Trinitatis – Ein festloses restliches Kirchenjahr bis Advent?
Oder die liturgische Farbe Grün – als Zeit des geistlichen Wachstums?
TRINITATIS – SONNTAG – Wer dient wem?
Oder: Spiegelt unser Gottesdienst den himmlischen wider?
Offenbarung 4,1–11
Gottesdienst ist Verpflichtung und zugleich Privileg des Volkes Gottes – im Alten wie im Neuen Bund. Immer wieder stellt sich die Frage: Was ist rechter Gottesdienst? Hat Liturgie zuerst mit uns Menschen zu tun oder mit Gott? Geht es darum, dass wir etwas „mitnehmen“, dass wir aufgebaut werden und eine gute Zeit haben? Oder geht es zuerst darum, dass Gott geehrt wird?
Viele heutige Gottesdienstformen scheinen stark von den Bedürfnissen der Besucher bestimmt zu sein. Man fragt: Hat es mir gefallen? Hat mich die Musik angesprochen? Habe ich etwas gespürt? Doch die entscheidende Frage lautet: Dient im Gottesdienst Gott uns – oder dienen wir Gott? Geht es um menschliche Bedürfnisbefriedigung oder um die Ehrerbietung Gottes?
Wir wollen diese Frage nicht allgemein liturgiegeschichtlich beantworten, sondern aus unserem Predigttext: Offenbarung 4,1–11. Johannes erhält einen Blick in den himmlischen Thronraum. Dieser himmlische Gottesdienst ist Vorbild und Maßstab für unseren irdischen Gottesdienst.
1. Wer ist der Gegenstand der Anbetung?
Im Mittelpunkt steht „Er“, der auf dem Thron sitzt. Der Thron spricht von Würde, Herrschaft und Macht. Gott wird in leuchtender Heiligkeit beschrieben, mit Farben, die an Erlösung, Gericht, Herrlichkeit und den Regenbogen des Schöpfungsbundes erinnern.
Um den Thron sind die 24 Ältesten. Sie stehen sinnbildlich für das eine Gottesvolk aus Altem und Neuem Bund: Israel und die Gemeinde aus den Völkern. Auch die vier lebendigen Wesen erscheinen als mächtige himmlische Diener Gottes. Alles kreist um den Thron.
Damit ist klar: Der Mittelpunkt der Anbetung ist nicht der Mensch, nicht seine Stimmung, nicht seine religiöse Erfahrung, sondern Gott allein. Die Kirche des Alten und Neuen Bundes und die Engel beten gemeinsam den einen heiligen Gott an.
2. Was sind die Handlungen ihrer Anbetung?
Die vier lebendigen Wesen leiten den himmlischen Lobpreis ein. Sie geben den Ton an. Danach fallen die 24 Ältesten nieder, beten Gott an und legen ihre Kronen vor seinen Thron.
Diese Kronen sind Zeichen geschenkter Ehre. Doch selbst diese Ehre behalten sie nicht für sich. Alles, was sie empfangen haben, geben sie Gott zurück. Vor Gottes Thron gibt es keine Selbstdarstellung, keinen Stolz auf Amt, Können oder Leistung. Alle Würde des Geschöpfes wird zur Anbetung des Schöpfers.
Das ist auch für unseren Gottesdienst wichtig. Wir kommen nicht zusammen, um uns selbst zu präsentieren. Prediger, Musiker, Liturgen und Gemeinde stehen nicht im Mittelpunkt. Alles, was uns gegeben ist, soll Gott wieder zu Füßen gelegt werden.
3. Was sind die Worte der Verehrung?
Die himmlischen Wesen sprechen: „Heilig, heilig, heilig ist Gott der Herr, der Allmächtige, der da war und der da ist und der da kommt.“
Der Gottesdienst beginnt mit Gottes Heiligkeit. Gott ist vollkommen, allmächtig und ewig. Danach sprechen die Ältesten: „Herr, unser Gott, du bist würdig, zu nehmen Preis und Ehre und Kraft.“
Das sind Worte der Würdigung. Gott ist es wert, angebetet zu werden. Nicht weil wir gerade innerlich bewegt sind, sondern weil er Gott ist.
Auffällig ist auch: Die Anbetung geschieht geordnet, verständlich und gemeinsam. Die Worte sind nicht beliebig, sondern von Gottes Wesen und Werk geprägt. Biblischer Gottesdienst braucht biblische Worte. Stellvertretende Gebete der Leiter und gemeinsam gesprochene Gebete der Gemeinde haben hier ihren guten Platz. So betet das Volk Gottes „mit einem Mund“.
Vor dem Thron Gottes sehen wir keine ungeordnete Gleichzeitigkeit, kein religiöses Durcheinander, keine Anbetung, die sich selbst sucht. Alles geschieht ehrfürchtig, klar und auf Gott ausgerichtet. Das ist Anbetung „im Geist und in der Wahrheit“.
4. Was ist der Grund ihrer Anbetung?
a) Gott ist der Schöpfer aller Dinge
Die Ältesten sprechen: „Denn du hast alle Dinge geschaffen.“ Das ist der erste Grund der Anbetung: Wir sind Geschöpfe. Unser Leben kommt nicht aus uns selbst. Gott schuf Himmel und Erde, den Makrokosmos und den Mikrokosmos, sichtbare und unsichtbare Wirklichkeit.
Und weil der Mensch in Sünde fiel, schuf Gott in Christus den neuen Menschen. Durch Wiedergeburt macht er uns zu Kindern Gottes. Darum darf kein geschaffenes Ding, keine Idee, kein Mensch und keine Macht angebetet werden. Der Schöpfer allein ist Grund und Ziel unserer Verehrung.
b) Gott ist der Erhalter aller Dinge
Weiter heißt es: „Durch deinen Willen waren sie“ – oder: „sind sie.“ Gott ist nicht wie ein Uhrmacher, der die Weltenuhr einmal aufgezogen hat und sie nun sich selbst überlässt. Er hält alle Dinge in seiner Hand. Er trägt die Schöpfung, hält unser Leben, bewahrt den Glauben und sichert das ewige Leben seiner Kinder.
Darum sollen wir nichts und niemanden anbeten, der selbst von Gottes Willen abhängig ist. Alles lebt nur durch ihn.
c) Gott ist Ursache und Ziel aller Dinge
Alle Dinge wurden durch seinen Willen geschaffen. Gottes Ratschluss besteht von Ewigkeit her und führt zu seinem Ziel. Ein Katechismus fragt: Warum hat Gott dich und alle Dinge erschaffen? Die Antwort lautet: Zu seiner eigenen Verherrlichung.
Darum ist Gottesdienst nicht zuerst Menschenpflege, sondern Gottesverherrlichung.
Schlussgedanke:
Der himmlische Gottesdienst mit Blick auf Offenbarung Kap. 4 beantwortet unsere Frage: Der Apostel Johannes sagt uns durch die persönliche Offenbarung von Jesus: „Im Gottesdienst steht allein Gott im Mittelpunkt. Der heilige, allmächtige und ewige Schöpfer ist Grund, Ziel und Zentrum aller Anbetung“
Darum dürfen wir uns jetzt prüfen: Trete ich vor Gottes Thron? Erkenne ich seine Heiligkeit? Beuge ich mich vor ihm – im Herzen, mit meinem Körper, mit meinem ganzen Leben? Spreche ich Worte biblischer Anbetung?
Dann verlieren manche Fragen ihr Gewicht: Hat mir der Gottesdienst gefallen? Hat mir die Musik zugesagt? Habe ich etwas gespürt?
Wir sind heute am Trinitatissonntag vor Gott versammelt, um ihm zu geben, was ihm gebührt:
Vom Alten Bund zur Gemeinde Jesu – und was das heute für uns bedeutet
Text: Apostelgeschichte 2,1–13 (14-42)
Liebe Christus-Gemeinde nah und fern,
Pfingsten ist nicht einfach ein emotionales Erlebnis einiger damals Apostel gewesen. Pfingsten ist eine göttliche Zeitenwende. Gott beginnt etwas Neues in der Geschichte der Erlösung.
Vor Pfingsten sehen wir wartende, ängstliche Jünger. Nach Pfingsten sehen wir mutige Zeugen Christi.
Und dieselbe Frage steht heute vor uns: Was bedeutet Pfingsten für unsere Gemeinde und für mein persönliches Christenleben?
1. Der Heilige Geist im Alten Testament – Gottes Kraft nur zeitweise auf Berufene
Der Heilige Geist war nicht erst im Neuen Testament tätig. Schon im Alten Testament wirkte Gottes Geist.
Er kam über Männer wie Mose, David, Simson oder die Propheten. Aber meistens geschah dies nur zeitweise und für besondere Aufgaben:
zum Regieren,
zum Weissagen,
zum Kampf,
oder zur Leitung des Volkes Gottes.
Doch der Geist blieb nicht dauerhaft auf allen Menschen. Bei König Saul wich der Geist sogar wieder.
Und am Ende des Alten Testaments geschieht etwas Auffälliges: Die prophetische Stimme verstummt. Zwischen Maleachi und Johannes dem Täufer liegen etwa 400 Jahre des Schweigens. Selbst jüdische Geschichtsschreiber wie Josephus bezeugen, dass die prophetische Offenbarung aufgehört hatte.
Das Volk wartete. Aber Gott hatte durch Joel und Hesekiel verheißen: „Ich will meinen Geist ausgießen auf alles Fleisch.“ Pfingsten ist die Erfüllung dieser Verheißung.
Nicht mehr nur einzelne Propheten sollten Gottes Geist empfangen — sondern Gottes Gemeinde weltweit durch Jesus gegründet.
2. Pfingsten – Gottes Geist kommt zur Gemeinde Jesu und damit zu allen Nationen
Dann befinden wir uns in Apostelgeschichte 2. Die 12 Apostel sind beieinander. Früher stritten sie oft darüber, wer der Größte sei. Jetzt beten sie gemeinsam auch mit anderen. Sie warten auf Gottes Verheißung. Und plötzlich geschieht es: Ein gewaltiges Brausen erfüllt das Haus. Feuerzungen erscheinen.
Wind und Feuer sind Zeichen der Gegenwart Gottes:
der Wind steht für Gottes Kraft,
das Feuer für seine heilige Gegenwart.
Doch das größte Wunder ist nicht das Geräusch oder das Feuer. Das größte Wunder ist: Der Heilige Geist erfüllt die Jünger. Die ängstlichen Männer werden mutige Zeugen Jesu Christi.
Petrus, der vorher aus Angst Jesus verleugnete, predigt nun öffentlich über Jesus den Erlöser vor Tausenden. Was hat sich verändert? Der Heilige Geist richtet ihren Blick weg von sich selbst — hin zu Christus und seinem Auftrag. Jesus hatte gesagt:
„Ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch gekommen ist, und werdet meine Zeugen sein.“(Apg. 1,8)
Das ist der eigentliche Sinn von Pfingsten: Nicht ein besonderes persönliches Erlebnis zu suchen, sondern Kraftdurch den Heiligen Geist zu empfangen, um Christus zu bezeugen.
3. Die Sprachen als Bestätigung – ein einmaliges Zeichen für den Beginn der Weltmission
Dann geschieht etwas Besonderes: Die Apostel reden in anderen Sprachen. Lukas beschreibt hier keine unverständlichen Laute. Die Menschen aus vielen Ländern hörten die Botschaft Gottes in ihren eigenen Sprachen. Es war also kein bloßes Hörwunder, sondern echte, von Gott gegebene Fremdsprachen.
Warum tat Gott das? Weil mit Pfingsten die Weltmission beginnt. Denn Israel hatte als Zeuge darin versagt.
Bei Babel (Verwirrung) wurden die Sprachen zur Trennung der Menschen. Zu Pfingsten gebraucht Gott die Sprachen zur Sammlung der Menschen unter Christus.
Die Botschaft des Evangeliums sollte nun alle Völker erreichen. Aber wichtig ist: Die Apostelgeschichte sagt nicht, dass jeder Christ später dieselbe Erfahrung machen müsse.
Lukas berichtet, was damals geschah — nicht unbedingt, was immer oder neu geschehen muss. Die Zungenrede erscheint in der Apostelgeschichte nur an wenigen besonderen Übergangspunkten als Bestätigung:
bei Juden,
bei Heiden,
und bei den Jüngern des Johannes.
Sie ist die Erfüllung und das Zeichen des Beginns des neuen Zeitalters des Heiligen Geistes.
Das eigentliche Dauerhafte ist nicht die besondere Sprache — sondern die Kraft des Geistes zum Dienst für Christus in der Weltmission.
4. Die Wirkung von Pfingsten – eine lebendige Gemeinde entsteht
Und nun sehen wir die eigentliche Frucht von Pfingsten. 3000 Menschen kommen zum Glauben. Aber es bleibt nicht bei einer Entscheidung oder einem Gefühlserlebnis. Apostelgeschichte 2,42 beschreibt die neue Gemeinde- Sie blieben:
in der Lehre der Apostel (die von Jesus)
in der (helfenden) Gemeinschaft,
im Brotbrechen, (so wie Jesus es mit seinen Aposteln zur Einsetzung gefeiert hatte)
und im Gebet – (den bekannten Gebeten!).
Das ist bis heute das Kennzeichen einer echten christlichen Gemeinde oder Kirche Jesu. Nicht Sensationen. Nicht ständige außergewöhnliche Zeichen. Nicht Konferenzen oder tolle religiöse Sprecher oder Musik-Unterhaltung.
Sondern:
Gottes Wort – und seine Bedeutung für den Christen
helfende Gemeinschaft der Gläubigen untereinander und für den Nächsten,
regelmäßiges Abendmahl / Eucharistie – nicht nur 3-4 x im Jahr
Gebete – im Sinne von AT & NT
und ein Leben im Dienst für Christus.
Pfingsten bedeutet: Christus baut seine Gemeinde durch den Heiligen Geist. Und derselbe Geist wirkt auch heute:
wenn Christus gepredigt wird, – nicht Erlebnisse – sein Werk und sein Wort
wenn Herzen verändert werden,
wenn Menschen Buße tun, – damals 3000
wenn Christen treu dienen,
wenn eine Gemeinde in Liebe zusammensteht.
Pfingsten heute
Liebe Geschwister, wir leben nicht mehr in der Zeit des Alten Testaments. – Aber wir leben auch nicht mehr in der einmaligen Anfangszeit der Apostel. Doch der Auftrag Jesu bleibt derselbe:
„Ihr werdet meine Zeugen sein.“
Wir brauchen heute keine neuen Apostel. Wir brauchen keine künstlich erzeugten oder begeisterte Sensationen.
Aber wir brauchen dringend Gemeinden Jesu, die vom Heiligen Geist erfüllt sind:
mit seiner Liebe,
mit biblischer Wahrheit,
mit Gebet das verändert,
mit Mut zum Zeugnis für die Fernstehende,
und mit echter Hingabe an Christus.
Der Heilige Geist will auch heute uns Christen verändern:
von Angst zu Freimut, von Selbstbezogenheit zu Dienstbereitschaft, von geistlicher Müdigkeit zu lebendigem Glauben.
Darum bitten wir zu Pfingsten:„Herr, erfülle mich und die Gemeinde neu mit deiner Liebe und mit Kraft zum Zeugnis von Jesus und seinem Heil.“
Wochenspruch: „Und ich, wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen.“ (Johannes 12,32)
Liebe Christus-Gemeinde nah und fern,
der Sonntag Exaudi liegt zwischen Himmelfahrt und Pfingsten. Jesus Christus ist in den Himmel aufgefahren. Die Jünger warten auf die Verheißung des Heiligen Geistes. Es ist eine Zeit des Wartens, des Betens und der inneren Ausrichtung auf Christus.
Auch wir leben in einer solchen Zwischenzeit. Unser Herr ist zur Rechten des Vaters erhöht. Er wird wiederkommen. Und bis dahin lebt die Gemeinde in dieser Welt – mit beiden Füßen auf der Erde, aber mit dem Herzen im Himmel.
Petrus beschreibt in 1. Petrus 4,7–11 vier Prioritäten, die eine Gemeinde kennzeichnen sollen, die auf ihren Herrn wartet.
1. Nüchtern beten – Mit klarem Blick auf Christus
Petrus beginnt mit den Worten: „Es ist aber nahe gekommen das Ende aller Dinge. So seid nun besonnen und nüchtern zum Gebet.“
Die Wiederkunft Jesu ist keine Theorie, sondern für uns eine lebendige Hoffnung. Und diese Hoffnung führt uns nicht zu Panik oder Spekulationen, sondern zu besonnenem und überlegenden Gebet.
Wer von uns weiß, dass Christus wiederkommt, lernt die wichtigen Dinge richtig einzuordnen. Nicht jede Sorge ist entscheidend. Nicht jede Nachricht muss uns erschüttern. Nicht jede Schwierigkeit darf unser Herz bestimmen. Erst recht nicht dauernd unser Smartphon mit unwichtigen Nachrichten.
Stattdessen ruft Gott uns ins Gebet. Gebet, wie letzten Sonntag betont wurde, ist die geistliche Lebensader der Gemeinde. Wo nicht mehr gebetet, nicht geistlich geatmet wird, vertrocknet das geistliche Leben.
Anwendung:Nimmst du dir täglich bewusst Zeit zum Gebet und Lesen in der Bibel? Beginne jeden den Tag mit der Frage:„Herr Jesus, was ist heute in Deinen Augen wirklich wichtig?“ Nur eine betende Gemeinde ist eine starke Gemeinde.
2. Herzlich lieben – Mit einem vergebungsbereitem Herzen
Petrus fährt fort: „Vor allen Dingen habt untereinander anhaltende Liebe; denn die Liebe deckt auch der Sünden Menge.“ „Vor allen Dingen“ – das heißt für uns: Liebe hat oberste Priorität. Gemeint ist nicht eine wechselhafte Gefühlsregung, sondern die göttliche Liebe, die sich entscheidet, dem Nächsten Gutes zu tun.
Diese Liebe wird besonders dann relevant und gefordert, wenn wir verletzt worden sind. Liebe deckt auch eine Menge von Sünden. Das bedeutet nicht, Sünde zu entschuldigen. Es bedeutet, bereit zu sein, sie beim Nächsten zu vergeben und nicht jede Verletzung festzuhalten, damit abschließen. Nicht mehr daran denken, nicht mehr davon erzählen. – Wo uns Liebe fehlt, entstehen Misstrauen, Kränkungen und Streit. Wo Liebe regiert, kann Heilung untereinander in der Gemeinde wachsen.
Frage dich deshalb: „Gibt es jemanden in der Gemeinde, dem ich vergeben sollte?“ Denn Vergebung ist keine Schwäche, sondern ein Zeichen geistlicher Reife. Es ist die Aufgabe der von Jesus eingesetzten Aposteln und Berufenen, die Vergebung zu verkünden und zuzusprechen.
3. Gastfreundlich leben – Liebe im Alltag praktisch werden lassen
Petrus schreibt: „Seid gastfrei untereinander ohne Murren.“
Gastfreundschaft ist gelebte Liebe. Im ersten Jahrhundert öffneten Christen ihre Häuser für umherziehende Reisende, Missionare, Gemeindeglieder und Nichtchristen. Heute bedeutet Gastfreundschaft: ein offenes Haus, ein offenes Ohr, ein offenes Herz. Das ist unsere Mission. – Viele Menschen leiden heute an Einsamkeit trotz Hektik, Trubel und Internet. Eine Einladung zum Kaffee oder Tee, ein gemeinsames Essen oder ein Besuch kann ein großer geistlicher Dienst sein.
Petrus fügt hinzu: „ohne Murren“. Wahre Gastfreundschaft geschieht nicht widerwillig, sondern freudig.
Anwendung:
Überlege einmal: „Wen könnte ich in den nächsten Wochen bewusst einladen oder besuchen?“ Oft beginnt wirklich Seelsorge am Küchentisch oder an der Haustür.
4. Treu dienen – Mit Gottes Kraft und Gottes Gaben
Petrus schreibt: „Dient einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat.“ Jeder Christ hat von Gott eine Gabe empfangen. Manche dienen durch Predigen, Lehren, Kinderstunde oder im Altenkreis. Andere durch Ermutigung, praktische Hilfe, Musik, Verwaltung, Besuche oder Gebet.
Keine vorhandene Gabe ist unwichtig. Entscheidend ist, dass wir unsere Gaben nicht zur Selbstdarstellung einsetzen, sondern zum Aufbau der gesamten Gemeinde.
Petrus sagt: „Wenn jemand dient, so tue er es aus der Kraft, die Gott darreicht.“ Wir dienen nicht aus eigener Stärke, sondern in Abhängigkeit von Gott.
Frage dich: „Welche Gabe hat Gott mir gegeben, und wo kann ich sie konkret einsetzen?“
Denn Gott beruft keinen Christen zur Untätigkeit. Er hat Talente verteilt, die wir nicht vergraben, sondern bis zu seinem zweiten Kommen beständig gebrauchen sollen.
Das Ziel dabei: Gott wird verherrlicht
Petrus fasst alles zusammen: „Damit in allen Dingen Gott verherrlicht werde durch Jesus Christus.“
Das Ziel unseres Betens, Liebens, Einladens und Dienens ist nicht unser persönliches Ansehen und Gutfühlen, sondern allein Gottes Ehre. Eine Gemeinde, die so lebt, wird zu einem lebendigen Zeugnis für Christus. Menschen sollen nicht sagen: „Was für bemerkenswerte Christen!“ Welch tolle Internet Stars, Influencer, sondern:
„Was ist das für ein großer und herrlicher Gott! – der hinter allem steht.
Täglich in die Gegenwart Christi treten
Liebe Geschwister, wir warten nicht auf ein ungewisses Ereignis. Wir warten auf eine Person: unseren auferstandenen und erhöhten Herrn Jesus Christus. Er hat uns versprochen: „Ich will euch zu mir ziehen.“
Darum leben wir als wartende Gemeinde:
mit nüchternem Gebet,
mit herzlicher Liebe,
mit gelebter Gastfreundschaft,
mit treuem Dienst.
Deshalb plane täglich bewusst in die Gegenwart Jesu zu treten: Bringe Ihm deine Sorgen und deine Freuden. – Empfangen Seine Liebe. – Lass dich vom Heiligen Geist erfüllen. – Und diene Ihm mit Freude, bis der Tag kommt, an dem er dich zu Ihm in den Himmel zieht.
Dann wird die wartende Gemeinde zur vollendeten Gemeinde. – Dann werden wir unseren Herrn sehen, wie er ist und für immer bei ihm sein.
Ihm sei Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Wochenspruch: „Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet.“ (Psalm 66,20)
Liebe Gemeinde und Geschwister in Christus nah und fern,
der Name dieses Sonntags ist kurz und klar: Rogate – Betet!
Damit erinnert uns der Apostel Paulus und die weltweite Kirche daran, dass das Gebet nicht nur eine fromme Übung, sondern der Lebensatem der Gemeinde Jesu Christi ist. Eine Kirche ohne Gebet ist wie ein Körper ohne Atem. Paulus zeigt uns, dass die Gemeinde ihre Mission nicht mit menschlichen Strategien beginnt, sondern auf den gebeugten Knien. Gott will, dass Menschen gerettet werden. Darum ruft er seine Kirche zuerst zum Gebet.
1. Die betende Kirche trägt die Welt vor Gottes Thron
Paulus schreibt: „So ermahne ich nun, dass man vor allen Dingen Bitten, Gebete, Fürbitten und Danksagungen darbringe für alle Menschen, für Könige und alle Obrigkeit.“ V 1–2
Das Erste, was Paulus der Gemeinde aufträgt, ist nicht Organisation, sondern Fürbitte. Die Gemeinde soll beten: für alle Menschen,
für Regierende,
für Verantwortliche,
für die Verlorenen,
für Mission und Evangelisation.
Vier Formen des Gebets Paulus verwendet hier vier Begriffe:
Bitten – konkretes Flehen.
Gebete – ehrfürchtige Anbetung.
Fürbitten – vertrauensvolles Eintreten für andere Menschen.
Danksagungen – Lob für Gottes Güte in unserem Leben.
Damit macht Paulus deutlich: Das Gebet soll ganz umfassend sein.
Warum für die Obrigkeit beten? Selbst unter Kaiser Nero fordert Paulus zum Gebet auf. Auch eine unvollkommene Regierung kann von Gott gebraucht werden, um Frieden und Ordnung zu bewahren, besonders damit das Evangelium frei verkündigt werden kann. „Das Herz des Königs ist in der Hand des HERRN.“ (Sprüche 21,1)
Beten wir regelmäßig?
für Deutschland, andere Länder
für Bürgermeister, für unseren Kreis- & Landtag
und für die Bundesregierung,
für Religionsfreiheit, unsere Mission
für Frieden, in der BRD und aller Welt
für offene Türen für das Evangelium.
Eine betende Gemeinde sieht weiter als nur bis zu ihren eigenen persönlichen Anliegen.
2. Die betende Kirche vertraut auf Gottes Heilswillen und seine Umsetzung
Paulus schreibt: 2,4 „Gott will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.“
Welch ein weiter Blick Gottes! Gott freut sich nicht am Verderben des Sünders. Sein Herz schlägt für die Rettung von Menschen aus allen Nationen, Kulturen und Sprachen. Darum ist Mission kein menschliches Hobby, sondern Ausdruck des Herzens Gottes.
Gebet und Mission gehören zusammen
Bevor wir sprechen, beten wir. Bevor wir senden, beten wir. Bevor Menschen glauben, wirkt Gott an ihren Herzen.
Unsere Aufgabe besteht darin: zu beten, – zu bezeugen, – zu vertrauen.
Das Tagesgebet leitet uns: „Von Dir stammt alles Gute.“
Auch die Bekehrung eines Menschen ist Gottes gutes Werk. Er schenkt gute Gedanken. Gottes gute Gedanken öffnet die Herzen der Menschen zu seiner Wahrheit.
Anwendung im Leben: Beten wir konkret für Menschen in unserem Umfeld: Schreibe eine Liste mit Namen:
Für Kinder und Enkel, Verwandte
Meine Nachbarn,
Meine Arbeits-Vereinskollegen, etc.
Freunde – und bete regelmäßig für sie.
Niemand ist außerhalb der Reichweite von Gottes Gnade.
3. Die betende Kirche bekennt den einzigen Mittler –
Paulus fährt fort: V 5–6 „Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus, der sich selbst als Lösegeld für alle gegeben hat.“
Das ist das Herzstück unseres christlichen Glaubens.
Ein Gott
Es gibt viele Wege zu falschen Göttern, die aber Nichtse sind – Ideals. Doch es gibt aber nur den einen lebendigen und wahren Gott, Schöpfer Himmels und der Erde.
Ein Mittler
Zwischen dem heiligen Gott und sündigen Menschen steht einer:
Nur Jesus Christus.
Nicht die Kirche – sie verkündet und sammelt. Nicht Priester / Pfarrer – sind aber NAHEBRINGER – mit dem Evangelium Nicht Heilige – Sie sind Vorbilder Nicht unsere guten Werke – Nur das Werk Jesu: Allein Christus ist einziger Mittler.
Ein Lösegeld
Jesus gab sein schuldloses Leben am Kreuz. Er bezahlte den Preis für unsere Schuld. Er allein überbrückte die Kluft zwischen Gott und Mensch.
Die Exklusivität des Evangeliums
In einer Zeit, in der viele behaupten, jede Religion führe zu Gott, bleibt die Bibel klar: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“ (Joh 14,6). Das ist Gottes liebevolle Wahrheit.
Anwendung für uns
Unser Gebet muss immer mit diesem Bekenntnis verbunden sein: Nur Jesus rettet. Darum verkündigen wir ihn mit Klarheit und Liebe.
4. Die betende Kirche als Werkzeug Gottes
Paulus bezeichnet sich als Prediger und Apostel. Er wusste: Er war nicht der Ursprung der Botschaft. – Er war ihr Bote. Er war Diener seines Königs.
Dasselbe gilt für uns. Wir sind seine Boten. Gott sucht auch heute Menschen, die:
beten, glauben, gehorchen und Zeugnis geben.
Die betende und bekennende Kirche ist Gottes Werkzeug in dieser Welt. Bist Du in diese eingebunden? Apg. 4,42 ?
Beten wir deshalb heute mit Zuversicht !
Liebe Gemeinde, Rogate erinnert uns: Die Zukunft der Kirche hängt nicht zuerst von Programmen, Finanzen oder Methoden dieser vergänglichen Welt ab. Die Zukunft der Kirche hängt an dem Gott, der Gebete hört.
Wir sind mit eingebunden in diese betende Kirche – SIE
trägt diese Welt vor Gottes Thron,
vertraut dabei auf Gottes Heilswillen für alle Menschen,
bekennt Christus als ihren einzigen Mittler,
und stellt sich Gott als Werkzeug ihm zur Verfügung.
Vielleicht betest du schon lange für einen Menschen. Vielleicht siehst du wenig Frucht? Dann höre den Wochenspruch: „Gelobt sei Gott, der mein Gebet nicht verwirft noch seine Güte von mir wendet.“
Kein aufrichtiges Gebet ist vergeblich. Gott hört. – Gott handelt. Gott rettet.