Predigten


Einleitung: Der Pfarrer, der die Hochzeitsgesellschaft vor der Kirche im November warten ließ.
Wochenspruch: „Und ich, wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen.“ (Johannes 12,32)


Liebe Schwestern und Brüder in Christus,
zwischen Himmelfahrt und Pfingsten liegt eine merkwürdige, stille, beinahe leere Zeit. Jesus ist aufgefahren in den Himmel – er ist für seine damaligen Apostel nicht mehr sichtbar und für uns nachempfindend nicht mehr unter seinen geliebten Jüngern. Auch war Pfingsten, die Verheißung des mächtigen Kommens des Heiligen Geistes, noch nicht geschehen. Es war damals und ist heute auch noch die Zeit der wartenden Gemeinde. Für uns jedoch als kräftigende Gegenwart zum Dienst und bis zu seiner zweiten Wiederkunft.


Diese Spannung spiegelt sich auch heute im kirchlich bezeichneten Sonntag Exaudi wider. Dieser Name kommt vom lateinischen „Höre“ – ein Ruf nach Gott, es ist ein Gebet um Gehör, um Gottes Nähe, um Seine Antwort. Und die Gemeinde harrt – voller Erwartung, voller Hoffnung – auf das, was Jesus verheißen hat: auf den Beistand, den Tröster, den Geist der Wahrheit und der damit verbundene Kraft.
Im Evangelium aus Johannes 15,26 – 16,4 spricht Jesus selbst von diesem Heiligen Geist. Er nennt ihn den „Beistand“, den der Vater senden wird“. Dieser Beistand – das griechische Wort lautet „Paraklet“ – es meint nicht nur Trost, sondern auch Beistand, ein Hinzugerufener anstelle unseres Herrn Jesus Christus, der uns hier auf Erden fehlt, und zwar für unseren irdischen Kampf gegen Sünde, Satan und Selbstverherrlichung, auch als Anwalt in unserer Not, als Kraft in unseren Schwachheiten, aber besonders als die Kraft, um Zeugen für unseren Herrn zu sein.

Jesus sagt: „Wenn der Beistand kommen wird, den ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, der wird Zeugnis geben von mir.“
Die wartende Gemeinde ist also nicht nur tatenlos. Sie wartet nicht passiv und dreht ängstlich Däumchen. Sie schließt sich nicht wie die 11 Jünger am Auferstehungsabend Jesu von innen ein, praktisch in „Konklave“ und fürchtet sich. Nein, sie wartet aktiv im Hören und kommuniziert im Gebet mit dem Vater im Himmel, und sie tut dies in der Gemeinschaft ihrer Glieder am Leib des Herrn. Und sie hat verstanden, dass sie erwartet, Kraft aus der Höhe zu empfangen. Sie bereitet sich im Warten und Hören auf Gott darauf vor, selbst Zeugnis von Jesus, dem Auferstandenen und Sieger zu geben. Es geht nicht um mich als Einzelnen, sondern um mich in der eingebunden Christusgemeinschaft.
Unser Wochenspruch in unserem Gebetbuch stammt aus Johannes 12,32- Er verweist uns auf das Ziel dieser Erwartung: „Und ich, wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen.“ Christus ist also erhöht!

  1. Durch das Kreuz und am Kreuz ist dies für uns geschehen;
  2. weiter durch Jesu Auferstehung, da er als erster von den Toten emporstieg, und
  3. weil durch das von uns kürzlich begangene Himmelfahrtsfeste, unser Blick zum Himmel gelenkt wird, weil er zur Rechten des Vaters aufgefahren ist.

  1. Kreuz, 2. Auferstehung und 3. Himmelfahrt
    Das sind die drei Merkmahle der Erhöhung Jesu. Die gelten uns alle.
    Doch diese Erhöhung ist nicht eine Distanz von uns, dass sich Christus für uns jetzt weit entfernt hat, sondern seine Erhöhung ist eine besondere Einladung für dich und mich. Es ist nicht ein Weggehen, sondern eine besondere Hinwendung zu uns mit einem wichtigen Ziel. Der erhöhte Herr zieht uns zu sich, praktisch wie ein Magnet Metall anzieht, so will Er uns in Seine Gegenwart, in Seine Herrlichkeit in den Himmel ziehen. Seine Erhöhung ist auch unsere Erhöhung. Sein dreifacher Sieg ist auch dein Sieg und gilt deiner Erhöhung in die himmlischen Örter.
    In der Epistel-Lesung aus 1. Petrus 4,7–11 hören wir, was das konkret bedeutet: „Es ist aber nahe gekommen das Ende aller Dinge. So seid nun besonnen und nüchtern zum Gebet.“ Die wartende Gemeinde soll am Ende aller Dinge und an ihrem Ende der Welt eine geistliche und betende Gemeinde sein. Christus sitzt nun zur Rechten des Vaters und betet für unseren Kampf und unsere Erhöhung. Christus hat aus Liebe, unsere Sünde zugedeckt und vergeben. Wir als christliche Gemeinde sollen in seiner Liebe leben und handeln, als solche „die auch der Sünden Menge zudeckt“. Leben wir dies im Alltag: Vergib uns unsere Schuld und Schwachheiten, wie wir vergeben anderen ihre Sünden und Schwachheiten? Die Ortsgemeinde lebt auch die Gastfreundschaft im Alltag und heißt die Fremden herzlich willkommen. Sie steht im Dienst ihres Herrn, und zwar in der besonderen Kraft Gottes – und ihr ganzes Leben gilt dann allein zur Ehre Jesu Christi.
    Warten in der Zwischenzeit, bevor wir alle erhöht werden sollen in die Gegenwart des Sohnes Gottes beim Vater heißt also nicht Stillstand, sondern geistliches Wachstum, mit der Lebensweise Jesu in unserem Alltag. – Exaudi erinnert uns:
    Wir sind auf dem Weg – gezogen von Christus mit dem Ziel in den Himmel zu fahren, aber gestärkt durch den Heiligen Geist, besonders aber nicht zuerst als Einzelne Person, sondern gemeinsam als Christus-Gemeinde.
    Gerade heute, in Zeiten der Unruhen und Unsicherheit dieser Welt, ist solch eine wartende himmlische Haltung entscheidend. Nicht als Flucht aus dieser hektischen Welt, sondern als ergriffene Hoffnung. Auch nicht als Rückzug aus ihr, sondern als Vorbereitung auf unsere Erhöhung.
    So bitten wir eifrig um den Heiligen Geist, der uns Kraft gibt, Zeugnis von Jesu Charakter und Wirken für die Erlösung der Welt zu geben – mit Wort und Tat, in Liebe und Wahrheit.
    So lasst uns diese – unsere – Zeit nutzen – wie die Jünger damals im Obergemach-
    um zu warten, zu beten, zu hören und zu gehen.

  2. Der Beistand kommt in unser Herz und Christus zieht dich und mich zu sich in den Himmel.
    Aber wir gehen dabei nicht allein, sondern gemeinsam dorthin. Amen.

In jeder Generation erwarteten die Menschen einen Propheten, doch die wirklich Frommen und ernsthaft Gläubigen warteten auf den Messias, den Retter.
Johannes der Täufer wurde von den Theologen befragt: „Wer bist du?“ Seine klare Antwort war: „Ich bin nicht der Messias.“ Stattdessen wies Johannes auf Jesus hin, den er persönlich kannte, und erklärte: „Mitten unter euch steht der, den ihr nicht kennt.“
Doch kennen wir ihn persönlich? Können wir sagen, dass er mitten unter uns ist?
Die Adventszeit erinnert uns daran, dass Jesus nicht nur einmal kam, sondern uns heute nahe ist und wiederkommen wird.
Der Apostel Paulus ruft uns im Philipperbrief zur Freude im Herrn auf: „Freut euch im Herrn zu jeder Zeit!“ Diese Freude entspringt unserer lebendigen Beziehung zu Christus. Sie ist unabhängig von materiellen Dingen, die uns oft von echter Freude ablenken. Unser Konsum kann keine beständige Freude schenken. Nur in der Nähe Gottes finden wir wahre, bleibende Freude.
Diese Freude wird sichtbar, wenn wir uns auf das Wesentliche besinnen: Zeit mit Gott, Gebet, und Lobpreis – in unseren Herzen und mit unseren Stimmen entstehen lassen. Der Psalmist sagt: „Lobe den Herrn, meine Seele!“ Diese Haltung lässt uns täglich neue Freude finden.

Paulus erinnert uns daran, nicht in Sorgen zu verharren, sondern alle Anliegen mit Dank vor Gott zu bringen: „Sorgt euch um nichts, sondern bringt eure Bitten betend und flehend vor Gott!“
So bewahrt der Friede Gottes unsere Herzen und Gedanken in Christus.

Freuen wir uns also über die Nähe des Herrn – jetzt und auf sein baldiges Kommen.

Einleitung:

Kaiser Wilhelm II. zieht 1898 in Jerusalem ein. Er sitzt hoch zu Ross mit im weißen Gewand, darunter trägt er seine Rüstung. Viele Journalisten sind bereits vor Ort, um ihn zu empfangen,.

• Alexander der Große und das jüdische Volk
Als Alexander der Große zwischen 313-317 v. Chr. Palästina eroberte, war das jüdische Volk sehr besorgt. Niemand hatte sich gegen ihn behaupten können. Der jüdische Historiker Josephus erzählt, dass Alexander Jerusalem besuchte, die Stadt jedoch verschonte. Der Hohepriester Jaddus hatte einen Traum, in dem ihm die göttliche Bestimmung Alexanders angekündigt wurde. Als Alexander Jerusalem erreichte, erkannte er Jaddus als den Mann, der ihn im Traum ermutigt hatte, gegen Persien zu kämpfen. Dies führte dazu, dass Alexander den Tempel betrat, Geschenke übergab und der Gott Israels verehrte.


• Gottes Schutz und Verheißung
In Sacharja 9,8 wird Gottes Schutz für das jüdische Volk während schwieriger Zeiten verheißen. Der Tempel und das Volk sollten geschützt werden, was sich in der Verschonung Jerusalems durch Alexander widerspiegelte. Sacharja endet mit einer Prophezeiung über die endgültige Befreiung Israels durch das zweite Kommen des Messias.


• Jesus als Messias und Friedensbringer
Die Prophezeiung verdeutlicht, dass Jesus als Messias sowohl geistiges als auch körperliches Heil bringen wird. Bei seiner Wiederkunft wird er der Welt den Frieden bringen und den Krieg beenden.


• Weltweite Herrschaft des Messias
Der Messias wird über die gesamte Erde herrschen, im Gegensatz zu Alexander, dessen Reich nur einen kleinen Teil der Welt umfasste. In Vers 10 wird dies als Verheißung eines globalen Friedens und einer universalen Herrschaft dargestellt.

  1. Das erste Kommen des Messias wurde exakt vorhergesagt.
  2. Der Messias wird als König herrschen.
  3. Der Messias wird ein gerechter Herrscher sein.
  4. Der Messias bringt geistiges und körperliches Heil.
  5. Der Messias wird demütig und sanftmütig sein.
  6. Die Herrschaft des Messias wird global sein.
  7. Der Messias wird dem Krieg ein Ende setzen und Frieden bringen.

Jesus von Nazareth erfüllte die Prophezeiung aus Vers 9 und wird Vers 10 bei seiner zweiten Ankunft erfüllen. Darin beseht unser Glaube und Hoffnung, nur er wird uns und der Welt den Frieden bringen. Amen.

Die Predigt auf Youtube:

katholisch - evangelisch-anglikanisch - Bezeichnung für den letzten Sonntag im Kirchenjahr:
Christkönigs-Sonntag, Ewigkeits-Sonntag, Erweckungs-Sonntag

Bibeltext lesen: Jeremia 25,5-8

Der letzte Sonntag im Kirchenjahr der Anglikanischen Kirche wird auch Stirr-Up-Sunday genannt.

Mehr in Englisch:

14. Januar 2024 – Thema zum Sonntag Allianz Gebetswoche

Predigt zu Matthäus 20,18-20

Liebe Schwestern und Brüder in Christus,

heute, da wir uns in der Gegenwart unseres Herrn versammeln, wollen wir uns mit den uns verwandelnden Worten des Missionsbefehls in Matthäus 28,18-20 beschäftigen. Dieser Abschnitt wird oft als der Herzschlag der christlichen Mission bezeichnet beschreibt die göttliche Autorität und die dauerhafte Verheißung, die uns Jesus Christus gegeben hat.

Der Schwerpunkt dieses Auftrags liegt in dem Wort „alle“. In Vers 18 erklärt Jesus mit Nachdruck: „Mir ist gegeben (1.) alle Gewalt im Himmel und auf Erden„. Diese kraftvolle Verkündigung unterstreicht die göttliche Wesensgleichheit unseres Herrn. Sie erinnert uns daran, dass unser Auftrag, damals wie heute, allein in der Autorität Jesu Christi verankert ist. Ohne seine Autorität wären unsere Bemühungen vergeblich.

Der erste Schritt zur Erfüllung des Missionsbefehls besteht also darin, die Herrschaft Christi in jedem Aspekt unseres Lebens anzuerkennen und sich ihr zu unterwerfen. Ist er dein Herr und Herr allein?

Im weiteren Verlauf stoßen wir auf den zentralen Befehl in den Versen 19-20: „Darum gehet hin und machet zu Jüngern (2.) alle Völker“. Dieser Auftrag ist keine bloße Empfehlung, sondern ein Auftrag für jeden Gläubigen. Jesu Jünger wurden angewiesen, aktiv zu sein und über ihre Komfortzone hinauszugehen und viele Grenzen zu überschreiten, um Jünger zu machen.

Auch wir sind aufgerufen, in unserem täglichen Leben bewusst und aktiv auf die Verlorenen zuzugehen, um die lebensverändernde Botschaft des Evangeliums weiterzugeben.

Die Partizipien / Mittelworte im Urtext „taufen“ und „lehren“ geben einen weiteren Einblick in die Mittel, mit denen wir den Missionsbefehl erfüllen sollen.

Die Taufe symbolisiert die Einführung in ein neues Leben in Verbindung mit Christus und steht für die Identifikation des Gläubigen mit dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist. Wir sollen in den Namen und das Wesen der Dreifaltigkeit eingetaucht werden. Dieses neue Leben ist dann der äußere Ausdruck einer inneren Wandlung, die auf die Entscheidung eines Menschen folgen sollte, Christus zu vertrauen. Die Taufe ist ein Schritt des Gehorsams, der das Fundament für ein Leben in der Nachfolge Jesu legt.

Ist dies Prinzip der Nachfolge bei dir entstanden und auch noch vorhanden?

Darüber hinaus ist der fortlaufende Prozess des Lernens und des Lehrens entscheidend für unseren Auftrag. Wir sollen nicht nur Wissen vermitteln, sondern die Jünger zu gehorsamem Handeln erziehen und sie in den Lehren Jesu unterweisen. Dies gilt natürlich zuerst uns als Lernenden, beständig in der Schrift, Lehre JESU und der Apostel zu bleiben. Diese kontinuierliche Lehre hilft den Gläubigen, von den Anfängen ihres Glaubens bis zu den verschiedenen Stufen der geistlichen Reife voranzuschreiten. Von der Milch zum Schwarzbrot Gottes.

Unser Auftrag besteht nicht nur darin, Bekehrte zu machen, sondern Jünger zu fördern und wachsen zu lassen, die den Charakter Christi widerspiegeln und die dann ihren Platz und ihre Aufgabe in einer Ortsgemeinde finden.

Schließlich endet der Missionsbefehl mit einer Verheißung unseres Christus-Königs: „Und siehe, ich bin bei euch (3.) alle Tage bis an der Welt Ende“.

Diese Worte geben uns die tröstliche Gewissheit, dass Christus immer bei uns ist. Wenn wir uns auf den Weg machen, um alle Völker, alle ethnischen Gruppen, zu Jüngern zu machen, dann können wir uns darauf verlassen, dass Christus, der  alle Macht hat, bei jedem Schritt auf diesem Weg bei und mit uns ist.

Wollen wir abschließend den Missionsbefehl als unsere göttliche Berufung annehmen und erkennen, dass unsere Mission allein in der Autorität Christi verwurzelt ist? Wollen wir aktiv hingehen, bewusst getauft uns der ständigen Lehre Christi und der Apostel verpflichtet fühlen? Wenn wir diesen Auftrag erfüllen, lasst uns dies in der Gewissheit tun, dass derjenige, der erklärt hat: „Mir ist alle Macht gegeben“, immer auch bei uns ist, bis zum Ende der Zeit. Amen.

Danach wieder zu diesem Text / Predigt schriftlich zurückkehren.

Evangeliumslesung nach Matthäus 24,15-22 (klicken zum Bibeltext)

Jesus beschreibt zuvor allgemeine Zeichen der Endzeit, moralisch und kriegerisch und weltweit. Aber doch auch, dass das Evangelium bis zum Ende der Welt verkündigt werden wird. Dann erst wird das Ende der Welt kommen.

In den nächsten acht Versen nimmt Jesus konkret Bezug auf prophetische Stellen. Der Gräuel oder Schrecken, der Verwüstung anrichtet, beim Prophet Daniel, und die große Bedrängnis, die vom Anbeginn der Welt bis heute beispiellos ist, sind zwei dieser verständlichen Hinweise.

 Ein spezifisches Zeichen des Endes wäre der „Gräuel, ein „abscheuliches Ding“, das Verwüstung bringt, Zerstörung und Entvölkerung.  Es macht wüst und leer! Jesus übernahm diesen Ausdruck aus Daniel Kap. 8,13; 9,27; 11,31; 12,11. Dieser verwendete es, um einen besonderen Wendepunkt in der Endzeit festzumachen. Konkret handelte es sich bei diesem „Gräuel“ um eine Art verunreinigendes, zerstörerisches Ereignis im Tempel, das die täglichen Opfer beenden würde. Jesus macht deutlich, wo dies geschehen soll: Es wird an heiliger Stätte stehen. Das wäre der zweitheiligsten Raum im Tempel.

Das „Allerheiligste“, der innerste und heiligste Raum, enthielt zu Salomos Zeiten noch die ursprüngliche Bundeslade. Zur Zeit Jesu gab es diese nicht mehr, weil die Bundeslade Jahrhunderte bei der Wegführung nach Babylon verloren gegangen war. An der heiligen Stätte des damaligen Tempels, außerhalb des Allerheiligsten, also vor dem trennenden Vorhang, befanden sich der Räucheraltar, der Tisch mit den Schaubroten und zehn Leuchter im restaurierten Tempel Salomos. Doch zur Zeit Jesu gab es nur noch einen Leuchter. Mit der „heiligen Stätte“, wo die Verwüstung geschehen soll, verstehen die meisten Ausleger den gesamten Tempelkomplex.

Eine dritte und weitaus größere Entweihung steht heute noch aus. Die beiden früheren Entweihungen unter Antiochus Epiphanes 168 v. Chr. und Titus im 70 n. Chr. waren das Vorspiel für die endgültige Entweihung durch „den Menschen der Sünde“, die erst noch kommen sollte. Der Apostel Paulus schrieb von diesem Antichristen, der sich in der Endzeit als Gott erheben wird (2. Thess. 2:3 Lasst euch von niemandem verführen, in keinerlei Weise; denn zuvor muss der Abfall kommen und der Mensch der Bosheit offenbart werden, der Sohn des Verderbens. 4 Er ist der Widersacher, der sich erhebt über alles, was Gott oder Gottesdienst heißt, sodass er sich in den Tempel Gottes setzt und vorgibt, er sei Gott.

 Obwohl Jesus mit ziemlicher Sicherheit an den „Gräuel“ von 70 n. Chr. dachte (vgl. 24,2.16-20), blickten sowohl er als auch Daniel auf einen weiteren solchen Gräuel im Tempel voraus, der für uns noch in der Zukunft liegt. Das bedeutete wahrscheinlich, dass der Tempel wieder auf dem Tempelberg in Jerusalem aufgebaut werden würde, wo der muslimische Felsendom seit 1300 Jahren steht. (634 n. Chr. begonnen)

Die Warnungen in 24,16-20 waren einmal eine direkte Prophezeiung auf die Zerstörung Jerusalems im Jahr 70 n. Chr. und die Verfolgung der Juden durch Rom. Jesus warnte, dass die Bewohner Judäas (der Provinz Jerusalem) in die Berge fliehen sollten, wo sie sich vor den Verfolgern verstecken könnten, wenn der „Gräuel“ unmittelbar bevorzustehen scheint) (24,16).

Die Zerstörung würde so schnell kommen, dass diejenigen, die sich auf ihren flachen Hausdächern befanden (die oft zum Gebet genutzt wurden), sofort die Außentreppe hinuntersteigen und fliehen müssten, ohne Vorräte oder Wertsachen mitzunehmen. Diejenigen, die auf den Feldern arbeiteten, mussten sich in ein Versteck flüchten (24,17-18).

Doch diejenigen, die zu lange zögerten, würden von der Zerstörung erfasst werden. –

Wir wissen, dass im Jahr 70 n. Chr. viele Christen tatsächlich nach Pella flohen, um der Belagerung von Jerusalem und den damit verbundenen schweren Ereignissen zu entkommen. Pella ist eine Stadt östlich des Jordan. Dieses Ereignis könnte als Erfüllung der Anweisung Jesu in Matthäus 24,16 betrachtet werden, in der er die Bewohner Judäas auffordert, zuvor in die Berge zu fliehen.

Die endgültige Erfüllung dieser prophetischen Elemente aber, die noch in der Zukunft liegt, wird stattfinden, wenn der Antichrist das Allerheiligste einnimmt. Daniel 9,27 beschreibt diese Ereignisse. Dieser antigöttliche Fürst wird „einen Bund mit vielen in [Israel] für einen Zeitraum von sieben Jahren bestätigen. In der „Mitte der ‚Sieben‘ wird er einen Gräuel aufstellen, das Verwüstung anrichtet“. In 2. Thess. 2,4, wird dasselbe Ereignis beschrieben, wie dieser Herrscher sich im Tempel als Gott aufstellt.

 Die Tatsache, dass Israel sich wieder als nationale politische Einheit fest gegründet hat und die heilige Stätte des Tempels wieder besetzt hat, lässt viele Gelehrte die Endzeit schon sehr bald erwarten. Keine andere Nation hat 2000 Jahre kultureller Zerstreuung erlebt und ihre nationale Unverletzlichkeit bewahrt. Gott ist noch nicht fertig mit dem jüdischen Volk. Und in der großen Trübsal, die in der siebzigsten und letzten der vom Propheten Daniel (Dan. 9,24-27) für Israel vorhergesagten „siebzig Wochen“ (Zeiträume von sieben Jahren) kommen wird, wird das Volk geläutert und auf die Rückkehr seines Messias-Königs vorbereitet. – Hat sich der Antichrist – der Islam, der Christus als Sohn Gottes leugnet, nicht schon jetzt in der Al Aqsa Moschee und dem Felsendom auf den Tempelberg gesetzt?

Diese „Trübsalszeit“ ist ein bestimmter Zeitraum, der mit dem Gräuel beginnt und der Verwüstung beginnt und mit dem zweiten Kommen Christi endet (Offb 11,2; 13,5). Während dieser Zeit werden die schrecklichen Gerichte aus Offenbarung 6-19 mit ihren Siegeln und Posaunen große Teile der Erde zerstören. Diese Zeit der Not wird in der Weltgeschichte ohne Beispiel sein. – Hat diese Zeit der göttlichen Gerichte mit dem Krieg in der Ukraine und fortgesetzt mit Israel durch den radikalen Islam begonnen?

24,21-22. Damit die Jünger den Schrecken dieser großen Trübsal nicht unterschätzen, erklärte Jesus, dass es sich um das schlimmste Leid in der ganzen Geschichte handeln werde – beispiellos vom Anbeginn der Welt bis heute (24,21). Er fügte noch hinzu, dass diese Trübsal alles Leben vernichten könnte, was einige moderne Studien dazu veranlasst, an einen Atomkrieg oder Ähnliches zu denken. Doch es ist offensichtlich, dass eine solche Große Trübsal für uns noch in der Zukunft liegt. Es geht hier also um viel mehr als nur um die Zerstörung Jerusalems im Jahr 70 n. Chr. Diese Zerstörung, so schlimm sie auch war, hat sich allein im 20. und 21. Jahrhundert in ihrer Stärke und ihrem Umfang noch vervielfacht.

 Die Welt hat die große noch kommende Not noch nicht gesehen, die kommen, aber nie wieder geben wird (24,21). Das sagte Jesus auch, als er andeutete, dass diese Tage verkürzt werden, was ein göttliches Eingreifen voraussetzt (24,22). Christus wird eingreifen, um einen totalen Völkermord und die völlige Vernichtung der Menschheit zu verhindern.

 Aber selbst im Gericht wird der Herr Barmherzigkeit walten lassen, vor allem um der Auserwählten willen, das sind diejenigen, die auf ihn vertraut haben und ihm als seine Jünger gefolgt sind. Sind wir diese Ihm Vertrauenden? Die Verwendung des Begriffs „Auserwählte“ unterstreicht auch die freie Entscheidung des Herrn, welche Menschen als Gläubige zu sich ziehen wird.- Doch diese Trübsal wird aufgrund des Eingreifens Gottes nicht ihre volle zerstörerische Stärke erreichen. Durch sein Eingreifen werden diese Tage verkürzt werden. Da Jesus in seinem Abschnitt die Frage nach dem Zeitpunkt und den Zeichen seines Kommens beantwortete, können wir daraus schließen, dass die Trübsal durch die Wiederkunft Jesu unterbrochen wird. Er wird die Zerstörung auf der Erde beenden.


Im vorliegenden Abschnitt wird die Erscheinung Melchisedeks zum ersten Mal erwähnt. Danach nur noch in Ps 110, 4.
Der HERR hat geschworen und es wird ihn nicht gereuen: »Du bist ein Priester ewiglich nach der Weise Melchisedeks.« – und später noch einmal im NT im Hebräerbrief in Kapitel 7. Dies ist die Grundlage für eines der wichtigsten Themen der christlichen Theologie. Hier wird das ewig wirksame Hohepriestertum Christi beschrieben.
In dem allgemeinen priesterlichen Dienst und der Verwaltung Gottes bestimmt das Wesen des Priesters deutlich die Art seines priesterlichen Dienstes (vgl. Hebr 7,26-28).
26 Ein solcher Hohepriester ziemte sich in der Tat für uns: einer, der heilig ist, frei vom Bösen, makellos, abgesondert von den Sündern und erhöht über die Himmel; 27 einer, der es nicht Tag für Tag nötig hat, wie die Hohepriester zuerst für die eigenen Sünden Opfer darzubringen und dann für die des Volkes; denn das hat er ein für allemal getan, als er sich selbst dargebracht hat. 28 Das Gesetz nämlich macht Menschen zu Hohepriestern, die der Schwachheit unterworfen sind; das Wort des Eides aber, der später als das Gesetz kam, setzt den Sohn ein, der auf ewig vollendet ist.
Deshalb beginnt die Abhandlung über Melchisedek in Hebr. 7 mit einer ausführlichen Diskussion über seinen Titel und seine Namen. Melchisedek bedeutet „König der Gerechtigkeit“ und „König von Salem“ d.h. „König des Friedens“. Die Bedeutung und der Hinweis hier besteht darin, dass Melchisedek kein anderer als Gott selbst ist, Christus im AT- ein weiteres Beispiel für die vielen Theophanien, (bevor Christus ins Fleisch kam) als Gotteserscheinungen des Sohnes im AT. Diese beiden Namen werden nirgendwo im AT für einen Einzelkönig oder einzelnen Priester verwendet. Sie werden aber prophetisch auf den Messias in seiner endzeitlichen Herrschaft auf den ewigen Priesterkönig angewandt: „Der Herr, unsere Gerechtigkeit“ ‚Adonay YHWH in Jer 23,6 und „Prinz des Friedens“ (SHAR-SHALOM) in Jes 9,6. Diese Identifizierung von Melchisedek mit Gott erklärt, warum Abraham Melchisedeks Überlegenheit sofort anerkannte – und zwar nicht nur aus gesellschaftlichem Respekt und damaliger Knigge – sondern, dies war Abrams Ausdruck seines Glaubens und seiner göttlichen Verehrung. Abram glaubte und erfuhr in seinem ganzen Leben, dass er gesegnet war. Gewöhnlich aber segnete der Größere. Denn nach der Schrift wird „der Kleinere vom Größeren gesegnet“.
Diesen Segen aber empfängt Abraham durch Melchisedek, als dieser ihm nach der gelungenen Schlacht seines Lebens Brot und Wein herausbringt. Dies ist deutlich ein Vorbild auf unseren Herrn Jesus Christus, der uns unter Brot und Wein sein Leben und seine Erlösung bringt. Das ist die wirkliche Erquickung und Stärkung für unser irdisches und ewiges Leben. (AGB S. 509 …STÄRKE EUCH in allem Guten …). Dies sollten wir wöchentlich – wie in der Frühen Kirche – empfangen und uns für die neue Woche stärken lassen. Brot des Himmels und Kelch des Heils. – Christi Leib für dich gegeben, Christi Blut für dich vergossen. Und dies ist der wirkliche und wichtigste Segen: DieTeil- habe an der Erlösung zum ewigen Leben.
S. 2
Hebr 7,7 Zweifellos wird aber immer das Geringere vom Höheren gesegnet.
Abram antwortete als Gesegneter, dass er Melchisedek seinen Zehnten gab. Das ist die wirkliche Antwort auf Gottes Segen in unserem Leben. Denn wenn wir alles von ihm erhalten, dann sollten auch wir den „vollen Zehnten“ in das Kornhaus Gottes bringen. Wir entscheiden, rechnen, überschlagen, teilen ein, geben unseren Zehnten zuerst Gott durch die Gemeinde. Denn es liegt doch nur am Einteilen unserer Kraft und unseres Geldes für den jeweiligen Monat. Aber ohne Überschlagen der Kosten, bleibt doch nichts für Gott übrig. Kann er uns dann segnen wie Abraham?
Im ganzen AT wird immer wieder das Geben des Zehnten herausgestellt.
Das Volk unterstützt mit dem Zehnten die Leviten, die kein Land besaßen, aber dem Volk Gottes dienten. Die Leviten wiederum geben von diesem Zehnten auch wieder ihren Zehnten allen Priestern. Die Priester wiederum geben den Zehnten dem Hohenpriester.
In gleicher Weise handhaben wir dies in unserer Anglikanischen Kirche / REC. Gläubige und Freunde werden ermutigt ihren Zehnten oder Teil des Zehnten an die Ortsgemeinde zu geben, von dem dann die Kosten für die Unterhaltung des „Gebetshauses“, die Verwaltung, Fahrten und Gehalt des Priesters / Pfarrers bezahlt werden können. Im November sollten wir wieder ein Gemeindebudget für das Jahr 2024 aufstellen. Wir sollten dies Anliegen vor Gott bringen und darüber beten, wieviel wir der Ortsgemeinde monatlich geben können. Denn, wer einen Turm oder eine Gemeinde bauen und unterhalten will, der überschlage die die Kosten.
Die Bedeutung von Melchisedeks Gottheit wird ferner in Hebr 7 durch den Gegensatz in Hebr 7,8 zwischen dem Einnehmen des Zehnten durch die Leviten, die „sterbliche Menschen“ sind, und dem Empfangen des Zehnten durch Melchisedek, der „weiterlebt und unsterblich“ ist, nämlich Christus.
Die Aussage in Hebr 7,3, dass Melchisedek für „immer ein Priester bleibt“, weist auch darauf hin, dass er weiterhin im NT den Zehnten empfangen soll als unsere praktische Ehrung. – Wenn Jesus „als Hohepriester“ für immer fortlebt (Hbr 7,24 + Gen 14,18) – und es kann doch nur einen Hohenpriester geben – wie kann dann von Melchisedek in Gen 14, gesagt werden, dass er als „ein Priester ewig bleibt, (Präsens-Gegenwart) 7,3)? Das bedeutet dann, das ist niemand anderes als Jesus Christus der große Hohepriester aller Gläubigen! Deshalb ist Christus unser König und Hoherpriester, und ihm allein gebührt die Ehrung mit unserem Leben, Worten, Begabungen, Besitz und auch mit unseren Finanzen.
Eine kleine Anzahl von Juden vor der ersten Ankunft Christi, die sich auf die hebräischen Schriften gründeten, glaubten tatsächlich, dass Melchisedek kein anderer als Gott in menschlicher Gestalt war. Und er würde nicht nur für den Rest Israels kommen, sondern auch derjenige sein, der am Ende dieses Zeitalters vor der Errichtung des Reiches Gottes auf Erden das letzte Gericht über die Bösen führen würde. Diesen Glauben finden wir bereits im 1. Jahrhundert vor Christus und kann bereits aus den Schriftrollen vom Toten Meer ersehen werden.

Wollen wir uns so oft wie möglich Brot und Wein als Teilhabe an unserer Erlösung in unserer Gemeinde reichen lassen?
… und dabei gleichzeitig Christus unserem Hohenpriester dankbar unseren Zehnten geben?

Predigt in der Christusgemeinde zum 1. Advent

Von Prädikat Branislav Tot, Ulm.

Herr, lasse dir Wohlgefallen die reden meines Mundes und das Sinnen meines Herzens.

O Herr, mein Fels und mein Erlöser!

In Namen des Vater und des Sohnes und des Heiligen Geistes
Amen

 Gnade sei mit euch und Friede von Gott, unserem Vater und dem Herrn Jesus Christus.

Heute zündet man in vielen Häusern, Wohnungen, Heimen und Kirchen erste von vier Kerzen an, als Zeichen für das erste Advent. Advent kommt aus lateinisch und bedeutet Ankunft, eigentlich richtig heißt es „Adventus Domini“ und bedeutet „Ankunft des Herrn“.

Advent bezeichnet die Jahreszeit, in der die Christenheit sich auf das Fest der Geburt Jesu Christi, Weihnachten vorbereitet. Und zugleich erinnert uns Adventszeit das Christen auch das zweite Kommen Jesu Christi erwarten sollen.

Dabei geht es nicht nur um Vorfreude auf etwas, sondern auch um die Freude über etwas.

In meinem Predigttext heute morgen freut sich einer; Er freut sich über etwas, nämlich die Geburt seines kleinen Sohnes. Und er freut sich auf etwas; nämlich darauf, was dieser kleine Sohn einmal für eine große Aufgabe haben wird.

Freude und Vorfreude miteinander verbunden.

Ich lese aus dem heiligen Evangelium unseres Herrn Jesus Christus nach Lukas 1. Kapitel, die Verse 67 bis 79.

Der Lobgesang des Zacharias

67 Und sein Vater Zacharias wurde vom Heiligen Geist erfüllt, weissagte und sprach:

68 Gelobt sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat besucht und erlöst sein Volk

69 und hat uns aufgerichtet ein Horn des Heils im Hause seines Dieners David,

70 wie er vorzeiten geredet hat durch den Mund seiner heiligen Propheten,

71 dass er uns errettete von unsern Feinden und aus der Hand aller, die uns hassen,

72 und Barmherzigkeit erzeigte unsern unsern Vätern und gedächte an seinen heiligen Bund

73 an den Eid, den er geschworen hat unserm Vater Abraham, uns zu geben,

74 dass wir, erlöst aus der Hand der Feinde, ihm dienten ohne Furcht

75 unser Leben lang in Heiligkeit und Gerechtigkeit vor seinen Augen.

76 Und du, Kindlein, wirst Prophet des Höchsten heißen. Denn du wirst dem Herr vorangehen, dass du seinen Weg bereitest

77 und Erkenntnis des Heiles gebest seinem Volk in der Vergebung ihrer Sünden,

78 durch die herzliche Barmherzigkeit unseres Gottes, durch die uns besuchen wird das aufgehende Licht aus der Höhe.

79 auf dass es erscheine denen, die sitzen in Finsternis und Schatten des Todes, und richte unsere Füße auf den Weg des Friedens.      

    

Der Text den ich gerade gelesen habe, bekannt auch als Benedictus wird in vielen Kirchen als teil der Liturgie jeden Morgen in Morgenlob vorgelesen und er besteht aus einem einzigen, begeisterten Lobgesang. Be – geistert, im wahren Sinne des Wortes.

Schauen wir zuerst, wer war dieser Zacharias?

Zacharias ist ein alter Mann. Mit seiner ebenfalls schon hoch betagte Frau Elisabeth lebt er allein. Kinder haben sie keine, und längst haben sie die Hoffnung aufgegeben, doch noch eins zu bekommen.

Damals hieß das neben dem persönlichen Schmerz, keine Versorgung, keine soziale Absicherung im Alter.

Zacharias ist Priester – das hat die Situation vermutlich erleichtert, denn als Priester hatte er Anteil an der allgemeinen Priesterversorgung.

Der Schmerz, kinderlos zu bleiben, hat Elisabeth und ihn trotzdem begleitet.

Und dann passiert das Erstaunliche: Elisabeth wird schwanger.

Aber nicht urplötzlich, sondern auf Ankündigung.

Gottes Engel Gabriel kommt zu Zacharias und verkündigt ihm:

„Dein Gebet ist erhört worden. Du wirst einen Sohn bekommen. Er wird einen besonderen Auftrag von Gott bekommen. Und er soll einen besonderen Namen haben. Das was wir vielleicht nur langweilig finden und versuchen manchmal zu überspringen sind die Zählungen Volkes Israel im 4. Buch Mose das auch heißt Numeri. Aber für die Hebräer haben die Baumstämme mit Vaters Namen eine besondere Bedeutung. Johannes heißt: „Gott ist gnädig“.

Jetzt aber gibt es ein Problem. Zacharias kann nicht so ganz diese Botschaft glauben.      Er fragt den Engel Gottes „Woran soll ich das erkennen? Denn ich bin alt, und mein Weib ist betagt.“ Und weil er nicht so ganz glauben kann, wird er vorübergehend stumm.

Und erst als sein Sohn geboren ist, erst als er mit acht Tagen beschnitten wird und Zacharias gefragt wird, wie denn das Kind heißen soll – da schreibt er auf eine Tafel :  Er soll Johannes heißen.

In dem Moment lässt sich seine Zunge wieder und Zacharias singt das Loblied, das wir gerade gehört haben: „Gelobt sei der Herr, der Gott Israels, denn er hat besucht und erlöst sein Volk!“

Zwei Dinge gehen diesem Loblied voraus.

Das eine ist die Zeit des Schweigens. Beten nennt man auch eine Gespräch mit Gott.

Gebet ist, einfach gesagt, ein Gespräch. Nicht ein Gespräch mit sich selbst, sondern ein Gespräch mit Gott. Gott lädt uns ein, mit ihm zu reden und ihm die Dinge zu sagen, die uns bewegen. Also geht es im Gebet auch nicht nur darum, Gott etwas zu sagen. Gott will auch uns etwas sagen!

Und das kann er, wen wir aufhören zu sprächen.

Wenn wir uns heute fragen, warum uns so selten danach zumute ist, wie Zacharias Gott in lauten Tönen zu loben, dann hat es vielleicht auch damit zu tun, dass wir so selten dazu kommen, einmal still zu werden und einmal still zu sein.

Unser Leben ist so wie es ist. Von Morgens bis Abends sind wir unterwegs. Termine jagen uns Tag ein, Tag aus; Arbeit, Schule, Bank, Arzt u.s.w.. Zeit ist richtig Mangelware geworden.

Viele sind nicht mehr gewohnt einmal wirklich zur Ruhe zu kommen, nichts zu tun, zu schweigen und zu hören.

Dabei: Wenn Gott uns etwas zeigt, wenn er zu uns redet – dann meistens in der Stille. Jesus ist extra auf Berge gestiegen, um Zeiten der Stille zu haben, der Einsamkeit, oder besser gesagt, der Zweisamkeit mit seinem himmlischen Vater.

Schweigen  und Stille gehen dem Loblied des Zacharias voraus. Das ist eine.

Und das andere: Zacharias wird mit dem heiligen Geist erfüllt. Er erlebt Gottes Gegenwart ganz unmittelbar.

Das was Zacharias erlebt hat, können oder dürfen wir auch. Jesus sagt auch uns zu:

„Wenn wir unserem Vater im Himmel bitten, dass er uns seinen Geist gibt, dann wird er uns diese Bitte erfüllen.

In ganzen Neuen Testament ist das entscheidend:

Veränderung geschieht da, wo Menschen vom heiligen Geist erfüllt werden – wenn Gott ihnen begegnet.

Gott sehnt sich danach, uns zu begegnen.

Das ist die Hoffnungsbotschaft im Advent.

Gottes  Sehnsucht zu uns hat ihn vor zwei Tausend Jahren dazu getrieben, sich klein zu machen und zu uns zu kommen.

Diese Hoffnungsbotschaft besingt Zacharias in seinem Loblied:

„Er hat besucht und erlöst sein Volk“.

Im Alten Testament schreibt Prophet Sacharja etwas ähnliches:

In Buch Sacharja 2 Kapitel, Vers 17 steht:

„ Alle Welt schweige in der Gegenwart des Herrn. Denn er tritt hervor aus seiner heiligen Wohnung“.

Gott hat uns nicht vergessen. Er hat uns ja in seine Hände gezeichnet. Gott vergisst nicht seine Kinder.

Ein Besucher könnte eingeladen oder nicht eingeladen sein. Ist die Person eingeladen, spricht man von einem Gast.

Und jetzt stellt sich die Frage, war Jesus eingeladen. Und falls er war, von wem.Wessen Idee war es?

Es war leider nicht unsere Idee und bestimmt nicht von dieser Welt. Keiner auf dieser Erde hat ihn eingeladen.

Im Gegenteil: Noch bevor Jesus geboren wird, erlebt er, dass der Welt ihn nicht haben will. Bevor er geboren wird, gab es keinen Raum in der Herberge. Alles zu. Gott dieser Welt kommt, – schön und gut, aber es ist hier kein Platz für ihn. 

Und weil es keinen besseren Ort gab, musste er in einem Stall zu Welt kommen.

Paulus in schreib in Galater Brief 4,4:

„Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und unter das Gesetz getan“.

Es ist allein Gottes Idee, seine Initiative, sein Eingreifen, dass dazu führt, dass er uns besucht und uns erlöst.

Denn es ist ein Besuch und Erlösung aus Gnade.

„Gott ist gnädig“ – diesen Namen soll Zacharias seinem Sohn geben, damit für alle deutlich wird: Gott hat sich auf den Weg gemacht.

Er beschenkt uns mit seinem Licht, mit seiner Liebe, mit seinem Heil.

Gerade jetzt in vorweihnachtlichen Zeit kann man bunte Lichter überall sehen. Echte Kerze, Elektrische Kerze, leuchtende Bäume, Häuser und Fenster.

Aber wird dadurch die Dunkelheit vertrieben?

Was sagt uns heutige Bibeltext?

„Das aufgehende Licht aus der Höhe wird uns besuchen und denen erscheinen, die in Finsternis und Todesschatten sitzen“.

Ich werde so frei sein und behaupten dass überall um uns Finsternis und Todesschatten herrscht. Wir die erlöst sind, sind da rausgegangen, aber all die Menschen um uns die noch selber nicht zum Glauben an Jesus Christus gekommen sind, sitzen in Finsternis und Todesschatten, und mag noch so viel bunte lichter überall leuchten.

Und das uns dieses Licht aus der Höhe erscheinen ist, stehen wir in der Pflicht anderen Menschen die noch in Dunkelheit sitzen, auf dieser Licht aufzeigen.  

Das aufgehende Licht aus der Höhe wird uns besuchen und unsere Füße auf den Weg des Friedens richten.

Das ist eine Verheißung. Das ist eine heilvolle Zusage! Das ist kein Wunschtraum, sondern ein Wort, dass so gewiss gilt, wie Gott uns versprochen hat, dass er uns nicht vergisst.

Wir können jetzt schon diese heilvolle Erwartung vor Augen haben. Nicht als ein Bild in der Ferne, sondern als Verheißung, die jetzt schon spürbar ist, jetzt schon Auswirkungen hat.

Den Gottes Geist ist jetzt schon unter uns.

Adventszeit ist Zeit der Freude und der Vorfreude, Zeit der Stille und Zeit des Lobesund der gespannten Erwartung.

Bedeutung des Namens Zacharias bedeutet: Gott hat sich erinnert, Gott gedenkt.

Und Elisabeth Name hat eine Bedeutung, nämlich; Gott hat geschworen.

Ja Gott hat uns nicht vergessen, er hat sich erinnert und uns geschworen dass er uns nie verlässt.

Meine Ganze Predigt lässt sich in einem einzigem Satz zusammenfassen.

„Gott hat besucht und erlöst sein Volk“

Möge uns diese Satz in der nächsten Woche und in vorweihnachtlichen Zeit begleiten.

Last uns beten:

„Allmächtiger Gott. Verleihe uns die Gnade in diesem vergänglichen Leben, in das Dein Sohn Jesus Christus in großer Niedrigkeit uns zu besuchen kam, dass wir die Werke der Finsternis ablegen und die Waffen des Lichts anlegen, damit wir am jüngsten Tag, wenn er in seiner herrlichen Majestät wiederkommen wird, um die Lebenden und die Toten zu richten, auch wir zum unsterblichen Leben auferstehen werden. Durch ihn, der mit Dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert, jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen. 

 

 

Befreit zur Nachfolge – Mit Jesus auf dem Weg hinauf nach Jerusalem

Download: Homilie zur Kollekte Septuagesimae Sonntag

3. Sonntag vor der Fastenzeit – Septuagesimä

Altes Testament: Jer 9,22-23; Ps. 31,20-25; Epistel: 1.Kor 9,24-27; Evangelium: Mt 20,1-16

Wochenspruch:

„Wir liegen vor Dir mit unserm Gebet und vertrauen nicht auf unsre Gerechtigkeit, sondern auf Deine große Barmherzigkeit.“ (Dan 9,18)

Tagesgebet

nach dem Allgemeinen Gebetbuch:

O Herr! Erhör wohlwollend die Gebete Deines Volkes, damit wir, die wir zurecht für unsre Missetaten bestraft werden, durch Deine Güte barmherzigst davon befreit werden. Durch Jesus Christus, unsern Erlöser, der mit Dir und dem Heiligen Geist, ein einiger Gott, lebt und regiert, jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.

* * *

Mit dem heutigen Sonntag Septuagesimä,

etwa 70 Tage vor Ostern, werden alle unsere Gedanken, die wir mit dem Kommen und der Erscheinung Christi unseren Geist gefangen hielten, fallen gelassen. Von heute an – im christlichen Kalender – wird ein neuer Abschnitt mit veränderter Betonung eingeläutet.

Mit diesem Sonntag bekommen wir unseren ersten Eindruck auf die nun anbrechende Zeit der Erniedrigung Christi. Und somit fällt eine sich immer mehr verdunkelnde Wolke auf unser Kirchenjahr bis Karfreitag und -samstag. Das christliche Jahr begann mit der Ankunft und Geburt Christi, und wir sangen: Christ der Retter ist da!

Jetzt aber folgen wir ihm nach mit einem neuen Blick auf seine Erniedrigung, erkennen seinen Auftrag und die Last, die er für uns trägt, um unser Retter zu werden. Von heute an zählen auch nicht mehr die Sonntage nach Weihnachten und nach Epiphanias, seinem Erscheinen, sondern wir zählen jetzt rückwärts, wie wir dies bei einem Raketenstart gewohnt sind: …10, 9, 8, … ,3,2,1- Zero – Null. Von diesem Sonntag an bis zum Tod unseres Retters am Kreuz heißt es: Septuagesimä 70, Sexagesimä 60, Quinquagesimä 50, dann: Quadragesimä 40 (ein Wort, das von quadraginta herstammt). Dann aber sind es nur noch 40 Tage bis Ostern.

Mit dem Aschermittwoch, dem nochmaligen besonderen Einschnitt, dem Beginn der Fastenzeit, zählen wir weiter rückwärts und möchten uns in unserem Geist und Körper auf unseres Herrn einstellen, der spricht: Kommt, lasst uns hinaufgehen nach Jerusalem und dort alles vollenden.

Von diesem Weg der Nachfolge in der Erniedrigung sprechen auch heute unsere Lesungen und stimmen uns auf diesen geistlichen Countdown ein.

In der AT Lesung

erkennen wir, was Gott von seinem Volk in der Nachfolge und im Bund Gottes erwartet hatte. Die Menschen, die dem Willen Gottes folgen, sollten sich weder ihrer eigenen Weisheit, persönlichen Macht oder ihrer Reichtümer rühmen. Ich weiß was, ich kann was, ich hab‘ was. Stattdessen sollten solche Menschen sich nur rühmen oder darauf stolz sein, dass sie ihren Herrn innig kennen und auch verstehen. Es geht um eine innige, liebevolle Kenntnis von Gott (1Joh 3,1). Gott wollte, dass das Volk seine Güte und Gerechtigkeit genau kennt. Barmherzigkeit oder Güte bezieht sich auf Gottes treue Liebe: Ich habe dich je und je geliebt, darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte – Jer 31,3 (33,11; Klgd 3,22). Gott würde zu seiner Verpflichtung gegenüber seinem Volk treu stehen, selbst inmitten ihres sündigen Lebens. Denn über ganz Israel steht Gottes Urteil: Sie haben ein unbeschnittenes Herz. Aber in seiner großen Barmherzigkeit verkündet er, dass er es ist, der ihnen ein beschnittenes Herz geben will. Dies trifft aber nur die, die nicht auf ihr eigenes Können, Wissen und Haben stolz sind. Denn Beschnittene können nur Menschen sein, die sich selbst zurücknehmen, nicht viel von sich halten, besonnene und fromme, die alles von ihrem Herrn erwarten, ihn lieben und nachfolgen.

In unserer Epistel spricht Paulus von dem ungeteilten Einsatz, aber auch von der Möglichkeit des Scheiterns im Christenleben, und nicht nur für diejenigen, die im himmlischen Rennen laufen (1Kor 9, 24, 26). Wir denken auch an die, die einem anderen Evangelium nachlaufen. Das heißt für alle im Reich Gottes Kämpfenden, dass sie in der Nachfolge und für das Himmelreich manche Strapazen durchstehen, um Gottes Herrlichkeit und einen Siegeskranz zu erlangen. Diese Anstrengungen treffen hier auf den Apostel Paulus zu, in denen er sich eigentlich immer befindet. (V 27). Trotz allem möchte er nicht vergeblich gekämpft haben. Wenn er schon so um seine Nachfolgelauf besorgt ist, wie viel mehr sollten gerade wir um unseren Einsatz im Reich Gottes besorgt sein?

Das Evangelium

nimmt das gleiche Thema auf. Dort im abschließenden Vers schreibt Matthäus, um uns in unserer Nachfolge an eine wichtige Angelegenheit zu erinnern. Denn, obwohl viele berufen wurden, in Gottes Weinberg und Mission zu arbeiten, sind doch nur wenige von ihnen auserwählt, die letztlich den Siegespreis gewinnen werden. Erst und Letzte? Denn viele sind berufen, doch wenige auserwählt! Matth 20,16

Das Kollektengebet

selbst ist in eine Bewegung der Erniedrigung eingebettet. Es stellt sich wie eine Person im Bußgewand vor, die um Vergebung bittet. Sie befindet sich im Gefängnis hinter Gittern und bittet um Erbarmen und Erhörung. Christus steht noch in einer Entfernung und vernimmt den Ruf um barmherzige Befreiung aus diesem Gefängnis.

Damit werden wir heute durch alle drei Abschnitte der Schrift, die im Gottesdienst gelesen wurden, erinnert, dass sich nun ein neuer Abschnitt des christlichen Kirchenjahres mit Blick auf unsere eigene Jesusnachfolge fortsetzt.

Ab jetzt aber werden wir begleitet von ernsten, schmerzenden und auch mehr traurige Motiven und Melodien. Sie sollen uns mit auf dem Weg begleiten und verstehen und empfinden lassen, dass wir in unserer Nachfolge mit Christus den schweren Weg hinauf nach Jerusalem gehen, mit ihm dem Kreuzestod entgegen. Amen

Predigt download: Jesus sehen – sein wie Jesus

Jesus sehen

Auf Jesus schauen, das macht den Unterschied. 1. Johannes 3,1-10

  1. Joh 3,1 beginnt mit einem Befehl: Sehet, schaut doch, ihr sollt das nachfolgend Erwähnte betrachten, nämlich die Liebe Gottes! Siehst du. erkennst du diese?
  1. Niemand hat Gott je gesehen, doch einer hat ihn uns verkündigt.

    Joh. 1. 18. Wie schauen wir Gott? Zuerst doch durch die Verkündung Christi durch seine Boten, durch sein ewiges Wort. Heute und gewöhnlich können wir Gott nicht dauernd durch Visionen, sondern durch Hören und Glauben sehen.

Was bedeutet dann in Ex 24,9+10: Sie sahen den Gott Israels? Die Ältesten Israels stiegen beim Bundesschluss auf den Berg und dürfen in einer Theophanie, einer Gotteserscheinung, die Herrlichkeit Gottes schauen. Sie essen und trinken in der Gegenwart Gottes umgeben von einer unübertrefflichen Herrlichkeit.

Wenn immer im Alten Bund Menschen den Engel Gottes sahen: Mose, Elia oder auch Gideon, dann war es eine Gottesvision von dem Engel Jahwes. Und das ist Jesus im AT. Er ist das Ebenbild Gottes dann sichtbar im NT. Doch der sündige Mensch kann Gott nicht direkt sehen, da er sonst in Gegenwart der Heiligkeit Gottes stirbt.

  1. Doch zum Sehen kommen wir nur durch eine Neugeburt.

Nikodemus ist uns hier ein Vorbild. Wenn Gott dem Herz und Sinn des Menschen eine Neugeburt schenkt, dann kann er neu sehen, dann kann er Dinge des Reiches Gottes sehen und erkennen, die er früher nicht sah. Das ist aber das ewige Leben, dass sie dich, der du allein wahrer Gott bis, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen (Jo 17,3).

Die Neugeburt erst schenkt einen Blick in das Reich Gottes, und der Blick auf den Gottessohn ist Grund und Auswirkung der Neugeburt.

Bisher erkennen, sehen wir nur bruchstückweise. Niemand, auch nicht der Gemeinde-Prophet hat die Erkenntnis oder den vollkommenen Blick auf Jesus. Wenn er einen Blick besitzt, dann nur einen kurzen erhaschenden Blick in der Zeit für eine kurze Zeit. Doch morgen mag sein Blick wieder getrübt oder vollkommen dunkel sein.

Dazu ein Kirchenlied: Unser Wissen und Verstand ist mit Finsternis umhüllet. Wo nicht deines Geistes Hand Uns mit hellem Licht erfüllet:Gutes denken, tun und dichten Mußt du selbst in uns verrichten.

  1. Wir werden aber Christus sehen, wenn er wiederkommt, um sichtbar zu herrschen.

V 2b+3 Wir wissen aber, wenn er erscheint, dass wir Christus ähnlich sein werden. Nämlich, wenn wir einen verherrlichten vollkommenen neuen Körper erhalten. Dann, wenn wir vollkommen frei von Sünde sein werden, ganz heil und geheiligt sind, werden wir ihn vollkommen sehen. Dies geschieht bei Jesus Wiederkunft. Hinweis auf das Predigtlied: Jesus, wir sehen auf dich.

Wollen wir JESUS sehen? Wenn ja, dann bringt gerade diese Sicht Veränderungen in unserem Leben hervor, innerlich und auch äußerlich.

Hoffst du darauf, dass du ihm ähnlich sein wirst? Oder hast du Angst, ihn zu sehen? Wir hoffen und warten! Und aus diesem Grund wollen wir alle, wie eine Braut, die sich für den Bräutigam hübsch und annehmbar macht, gut aussehen. Wir werden uns überlegen müssen, welche schmutzige oder unschöne Kleider der Sünde wir noch ablegen sollen, um das sündlose Kleid und den Charakter Christi anzuziehen. Wir wollen doch keine sündigen Fastnachts- und Karnevalskleider anziehen, um mit der Masse der Karnevalsfreunde bis Aschermittwoch mitzufeiern.

Lebst du in der Heiligung, der Erneuerung, willst du, dass dein Wesen verändert wird, damit du Christus ähnlich, Christus gleich wirst? Dann schaue auf Jesus.

  1. Jeder, der Christus beständig vor Augen hat, der bleibt in Verbindung mit ihm und sündigt nicht.

In Ps. 16,8 sagt David: Ich habe den Herrn allezeit vor Augen, steht er mir zur Rechten, so werde ich fest bleiben.

Die Wiederholung in Apg. 2,25 sagt: … Ich habe den Herrn beständig vor Augen, er steht mir zur Rechten, ich wanke nicht.

Wie aber wankt man nicht oder steht fest als Christ? Wenn man im Herrn bleibt, wenn man sich in Christus wie in einer Schutzburg befindet.

Wer sich in der „Christusburg“ aufhält, der wird von den Feinden von außerhalb der Mauer nicht angegriffen. Wer in der Liebe bleibt, der kann nicht hassen. Wer im Frieden bleibt, der kann keinen Unfrieden stiften. Wer in der Ruhe bleibt, der wird keine Unruhe verbreiten.

Nun steht in V 6 übersetzt: Wer in Christus beständig bleibt, der macht sich die Sünde nicht zur Gewohnheit. Hier steht: Der sündigt nicht. Das steht hier in der Gegenwartsform.

Wir wissen, dass Christen solange sie leben noch die alte Natur Adams besitzen. Dieser alte Adam sündigt weiter, … und wir fehlen oft. Aber doch sündigen wir nicht dauernd oder willentlich. Oder beharren wir dauernd willentlich in der Sünde?

Irrlehrer behaupten entweder: Der Christ kommt an einem Punkt, dass er nie mehr auf Erden sündigt oder sie behaupten, der Christ sündigt dauernd, er kann sogar so viel sündigen, wie er will. Es kommt nur auf den Geist, auf die Gedanken an. Die müssen in Ordnung sein. Der Körper darf ruhig sündigen, das macht dem reinen Geist dann nichts aus. Doch beide dieser Irrlehren sind abzulehnen.

Hier steht im Johannesbrief, dass der sich in der „Christusburg“ Befindliche sicher ist und nicht dauernd gewohnheitsmäßig sündigt. Das gewohnheitsmäßige Sündigen ist aber ein Zeichen, dass dieser Mensch nicht das wahre Christenleben, nicht das ewige Leben besitzt.

Beispiel: Spanische Prinzessin und Schweinchen, das geputzt mit Schleife sich suhlte.

Wer dauernd in die Pfützen der Welt tritt und sich an der Übertretung der 10 Gebote freut, auch noch Witze darüber macht, andere nach Rö 1,30ff zur Sünde zu ermutigen, der hat Christus nicht gesehen, ist nicht wiedergeboren, und für den Himmel verloren. Dieser Mensch ist noch blind und ein Kind Satans. Er befindet sich immer noch in der Finsternis.

Beispiel: Schaf oder Katze, die Pfützen meiden.

Wer aber Christus erkennt und ihn im Glauben gesehen hat, der lebt nicht mehr gewohnheitsmäßig in der Sünde, suhlt sich nicht darin, freut sich nicht darüber, im Schmutz Zuhause zu sein.

Wollen wir mehr und mehr Jesus sehen und uns wie eine Braut vorbereiten, uns mit den Kleidern des Charakters Christi zu schmücken.

Diese Erneuerung ist unsere beständige Aufgabe. Wir werden zwar oft noch fehlen, aber doch nicht mehr beständig willentlich sündigen. Unser Verlangen wird nicht nur dies sein: w. w. J tun? Sondern Jesus zu sehen, um wie er zu sein.

„To be like Jesus“. – w.J.s .– Wie Jesus (zu) sein. Ist dies dein Verlangen? Amen.

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