Wochenspruch:
„Denn Gott tritt den Stolzen entgegen, den Demütigen aber schenkt er seine Gnade.“ (1 Petr 5,5c)

Einleitung:

Vor vielen Jahren verabschiedeten sich zwei Politiker von der Bildfläche: Einer war ein Mitglied der CDU der andere der FDP:

Es war der fallschirmspringende Möllemann und der Fernsehmoderator Friedmann. Möllemann mit seinen erhofften 18% für seine FDP, stürzte sich am 5. Juli 2013 nach einer Immunitätsaufhebung in den Tod, als er aus dem Flugzeug sprang, ohne den Fallschirm zu öffnen.

Friedmann dagegen, dessen Show „Vorsicht Friedmann“, hieß, zog beim Auffliegen seiner Ungesetzlichkeiten die Konsequenzen anders. Er legte seine Messlatte genauso, aber hart an sich selbst, wie in seinen Talkshows bei anderen und trat von allen seinen öffentlichen Ämtern zurück. Wer von den beiden hatte nun aufrichtige Buße getan? Heute machen wir einen Rückblick auf zwei von Jesus erwähnte Personen, besonders steht ihr Charakter im Mittelpunkt.

Liebe christliche Gemeinde, lieber Leser,

in der Lesung des heutigen Evangelium begegnen uns zwei sehr unterschiedliche Menschen: Der Pharisäer und der Zöllner. Jesus stellt uns diese beiden als Beispiele für den rechten und den falschen Weg der Demut und Buße vor.

Der Pharisäer ist ein Mann, der von sich überzeugt ist, dass er gerecht vor Gott steht, während der Zöllner als ein Mann voller Schuldbewusstsein und Demut beschrieben wird.

Wir erinnern uns heute an ein Gleichnis, das uns hilft, den Blick auf das eigene Herz zu werfen und uns vor Selbstgerechtigkeit zu hüten. Wer sind wir in diesem Bild: der Pharisäer oder der Zöllner?

Jesus erzählt uns, dass der Pharisäer im Tempel steht und sich selbst in den höchsten Tönen lobt. „Ich danke dir, Gott, dass ich nicht bin wie die anderen Menschen: Räuber, Unrechtshandlanger, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner.“ (Lk 18,11)

Der Pharisäer ist davon überzeugt, dass er durch sein Verhalten Gott gefallen wird. Er fastet zweimal die Woche und gibt den Zehnten von allem, was er verdient. Doch trotz dieser religiösen Disziplin und Hingabe erkennt er nicht, dass seine Haltung vor Gott nicht das ist, was er erwartet.

Dieser Pharisäer ist stolz auf sich selbst. Der Blick in den Tempel, der Blick zu Gott, ist für ihn ein Moment der Selbstverge-wisserung. Er fühlt sich besser als die anderen und vergleicht sich mit dem Zöllner, den er als weniger wertvoll ansieht. Er ist so beschäftigt damit, sich selbst zu bestätigen, dass er nicht bemerkt, wie er sich von Gott entfernt hat.

In unserem Leben gibt es vielleicht auch Menschen, die aus ähnlichen Motiven heraus ihr Leben gestalten. Sie sind in der Gemeinde aktiv, sie tun „gute Werke“, sie leben nach den Geboten Gottes. Doch im Inneren sind sie stolz und vergessen, dass wahre Gerechtigkeit vor Gott nicht aus äußeren Taten kommt, sondern aus einem demütigen Herzen, das erkennt, dass es auf Gottes Gnade angewiesen ist.

Im Gegensatz zum Pharisäer steht der Zöllner ganz hinten. „Er aber stand fern und wollte nicht einmal seine Augen zum Himmel erheben, sondern schlug an seine Bru und sagte: Gott, sei mir Sünder gnädig.“ (Lk 18,13) Der Zöllner steht nicht im Vordergrund und prahlt nicht mit sich und seinen Taten. Er weiß, dass er vor Gott schuldig ist und bittet ihn um Gnade. In seiner Haltung erkennen wir wahre Buße und Demut.

Der Zöllner ist sich seiner Unwürdigkeit bewusst. Er zeigt keinen Stolz, keine Selbstgerechtigkeit, die ihn hindern würde, vor Gott zu treten und seine Sünden zu bekennen. In seinem Gebet geht es nicht um sein dickes Ich, nicht um tolle Taten oder Vergleiche mit anderen, sondern um die tiefe Erkenntnis, dass er allein auf Gottes Gnade  und Hilfe angewiesen ist. Diese Demuts-Haltung ist der wahre Weg der Buße zu Gott.

Was können wir aus diesem Gleichnis lernen? Wir sind alle wie der Zöllner. Wir sind in unserem Leben immer wieder schuldig geworden vor Gott und den Mitmenschebn, ob in Gedanken, Worten oder Taten. Wie oft neigen wir dazu, uns mit anderen zu vergleichen und uns besser zu darzustellen als diejenigen, die uns in irgendeiner Weise als „schlechter“ erscheinen? Aber das führt uns von der Wahrheit über uns und zu Gott weg. Der Zöllner zeigt uns den richtigen Weg: Er erkennt seine Fehler und bittet um Gnade.

Die wahre Buße zeigt sich nicht in Worten allein, sondern in einer ersten und beständigen Haltung der Demut. Es geht nicht darum, wie gut wir uns an religiöse Regeln halten oder wie oft wir in der Kirchengemeinde sind. Es geht darum, dass wir uns unserer Unwürdigkeit bewusst sind und vor Gott kommen, ohne dabei auf unsere Taten zu vertrauen. Der Zöllner schlägt sich an die Brust und spricht: „Gott, sei mir Sünder gnädig.“ Die äußere Haltung stimmt mit seiner inneren überein. In dieser einfachen, aber echten Bitte steckt die ganze Wahrheit über unser wirkliches Verhältnis zu Gott.

a) Buße und Gnade – der Weg zur Rechtfertigung durch Gott
Jesus schließt das Gleichnis mit den Worten: „Ich sage euch: Dieser ging gerechtfertigt hinab in sein Haus, der Pharisäer aber nicht.“ (Lk 18,14)

Der Zöllner wird gerechtfertigt, weil er in einer Haltung der Demut und Buße (Umkehr) zu Gott kommt. Der Pharisäer hingegen geht leer aus, weil er sich selbst für gerecht hält und keine Gnade von Gott erbittet.

Auch wir sind allein auf Gottes Gnade angewiesen. Wir dürfen unsere leeren Hände ausstrecken, um sie von Gott füllen zu lassen. Wir können uns selbst nicht rechtfertigen, vor Gott als gut hinstellen. Und je mehr wir uns in unserem Stolz auf unsere eigenen guten Werke verlassen, die wir nicht für Gott, sondern zu unserer eigenen Ehre tun, desto weiter entfernen wir uns von Gottes Gnade und Erlösung.

Doch wer sich in Demut vor Gott beugt, erniedrigt, der empfängt die Gnade, die uns in Jesus Christus angeboten wird. Denn nur durch das Opfer Jesu am Kreuz, für unsere Verfehlungen, können wir durch ihn vor Gott gerechtfertigt werden. Nur durch unser Vertrauen auf Jesus Sühnopfer am Kreuz werden wir vor Gott als gerechtfertigt angesehen und werden angenommen.

b) Anwendung auf unser Leben
Wenn wir heute auf unser eigenes Leben schauen, erkennen wir, wie oft auch wir in der Gefahr stehen, uns selbstgerecht zu fühlen und darzustellen. Aber gerade in dieser falschen Haltung sind wir weit entfernt von Gott. Der Weg zur Gnade Gottes führt nur über die innere Haltung der Demut und Buße. – Erst ein zerschlagenes und demütiges Herz wird Gott nicht verachten.

Lasst uns daher wie der Zöllner kommen und Gott um Gnade, seine Hilfe, bitten. Lasst uns mit einem zerbrochenen Herzen zu ihm kommen und sagen: „Gott, sei auch mir Sünder gnädig.“

Ein Schlussgedanke
Erinnern wir uns noch an den FDP Politiker Möllemann, der von seiner eigenen Überlegenheit überzeugt war, stürzte 2013 sich tragisch in den Tod, ohne den Fallschirm zu öffnen, und ohne seine politischen Fehler einzugestehen. Jedoch der Fernsehmoderator Friedmann mit seiner Show: „Vorsicht Friedmann“ hingegen zeigte Einsicht. Er trat zurück und bekannte seine persönlichen Mängel. –

Auch in unserem Leben gibt es immer wieder Momente, in denen wir an unserem Stolz und unserer Selbstgerechtigkeit arbeiten müssen. Aber nur, wenn wir unsere Unwürdigkeit erkennen und Gottes Gnade annehmen, finden wir echten Frieden und echte Rechtfertigung. – Hast du Frieden mit Gott? Möge dir die Haltung des Zöllners ein Vorbild sein: Es ist die Demut vor Gott, das Eingeständnis unserer Fehler und das Vertrauen allein auf Gottes Gnade allein. Nur so können wir in Gottes Gnade stehen und ihm die Ehre geben. Amen.

Predigt zum 10. Sonntag nach Trinitatis

Thema: Gott und sein Volk
Textgrundlagen: Jeremia 7,1–11; 1. Korinther 12,1–11; Lukas 19,41–47a
Wochenspruch: „Wohl dem Volk, dessen Gott der HERR ist, dem Volk, das er zum Erbe erwählt hat!“ (Ps 33,12)

Liebe Christus-Gemeinde, Teilnehmer über ZOOM oder Leser auf Word-Press.
Der Wochenspruch in unserem anglikanischen Gebetbuch sagt uns heute:

„Wohl dem Volk, dessen Gott der HERR ist…“

 Was für ein wunderbarer Zuspruch! Wir dürfen uns zu diesem Volk zählen, denn Gott hat uns durch Jesus Christus erwählt. Aber was bedeutet das eigentlich – erwählt zu sein? Bedeutet das, dass wir uns zurücklehnen können, weil wir „auf der sicheren Seite“ sind? Oder bedeutet es etwas anderes?

Heute wollen wir gemeinsam entdecken, was es heißt, Gottes Volk zu sein. Drei biblische Texte begleiten uns dabei: Jeremia ruft sein Volk zur Umkehr, Paulus erinnert an die Gaben des Geistes, und Jesus weint über Jerusalem.

Diese Texte zeigen uns einen roten Faden vom AT zur Epistel: Gottes Gaben und Jesu Sorge im Evangelium über sein Volk um die wahre Anbetung – unsere Anbetung heute.

Denn Gottes Volk lebt nicht aus äußerer Form und Festhalten an Religion, sondern aus innerer Hingabe zu Jesu – und sie empfängt von ihm geistliche Gaben zum Dienst für Gott.

Jeremia predigt vor dem beeindruckenden wundervollen Tempel in Jerusalem. Er ruft den Menschen zu: „Macht eure Wege und Taten gut, lasst euer Leben als Kinder Gottes mit seinem Willen übereinstimmen. so will ich bei euch wohnen!“ Warum dieser Ruf? Weil das Volk zwar den Tempel verehrt, aber Gott vergessen hat. Sie meinen: „Wir haben den Tempel, wir sind sicher.“ Doch Gott sagt: „Meint ihr, mein Haus sei eine Räuberhöhle?“ – Ja euer Inneres steht an erster Stelle und ist voller Raub.

Das ist für sei eine unbequeme Botschaft: Es reicht nicht, am heiligen Ort zu stehen, wenn das Herz fern von Gott ist. Erwählung ist kein Freibrief, sondern ein Ruf zur Heiligung, Heiligung, nach den Geboten Gottes, seinem Willen leben..

Wie ist das bei uns? Auch wir können versucht sein, uns auf Äußerlichkeiten zu verlassen: „Ich gehe in die Kirche, in die Gemeinde, ich bete.“ Vielleicht auch nur, weil es da einen guten Brunch gibt. Aber Gott fragt uns: „Lebst du nach meinem Willen? In der Heiligung? Gerechtigkeit, Ehrlichkeit, Liebe – sind das deine Wege? Das ist Glaube im Alltag!“

Gottes Volk erkennt man nicht daran, dass es fromme Worte kennt, kopiert und postet, sondern daran, dass es Gottes Willen tut. Das ist die erste Lektion: Erwählung bedeutet nicht Selbstzufriedenheit, sondern Umkehr.

Der zweite Text bringt eine wunderbare Ergänzung: Wenn ein Volk sich Gott zuwendet, dann schenkt Gott seinem Volk Gaben. Paulus schreibt: „Es sind verschiedene Gaben, aber es ist ein Geist.“

Was bedeutet das? Gott gibt jedem Christen eine Gabe – nicht zu seinem eigenen Ruhm, sondern zum Nutzen aller. Die Gemeinde ist kein Ort des Konsums, sondern ein Leib, in dem jeder Teil eine Aufgabe hat.

Vielleicht fragst du dich: „Was kann ich schon tun?“ Aber Gott hat dir etwas gegeben, was nur du einbringen kannst. Vielleicht ein offenes Ohr, ein ermutigendes Wort, die Gabe der Fürbitte, der Musik, der Organisation oder des praktischen Helfens.

Gottes Volk ist nicht nur erwählt, sondern auch begabt. Und wenn wir unsere Gaben einsetzen, wird die Gemeinde lebendig.

Der dritte Text führt uns auf den Ölberg. Jesus sieht Jerusalem vor sich – die Heilige Stadt, das Zentrum des Glaubens – und er weint. Warum? Weil sie nicht erkannt haben, was Ihnen zum Frieden dient. Sie kannten alle religiösen Formen, die religiöse Autorität dachte nur an Macht und Geld, aber sie hörten nicht auf Gottes Ruf.

Dann geht Jesus in den Tempel. Er sieht, wie daraus ein Marktplatz geworden ist – und er handelt radikal: „Mein Haus soll ein Bethaus sein, ihr aber habt es zu einer Räuberhöhle gemacht.“

Liebe Christus-Gemeinde, das ist eine ernste Mahnung: Auch wir können Gefahr laufen, dass unser Gottesdienst ein Ort wird, an dem wir unsere Traditionen, unsere Vorstellungen und unser Ego pflegen, dass aber Gott draußen bleibt. Jesus ruft uns: „Mein Haus soll ein Haus des Gebets sein!“ Das ist nicht nur der Kirchenraum, das ist auch und besonders unser Herz. Ist unser Herz ein Ort der Begegnung mit Gott – oder ist es voll anderer, Egogedanken- und Worte und Umsetzung eigener Wünsche in den Alltag? Aber nichts nach dem Willen Gottes?

Wollen wir festhalten:

Mein Herzenshaus soll immer ein Bethaus sein. Dort soll niemand drin wohnen als Jesus allein.

Diese drei Texte malen uns ein Bild vor die Augen, was es heißt, wirklich Gottes Volk zu sein:

  1. Erwählung heißt gleichzeitig Umkehr. Nicht: „Jetzt bin ich sicher erwählt“, sondern: „Herr, erneuere mich in und durch deine Erwählung.“
  2. Gottes Volk empfängt Gaben. Nicht: „Ich konsumiere“, sondern: „Ich diene Gott und seinem Volk mit diesen Gaben.“
  3. Jesus ruft uns in die Nähe Gottes. Nicht äußerer Schein wie bei den Pharisäern zählt, sondern ein Herz, das auf Jesus hört und in Gottes Gegenwart betet.

Der Wochenspruch fasst es zusammen: „Wohl dem Volk, dessen Gott der HERR ist…“ – Ja, wohl uns, wenn wir auf Jesus hören und in seinen Wegen gehen.

Darum: Lasst uns heute neu fragen: „Herr, wo rufst du mich zur Umkehr? Welche Gabe hast du mir gegeben, und wo setze ich sie in der Gemeinde ein? und ganz wichtig: Wie kann mein Herz ein Haus des Gebets werden?“

Wenn wir als Christus-Gemeinde diesen Weg gehen – im Hören, im Gebet und gemeinsamen Dienst – dann wird sich das Versprechen erfüllen: Gottes Volk lebt in seinem Segen.

Gebet

Barmherziger Herr, öffne unsere Ohren für Dein Wort und unsere Herzen für Deine Nähe. Lehre uns, Deine Wege zu gehen. Zeige uns, wie wir unsere Gaben zum Wohl der Gemeinde einsetzen können. Mach unser Leben zu einem Haus des Gebets.

Dies bitten wir durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.

1. Die Freude, wenn ein Mensch gefunden wird.

Liebe Wanderfreunde, liebe Kinder, liebe Gemeinde, habt ihr euch schon einmal verlaufen? Beim Wandern den falschen Weg eingeschlagen? Oder auf einem Stadtfest den Anschluss an eure Gruppe verloren – und plötzlich ist keiner mehr da, den ihr kennt? O Schreck. Hilfe!

Kinder, stellt euch vor: Ihr seid mit eurer Gruppe unterwegs, ihr singt fröhlich einige eurer Musical-Lieder, ihr lacht und redet – aber plötzlich merkt ihr: „Ich habe gequatscht mit meinem Freund oder Freunde, und jetzt sind wir zwei ganz alleine. Keiner unserer Gruppe ist mehr da.“
Da wird einem schon mal mulmig. Und man ruft vielleicht: „Hallo! Wo seid ihr denn?“

Auch uns Erwachsenen geht das so – nicht nur im Wald, sondern auch im wirklichen Leben. Manchmal ist so viel Trubel, trotzdem fühlt man sich innerlich einsam du verloren:

In der Bibel hören wir heute: Jesus suchte genau solche Menschen auf.

Nicht die Frommen und Hochangesehenen zuerst, sondern Menschen, die ausgestoßen waren, voller Fragen, manchmal und oft voller Schuld, weil sie sich nur um sich selbst kümmerten und nie nach Gott fragten. Die Frommen damals sagten: „Was soll das? Warum trifft Jesus sich mit solchen Leuten und isst auch noch mit ihnen?“

Aber Jesus wusste: Diese Menschen erkennen, dass sie Hilfe und Rettung brauchen. Sie waren und fühlten sich verloren


2. Verloren ja, aber das heißt nicht wertlos

Jesus erzählt deshalb zwei kurze, aber sehr eindrucksvolle Geschichten:

Ein Hirte hat 100 Schafe – eines ist plötzlich weg. Aber, was tut er?
Er lässt die 99 zurück und sucht nur das eine, bis er es endlich gefunden hat. Er trägt es auf den Schultern nach Hause – und dann gibt es ein großes Fest. Er schmeißt eine Party, weil das Verlorene gefunden wurde.

Oder die zweite Geschichte: Eine Frau verliert eine Silbermünze – ein ganzer Tagelohn. Und sie räumt alles um, fegt den Holzboden, schaut in jeden Ritz, sucht in jeder Ecke – bis sie die Münzel endlich findet. Und auch sie ruft ihre Nachbarinnen zusammen: „Freut euch mit mir!“

Genauso reagiert Gottes inneres Herz: Jeder zählt, jeder und jede Einzelne zählt. Gott liebt und freut sich über jeden Gefundenen.
Du bist nicht nur „einer oder eine von vielen“ – du bist einzig geliebt, besonders gesucht, und sollst gerettet werde. Lässt du dich aber finden und retten? Und wenn du dann zurückgebracht wirst –  zu Gott, gibt es – so sagt uns Jesus –dort eine große Freuden-Party im Himmel!


3. Auch heute wieder Party? Warum das Himmelreich Grund zur Freude hat.

Liebe Fest-Gemeinde,
wir feiern heute mit Wanderstöcken, Jausenschmaus und Trompetenschall. Wir wandern, wir singen und genießen die sommerlich Natur – und wir hören heute: Im Himmel wird gefeiert, wenn ein Mensch umkehrt und sich finden lässt. Ja, finden lassen. Das verirrte Schaft tut nichts. Es lässt sich in die Arme nehmen.

Das ist kein genötigter Zwang, sondern eine echte herzlich Einladung:

  • zuzugeben, dass ich oft falsch im Leben abgebogen bin
  • dass ich nicht alles richtig im Griff

  • dass ich Hilfe brauche –
  • und diese Hilfe heißt: Jesus.

Jesus feiert nicht mit stolzen Selbstgerechten Menschen, sondern mit solchen, die sagen: „Herr Jesus, ich brauche dich.“

Und dann ist er da. Jesus trägt mich heim. Er feiert dann mit uns. Mit viel Musik, mit großer Freude – und mit einem besonderen Platz am Tisch für mich – direkt bei Gott.

4. Was heißt das für uns heute?

Gerade bei einem Wandertag ist das Bild so klar:
Wir sind unterwegs. Auf Wegen. In Gruppen.

  • Manche laufen voraus.
  • Manche bleiben zurück.
  • Manche verirren sich.

Als Christen – evangelisch, katholisch, anglikanisch – wir alle sind auch eingeladen, nicht nur gefunden zu werden, sondern besonders so wie Jesus zu handeln:

  • Nämlich den Blick zu haben für den, der nicht mehr mitkommt, der sich verirrt hat,
  • für das Kind, das nicht mehr gesehen wird,
  • für den Erwachsenen, der sich hinter
  • seinem Lächeln  oder Witzen versteckt.

Wenn wir als Christen – so wie Jesus – solche Menschen suchen, sie wertschätzen, und einladen, dann ist das Evangelium doch mitten unter uns. Dann wird Gottes Himmel ein Stück auf der Erde sichtbar, weil wir wie Jesus handeln, auch wir werden Suchende für Gottes Fest und Freude.


5. Für die Kinder und ihr Großen: Ihr seid nicht zu klein für diese Botschaft

Liebe Kinder,
Jesus sucht nicht nur Große, sondern auch euch. Er sagt, lasst die Kinder zu mir kommen, (die vertrauen noch und brauchen nicht wie Erwachsene bedrängt zu werden.) Er freut sich, wenn ihr vertrauensvoll singt, lacht, glaubt, auch Fragen stellt – und manchmal auch kritisch zweifelt.
Wenn ihr Kinder euer Herz für Jesus öffnet, dann sagt er:

„Ich freue mich über dich – mehr als über viele, die meinen, alles richtig zu machen.“

Und ihr dürft heute wissen: Du bist nicht verloren – du bist gefunden. Du bist geliebt, wenn du Jesus vertraust.


Schluss:

Jesus ist der gute Hirte.
Er sucht dich.
Er sieht dich.
Er trägt dich.

Und wenn du heute sagst: „Herr Jesus, ich will gefunden werden“, dann sagt und singt der ganze Himmel mit allen Engeln:

 „Jubel über Jubel! Party ohne Ende! Einer oder Eine ist heimgekommen!“

– Zu Gott.

Predigt 2. Sonntag nach Trinitatis – Lukas 14,16–24

Heute Morgen, eine halbe Stunde vor dem Gottesdienst erschienen fremde Menschen vor die Christuskapelle vorgefahren. O, das sind neue Besucher, dachte ich. Der Fahrer stieg aus und sagte: „Pater, wir brauchen Benzin oder Geld. Kannst Du mir geben?“ „Woher seid ihr?“ „Wir kommen aus Ungarn. Ich kann nicht gut Deutsch.“ Ich antwortete ihm: „Bei uns beginnt gleich um 10 Uhr der Gottesdienst hier in der Christuskapelle. Ich lade euch vier Leute ein, daran teilzunehmen. Danach essen wir gemeinsam „Brunch. Dann könnt ihr mit eurem Kind auch mitessen. Kommt Ihr?“ „Oh, das geht nicht. Wir müssen heute noch weiter“.

Ich verstand. Die waren mit wehleidigen und mitleidserweckenden angelernten Worten auf Betteltour am Sonntagmorgen. Dann gab ihm trotzdem ein „Almosen von 20 € mit, auch dass wir nicht noch lang gestört den Gottesdienst pünktlich beginnen könnten.

DIE GROßE EINLADUNG GOTTES

Jesus erzählt hier von einem Menschen, der ein großes Abendmahl veranstaltet und viele einlädt. Doch dessen Einladung wird abgelehnt – und zwar nicht aus Mangel an Höflichkeit, sondern wegen eigennütziger Prioritäten. Drei Entschuldigungen werden genannt, die damals wie auch heute noch geistliche Gefahren für die Ewigkeit darstellen.  Wir nennen diese die „3 B’s“.

1. Die Einladung – Gottes großzügiges Angebot

Der Hausherr in Jesu Gleichnis ist niemand anderes als Gott selbst. Und der Knecht, der die Einladung überbringt, ist sein Sohn – Jesus Christus. Er lädt ein zum großen Fest: Zum Heil in Christus, der Gemeinschaft mit Gott und dem ewigen Leben ein. Es ist eine Einladung zur Freude – und sie gilt zuerst seinem Bundesvolk, den Juden, aber heute auch allen, die Christus kennen, an sein Erlösungswerk glauben: Allen wahren Christen, also auch uns.

Diese Einladung geschieht nicht halbherzig. Denn Gott plant groß – lädt aber ein mit großem Ernst. Er will, dass alle zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Er möchte, dass sein Haus voll wird.

Auch wir als Christen sind durch den Missionsbefehl und dem Geist Gottes aufgerufen, mit derselben Liebe und Ausdauer einzuladen – zu Gottes Reich, zu seiner Gemeinde, zum Mahl des Heils.

2. Die Entschuldigungen – Spiegel unserer Herzen und jeder kulturellen Gesellschaft

Doch die zuerst Geladenen lehnen unter verstecktem Vorwand ab. Nicht ärgerlich oder mit offener Rebellion, nein, sondern scheinheilig, höflich, aber bestimmt: „Ich habe einen Acker gekauft…“, „Ich habe fünf Ochsengespanne…“, „Ich habe gerade geheiratet…“.

Es sind keine schlimmen Dinge an sich – nämlich Besitz, Arbeit und Familie – oder 3xB. Doch diese alltäglichen Dinge und Beziehungen werden zum Vorwand genom-men, Gottes Einladung nicht anzunehmen.

Hier liegt unser aller Problem: Das Gute, das Gott uns irdisch schenkt, wird wichtiger als das Höchste. Weltliche, geldliche, menschliche Dinge verdrängen geistliche Prioritäten, sie entfernen uns von Gott.

Der Acker steht für Besitz und finanziellen Gewinn. (Nach der Thora / Gesetz gehört er Gott und ist immer 50 Jahre ausgeliehen.) Wer immer zuerst mit den Augen auf diesen Boden und Besitz schaut und sich von diesen irdischen vergänglichen Dingen leiten lässt, wird den Blick zum Himmel und damit Gott verlieren. Text klicken zum Lesen: (z.B. der reiche Jüngling)

Die Frau steht für erfüllende Beziehungen und familiäres Glück.  Umgekehrt der Mann für die Frau. Es sind oft der Ehepartner, die Familie, auch andere Beziehungen, die uns hintern die Einladung Gottes ausschlagen. Gerade diese Bindungen können zu unseren Götzen werden, wenn sie uns wichtiger als Gott selbst werden. – Familie zuerst oder Gott? Diese drei Themen stehen für die großen „B’s“ unserer Zeit:  Besitz, Beruf, Beziehungen – Dies drei sind die häufigsten Gründe, warum heute Menschen Gottes Große Einladung heuchlerisch ablehnen.

Und gerade Christen sind nicht immun: Wer von uns regelmäßig den Gottesdienst vernachlässigt, die Gemeinschaft der Heiligen verpasst, sein Gebet aufschiebt, sich nicht mehr für das Reich Gottes engagiert, keine Last für die Nichtchristen und Nichterlösten hat, der folgt denselben Mustern heute wie damals.

Und wie geht Gott mit diesen Ausflüchten und absagenden Antworten um? Er nimmt diese Ablehnung ernst: „Keiner der Männer, die eingeladen waren, wird mein Mahl schmecken.“ – Und dies gilt natürlich auch gleichberechtigt für die Frauen, Jungen und Mädchen. Das ist aber keine Rache von Gott, sondern gerechte Konsequenz. Sollte nicht ein Geschöpf seinem Schöpfer danken und zuvorkommend antworten.

Wer aber Gott absagt, verpasst das größte Fest. Das Fest im Himmel, und Jesu Festmahl.

3. Seine Gnade für die Geringen

Doch Gott, der Gastgeber sagt das Fest nicht ab. Er öffnet die Türen weiter – für die Ausgestoßenen, Kranken, Blinden und Lahmen, für alle, die von der Gesellschaft übersehen werden. Damals waren es Zöllner, Bettler, Dirnen. Heute sind es Menschen ohne Stimme: die Armen, die Vergessenen, die geistlich Hungrigen. Ihnen gilt Gottes Einladung mit besonderer Liebe.

Und er sendet seine Apostel und treuen Nachfolger nach Pfingsten bis heute aus.

Als dann noch Platz ist, sendet er seinen Knecht „an die Hecken und Zäune“. Ein Bild für das Hinausgehen über alle Grenzen: geografische, kulturelle und religiöse. Hier beginnt nun die Mission unter den Völkern. Die Apostel – besonders Paulus – führen diese Einladung über die jüdische Welt hinaus und laden ein: Die Griechen, die Römer, die Germanen – laden ein die Heiden. Das Evangelium überschreitet damit alle Grenzen bis nach Spanien, nach England, zum Schwarzen Meer und mit dem Apostel Thomas kommt es bis nach Indien.

4. Die „Hecken und Zäune-Mission“, unser Auftrag heute!

Doch das Haus Gottes ist noch nicht voll. Seine Einladung gilt weiterhin – und er sucht gerade heute seine Boten: Menschen, Männer und Frauen, die wie der Gottes-Knecht Jesus selbst, die Einladung zum Reich Gottes weitertragen. An die „Hecken und Zäune“! In unserer Zeit sind dies die Orte, wo Menschen fern vom Glauben leben: Die Großstädte, die sozialen Brennpunkte, die Flüchtlings-Unterkünfte, auch die weiten digitalen und virtuellen Räume – überall dort, wo das Evangelium kaum gehört wird, gib’s „Hecken und Zäune“. Auch wir als anglikanische Gemeinde in Deutschland stehen in dieser Berufung. Wir leben in einer Gesellschaft, in der viele Namens-Christen Gottes diese Einladung gleichgültig ablehnen, aber auch viele äußerlich gehetzte Menschen sind im Inneren einsam und warten, dass sie jemand anspricht.

Darum lautet unser Auftrag auch heute:
Geht hin! Ladet ein! Mit Liebe, mit Ernst, mit Ausdauer. Nicht nur zum Sonntagsgottesdienst – sondern zu Christus selbst, ihm nachzufolgen. Nicht nur mit Worten – sondern auch mit Gastfreundschaft, Barmherzigkeit und dem Zeugnis unseres täglichen Lebens, Glaube im Alltag.

5. Gott freut sich über ein volles Haus

Er gibt sich nicht zufrieden mit einem halbleeren Haus. Er möchte, dass viele gerettet werden. Und er gebraucht uns dazu. „Es ist noch Raum da“, sagt der Knecht. Diese Worte gelten auch heute – in den leeren Kirchen, in unserer Wohnung und für unsere Stadt. Auch in Deutschland, dass die vielen Ausländer das Evangelium annehmen.

Möge der Herr uns gebrauchen, als Boten Seiner Einladung. Mögen wir nicht auf der Seite der sich Entschuldigenden zu finden sein, sondern bei denen, die einladen und sagen komm. Wollen wir fest im wahren Glauben stehen – und von dort andere mit uns ziehen – zum großen Gastmahl Gottes.

Amen.                                              Bf. Meyer

Einleitung: Der Pfarrer, der die Hochzeitsgesellschaft vor der Kirche im November warten ließ.
Wochenspruch: „Und ich, wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen.“ (Johannes 12,32)


Liebe Schwestern und Brüder in Christus,
zwischen Himmelfahrt und Pfingsten liegt eine merkwürdige, stille, beinahe leere Zeit. Jesus ist aufgefahren in den Himmel – er ist für seine damaligen Apostel nicht mehr sichtbar und für uns nachempfindend nicht mehr unter seinen geliebten Jüngern. Auch war Pfingsten, die Verheißung des mächtigen Kommens des Heiligen Geistes, noch nicht geschehen. Es war damals und ist heute auch noch die Zeit der wartenden Gemeinde. Für uns jedoch als kräftigende Gegenwart zum Dienst und bis zu seiner zweiten Wiederkunft.


Diese Spannung spiegelt sich auch heute im kirchlich bezeichneten Sonntag Exaudi wider. Dieser Name kommt vom lateinischen „Höre“ – ein Ruf nach Gott, es ist ein Gebet um Gehör, um Gottes Nähe, um Seine Antwort. Und die Gemeinde harrt – voller Erwartung, voller Hoffnung – auf das, was Jesus verheißen hat: auf den Beistand, den Tröster, den Geist der Wahrheit und der damit verbundene Kraft.
Im Evangelium aus Johannes 15,26 – 16,4 spricht Jesus selbst von diesem Heiligen Geist. Er nennt ihn den „Beistand“, den der Vater senden wird“. Dieser Beistand – das griechische Wort lautet „Paraklet“ – es meint nicht nur Trost, sondern auch Beistand, ein Hinzugerufener anstelle unseres Herrn Jesus Christus, der uns hier auf Erden fehlt, und zwar für unseren irdischen Kampf gegen Sünde, Satan und Selbstverherrlichung, auch als Anwalt in unserer Not, als Kraft in unseren Schwachheiten, aber besonders als die Kraft, um Zeugen für unseren Herrn zu sein.

Jesus sagt: „Wenn der Beistand kommen wird, den ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, der wird Zeugnis geben von mir.“
Die wartende Gemeinde ist also nicht nur tatenlos. Sie wartet nicht passiv und dreht ängstlich Däumchen. Sie schließt sich nicht wie die 11 Jünger am Auferstehungsabend Jesu von innen ein, praktisch in „Konklave“ und fürchtet sich. Nein, sie wartet aktiv im Hören und kommuniziert im Gebet mit dem Vater im Himmel, und sie tut dies in der Gemeinschaft ihrer Glieder am Leib des Herrn. Und sie hat verstanden, dass sie erwartet, Kraft aus der Höhe zu empfangen. Sie bereitet sich im Warten und Hören auf Gott darauf vor, selbst Zeugnis von Jesus, dem Auferstandenen und Sieger zu geben. Es geht nicht um mich als Einzelnen, sondern um mich in der eingebunden Christusgemeinschaft.
Unser Wochenspruch in unserem Gebetbuch stammt aus Johannes 12,32- Er verweist uns auf das Ziel dieser Erwartung: „Und ich, wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen.“ Christus ist also erhöht!

  1. Durch das Kreuz und am Kreuz ist dies für uns geschehen;
  2. weiter durch Jesu Auferstehung, da er als erster von den Toten emporstieg, und
  3. weil durch das von uns kürzlich begangene Himmelfahrtsfeste, unser Blick zum Himmel gelenkt wird, weil er zur Rechten des Vaters aufgefahren ist.

  1. Kreuz, 2. Auferstehung und 3. Himmelfahrt
    Das sind die drei Merkmahle der Erhöhung Jesu. Die gelten uns alle.
    Doch diese Erhöhung ist nicht eine Distanz von uns, dass sich Christus für uns jetzt weit entfernt hat, sondern seine Erhöhung ist eine besondere Einladung für dich und mich. Es ist nicht ein Weggehen, sondern eine besondere Hinwendung zu uns mit einem wichtigen Ziel. Der erhöhte Herr zieht uns zu sich, praktisch wie ein Magnet Metall anzieht, so will Er uns in Seine Gegenwart, in Seine Herrlichkeit in den Himmel ziehen. Seine Erhöhung ist auch unsere Erhöhung. Sein dreifacher Sieg ist auch dein Sieg und gilt deiner Erhöhung in die himmlischen Örter.
    In der Epistel-Lesung aus 1. Petrus 4,7–11 hören wir, was das konkret bedeutet: „Es ist aber nahe gekommen das Ende aller Dinge. So seid nun besonnen und nüchtern zum Gebet.“ Die wartende Gemeinde soll am Ende aller Dinge und an ihrem Ende der Welt eine geistliche und betende Gemeinde sein. Christus sitzt nun zur Rechten des Vaters und betet für unseren Kampf und unsere Erhöhung. Christus hat aus Liebe, unsere Sünde zugedeckt und vergeben. Wir als christliche Gemeinde sollen in seiner Liebe leben und handeln, als solche „die auch der Sünden Menge zudeckt“. Leben wir dies im Alltag: Vergib uns unsere Schuld und Schwachheiten, wie wir vergeben anderen ihre Sünden und Schwachheiten? Die Ortsgemeinde lebt auch die Gastfreundschaft im Alltag und heißt die Fremden herzlich willkommen. Sie steht im Dienst ihres Herrn, und zwar in der besonderen Kraft Gottes – und ihr ganzes Leben gilt dann allein zur Ehre Jesu Christi.
    Warten in der Zwischenzeit, bevor wir alle erhöht werden sollen in die Gegenwart des Sohnes Gottes beim Vater heißt also nicht Stillstand, sondern geistliches Wachstum, mit der Lebensweise Jesu in unserem Alltag. – Exaudi erinnert uns:
    Wir sind auf dem Weg – gezogen von Christus mit dem Ziel in den Himmel zu fahren, aber gestärkt durch den Heiligen Geist, besonders aber nicht zuerst als Einzelne Person, sondern gemeinsam als Christus-Gemeinde.
    Gerade heute, in Zeiten der Unruhen und Unsicherheit dieser Welt, ist solch eine wartende himmlische Haltung entscheidend. Nicht als Flucht aus dieser hektischen Welt, sondern als ergriffene Hoffnung. Auch nicht als Rückzug aus ihr, sondern als Vorbereitung auf unsere Erhöhung.
    So bitten wir eifrig um den Heiligen Geist, der uns Kraft gibt, Zeugnis von Jesu Charakter und Wirken für die Erlösung der Welt zu geben – mit Wort und Tat, in Liebe und Wahrheit.
    So lasst uns diese – unsere – Zeit nutzen – wie die Jünger damals im Obergemach-
    um zu warten, zu beten, zu hören und zu gehen.

  2. Der Beistand kommt in unser Herz und Christus zieht dich und mich zu sich in den Himmel.
    Aber wir gehen dabei nicht allein, sondern gemeinsam dorthin. Amen.

Einleitung:
Hiob 28 bildet das Nachwort des Dialogs zwischen Hiob und seinen drei Rat gebenden Freunden. Es stellt der menschlichen Weisheit die Weisheit Gottes entgegen, die von Hiob und seinen Freunden zur Deutung seines Leidens bisher herangezogen wurde. Die in diesem Kapitel beschriebene Weisheit ist keine menschliche Erkenntnis, sondern eine von Gott gesetzte gesamtweltliche Ordnung, die durch Ehrfurcht erkannt und gelebt wird. Der Mensch kann sie nicht durch eigene Anstrengungen erreichen, sie nicht erwerben oder mit weltlichen Mitteln erlangen.

Hiob beschreibt den Eifer, mit dem Menschen nach Edelmetallen graben und Schätze aus der Tiefe der Erde ans Licht bringen. Doch so intensiv sie auch nach Gold und Edelsteinen suchen, sie können die wahre Weisheit nicht finden. Selbst wenn der Mensch tief in die Erde vordringt, bleibt ihm göttliche Weisheit verborgen, da sie nicht durch menschlichen Fleiß erlangt werden kann. Nur Gott allein kennt ihren wahren Ort.

    Weisheit hat einen unschätzbaren Wert und kann nicht mit Gold, Silber oder Edelsteinen erkauft werden. Kein menschliches Vermögen reicht aus, um sie zu erwerben. Selbst die Tiefen des Meeres und der Unterwelt wissen nicht, wo sie zu finden ist. Diese Erkenntnis liegt außerhalb des menschlichen Zugriffs, da sie nicht durch weltliche Mittel erlangt werden kann.

    Gott allein besitzt wahre Weisheit, da er Schöpfer und Herrscher der Welt ist. Er hat die Erde mit Weisheit geordnet und kennt alle Geheimnisse des Universums. Wahre Weisheit besteht darin, den Herrn zu fürchten und das Böse zu meiden. Dies ist die einzige Form von Weisheit, die dem Menschen durch Gottesfurcht zugänglich ist.

      Göttliche Weisheit unterscheidet sich grundlegend von menschlicher Weisheit. Sie ist kein Ergebnis intellektueller Leistung oder materieller Mittel, sondern entsteht allein aus der Ehrfurcht vor Gott und unserer Beziehung zu ihm. Nur diejenigen, die Gott fürchten, erlangen diese Weisheit, die wertvoller ist als alle materiellen Schätze der Erde.


      Lesungen nach dem Lektionar nach: „Das Allgemeine Gebetbuch“ – zum 23. Januar.
      (Kapitel 1: klicken um hier zu lesen) – https://www.bibleserver.com/EU/Hiob1

      Der Prolog im Buch Hiob führt die zentralen Figuren und Themen der Geschichte ein.

      Gott, der im hebräischen Text als „Jahwe“ bezeichnet wird, veranlasst die Ereignisse, indem Er Satan herausfordert.


      Satan
      Satan wird als „der Ankläger“ vorgestellt. In dieser Darstellung hier ist „Satan“ kein Eigenname, sondern eine Funktionsbeschreibung. Er tritt als Ankläger gegen Hiob und stellt dessen Frömmigkeit infrage.

      Hiob
      Hiob wird als „tadellos und aufrichtig“ beschrieben. Er fürchtet Gott und meidet das Böse. Diese Eigenschaften führen zu Gottes offensichtlicher Zufriedenheit mit Hiob. Dies zeigt sich in Wohlstand, Gesundheit und in seiner großen Familie.

      Hiobs Frau
      Hiobs Frau wird negativ dargestellt. Sie zeigt wenig Verständnis für seine Leiden und fordert ihn auf, Gott zu verfluchen und lieber zu sterben. Statt Trost bietet sie ihm unlogische Kritik und Aussichtslosigkeit.


      Hiobs Freunde
      Hiobs drei Freunde – Eliphaz, Bildad und Zophar – treten zunächst mit Mitgefühl auf und sitzen wortlos sieben Tage bei ihm. Doch später zeigen sich ihre Ansichten und Argumente kurzsichtig und problematisch.

      Die Reden der Freunde:
      Eliphaz (Erfahrungen)
      Eliphaz wird als weiser, aber traditionell denkender älterer Mann dargestellt. Seine Reden basieren auf der Vorstellung, dass Leiden eine direkte Folge von Sünde ist. Er beruft sich auf persönliche Erfahrungen und eine mystische Vision, die ihm angeblich bestätigt, dass Hiob gesündigt hat. Zunächst ist Eliphaz behutsam, wird jedoch zunehmend kritischer und spöttischer, als Hiob seine Schuld leugnet. Eliphaz betont Gottes Übernatürlichkeit und meint, dass Gott zu groß sei, um sich mit persönlichen Schicksalen zu befassen.

      Bildad – (Bildung)
      Bildad ist ein Gebildeter und Traditionalist, der jünger ist als Eliphaz . Er bringt vor allem gebräuchliche und theologische Argumente vor. Er behauptet, Hiobs Kinder seien gestorben, weil sie Sünder waren, und sieht Hiobs Leid ebenfalls als Strafe für dessen Sünde. Seine Ansprachen sind geprägt von wenig Mitgefühl und einer starren Haltung. Er spricht von Gottes Allmacht und argumentiert, dass Hiob Gottes Entscheidungen einfach akzeptieren müsse.


      Zophar (der Zornige)
      Zophar, der jüngste der drei Freunde, ist der direkteste und eindeutigste. Er ist emotional und wirft Hiob vor, seine Schuld zu leugnen, und behauptet, dass Hiob selbst unbewusst gesündigt haben müsse. Zophar argumentiert mit Gottes Allwissenheit und fordert Hiob auf, Buße zu tun, um Gottes Gnade zu erfahren.

      Hiobs Antwort und Reden
      Hiob hält mehrere Reden, in denen er die Anklagen seiner Freunde zurückweist. Er besteht darauf, dass er unschuldig ist, und argumentiert, dass sein Leiden unverdient ist.
      Hiobs Klage
      Zu Beginn verflucht Hiob den Tag seiner Geburt und wünscht sich, er wäre tot geboren worden. Obwohl er tief verzweifelt ist, denkt er nicht daran, sein Leben zu beenden.
      Hiobs Reaktion auf die Argumente seiner Freunde
      Hiob lehnt die Erklärungen seiner Freunde ab. Er sieht Gott als verantwortlich für sein Leiden und äußert den Wunsch, Gott vor Gericht zu stellen, um seine Unschuld zu beweisen. Seine Reden zeigen eine Mischung aus Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit und doch gelegentlicher Zuversicht.

      Hiobs bemerkenswerte Reden
      In Kapitel 28 singt Hiob ein Loblied auf die Weisheit, die er als unendlich wertvoll, aber für Menschen schwer erreichbar beschreibt. In Kapitel 31 verteidigt Hiob seine Unschuld und listet alle Bereiche seines Lebens auf, in denen er sich untadelig verhalten hat.


      Elihu – Der vierte und letzte Redner – (Einsichten neu und innovativ)
      Elihu, ein jüngerer Mann, tritt am Ende in die Diskussion ein. Er behauptet, neue Einsichten zu bringen, wiederholt jedoch im Wesentlichen die Argumente der drei Freunde. Elihu betont, dass Gott Leiden als Belehrungs-Methode benutzt, um Menschen zu erziehen und sie vor größerem Unheil zu bewahren. Nun wird es stell. Hiob reagiert nicht auf Elihus Reden.

      Fazit – Ergebnis
      Die Reden der Freunde und Elihus zeigen, wie schwierig es ist, Gottes Handeln zu verstehen. Sie versuchen, Hiobs Leiden durch einfache Ursache-Wirkungs-Prinzipien zu erklären, scheitern jedoch an der Vielschichtigkeit vieler übersinnlicher Merkmale seiner Situation. Während einige ihrer Aussagen theologisch korrekt sein mögen, wenden sie diese auf Hiobs Fall gefühllos und unangemessen an. Hiob bleibt in seinem Leid jedoch standhaft und wartet auf eine Antwort von Gott.

      In jeder Generation erwarteten die Menschen einen Propheten, doch die wirklich Frommen und ernsthaft Gläubigen warteten auf den Messias, den Retter.
      Johannes der Täufer wurde von den Theologen befragt: „Wer bist du?“ Seine klare Antwort war: „Ich bin nicht der Messias.“ Stattdessen wies Johannes auf Jesus hin, den er persönlich kannte, und erklärte: „Mitten unter euch steht der, den ihr nicht kennt.“
      Doch kennen wir ihn persönlich? Können wir sagen, dass er mitten unter uns ist?
      Die Adventszeit erinnert uns daran, dass Jesus nicht nur einmal kam, sondern uns heute nahe ist und wiederkommen wird.
      Der Apostel Paulus ruft uns im Philipperbrief zur Freude im Herrn auf: „Freut euch im Herrn zu jeder Zeit!“ Diese Freude entspringt unserer lebendigen Beziehung zu Christus. Sie ist unabhängig von materiellen Dingen, die uns oft von echter Freude ablenken. Unser Konsum kann keine beständige Freude schenken. Nur in der Nähe Gottes finden wir wahre, bleibende Freude.
      Diese Freude wird sichtbar, wenn wir uns auf das Wesentliche besinnen: Zeit mit Gott, Gebet, und Lobpreis – in unseren Herzen und mit unseren Stimmen entstehen lassen. Der Psalmist sagt: „Lobe den Herrn, meine Seele!“ Diese Haltung lässt uns täglich neue Freude finden.

      Paulus erinnert uns daran, nicht in Sorgen zu verharren, sondern alle Anliegen mit Dank vor Gott zu bringen: „Sorgt euch um nichts, sondern bringt eure Bitten betend und flehend vor Gott!“
      So bewahrt der Friede Gottes unsere Herzen und Gedanken in Christus.

      Freuen wir uns also über die Nähe des Herrn – jetzt und auf sein baldiges Kommen.

      Einleitung:

      Kaiser Wilhelm II. zieht 1898 in Jerusalem ein. Er sitzt hoch zu Ross mit im weißen Gewand, darunter trägt er seine Rüstung. Viele Journalisten sind bereits vor Ort, um ihn zu empfangen,.

      • Alexander der Große und das jüdische Volk
      Als Alexander der Große zwischen 313-317 v. Chr. Palästina eroberte, war das jüdische Volk sehr besorgt. Niemand hatte sich gegen ihn behaupten können. Der jüdische Historiker Josephus erzählt, dass Alexander Jerusalem besuchte, die Stadt jedoch verschonte. Der Hohepriester Jaddus hatte einen Traum, in dem ihm die göttliche Bestimmung Alexanders angekündigt wurde. Als Alexander Jerusalem erreichte, erkannte er Jaddus als den Mann, der ihn im Traum ermutigt hatte, gegen Persien zu kämpfen. Dies führte dazu, dass Alexander den Tempel betrat, Geschenke übergab und der Gott Israels verehrte.


      • Gottes Schutz und Verheißung
      In Sacharja 9,8 wird Gottes Schutz für das jüdische Volk während schwieriger Zeiten verheißen. Der Tempel und das Volk sollten geschützt werden, was sich in der Verschonung Jerusalems durch Alexander widerspiegelte. Sacharja endet mit einer Prophezeiung über die endgültige Befreiung Israels durch das zweite Kommen des Messias.


      • Jesus als Messias und Friedensbringer
      Die Prophezeiung verdeutlicht, dass Jesus als Messias sowohl geistiges als auch körperliches Heil bringen wird. Bei seiner Wiederkunft wird er der Welt den Frieden bringen und den Krieg beenden.


      • Weltweite Herrschaft des Messias
      Der Messias wird über die gesamte Erde herrschen, im Gegensatz zu Alexander, dessen Reich nur einen kleinen Teil der Welt umfasste. In Vers 10 wird dies als Verheißung eines globalen Friedens und einer universalen Herrschaft dargestellt.

      1. Das erste Kommen des Messias wurde exakt vorhergesagt.
      2. Der Messias wird als König herrschen.
      3. Der Messias wird ein gerechter Herrscher sein.
      4. Der Messias bringt geistiges und körperliches Heil.
      5. Der Messias wird demütig und sanftmütig sein.
      6. Die Herrschaft des Messias wird global sein.
      7. Der Messias wird dem Krieg ein Ende setzen und Frieden bringen.

      Jesus von Nazareth erfüllte die Prophezeiung aus Vers 9 und wird Vers 10 bei seiner zweiten Ankunft erfüllen. Darin beseht unser Glaube und Hoffnung, nur er wird uns und der Welt den Frieden bringen. Amen.

      Die Predigt auf Youtube:

      katholisch - evangelisch-anglikanisch - Bezeichnung für den letzten Sonntag im Kirchenjahr:
Christkönigs-Sonntag, Ewigkeits-Sonntag, Erweckungs-Sonntag

      Bibeltext lesen: Jeremia 25,5-8

      Der letzte Sonntag im Kirchenjahr der Anglikanischen Kirche wird auch Stirr-Up-Sunday genannt.

      Mehr in Englisch: