Im vorliegenden Abschnitt wird die Erscheinung Melchisedeks zum ersten Mal erwähnt. Danach nur noch in Ps 110, 4.
Der HERR hat geschworen und es wird ihn nicht gereuen: »Du bist ein Priester ewiglich nach der Weise Melchisedeks.« – und später noch einmal im NT im Hebräerbrief in Kapitel 7. Dies ist die Grundlage für eines der wichtigsten Themen der christlichen Theologie. Hier wird das ewig wirksame Hohepriestertum Christi beschrieben.
In dem allgemeinen priesterlichen Dienst und der Verwaltung Gottes bestimmt das Wesen des Priesters deutlich die Art seines priesterlichen Dienstes (vgl. Hebr 7,26-28).
26 Ein solcher Hohepriester ziemte sich in der Tat für uns: einer, der heilig ist, frei vom Bösen, makellos, abgesondert von den Sündern und erhöht über die Himmel; 27 einer, der es nicht Tag für Tag nötig hat, wie die Hohepriester zuerst für die eigenen Sünden Opfer darzubringen und dann für die des Volkes; denn das hat er ein für allemal getan, als er sich selbst dargebracht hat. 28 Das Gesetz nämlich macht Menschen zu Hohepriestern, die der Schwachheit unterworfen sind; das Wort des Eides aber, der später als das Gesetz kam, setzt den Sohn ein, der auf ewig vollendet ist.
Deshalb beginnt die Abhandlung über Melchisedek in Hebr. 7 mit einer ausführlichen Diskussion über seinen Titel und seine Namen. Melchisedek bedeutet „König der Gerechtigkeit“ und „König von Salem“ d.h. „König des Friedens“. Die Bedeutung und der Hinweis hier besteht darin, dass Melchisedek kein anderer als Gott selbst ist, Christus im AT- ein weiteres Beispiel für die vielen Theophanien, (bevor Christus ins Fleisch kam) als Gotteserscheinungen des Sohnes im AT. Diese beiden Namen werden nirgendwo im AT für einen Einzelkönig oder einzelnen Priester verwendet. Sie werden aber prophetisch auf den Messias in seiner endzeitlichen Herrschaft auf den ewigen Priesterkönig angewandt: „Der Herr, unsere Gerechtigkeit“ ‚Adonay YHWH in Jer 23,6 und „Prinz des Friedens“ (SHAR-SHALOM) in Jes 9,6. Diese Identifizierung von Melchisedek mit Gott erklärt, warum Abraham Melchisedeks Überlegenheit sofort anerkannte – und zwar nicht nur aus gesellschaftlichem Respekt und damaliger Knigge – sondern, dies war Abrams Ausdruck seines Glaubens und seiner göttlichen Verehrung. Abram glaubte und erfuhr in seinem ganzen Leben, dass er gesegnet war. Gewöhnlich aber segnete der Größere. Denn nach der Schrift wird „der Kleinere vom Größeren gesegnet“.
Diesen Segen aber empfängt Abraham durch Melchisedek, als dieser ihm nach der gelungenen Schlacht seines Lebens Brot und Wein herausbringt. Dies ist deutlich ein Vorbild auf unseren Herrn Jesus Christus, der uns unter Brot und Wein sein Leben und seine Erlösung bringt. Das ist die wirkliche Erquickung und Stärkung für unser irdisches und ewiges Leben. (AGB S. 509 …STÄRKE EUCH in allem Guten …). Dies sollten wir wöchentlich – wie in der Frühen Kirche – empfangen und uns für die neue Woche stärken lassen. Brot des Himmels und Kelch des Heils. – Christi Leib für dich gegeben, Christi Blut für dich vergossen. Und dies ist der wirkliche und wichtigste Segen: DieTeil- habe an der Erlösung zum ewigen Leben.
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Hebr 7,7 Zweifellos wird aber immer das Geringere vom Höheren gesegnet.
Abram antwortete als Gesegneter, dass er Melchisedek seinen Zehnten gab. Das ist die wirkliche Antwort auf Gottes Segen in unserem Leben. Denn wenn wir alles von ihm erhalten, dann sollten auch wir den „vollen Zehnten“ in das Kornhaus Gottes bringen. Wir entscheiden, rechnen, überschlagen, teilen ein, geben unseren Zehnten zuerst Gott durch die Gemeinde. Denn es liegt doch nur am Einteilen unserer Kraft und unseres Geldes für den jeweiligen Monat. Aber ohne Überschlagen der Kosten, bleibt doch nichts für Gott übrig. Kann er uns dann segnen wie Abraham?
Im ganzen AT wird immer wieder das Geben des Zehnten herausgestellt.
Das Volk unterstützt mit dem Zehnten die Leviten, die kein Land besaßen, aber dem Volk Gottes dienten. Die Leviten wiederum geben von diesem Zehnten auch wieder ihren Zehnten allen Priestern. Die Priester wiederum geben den Zehnten dem Hohenpriester.
In gleicher Weise handhaben wir dies in unserer Anglikanischen Kirche / REC. Gläubige und Freunde werden ermutigt ihren Zehnten oder Teil des Zehnten an die Ortsgemeinde zu geben, von dem dann die Kosten für die Unterhaltung des „Gebetshauses“, die Verwaltung, Fahrten und Gehalt des Priesters / Pfarrers bezahlt werden können. Im November sollten wir wieder ein Gemeindebudget für das Jahr 2024 aufstellen. Wir sollten dies Anliegen vor Gott bringen und darüber beten, wieviel wir der Ortsgemeinde monatlich geben können. Denn, wer einen Turm oder eine Gemeinde bauen und unterhalten will, der überschlage die die Kosten.
Die Bedeutung von Melchisedeks Gottheit wird ferner in Hebr 7 durch den Gegensatz in Hebr 7,8 zwischen dem Einnehmen des Zehnten durch die Leviten, die „sterbliche Menschen“ sind, und dem Empfangen des Zehnten durch Melchisedek, der „weiterlebt und unsterblich“ ist, nämlich Christus.
Die Aussage in Hebr 7,3, dass Melchisedek für „immer ein Priester bleibt“, weist auch darauf hin, dass er weiterhin im NT den Zehnten empfangen soll als unsere praktische Ehrung. – Wenn Jesus „als Hohepriester“ für immer fortlebt (Hbr 7,24 + Gen 14,18) – und es kann doch nur einen Hohenpriester geben – wie kann dann von Melchisedek in Gen 14, gesagt werden, dass er als „ein Priester ewig bleibt, (Präsens-Gegenwart) 7,3)? Das bedeutet dann, das ist niemand anderes als Jesus Christus der große Hohepriester aller Gläubigen! Deshalb ist Christus unser König und Hoherpriester, und ihm allein gebührt die Ehrung mit unserem Leben, Worten, Begabungen, Besitz und auch mit unseren Finanzen.
Eine kleine Anzahl von Juden vor der ersten Ankunft Christi, die sich auf die hebräischen Schriften gründeten, glaubten tatsächlich, dass Melchisedek kein anderer als Gott in menschlicher Gestalt war. Und er würde nicht nur für den Rest Israels kommen, sondern auch derjenige sein, der am Ende dieses Zeitalters vor der Errichtung des Reiches Gottes auf Erden das letzte Gericht über die Bösen führen würde. Diesen Glauben finden wir bereits im 1. Jahrhundert vor Christus und kann bereits aus den Schriftrollen vom Toten Meer ersehen werden.

Wollen wir uns so oft wie möglich Brot und Wein als Teilhabe an unserer Erlösung in unserer Gemeinde reichen lassen?
… und dabei gleichzeitig Christus unserem Hohenpriester dankbar unseren Zehnten geben?