeinde.
    Gerade heute, in Zeiten der Unruhen und Unsicherheit dieser Welt, ist solch eine wartende himmlische Haltung entscheidend. Nicht als Flucht aus dieser hektischen Welt, sondern als ergriffene Hoffnung. Auch nicht als Rückzug aus ihr, sondern als Vorbereitung auf unsere Erhöhung.
    So bitten wir eifrig um den Heiligen Geist, der uns Kraft gibt, Zeugnis von Jesu Charakter und Wirken für die Erlösung der Welt zu geben – mit Wort und Tat, in Liebe und Wahrheit.
    So lasst uns diese – unsere – Zeit nutzen – wie die Jünger damals im Obergemach-
    um zu warten, zu beten, zu hören und zu gehen.

  2. Der Beistand kommt in unser Herz und Christus zieht dich und mich zu sich in den Himmel.
    Aber wir gehen dabei nicht allein, sondern gemeinsam dorthin. Amen.

Einleitung:
Hiob 28 bildet das Nachwort des Dialogs zwischen Hiob und seinen drei Rat gebenden Freunden. Es stellt der menschlichen Weisheit die Weisheit Gottes entgegen, die von Hiob und seinen Freunden zur Deutung seines Leidens bisher herangezogen wurde. Die in diesem Kapitel beschriebene Weisheit ist keine menschliche Erkenntnis, sondern eine von Gott gesetzte gesamtweltliche Ordnung, die durch Ehrfurcht erkannt und gelebt wird. Der Mensch kann sie nicht durch eigene Anstrengungen erreichen, sie nicht erwerben oder mit weltlichen Mitteln erlangen.

Hiob beschreibt den Eifer, mit dem Menschen nach Edelmetallen graben und Schätze aus der Tiefe der Erde ans Licht bringen. Doch so intensiv sie auch nach Gold und Edelsteinen suchen, sie können die wahre Weisheit nicht finden. Selbst wenn der Mensch tief in die Erde vordringt, bleibt ihm göttliche Weisheit verborgen, da sie nicht durch menschlichen Fleiß erlangt werden kann. Nur Gott allein kennt ihren wahren Ort.

    Weisheit hat einen unschätzbaren Wert und kann nicht mit Gold, Silber oder Edelsteinen erkauft werden. Kein menschliches Vermögen reicht aus, um sie zu erwerben. Selbst die Tiefen des Meeres und der Unterwelt wissen nicht, wo sie zu finden ist. Diese Erkenntnis liegt außerhalb des menschlichen Zugriffs, da sie nicht durch weltliche Mittel erlangt werden kann.

    Gott allein besitzt wahre Weisheit, da er Schöpfer und Herrscher der Welt ist. Er hat die Erde mit Weisheit geordnet und kennt alle Geheimnisse des Universums. Wahre Weisheit besteht darin, den Herrn zu fürchten und das Böse zu meiden. Dies ist die einzige Form von Weisheit, die dem Menschen durch Gottesfurcht zugänglich ist.

      Göttliche Weisheit unterscheidet sich grundlegend von menschlicher Weisheit. Sie ist kein Ergebnis intellektueller Leistung oder materieller Mittel, sondern entsteht allein aus der Ehrfurcht vor Gott und unserer Beziehung zu ihm. Nur diejenigen, die Gott fürchten, erlangen diese Weisheit, die wertvoller ist als alle materiellen Schätze der Erde.


      Lesungen nach dem Lektionar nach: „Das Allgemeine Gebetbuch“ – zum 23. Januar.
      (Kapitel 1: klicken um hier zu lesen) – https://www.bibleserver.com/EU/Hiob1

      Der Prolog im Buch Hiob führt die zentralen Figuren und Themen der Geschichte ein.

      Gott, der im hebräischen Text als „Jahwe“ bezeichnet wird, veranlasst die Ereignisse, indem Er Satan herausfordert.


      Satan
      Satan wird als „der Ankläger“ vorgestellt. In dieser Darstellung hier ist „Satan“ kein Eigenname, sondern eine Funktionsbeschreibung. Er tritt als Ankläger gegen Hiob und stellt dessen Frömmigkeit infrage.

      Hiob
      Hiob wird als „tadellos und aufrichtig“ beschrieben. Er fürchtet Gott und meidet das Böse. Diese Eigenschaften führen zu Gottes offensichtlicher Zufriedenheit mit Hiob. Dies zeigt sich in Wohlstand, Gesundheit und in seiner großen Familie.

      Hiobs Frau
      Hiobs Frau wird negativ dargestellt. Sie zeigt wenig Verständnis für seine Leiden und fordert ihn auf, Gott zu verfluchen und lieber zu sterben. Statt Trost bietet sie ihm unlogische Kritik und Aussichtslosigkeit.


      Hiobs Freunde
      Hiobs drei Freunde – Eliphaz, Bildad und Zophar – treten zunächst mit Mitgefühl auf und sitzen wortlos sieben Tage bei ihm. Doch später zeigen sich ihre Ansichten und Argumente kurzsichtig und problematisch.

      Die Reden der Freunde:
      Eliphaz (Erfahrungen)
      Eliphaz wird als weiser, aber traditionell denkender älterer Mann dargestellt. Seine Reden basieren auf der Vorstellung, dass Leiden eine direkte Folge von Sünde ist. Er beruft sich auf persönliche Erfahrungen und eine mystische Vision, die ihm angeblich bestätigt, dass Hiob gesündigt hat. Zunächst ist Eliphaz behutsam, wird jedoch zunehmend kritischer und spöttischer, als Hiob seine Schuld leugnet. Eliphaz betont Gottes Übernatürlichkeit und meint, dass Gott zu groß sei, um sich mit persönlichen Schicksalen zu befassen.

      Bildad – (Bildung)
      Bildad ist ein Gebildeter und Traditionalist, der jünger ist als Eliphaz . Er bringt vor allem gebräuchliche und theologische Argumente vor. Er behauptet, Hiobs Kinder seien gestorben, weil sie Sünder waren, und sieht Hiobs Leid ebenfalls als Strafe für dessen Sünde. Seine Ansprachen sind geprägt von wenig Mitgefühl und einer starren Haltung. Er spricht von Gottes Allmacht und argumentiert, dass Hiob Gottes Entscheidungen einfach akzeptieren müsse.


      Zophar (der Zornige)
      Zophar, der jüngste der drei Freunde, ist der direkteste und eindeutigste. Er ist emotional und wirft Hiob vor, seine Schuld zu leugnen, und behauptet, dass Hiob selbst unbewusst gesündigt haben müsse. Zophar argumentiert mit Gottes Allwissenheit und fordert Hiob auf, Buße zu tun, um Gottes Gnade zu erfahren.

      Hiobs Antwort und Reden
      Hiob hält mehrere Reden, in denen er die Anklagen seiner Freunde zurückweist. Er besteht darauf, dass er unschuldig ist, und argumentiert, dass sein Leiden unverdient ist.
      Hiobs Klage
      Zu Beginn verflucht Hiob den Tag seiner Geburt und wünscht sich, er wäre tot geboren worden. Obwohl er tief verzweifelt ist, denkt er nicht daran, sein Leben zu beenden.
      Hiobs Reaktion auf die Argumente seiner Freunde
      Hiob lehnt die Erklärungen seiner Freunde ab. Er sieht Gott als verantwortlich für sein Leiden und äußert den Wunsch, Gott vor Gericht zu stellen, um seine Unschuld zu beweisen. Seine Reden zeigen eine Mischung aus Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit und doch gelegentlicher Zuversicht.

      Hiobs bemerkenswerte Reden
      In Kapitel 28 singt Hiob ein Loblied auf die Weisheit, die er als unendlich wertvoll, aber für Menschen schwer erreichbar beschreibt. In Kapitel 31 verteidigt Hiob seine Unschuld und listet alle Bereiche seines Lebens auf, in denen er sich untadelig verhalten hat.


      Elihu – Der vierte und letzte Redner – (Einsichten neu und innovativ)
      Elihu, ein jüngerer Mann, tritt am Ende in die Diskussion ein. Er behauptet, neue Einsichten zu bringen, wiederholt jedoch im Wesentlichen die Argumente der drei Freunde. Elihu betont, dass Gott Leiden als Belehrungs-Methode benutzt, um Menschen zu erziehen und sie vor größerem Unheil zu bewahren. Nun wird es stell. Hiob reagiert nicht auf Elihus Reden.

      Fazit – Ergebnis
      Die Reden der Freunde und Elihus zeigen, wie schwierig es ist, Gottes Handeln zu verstehen. Sie versuchen, Hiobs Leiden durch einfache Ursache-Wirkungs-Prinzipien zu erklären, scheitern jedoch an der Vielschichtigkeit vieler übersinnlicher Merkmale seiner Situation. Während einige ihrer Aussagen theologisch korrekt sein mögen, wenden sie diese auf Hiobs Fall gefühllos und unangemessen an. Hiob bleibt in seinem Leid jedoch standhaft und wartet auf eine Antwort von Gott.

      In jeder Generation erwarteten die Menschen einen Propheten, doch die wirklich Frommen und ernsthaft Gläubigen warteten auf den Messias, den Retter.
      Johannes der Täufer wurde von den Theologen befragt: „Wer bist du?“ Seine klare Antwort war: „Ich bin nicht der Messias.“ Stattdessen wies Johannes auf Jesus hin, den er persönlich kannte, und erklärte: „Mitten unter euch steht der, den ihr nicht kennt.“
      Doch kennen wir ihn persönlich? Können wir sagen, dass er mitten unter uns ist?
      Die Adventszeit erinnert uns daran, dass Jesus nicht nur einmal kam, sondern uns heute nahe ist und wiederkommen wird.
      Der Apostel Paulus ruft uns im Philipperbrief zur Freude im Herrn auf: „Freut euch im Herrn zu jeder Zeit!“ Diese Freude entspringt unserer lebendigen Beziehung zu Christus. Sie ist unabhängig von materiellen Dingen, die uns oft von echter Freude ablenken. Unser Konsum kann keine beständige Freude schenken. Nur in der Nähe Gottes finden wir wahre, bleibende Freude.
      Diese Freude wird sichtbar, wenn wir uns auf das Wesentliche besinnen: Zeit mit Gott, Gebet, und Lobpreis – in unseren Herzen und mit unseren Stimmen entstehen lassen. Der Psalmist sagt: „Lobe den Herrn, meine Seele!“ Diese Haltung lässt uns täglich neue Freude finden.

      Paulus erinnert uns daran, nicht in Sorgen zu verharren, sondern alle Anliegen mit Dank vor Gott zu bringen: „Sorgt euch um nichts, sondern bringt eure Bitten betend und flehend vor Gott!“
      So bewahrt der Friede Gottes unsere Herzen und Gedanken in Christus.

      Freuen wir uns also über die Nähe des Herrn – jetzt und auf sein baldiges Kommen.

      Einleitung:

      Kaiser Wilhelm II. zieht 1898 in Jerusalem ein. Er sitzt hoch zu Ross mit im weißen Gewand, darunter trägt er seine Rüstung. Viele Journalisten sind bereits vor Ort, um ihn zu empfangen,.

      • Alexander der Große und das jüdische Volk
      Als Alexander der Große zwischen 313-317 v. Chr. Palästina eroberte, war das jüdische Volk sehr besorgt. Niemand hatte sich gegen ihn behaupten können. Der jüdische Historiker Josephus erzählt, dass Alexander Jerusalem besuchte, die Stadt jedoch verschonte. Der Hohepriester Jaddus hatte einen Traum, in dem ihm die göttliche Bestimmung Alexanders angekündigt wurde. Als Alexander Jerusalem erreichte, erkannte er Jaddus als den Mann, der ihn im Traum ermutigt hatte, gegen Persien zu kämpfen. Dies führte dazu, dass Alexander den Tempel betrat, Geschenke übergab und der Gott Israels verehrte.


      • Gottes Schutz und Verheißung
      In Sacharja 9,8 wird Gottes Schutz für das jüdische Volk während schwieriger Zeiten verheißen. Der Tempel und das Volk sollten geschützt werden, was sich in der Verschonung Jerusalems durch Alexander widerspiegelte. Sacharja endet mit einer Prophezeiung über die endgültige Befreiung Israels durch das zweite Kommen des Messias.


      • Jesus als Messias und Friedensbringer
      Die Prophezeiung verdeutlicht, dass Jesus als Messias sowohl geistiges als auch körperliches Heil bringen wird. Bei seiner Wiederkunft wird er der Welt den Frieden bringen und den Krieg beenden.


      • Weltweite Herrschaft des Messias
      Der Messias wird über die gesamte Erde herrschen, im Gegensatz zu Alexander, dessen Reich nur einen kleinen Teil der Welt umfasste. In Vers 10 wird dies als Verheißung eines globalen Friedens und einer universalen Herrschaft dargestellt.

      1. Das erste Kommen des Messias wurde exakt vorhergesagt.
      2. Der Messias wird als König herrschen.
      3. Der Messias wird ein gerechter Herrscher sein.
      4. Der Messias bringt geistiges und körperliches Heil.
      5. Der Messias wird demütig und sanftmütig sein.
      6. Die Herrschaft des Messias wird global sein.
      7. Der Messias wird dem Krieg ein Ende setzen und Frieden bringen.

      Jesus von Nazareth erfüllte die Prophezeiung aus Vers 9 und wird Vers 10 bei seiner zweiten Ankunft erfüllen. Darin beseht unser Glaube und Hoffnung, nur er wird uns und der Welt den Frieden bringen. Amen.

      Die Predigt auf Youtube:

      katholisch - evangelisch-anglikanisch - Bezeichnung für den letzten Sonntag im Kirchenjahr:
Christkönigs-Sonntag, Ewigkeits-Sonntag, Erweckungs-Sonntag

      Bibeltext lesen: Jeremia 25,5-8

      Der letzte Sonntag im Kirchenjahr der Anglikanischen Kirche wird auch Stirr-Up-Sunday genannt.

      Mehr in Englisch:


      Freitag früh gegen 11 Uhr kam der ehemalige bekannte Ex-Stadtrat und überbrachte persönliche Worte und ein Gratulations-Päckchen. Wir tranken dann zusammen einen Espresso in unserer mit Holz geheizten Küche. Kurz danach klingelt es wieder, und der Bürgermeister von Schwarzenborn, Jürgen Liebermann, zusammen mit dem neuen Stadtrat Herrn Scheindl, standen dann auch mit in der warmen Küche, gratulierten mit Grüßen der Stadt und einem Päckchen mit schmackhaftem Inhalt und einer geschichtlichen Broschüre Schwarzenborns.

      Während Grace das besondere Abendessen mit zwei Mitarbeitern in der Jausenstation vorbereitete, schmückte ich den großen Speisesaal und heizte den 45 Jahre alten schwarzen Norweger-Ofen mit abgelagertem Holz an.

      Dann überraschte mich gegen 16 Uhr der nächste nach mir geborene Bruder, Ex-Polizist, (wie ich einst) aus Bad Camberg kommend, pünktlich in meinem Büro. Welch ein Hallo. Und so begaben wir uns zurück zur Jausenstation. Gerade dann war schon das nächste Auto des nachfolgenden Bruders mit Frau aus Altleiningen eingetroffen. Und natürlich kam auch bald das Bäcker Ehepaar Nolte aus Schwarzenborn mit zwei jugendlichen Enkeln an, während der dritte Enkel in künftiger Bäcker-Gesellenposition sich schon auf den Nachtdienst in der Bäckerei vorbereitete.

      Dazu gesellte sich bald die erste Tochter mit Ehemann aus Niedergrenzebach, 13 km vom Knüll entfernt, ein. Mit ihnen kam auch unsere jüngste verheiratete Tochter aus Frankfurt (wo ich als Polizist für eine Zeit Dienst tat) hinzu. Sie hatte die umweltfreundliche Verbindung von Frankfurt zum ehemaligen Bahnknotenpunkt Treysa gewählt. Zusammen kamen sie nun mit den hübschen Teenager-Zwillingen hier an. Ihr älterer Bruder, der schon selbst Führerschein und Auto besitzt und der bald sein Abitur machen wird, erschien stolz eigenständig. Er berichtete mir, dass er mit seiner Melanchthon- Schulklasse gerade eine ganze Woche auf die Insel Kreta geflogen war, wo sie ihre letzte Klassenfahrt verbrachten. Sie übernachteten in Zelten und morgens und abends bereiteten sie selbst ihr Essen gemeinsam.

      Später traf dann noch, die dritte Tochter, die jetzt Kindergartenleiterin hier in Schwarzenborn ist, mit ihrem noch nicht eingeschulten Sohn, unserem jüngsten Enkel, zur Feier ein.

      Weiter kam auch mein jüngster Bruder, Arzt im Klinikum Winterberg, angereist. – Nach einem kurzen Sekt-Empfang und Kuchen-Häppchen aus der Bäckerei Nolte, gab es dann ab 18 Uhr das von Grace und ihrem Team köstlich vorbereitete Geburtstagsessen mit wunderschön zartem Jungbullen-Feisch, verschiedenen Salaten, Gemüse, Süßkartoffeln, Getränken und Vanilleeis mit heißen Kirschen zum Nachtisch.

      Etwa gegen 20 Uhr traf der Solo-Sänger, Daniel Schneider, aus Schwarzenborn ein, der selbst gerade eine Prinzessinnen-Geburtstagsfeier seiner kleinen Tochter beendet hatte. Herzlichen Dank, dass er seinen Auftritt am Abend wegen freundschaftlichen Beziehungen doch noch eingefügt hatte. Dieser Abschnitt des Abends wurde mit vielen bekannten Liedern von dem amerikanischen Sänger Frank Sinatra bis etwa 22 Uhr umrahmt und begleitet. Immer wieder gab es Applaus, besonders von der etwas älteren Familiengeneration, die sich an dessen englische Lieder noch erinnern konnten. Z.B. New York, New York – Strangers in the Night – My Way, etc. Danach gab es noch zwischen Daniel Schneider, der früher auch in Kassel in der Militärkapelle gespielt hatte und nun in der Krankenhausorganisation tätig ist, mit meinen Brüdern längere Gespräche, die sicherlich auch noch später auf beruflicher Ebene fortgeführt werden. –

      Der gesellige Abend endete Samstagmorgen gegen 1 Uhr für die letzten Anwesenden.

      Der Samstagmorgen begann dann mit einem Frühstück im Hause Meyer gegen 8:30 Uhr für die letzten übrig Gebliebenen und zog sich bis zu deren Wegfahrt hin.

      Und dann stand die Öffnung unserer Wandergaststätte, der Jausenstation am Knüllköpfchen, bevor, die um 12 Uhr Samstag geöffnet wurde.

      Und schon bald kam an mich die Anfrage: „WANN kommen denn die Liedvorschläge, die am Sonntag im Gottesdienst gespielt werden sollen? Ok, sie kommen gleich!“ meine Antwort. –  Am späten Nachmittag gab es endlich Zeit für die Vorbereitungen des Gottesdienstes: Predigt, PowerPoint Zusammenstellung der Liturgie, für die Übertragung im Internet und auf die Projektionsfläche in der Kapelle: Lieder, Gebete Texte, usw.

      Dann am Sonntag nach dem Gottesdienst gegen 12 Uhr fand das Gemeindegeburtstagsessen wie geplant in der Jausenstation statt. Vielen Dank Grace und Doris! Und auch für die guten Gespräche danach.

      Am Nachmittag erschienen viele Sonntags-Gäste: Fahrradfahrer, Wanderer, Frauengruppen, etc., sodass ich mit einspringen musste: Tortenstücke schneiden, Kaffee einschenken, bedienen, und dann folgten noch viele Gespräche wie an jedem Sonntag.

      Als alle Mitarbeiter gegangen waren und wir schließen wollten, erschienen immer noch Leute. Kasse war bereits geschlossen!!  „Ach, habt ihr noch offen?“ Und dann kam zum Schluss doch noch ein Ehepaar. Die Frau war gefallen, der „Rote-Kreuzwagen“ wurde gerufen, konnten ihr aber nicht helfen. Da fuhr Bischof Gerhard kurzum nach Hause, weil die Sanitäter keine Pflaster und Desinfizierungsmittel dabeihatten, holte diese privat von nebenan.  So tranken diese beiden bis zur Rückkehr noch ihren Kaffee in unserem Gastraum, und er verarztete und verband die Frau danach selbst.

      Als dann diese letzten beiden die Jausenstation bei einsetzender Dunkelheit verlassen hatten, war es ca. 19.30 Uhr. Erst dann konnten wird zum nächsten Geburtstag unserer ältesten Tochter, die nicht feierte, nach Niedergrenzebach fahren. Hier hielten wir uns nur kurz auf, gratulierten, um dann schließlich zwischen 21 und 22 Uhr in einer nahegelegenen Pizzeria noch unser Abendessen zu genießen.

      Aber, so sieht unser Wochenende meistens aus. Montags planen wir aber einen halben Tag Ruhe ohne Telefon und Internet und genießen die Knüllstille

      Wir danken, dieses Wochenende so erleben zu können, sowie Euch allen und Gott für seine Hilfe und die Erhaltung des Lebens zu seiner Ehre.

      Übersetzt und ergänzt: Aus „The Book of the Mysteries“, Jonathan Cahn.

      Detail aus dem Isenheimer Altar von M. Grünewald (1506-1551


      Das Lamm und das Geheimnis

      des 10. – und 14. Nisan – vom Palmsonntag bis Gründonnerstag

      Der Lehrer brachte mich zurück zur Kammer der Schriftrollen, näherte sich der Bundeslade, nahm die Schriftrolle heraus, deckte den Tisch, entrollte sie bis zu der Stelle, nach der er suchte, und begann dann, sie laut zu übersetzen.

      „Exodus 12, 3 Sagt der ganzen Gemeinde Israel: Am zehnten Tage dieses Monats nehme jeder Hausvater ein Lamm, je ein Lamm für ein Haus. 4 Wenn aber in einem Hause für ein Lamm zu wenige sind, so nehme er’s mit seinem Nachbarn, der seinem Hause am nächsten wohnt, bis es so viele sind, dass sie das Lamm aufessen können. 5 Ihr sollt aber ein solches Lamm nehmen, an dem kein Fehler ist, ein männliches Tier, ein Jahr alt. Von den Schafen und Ziegen sollt ihr’s nehmen 6 und sollt es verwahren bis zum vierzehnten Tag des Monats. Da soll es die ganze Gemeinde Israel schlachten gegen Abend. 7 Und sie sollen von seinem Blut nehmen und beide Pfosten an der Tür und die obere Schwelle damit bestreichen an den Häusern, in denen sie’s essen, 8 und sollen das Fleisch essen in derselben Nacht, am Feuer gebraten, und ungesäuertes Brot dazu und sollen es mit bitteren Kräutern essen“.

      Am zehnten Tag dieses Monats soll sich jeder ein Lamm nehmen … ein Lamm für ein Haus, ein Lamm für jede Familie. Dies ist einer der wichtigsten biblischen Feiertage“, sagte er, „und doch haben die meisten Menschen noch nie davon gehört.“

      „Welcher heiliger Tag?“

      „Der 10. Tag des hebräischen Monats Nisan (April). Das Passah fiel auf den 15. Tag des Nisan. Aber der 10. Nisan war der Tag, an dem das Lamm ausgewählt und in das Haus einer Familie gebracht wurde, die es am Passah opfern und essen sollte.“

      Er hob den Blick von der Schriftrolle und drehte sich zu mir um.

      „Der 10 Nisan ist also der Tag des Lammes“, sagte er, „der Tag seiner Erwählung, um dann genommen und mit der Familie identifiziert zu werden, für das es dann 4 Tage später geopfert werden würde. Kennst du den Palmsonntag?“ fragt er? (Text klicken, um zu lesen: Matthäus 21,1-11)

      „Natürlich. Es ist der Tag, an dem der Messias auf einem Esel durch die Straßen Jerusalems geführt und vom Volk mit Jubel und Palmzweigen begrüßt wurde.“

      „Ja, aber es ist auch ein Tag voller Geheimnisse. –  Wenn der Messias dies Passahlamm ist, dann muss er auch mit dem 10. des Monats Nisan verbunden sein.“

      „Das Geheimnis ist also …“ „Was wir heute Palmsonntag nennen, ist in Wirklichkeit der 10. Nisan, der Tag des Lammes. Damals, als die Menschen in Jerusalem die Pessach-Lämmer zu ihren Häusern und Familien führten, wurde der Messias vom Ölberg durch die Stadttore nach Jerusalem geführt. Das Hineinbringen des Messias in die Stadt mit Palmen und Hosianna war tatsächlich die Erfüllung dessen, was seit alters her geboten war, das Einbringen des Lammes. Genauso wie an dem Tag, an dem das Pessach-Lamm in das Haus gebracht wurde, brachte Gott Christus, das Lamm Gottes, in das Haus Gottes nach Jerusalem, dem Tempel, dem Ort seiner Wohnung. Und so wie die Lämmer des 10. Nisan dann am Pessach von denen geopfert werden musste, die dort in jedem Haus wohnten, so musste auch das Lamm Gottes damals am Passah von all denen geopfert werden, die in Jerusalem wohnten. Jesus, das Lamm Gottes, musste zum Haus Gottes kommen, damit die Segnungen der Erlösung kommen könnten.

      Auf die gleiche Weise, wenn du Segen Gottes erfahren möchtest, musst du das Lamm zu dir nach Hause bringen. Du musst Ihn an den Ort bringen, wo du dein Leben lebst … in jedes Zimmer, jeden Schrank, jede Ecke und Spalt deines Lebens. Der Segen beginnt dann, wenn das Lamm (Gottes als Erlöser zu dir) nach Hause kommt.“

      Die Botschaft: Bringe das Lamm Gottes zu dir nach Hause an den Ort, an dem du dein Leben wirklich lebst, und lasse Ihn in jeden Raum, jeden dunklen Raum, Schrank und jede Spalte deines Lebens kommen. – Gib mir dein Herz, um darin zu wohnen.

      14. Januar 2024 – Thema zum Sonntag Allianz Gebetswoche

      Predigt zu Matthäus 20,18-20

      Liebe Schwestern und Brüder in Christus,

      heute, da wir uns in der Gegenwart unseres Herrn versammeln, wollen wir uns mit den uns verwandelnden Worten des Missionsbefehls in Matthäus 28,18-20 beschäftigen. Dieser Abschnitt wird oft als der Herzschlag der christlichen Mission bezeichnet beschreibt die göttliche Autorität und die dauerhafte Verheißung, die uns Jesus Christus gegeben hat.

      Der Schwerpunkt dieses Auftrags liegt in dem Wort „alle“. In Vers 18 erklärt Jesus mit Nachdruck: „Mir ist gegeben (1.) alle Gewalt im Himmel und auf Erden„. Diese kraftvolle Verkündigung unterstreicht die göttliche Wesensgleichheit unseres Herrn. Sie erinnert uns daran, dass unser Auftrag, damals wie heute, allein in der Autorität Jesu Christi verankert ist. Ohne seine Autorität wären unsere Bemühungen vergeblich.

      Der erste Schritt zur Erfüllung des Missionsbefehls besteht also darin, die Herrschaft Christi in jedem Aspekt unseres Lebens anzuerkennen und sich ihr zu unterwerfen. Ist er dein Herr und Herr allein?

      Im weiteren Verlauf stoßen wir auf den zentralen Befehl in den Versen 19-20: „Darum gehet hin und machet zu Jüngern (2.) alle Völker“. Dieser Auftrag ist keine bloße Empfehlung, sondern ein Auftrag für jeden Gläubigen. Jesu Jünger wurden angewiesen, aktiv zu sein und über ihre Komfortzone hinauszugehen und viele Grenzen zu überschreiten, um Jünger zu machen.

      Auch wir sind aufgerufen, in unserem täglichen Leben bewusst und aktiv auf die Verlorenen zuzugehen, um die lebensverändernde Botschaft des Evangeliums weiterzugeben.

      Die Partizipien / Mittelworte im Urtext „taufen“ und „lehren“ geben einen weiteren Einblick in die Mittel, mit denen wir den Missionsbefehl erfüllen sollen.

      Die Taufe symbolisiert die Einführung in ein neues Leben in Verbindung mit Christus und steht für die Identifikation des Gläubigen mit dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist. Wir sollen in den Namen und das Wesen der Dreifaltigkeit eingetaucht werden. Dieses neue Leben ist dann der äußere Ausdruck einer inneren Wandlung, die auf die Entscheidung eines Menschen folgen sollte, Christus zu vertrauen. Die Taufe ist ein Schritt des Gehorsams, der das Fundament für ein Leben in der Nachfolge Jesu legt.

      Ist dies Prinzip der Nachfolge bei dir entstanden und auch noch vorhanden?

      Darüber hinaus ist der fortlaufende Prozess des Lernens und des Lehrens entscheidend für unseren Auftrag. Wir sollen nicht nur Wissen vermitteln, sondern die Jünger zu gehorsamem Handeln erziehen und sie in den Lehren Jesu unterweisen. Dies gilt natürlich zuerst uns als Lernenden, beständig in der Schrift, Lehre JESU und der Apostel zu bleiben. Diese kontinuierliche Lehre hilft den Gläubigen, von den Anfängen ihres Glaubens bis zu den verschiedenen Stufen der geistlichen Reife voranzuschreiten. Von der Milch zum Schwarzbrot Gottes.

      Unser Auftrag besteht nicht nur darin, Bekehrte zu machen, sondern Jünger zu fördern und wachsen zu lassen, die den Charakter Christi widerspiegeln und die dann ihren Platz und ihre Aufgabe in einer Ortsgemeinde finden.

      Schließlich endet der Missionsbefehl mit einer Verheißung unseres Christus-Königs: „Und siehe, ich bin bei euch (3.) alle Tage bis an der Welt Ende“.

      Diese Worte geben uns die tröstliche Gewissheit, dass Christus immer bei uns ist. Wenn wir uns auf den Weg machen, um alle Völker, alle ethnischen Gruppen, zu Jüngern zu machen, dann können wir uns darauf verlassen, dass Christus, der  alle Macht hat, bei jedem Schritt auf diesem Weg bei und mit uns ist.

      Wollen wir abschließend den Missionsbefehl als unsere göttliche Berufung annehmen und erkennen, dass unsere Mission allein in der Autorität Christi verwurzelt ist? Wollen wir aktiv hingehen, bewusst getauft uns der ständigen Lehre Christi und der Apostel verpflichtet fühlen? Wenn wir diesen Auftrag erfüllen, lasst uns dies in der Gewissheit tun, dass derjenige, der erklärt hat: „Mir ist alle Macht gegeben“, immer auch bei uns ist, bis zum Ende der Zeit. Amen.

      Danach wieder zu diesem Text / Predigt schriftlich zurückkehren.

      Evangeliumslesung nach Matthäus 24,15-22 (klicken zum Bibeltext)

      Jesus beschreibt zuvor allgemeine Zeichen der Endzeit, moralisch und kriegerisch und weltweit. Aber doch auch, dass das Evangelium bis zum Ende der Welt verkündigt werden wird. Dann erst wird das Ende der Welt kommen.

      In den nächsten acht Versen nimmt Jesus konkret Bezug auf prophetische Stellen. Der Gräuel oder Schrecken, der Verwüstung anrichtet, beim Prophet Daniel, und die große Bedrängnis, die vom Anbeginn der Welt bis heute beispiellos ist, sind zwei dieser verständlichen Hinweise.

       Ein spezifisches Zeichen des Endes wäre der „Gräuel, ein „abscheuliches Ding“, das Verwüstung bringt, Zerstörung und Entvölkerung.  Es macht wüst und leer! Jesus übernahm diesen Ausdruck aus Daniel Kap. 8,13; 9,27; 11,31; 12,11. Dieser verwendete es, um einen besonderen Wendepunkt in der Endzeit festzumachen. Konkret handelte es sich bei diesem „Gräuel“ um eine Art verunreinigendes, zerstörerisches Ereignis im Tempel, das die täglichen Opfer beenden würde. Jesus macht deutlich, wo dies geschehen soll: Es wird an heiliger Stätte stehen. Das wäre der zweitheiligsten Raum im Tempel.

      Das „Allerheiligste“, der innerste und heiligste Raum, enthielt zu Salomos Zeiten noch die ursprüngliche Bundeslade. Zur Zeit Jesu gab es diese nicht mehr, weil die Bundeslade Jahrhunderte bei der Wegführung nach Babylon verloren gegangen war. An der heiligen Stätte des damaligen Tempels, außerhalb des Allerheiligsten, also vor dem trennenden Vorhang, befanden sich der Räucheraltar, der Tisch mit den Schaubroten und zehn Leuchter im restaurierten Tempel Salomos. Doch zur Zeit Jesu gab es nur noch einen Leuchter. Mit der „heiligen Stätte“, wo die Verwüstung geschehen soll, verstehen die meisten Ausleger den gesamten Tempelkomplex.

      Eine dritte und weitaus größere Entweihung steht heute noch aus. Die beiden früheren Entweihungen unter Antiochus Epiphanes 168 v. Chr. und Titus im 70 n. Chr. waren das Vorspiel für die endgültige Entweihung durch „den Menschen der Sünde“, die erst noch kommen sollte. Der Apostel Paulus schrieb von diesem Antichristen, der sich in der Endzeit als Gott erheben wird (2. Thess. 2:3 Lasst euch von niemandem verführen, in keinerlei Weise; denn zuvor muss der Abfall kommen und der Mensch der Bosheit offenbart werden, der Sohn des Verderbens. 4 Er ist der Widersacher, der sich erhebt über alles, was Gott oder Gottesdienst heißt, sodass er sich in den Tempel Gottes setzt und vorgibt, er sei Gott.

       Obwohl Jesus mit ziemlicher Sicherheit an den „Gräuel“ von 70 n. Chr. dachte (vgl. 24,2.16-20), blickten sowohl er als auch Daniel auf einen weiteren solchen Gräuel im Tempel voraus, der für uns noch in der Zukunft liegt. Das bedeutete wahrscheinlich, dass der Tempel wieder auf dem Tempelberg in Jerusalem aufgebaut werden würde, wo der muslimische Felsendom seit 1300 Jahren steht. (634 n. Chr. begonnen)

      Die Warnungen in 24,16-20 waren einmal eine direkte Prophezeiung auf die Zerstörung Jerusalems im Jahr 70 n. Chr. und die Verfolgung der Juden durch Rom. Jesus warnte, dass die Bewohner Judäas (der Provinz Jerusalem) in die Berge fliehen sollten, wo sie sich vor den Verfolgern verstecken könnten, wenn der „Gräuel“ unmittelbar bevorzustehen scheint) (24,16).

      Die Zerstörung würde so schnell kommen, dass diejenigen, die sich auf ihren flachen Hausdächern befanden (die oft zum Gebet genutzt wurden), sofort die Außentreppe hinuntersteigen und fliehen müssten, ohne Vorräte oder Wertsachen mitzunehmen. Diejenigen, die auf den Feldern arbeiteten, mussten sich in ein Versteck flüchten (24,17-18).

      Doch diejenigen, die zu lange zögerten, würden von der Zerstörung erfasst werden. –

      Wir wissen, dass im Jahr 70 n. Chr. viele Christen tatsächlich nach Pella flohen, um der Belagerung von Jerusalem und den damit verbundenen schweren Ereignissen zu entkommen. Pella ist eine Stadt östlich des Jordan. Dieses Ereignis könnte als Erfüllung der Anweisung Jesu in Matthäus 24,16 betrachtet werden, in der er die Bewohner Judäas auffordert, zuvor in die Berge zu fliehen.

      Die endgültige Erfüllung dieser prophetischen Elemente aber, die noch in der Zukunft liegt, wird stattfinden, wenn der Antichrist das Allerheiligste einnimmt. Daniel 9,27 beschreibt diese Ereignisse. Dieser antigöttliche Fürst wird „einen Bund mit vielen in [Israel] für einen Zeitraum von sieben Jahren bestätigen. In der „Mitte der ‚Sieben‘ wird er einen Gräuel aufstellen, das Verwüstung anrichtet“. In 2. Thess. 2,4, wird dasselbe Ereignis beschrieben, wie dieser Herrscher sich im Tempel als Gott aufstellt.

       Die Tatsache, dass Israel sich wieder als nationale politische Einheit fest gegründet hat und die heilige Stätte des Tempels wieder besetzt hat, lässt viele Gelehrte die Endzeit schon sehr bald erwarten. Keine andere Nation hat 2000 Jahre kultureller Zerstreuung erlebt und ihre nationale Unverletzlichkeit bewahrt. Gott ist noch nicht fertig mit dem jüdischen Volk. Und in der großen Trübsal, die in der siebzigsten und letzten der vom Propheten Daniel (Dan. 9,24-27) für Israel vorhergesagten „siebzig Wochen“ (Zeiträume von sieben Jahren) kommen wird, wird das Volk geläutert und auf die Rückkehr seines Messias-Königs vorbereitet. – Hat sich der Antichrist – der Islam, der Christus als Sohn Gottes leugnet, nicht schon jetzt in der Al Aqsa Moschee und dem Felsendom auf den Tempelberg gesetzt?

      Diese „Trübsalszeit“ ist ein bestimmter Zeitraum, der mit dem Gräuel beginnt und der Verwüstung beginnt und mit dem zweiten Kommen Christi endet (Offb 11,2; 13,5). Während dieser Zeit werden die schrecklichen Gerichte aus Offenbarung 6-19 mit ihren Siegeln und Posaunen große Teile der Erde zerstören. Diese Zeit der Not wird in der Weltgeschichte ohne Beispiel sein. – Hat diese Zeit der göttlichen Gerichte mit dem Krieg in der Ukraine und fortgesetzt mit Israel durch den radikalen Islam begonnen?

      24,21-22. Damit die Jünger den Schrecken dieser großen Trübsal nicht unterschätzen, erklärte Jesus, dass es sich um das schlimmste Leid in der ganzen Geschichte handeln werde – beispiellos vom Anbeginn der Welt bis heute (24,21). Er fügte noch hinzu, dass diese Trübsal alles Leben vernichten könnte, was einige moderne Studien dazu veranlasst, an einen Atomkrieg oder Ähnliches zu denken. Doch es ist offensichtlich, dass eine solche Große Trübsal für uns noch in der Zukunft liegt. Es geht hier also um viel mehr als nur um die Zerstörung Jerusalems im Jahr 70 n. Chr. Diese Zerstörung, so schlimm sie auch war, hat sich allein im 20. und 21. Jahrhundert in ihrer Stärke und ihrem Umfang noch vervielfacht.

       Die Welt hat die große noch kommende Not noch nicht gesehen, die kommen, aber nie wieder geben wird (24,21). Das sagte Jesus auch, als er andeutete, dass diese Tage verkürzt werden, was ein göttliches Eingreifen voraussetzt (24,22). Christus wird eingreifen, um einen totalen Völkermord und die völlige Vernichtung der Menschheit zu verhindern.

       Aber selbst im Gericht wird der Herr Barmherzigkeit walten lassen, vor allem um der Auserwählten willen, das sind diejenigen, die auf ihn vertraut haben und ihm als seine Jünger gefolgt sind. Sind wir diese Ihm Vertrauenden? Die Verwendung des Begriffs „Auserwählte“ unterstreicht auch die freie Entscheidung des Herrn, welche Menschen als Gläubige zu sich ziehen wird.- Doch diese Trübsal wird aufgrund des Eingreifens Gottes nicht ihre volle zerstörerische Stärke erreichen. Durch sein Eingreifen werden diese Tage verkürzt werden. Da Jesus in seinem Abschnitt die Frage nach dem Zeitpunkt und den Zeichen seines Kommens beantwortete, können wir daraus schließen, dass die Trübsal durch die Wiederkunft Jesu unterbrochen wird. Er wird die Zerstörung auf der Erde beenden.