Kirchenjahr


Liebe Gemeinde,

unser Predigttext (Matthäus 2,19–23) erzählt uns kein romantisches Weihnachtsidyll, sondern eine gefährliche Kindheits-geschichte.

Jesus wird als der verheißene König bekannt: Aus der Linie Abrahams und Davids kommend; angekündigt durch Engel; verehrt von Weisen; von einigen erkannt als der Gesalbte Gottes. Und doch: Dieser König beginnt sein Leben nicht im Palast, sondern unter großer Bedrohung.

Nach Herodes’ Tod könnte man meinen: „Jetzt wird alles gut.“ Aber so einfach ist es nicht. Herodes’ Reich wurde unter drei seiner Söhne aufgeteilt. Besonders Archelaus, der über Judäa, Samaria und Idumäa herrschte, er war berüchtigt für Brutalität und Tyrannei. Viele Menschen litten darunter – Aber Gott nimmt diese politische Wirklichkeit sehr ernst. Auch Joseph spürt Gefahr, als sie nach zwei Jahren Aufenthalt aus Ägypten zurückkamen, und Gott bestätigt diese durch eine Warnung im Traum: „Geh nicht nach Judäa.“ Joseph gehorcht. Seine Familie kehrt nicht in die Nähe Bethlehems oder Jerusalems zurück, sondern zieht weiter nach Norden, nach Galiläa, nach Nazareth.

Das ist auch für uns wichtig: Gottes Führung bedeutet nicht, dass es keine Gefahren mehr gibt. Aber sie bedeutet: Gott ist nicht überrascht. Er darum und führt uns Schritt für Schritt. – Jesus liegt hier nicht zufällig in dieser Geschichte, sondern gsnz bewusst „in Gottes Hand“: Bewahrt in Ägypten, bewahrt auf dem Weg zurück, bewahrt vor dem falschen Herrscher, bewahrt ab jetzt in einem unscheinbaren Ort.

Und noch etwas: Gottes Hand führt Jesus nicht nur weg von Gefahr eines unberechbaren Herrschers, sondern auch hinein in einen neuen Weg der Demut. Nazareth war nicht „erste Adresse“. Es hatte einen zweifelhaften Ruf: „Was kann aus Nazareth Gutes kommen?“ (Joh 1,46). Für viele war „Nazarener“ damals schon ein Spottwort. Matthäus sagt sogar: So sollte es sein – der Messias wird verachtet werden, wie es die Propheten beschreiben (z.B. Jes 53). Schon in der Kindheit zeigt sich: Der Retter kommt nicht im Glanz, sondern in Niedrigkeit. Und dennoch: Er ist sicher in Gottes Hand.


Wenn Jesus als Kind und Heranwachsender in Gottes Hand behütet wurde, dann ist das nicht nur ein Stück beruhigende Geschichte. Es ist auch ein Trost für uns persönlich. Denn wir erleben ja auch verschiedene Lebensabschnitte: Kindheit, Jugend, Familienjahre, Beruf, Krankheit, Alter, Umbrüche. Und in jedem Abschnitt fragt sich unser Herz: „Bin ich gehalten? Oder muss ich alles allein tragen?“ Liege ich in Gottes Hand?

Joseph ist in unserem Text ein stiller Zeuge des Glaubens. Er bekommt nicht den ganzen Plan erklärt. Er bekommt jeweils den nächsten Schritt gesagt: „Steh auf … nimm das Kind und seine Mutter … geh …“ Und er geht. So sieht Vertrauen oft aus:

Wir müssen nicht alles wissen, aber wir sollen gehorchen. Wir müssen nicht alles kontrollieren, aber wir sollen uns führen lassen.

„In Gottes Hand“ heißt nicht: Wir werden nie Angst spüren.

Joseph hatte Angst. „In Gottes Hand“ heißt doch: Ich bringe meine Angst zu Gott und handle im Gehorsam. „In Gottes Hand“ heißt auch nicht: Es wird immer bequem.

Nazareth war nicht der Ort der Ehre. Aber es war der Ort, an dem Gott Jesus aufwachsen ließ.

Vielleicht beginnt das neue Jahr 2026 für manche von uns mit großer Unsicherheit: gesundheitlich, familiär, finanziell, gemeindlich, gesellschaftlich. Dann ist diese Botschaft schlicht und wirksam für dich: Du musst nicht zuerst stark werden, um in Gottes Hand zu sein. Du darfst zuerst hingehen – und dich in Seiner Hand halten lassen.

Darum ist christlicher Glaube nicht nur ein Satz im Kopf, sondern eine Haltung des Herzens: „Herr, hier bin ich. Ich vertraue dir meinen Weg an. Leite du meine Schritte.“ Manchmal ist das Gebet nicht lang. Es ist einfach: Nur einfach diese Worte:

„Vater, halte mich. Halte mich fest in deiner Hand.

Nazareth war ein Ort, über den man die Nase rümpfte. Ein Randgebiet. Ein Ort, der nicht „fromm“ wirkte. Und gerade dort wächst Jesus heran. Dort lernt er das Leben einfacher Menschen kennen. Dort sieht er Kranke, Schwache, Sünder – und lernt Mitgefühl. Lukas sagt von dort: „Das Kind wuchs und wurde stark… und die Gnade Gottes war auf ihm“ (Lk 2,40). Seine spätere Nähe zu Ausgestoßenen (Mt 9,10–13) fällt nicht vom Himmel wie ein plötzlicher Einfall. Gott prägt ihn in einem Umfeld, das menschlich gesehen „nicht ideal“ war. – Und das tut er mit jedem, in Seiner Hand. Nicht das Umfeld wird dich prägen, sondern Gottes Hand.

Hier hilft eine kleine Klarstellung: Matthäus schreibt: „Er wird Nazarener genannt werden.“ Das ist nicht dasselbe wie ein „Nazoräer“-Gelübde (Num 6), bei dem jemand sich für eine Zeit besonders Gott weiht. „Nazarener“ meint zuerst: „aus Nazareth“. Und genau dieses Wort wurde später zum Spott. In Apostelgeschichte 24,5 nennt man die ersten Christen verächtlich die „Sekte der Nazarener“. Gott nimmt das Schimpfwort – und macht daraus ein Ehrenzeichen: Der verachtete Jesus ist der Retter. Und die verachteten Christen gehören zu ihm.

Das ist unsere Hoffnung: Auch unsere „Nazareth-Orte“ können Orte des Wachstums werden. Vielleicht ist dein Ort schwierig: Eine komplizierte Familie, ein belastender Arbeitsplatz, deine Einsamkeit, ein Dorf mit viel Gerede, eine alte Vergangenheit, die dich beschämt. Dann flüstert die Versuchung in dir: „Aus mir wird nichts Gutes.“ Aber Gott sagt: „In meiner Hand kann Gutes wachsen – gerade dort.“ Nicht weil der Ort gut ist, sondern weil Gott gut ist.

Ermutigung zum Beginn des neuen Jahres

Liebe Geschwister, am Anfang dieses Jahres wollen wir nicht groß reden, sondern schlicht glauben: Der gleiche Gott, der Jesus in der Gefahr bewahrt hat, hält auch uns. Er führt oft still, Schritt für Schritt. Er gebraucht auch unscheinbare Orte um im Glauben zu wachsen. Und er verwandelt sogar vergangene Verachtung in ein anziehendes Zeugnis.

Darum:

Legen wir unser Leben neu in Gottes Hand – unsere Kinder, unsere Jugend, unsere Familien, unsere Entscheidungen, unsere Sorgen.

Und wenn wir heute an einem „Nazareth-Ort“ stehen und fragen: „Was kann da schon Gutes herkommen?“ – dann antwortet das Evangelium:

Aus Nazareth kam Jesus.

Und an jedem Ort in Gottes Hand kommt Segen. Amen.


Einleitung

Lola – (geändert) wurde als Säugling adoptiert. Ihre Adoptiveltern machten daraus nie ein Geheimnis. Schon als Kind hörte sie nicht: „Du bist zufällig bei uns“, sondern: „Du bist gewollt.“ Diese einfache, klare Botschaft gab ihr festen Boden unter den Füßen. Adoption war kein Makel, sondern ein Geschenk – und zugleich Verantwortung.

Viele Jahre hatte Lola keinen inneren Druck, nach ihrer Herkunft zu suchen. Sie hatte eine Familie, die sie liebte und prägte. Erst als sie selbst Mutter wurde, kamen neue Fragen: Woher komme ich? Wie sieht meine Geschichte ganz aus? Mit Hilfe einer Beratungsstelle fand sie ihre leibliche Mutter. Das Treffen war nicht von Anklage bestimmt, sondern von Würde: Die leibliche Mutter hatte in schwerer Lage einen Schritt getan, der Lola ein gutes Zuhause eröffnete.


So wird Adoption zu einem Bild des Evangeliums:

„Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt, und wir haben seine Herrlichkeit gesehen“ (Joh 1,14a).


Dieses Wort ist keine Weihnachtsromantik. Es ist die große, tröstliche Tatsache: Gott hat nicht aus sicherer Distanz gerettet, sondern ist uns tatsächlich nahegekommen. Unser Tagesgebet fasst diese Wahrheit in drei starken Punkten zusammen:

  • Christus nimmt unsere Natur an,
  •  wir werden Gottes Kinder, und
  •  der Geist erneuert uns täglich.

Johannes sagt nicht: „Das Wort tat so, als wäre es Mensch geworden.“ Er sagt: Es wurde Fleisch. Gott wählte nicht nur einen Propheten, nicht nur ein Symbol, nicht nur eine Idee. Der ewige Sohn nahm unsere wirkliche Menschlichkeit an – mit allem, was menschlich ist, nur ohne Sünde.

Damit wird Joh 1,14 zum Trost für alle, die sagen: „Mein Leben ist zu schwer, zu zerbrechlich, zu verworren.“

Christus ist nicht in eine heile Welt gekommen, sondern in eine Welt, die ihn nicht kannte, ja, die ihn ablehnte. Und gerade dort „wohnte“ er unter uns – wörtlich: er „zeltete“ unter uns. Der heilige Gott schlägt sein Zelt, wie das AT Bundeszelt, in unserer Nachbarschaft auf.

Hier passt der Gedanke sehr gut: Gottes Heil geschieht nach seinem Plan und zu seiner Zeit. Prophetie ist dabei nicht nur ein Beweisstück, sondern ein Trost: Gott handelt nicht hektisch, nicht zufällig, nicht improvisiert, sondern lange geplant. Die Geburt Jesu ist also keine religiöse Legende, noch eine schöne Geschichte, sondern Gottes festes Handeln in Raum und Zeit. Darum dürfen wir sagen: Wenn Gott sein Wort in Christus erfüllt hat, dann wird er auch seine Verheißungen an uns persönlich erfüllen.

Und das Ziel der Menschwerdung Jesu ist sehr klar: „Du sollst seinen Namen Jesus nennen, denn er wird sein Volk retten von ihren Sünden.“ Christus kommt jedoch nicht zuerst, um unsere Umstände zu verschönern, damit es uns gut geht, sondern um unsere Schuld zu tragen und die Krankheit der Trennung mit Gott zu heilen. Seine Krippe weist schon auf sein Kreuz: Er wurde Fleisch, ganzer Mensch, für uns, damit er für Fleisch und Blut, für uns Menschen, sterben konnte.

Das Tagesgebet geht weiter: „Verleihe, dass wir, die von neuem geboren und als Deine Kinder adoptiert wurden…“ Hier liegt ein Evangelium im Evangelium. Weihnachten ist nicht nur Gottes Nähe, sondern Gottes Annahme. ICH DARF KIND GOTTES SEIN!

Adoption ist mehr als ein schönes Bild. Es bedeutet: Gott sagt nicht nur „Ich dulde dich“, sondern „Du gehörst zu mir“. Wer an Christus glaubt, wird nicht bloß verbessert, sondern neu geboren. Wir werden nicht durch Leistung Kinder Gottes, sondern durch gnädige Annahme. So werden rechtlich Kinder Gottes.

Hier kann uns Joseph als stiller Zeuge helfen. Was macht Joseph so wertvoll für diesen Sonntag? Er zeigt, wie Gott in unsere zerbrechlichen Geschichten hineinwirkt: Da ist Unverständnis, Angst, Fragen. Joseph lernt, Gottes Wort mehr zu glauben als Gerüchten, mehr als eigener Schlussfolgerung, mehr als öffentlicher Meinung. Er nimmt zuerst Maria an – und übernimmt Verantwortung.

Hier finden wir ein Echo der großen Wahrheit. Und weiter, wie Joseph den nicht eigenen Sohn, Jesus, annimmt und ihn rechtlich als seinen Sohn adoptiert, so nimmt Gott uns in Christus an.  Gott adoptiert uns durch Glauben an Jesu Versöhnungstat und äußerlich durch das Zeichen der Taufe.

Und wer sich so angenommen weiß, kann anfangen, selbst anders zu handeln: Als Gotteskind, aus Zugehörigkeit zu ihm, weil ich von Gott geliebt bin.

Der dritte Schwerpunkt ist der vielleicht praktischste und schwierigste: „…dass wir … täglich durch Deinen Heiligen Geist auch erneuert werden.“ Beachten wir dieses Wort: täglich. Das Christfest ist kein einmaliger Höhepunkt, der dann wieder in den Alltag abfällt. Es ist der Beginn einer täglichen Erneuerung. Christsein beginnt bei Dir in der Krippe, mit der Ernährung durch regelmäßige und reine Milch des Wortes Gottes und zunehmen, wachsen, dadurch.

Was erneuert der Geist Gottes? Nicht nur schöne Gefühle, sondern meinen ganzen Menschen: Besonders mein Denken, mein Wollen, mein Reden und dann mein tägliches Leben und Handeln. Und diese Erneuerung ist nicht Selbstoptimierung, ich gebe immer mein Bestes, sondern Christus nimmt so Gestalt und Handeln in meinem Leben an: Der Geist Gottes formt uns nach dem, dessen Herrlichkeit wir in der Krippe gesehen und nach dem Leben und Handeln Jesu erkannt haben.

Das heißt sehr konkret:

  • Wenn Christus „unter uns wohnt“, dann darf er auch in unseren Beziehungen wohnen: in Ehe und Familie, in Gemeinde, am Arbeitsplatz, Verwandtschaft und unter Freunden. Der Geist schenkt Geduld, wo wir ansonsten ausflippen oder schnell hart werden. Er schenkt Wahrheit, wo wir ausweichen. Er schenkt Versöhnung, wo wir uns festgefahren haben, uns nicht verändern wollen.
  • Wenn wir adoptierte Kinder sind, dann müssen wir nicht mehr um jeden Preis Recht behalten oder gut dastehen. Kinder Gottes dürfen Fehler machen, Fehler bekennen, umkehren und wieder neu anfangen.
  • Wenn der Geist uns täglich erneuert, dann gibt es Hoffnung für Gewohnheiten, die uns binden. Nicht durch Druck werden wir verändert, sondern durch neue Liebe, durch Christi Liebe in uns.

Ermutigung

Liebe Geschwister: Weihnachten sagt nicht nur „Gott war einmal da“. Es sagt: Gott ist immer noch da – und er bleibt für immer. Das Wort ist Fleisch geworden. Der Sohn nahm unsere Natur, unser Wesen an. Gott hat uns zu Kindern gemacht, uns in seine Familie adoptiert. Und er erneuert uns in dieser Beziehung täglich durch seinen Heiligen Geist.

Darum gehen wir in diese neue Woche nicht mit einer Last: „Ich muss besser werden“, sondern mit dem Trost: „Christus wohnt jetzt bei mir.“

Wir bitten ihn nun:

„Herr, erneuere heute so mein Herz, dass es die Krippe für Jesus ist. Lass deine Gegenwart meine Gedanken, meine Worte und mein Haus prägen.“.

Denn wer die Herrlichkeit des Sohnes Gottes gesehen hat, der wird für immer Kind Gottes bleiben.    Amen.

Römer 15,4–13 – Predigt zum 2. Advent

Gepriesener Herr. Du hast die gesamte Heilige Schrift uns zur Belehrung schreiben lassen. Schenke, dass wir sie so hören, überdenken und in unseren Herzen bewegen, dass wir durch die Geduld und den Trost Deines Wortes die selige Hoffnung des ewigen Lebens ergreifen und auch immer festhalten, die Du uns in Jesus Christus, unserem Erlöser, verliehen hast.  Amen.
Die 3fache Schriftwirkung:

Am zweiten Advent – oft im Anglikanischen auch „Bibelsonntag“ genannt – erinnert uns Römer 15,4 daran, warum die Heilige Schrift uns gegeben ist:

„Was aber zuvor geschrieben ist, das ist uns zur Lehre oder Belehrung geschrieben, dass wir durch Geduld und Trost der Schrift Hoffnung haben.“

Unser 2. Adventsgebet schließt sogar damit, dass wir das ewige Leben in Christus für immer festhalten.

Paulus spricht hier zunächst vom Alten Testament, dass es uns belehrt auf Hoffnung. Doch genauso gilt dies für die Schriften des Neuen Testaments: Die Bibel ist für unser Lernen geschrieben. Es geht allerdings nicht darum, Verse wie Gedichte mechanisch auswendig aufzusagen. Die Schrift hat ein größeres Ziel:

Wir sollen Gott erkennen – sein Wesen, seine Liebe, seine Gnade, seine Heiligkeit. Regelmäßiges Lesen der Bibel lehrt uns, wie barmherzig Gott mit seinem Volk umgeht und wie er Menschen trotz ihrer Schuld annimmt.

Die Schrift zeigt uns auch unseren eigenen Zustand: den kranken, sündigen Menschen, der getrennt von Gott lebt. Sie zeigt uns den Weg der Heilung – allein durch Jesus Christus. Und sie lehrt uns, wie wir als erneuerte Menschen mit Gott und dem Nächsten leben sollen.

Wer die Bibel aufmerksam liest, bemerkt: Der Mensch hat sich in Jahrtausenden kaum verändert. Die gleichen Sünden und Probleme, die Paulus beschreibt, sind heute gegenwärtig – oft in verschärfter Form. Moderne Menschen halten sich gerne für „aufgeklärter“, aber die Bibel hält uns einen ehrlichen Spiegel vor.

Doch das Ziel des Bibellesens ist nicht bloße Information, sondern Transformation. Gott will unser Denken, unser Herz oder auch Willen und so unser ganzes Leben verändern. Hoffnung in unserem Leben entsteht dann, wenn die Botschaft der Bibel unser Herz erreicht und deutlich verändert.

Ein Beispiel dafür: Ein amerikanischer Millionär, Eugene Lang, versprach in New York einer verarmten Schulklasse jedem Schüler ein bezahltes Studium – wenn sie die Schule durchhalten. Zum ersten Mal hatten diese Kinder ein Zukunftsziel eine wirkliche Hoffnung für Ihre Zukunft. Die Folge war: Fast alle bestanden ihren High School Abschluss. Wir erkennen: Echte Hoffnung bewegt zur Veränderung im Leben. Dies zeigt in kleinem Maß, was Gott in großem Maß durch sein Wort in deinem Leben tut kann.

Die Heilige Schrift schenkt echte Hoffnung – und diese Hoffnung gründet sich auf Christus, auf die Frohe Botschaft:
Sein Kommen in die Welt – Advent
• Sein Sterben und Auferstehen – Ostern
• Seine Himmelfahrt
• Seine Wiederkunft in Herrlichkeit

Besonders im Advent richten wir  unseren Blick nun auf seine zweite Wiederkunft: Jesus wird seine Gemeinde, die Gemeinschaft der Heiligen sammeln und alle vollenden und das ewige Leben schenken. Hoffnung bedeutet für uns: Wir wissen jetzt, wohin wir gehen. Und darum können wir geduldig warten.

Die Hoffnung, die die Schrift schenkt, wirkt sich praktisch unter uns aus: Sie verändert den Umgang und die Beziehung unter uns Christen.

Paulus fordert deshalb zur Einheit auf (V. 5–6). Einheit bedeutet nicht, dass alle Christen dieselbe Meinung über zweitrangige Dinge haben müssen. Im Kapitel 14 zeigt Paulus, dass Gläubige unterschiedliche Gewissensfragen verschieden beantworten können – über Fleisch essen oder Alkohol trinken, solange es nicht um klare Sünde geht.

Doch trotz aller Unterschiede in der Lebensgestaltung sollen wir uns gegenseitig würdigen und annehmen:

Darum nehmt einander an, wie auch Christus uns angenommen hat zur Herrlichkeit Gottes.“ (V. 7)

Christus hat Juden und Heiden, Gläubige aus allen Volksgruppen zusammengeführt – zu Pfingsten, als die Kirche gegründet wurde, und in der weltweiten Mission danach. Deshalb gibt es in seiner Christus-Gemeinde keinen Platz für Überheblichkeit, kulturelle Abwertung oder  soziale Ausgrenzung. Das Ziel der Einheit ist klar:

„…dass ihr eines Sinnes mit einem Mund Gott verherrlicht…“ (V. 6)

Gemeinsame Anbetung – trotz Verschiedenheit der Herkunft und Bildung. Das ist ein kraftvolles Zeugnis. Liturgie, die gemeinsame Energie der gemeinsamen Gebete und gemeinsamen Bekenntnisse im Gottesdienst erinnern uns daran: Wir sprechen und beten zu Gott mit einer Stimme, wir gehören zu demselben Herrn. Was uns selbst persönlich trennt, das verbindet Christus.

Wenn wir uns einander annehmen, wie Christus uns und alle Menschen angenommen hat, jeder der so ganz anders ist, wird die Gemeinde Gottes zu einem Ort der Hoffnung – für uns selbst und für die ganze Welt.

Paulus schließt mit einem Segenswunsch, der das Ziel des Glaubens klar vor Augen stellt: „Der Gott der Hoffnung erfülle euch mit aller Freude und Frieden im Glauben, dass ihr vollkommene Hoffnung habt durch die Kraft des Heiligen Geistes.“ (V. 13)

„Hoffnung“ ist im biblischen Sinn keine zweideutige Wunschvorstellung, sondern eine feste Gewissheit: Gott hält sein Wort.
Die Grundlage dieser Gewissheit ist:

• Gottes Liebe gilt zu uns
• Christi Opfer ist für uns
• der Heilige Geist, wirkt und wohnt in uns.

Hoffnung, Freude und Frieden – das sind Früchte des Geistes (Galater 5,22). Gott selbst wirkt sie in uns durch seinen Geist. Deshalb ist diese Hoffnung stärker als unsere persönlichen Umstände. Sie trägt uns durch Leid, Zweifel und Wartezeiten. Sie verändert unser ganzes Leben – von innen heraus.

Die Bibel hält uns die Zukunft vor Augen:
Wir erwarten Christus. Wir leben hin auf Gottes Herrlichkeit. Wir wissen, wem wir gehören. Und weil wir wissen, wohin wir gehen, können wir heute mutig, liebevoll und treu leben.

Schlussgedanken

Die Adventszeit lädt uns ein, die Bibel neu aufzuschlagen und ihr zu vertrauen – denn:

  • Die Heilige Schrift schenkt Hoffnung
    Gottes Wort lehrt uns und richtet unseren Blick auf Jesus, der unsere Zukunft sichert.
  • Die Heilige Schrift erneuert Gemeinschaft
    Wer Christus kennt, lernt, andere anzunehmen – so entsteht geistliche Einheit.
  • Die Heilige Schrift verfestigt das ewige Leben in Christus
    Durch den Heiligen Geist wächst in uns Freude, Frieden und eine feste Hoffnung.

So wird der Advent zu einer Zeit der Bibel – einer Zeit, in der Gott unser Herz stärkt, unsere Gemeinschaft erneuert und unsere Hoffnung in Christus für das ewige Leben verfestigt.
Der Gott der Hoffnung sei mit uns – heute und bis zu seiner Wiederkunft.

Amen.

TAGESGEBET:
O Gott, dein gepriesener Sohn ist erschienen, die Werke des Teufels zu zerstören und uns zu Kindern und Erben des ewigen Lebens zu machen. Verleihe, dass wir uns in dieser Hoffnung selbst reinigen, gleichwie er rein ist; damit, wenn er in Kraft und großer Herrlichkeit wiederkommen wird, wir in seinem ewigen und herrlichen Reich ihm ähnlich gemacht werden. Amen.

Die letzten Sonntage des Kirchenjahres richten unseren Blick nach vorn – auf die Wiederkunft Christi. Viele Menschen verbinden damit Angst: Gericht, Ende, Katastrophen. Doch das Tagesgebet und der Text aus dem 1. Thessalonicher lenken uns auf einen ganz anderen Schwerpunkt: Hoffnung.
Paulus schreibt an eine junge Gemeinde, die in Sorge war. Einige ihrer christliche Geschwister waren gestorben, und man fragte sich: Werden sie den großen Tag des Herrn verpassen? Würden sie beim Kommen Christi benachteiligt sein?

Paulus antwortet mit einer einfachen, aber alles verändernden Wahrheit:

„Wir glauben, dass Jesus gestorben und auferstanden ist.“ (V.14)

Das ist das wichtigeste Fundament christlicher Hoffnung. Wer an den auferstandenen Christus glaubt, braucht sich nicht zu fürchten – weder vor dem Tod noch vor dem, was kommt. Unser Herr hat den Tod besiegt. Seine Auferstehung ist der erste Sieg, unsere eigene Auferstehung ist die Folge.

Deshalb beginnt christliche Hoffnung nicht erst am Ende der Zeit, sondern heute. Wir leben in der Gewissheit: Was immer geschieht – Christus kommt wieder, um zu vollenden, was er begonnen hat. Diese Hoffnung reinigt uns von Angst und Verzweiflung und lässt uns nüchtern, mutig und getröstet leben.

Paulus führt seine Gemeinde weiter hinein in das Geheimnis dieses kommenden Ereignisses. Er beschreibt, wie der Herr selbst vom Himmel herabkommen wird – mit Macht und Herrlichkeit, mit dem Ruf des Erzengels und der Posaune Gottes. Kein dunkles, stilles Ende, sondern ein triumphaler Beginn der Ewigkeit.

Die Toten in Christus werden zuerst auferstehen, danach werden wir, die wir leben, zusammen mit ihnen entrückt werden.“ (V.16–17)

Das ist nicht Spekulation, sondern Trost. Christus lässt keinen seiner Erlösten zurück. Alle gehören zu ihm – die Lebenden und die Entschlafenen. Nichts kann uns trennen von seiner Liebe, nicht einmal der Tod.

Und das Ziel: „Wir werden allezeit beim Herrn sein.“ (V.17)
Das Tagesgebet fasst diesen Gedanken wunderbar zusammen: „…damit wir in seinem ewigen und herrlichen Reich ihm ähnlich gemacht werden.“

Das ist die höchste Hoffnung des Christen: nicht einfach mit letzter Puste in den Himmel zu kommen, sondern Christus gleich zu werden. In Reinheit, in Herrlichkeit, in vollkommener Liebe. Die Wiederkunft Christi ist nicht nur ein himmlisches Ereignis – sie ist die Vollendung unserer Verwandlung.

Doch Paulus und das Gebet erinnern uns: Diese Hoffnung ist nicht passiv. „Verleihe, dass wir uns in dieser Hoffnung selbst reinigen, gleichwie er rein ist.“

Das bedeutet: Wer auf Christus wartet, soll heute schon beginnen, so zu leben, wie er ist. Hoffnung und Heiligung gehören zusammen.
Paulus sagt nicht: „Lasst uns auf das Ende warten und abwarten.“ Er sagt vielmehr: „Lebt heute in einer Weise, die dem Herrn gefällt.“ (vgl. 4,1)

Die Zukunft formt die Gegenwart.
Wer weiß, dass Christus kommt, achtet darauf, wie er heute lebt.
Wer hofft, ihm ähnlich zu werden, beginnt schon jetzt, in seinem Charakter verändert zu werden.

Wie geschieht das?

  • Durch tägliche Gemeinschaft mit Christus – im Gebet + in seinem Wort.
  • Durch den Heiligen Geist, der in uns wirkt und die Gesinnung Christi in uns formt.
  • Durch unsere praktische Liebe im Alltag, die das Wesen Christi widerspiegelt.

Die Hoffnung auf die Wiederkunft ist also kein theologisches Wissen, sondern eine Kraft zur Reinigung unseres Wesens. Sie verändert, wie wir über Geld, Zeit, Beziehungen und das eigene Herz denken. Sie macht uns wachsam, dankbar und bereit.

Viele Christen denken, die Verwandlung zur Christusähnlichkeit geschehe erst im Himmel. Doch die Schrift zeigt: Sie beginnt schon hier auf Erden.
Paulus schreibt an anderer Stelle:

„Wir alle spiegeln mit unverhülltem Angesicht die Herrlichkeit des Herrn wider und werden verwandelt in dasselbe Bild von Herrlichkeit zu Herrlichkeit.“ (2. Kor 3,18)

Das heißt: Jeder Schritt des Glaubens, jedes Überwinden von Sünde, jedes Wachsen in Liebe ist bereits ein Vorgeschmack des Himmels. Wenn wir vergeben, wo andere verbittern, wenn wir dienen, wo andere herrschen wollen, wenn wir hoffen, wo andere verzweifeln –
dann zeigt sich schon jetzt etwas von der zukünftigen Herrlichkeit Christi in uns.

Die Wiederkunft ist also nicht nur das Ende, sondern das Ziel, auf das unser jetziges Leben hinwächst. Jeder Gottesdienst, jedes Gebet, jedes Opfer, jeder Akt der Liebe ist eine Vorbereitung auf den Tag, an dem wir JESUS sehen, wie er ist (1. Joh 3,2).

Paulus schließt mit einer Aufforderung:

„Darum ermutigt einander mit diesen Worten.“ (V.18)

Die Hoffnung auf Christi Wiederkunft ist nicht nur persönlicher Trost – sie ist gemeinschaftliche Ermutigung.
In Zeiten von Krankheit, Tod oder Unsicherheit dürfen wir uns gegenseitig daran erinnern:
Christus kommt.
Unsere Lieben in Christus sind nicht verloren. Die Geschichte endet nicht im Chaos, sondern in der Herrlichkeit seines Reiches. Diese Hoffnung lässt uns anders trauern, anders leben, anders lieben.
Sie reinigt uns – weil sie uns auf das Ziel hinführt: Christus gleich zu werden.
Und sie tröstet uns – weil sie uns zeigt: Kein Leid, keine Trennung, keine Dunkelheit hat das letzte Wort.

Am Ende dieses Kirchenjahres, wenn das Licht kürzer und die Tage dunkler werden, ruft uns das Wort Gottes zu einer hellen, festen Hoffnung:
Der Herr kommt.
Er kommt, um alles neu zu machen,
um das Werk des Teufels endgültig zu zerstören,
um uns zu Kindern der Herrlichkeit zu vollenden.

Bis dahin leben wir – gereinigt durch seine Gnade,
gestärkt durch seine Hoffnung,
verwandelt durch seinen Geist.

Darum:
Lasst uns in dieser Hoffnung selbst reinigen, wie er rein ist – damit wir, wenn er kommt, ihm ähnlich werden in Ewigkeit.

Amen.

Liebe Mitbürger nah und fern – rückblickende und vorausschauende Menschen.

Am 3. Oktober gedenken wir mit Dankbarkeit der Wiedervereinigung unseres Landes vor nunmehr 35 Jahren. Damals fiel die Mauer, als ich in Philadelphia weiter Theologie studierte und im Seminar der Ref. Episkopalkirche dies Ereignis auf einem schwarz-weißen Fernseher fast ungläubig mit ansah. Nun Weltgeschichte, auch unsere persönliche und die biblische Geschichte ist sehr wichtig. Der Mitreformator und Humanist Melanchthon sagte einst: Der Mensch ohne Kenntnis der Geschichte ist wie eine beständige Blindheit und fortwährende Kindheit.

In diesem Sinne erinnert uns der Wochenspruch in unserem anglikanischen Gebetbuch www.rekd.de dabei an den Ursprung allen Segens, der von unserem Schöpfer Himmels und der Erden stammt:

Die Einheit und Freiheit im Himmel, auf Erden und in unserem Land sind kein Werk menschlicher Kraft allein, sondern ist ein Geschenk Gottes, das wir in Demut empfangen dürfen.

In der alttestamentlichen Lesung (5. Mose 8,2–6) werden die Israeliten daran erinnert, wie Gott sie durch ihre 40-jährige Wüstenwanderung dann in die Freiheit geführt hat, damit sie lernen, auf ihn weiter zu vertrauen. Auch die deutsche Geschichte im 20. Jahrhundert ist geprägt von schweren Wegen, Trennung und Leid über 40 Jahre (ca. 1949-1989/90). Doch Gott hat uns aus dieser Zeit der „Wüste und Versuchung“ geführt – nicht, weil wir die Einheit verdient hätten, sondern weil er treu ist und die Hoffnung auf die Wiedervereinigung und viele Gebete erhört hat.

Die Epistel (1. Petrus 2,13–17) weist uns auf die rechte Haltung in Freiheit hin:

Wir sollen die Freiheit nicht als Deckmantel des Bösen gebrauchen, sondern als Diener Gottes leben – Menschen, die der Obrigkeit in Ordnung und Frieden begegnen, die aber ihr Herz an Christus gebunden haben. Wahre Freiheit im Leben ist nicht Willkür, sondern ein Leben, das aus der Bindung an Christus Freiheit lebt und praktiziert.

Im Evangelium (Johannes 17,20–26) hören wir das hohepriesterliche Gebet Jesu. Christus bittet seinen Vater darum, dass seine Jünger „eins seien, so wie er und der Vater eins sind“. Diese Einheit ist mehr als politische oder gesellschaftliche Einigkeit – sie ist geistliche Gemeinschaft in Verbindung Christus, die äußere Mauern und Schwierigkeit überwindet und Herzen mit dem Nächsten verbindet. Ohne diese innere Einheit bleibt jede äußere Einheit, ob kirchlich oder politisch brüchig.

Tagesgebet:

Wollen wir dankbar zurückschauen auf die neu gewonnene Einheit unseres Vaterlandes, aber noch mehr nach vorn schauen: dass unser ganzes Volk, unsere christliche Kirche und unser persönliches Leben zuerst aus der Güte Gottes heraus gestaltet werden.

Gebet:
Herr, unser Gott, wir danken Dir für die Gabe der Einheit und Freiheit unseres Landes. Erneuere uns durch Deinen Heiligen Geist, dass wir nicht nur äußerlich vereint bleiben, sondern in Dir, Christus, wahrhaft eins werden. Amen.

Einleitung: Der Pfarrer, der die Hochzeitsgesellschaft vor der Kirche im November warten ließ.
Wochenspruch: „Und ich, wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen.“ (Johannes 12,32)


Liebe Schwestern und Brüder in Christus,
zwischen Himmelfahrt und Pfingsten liegt eine merkwürdige, stille, beinahe leere Zeit. Jesus ist aufgefahren in den Himmel – er ist für seine damaligen Apostel nicht mehr sichtbar und für uns nachempfindend nicht mehr unter seinen geliebten Jüngern. Auch war Pfingsten, die Verheißung des mächtigen Kommens des Heiligen Geistes, noch nicht geschehen. Es war damals und ist heute auch noch die Zeit der wartenden Gemeinde. Für uns jedoch als kräftigende Gegenwart zum Dienst und bis zu seiner zweiten Wiederkunft.


Diese Spannung spiegelt sich auch heute im kirchlich bezeichneten Sonntag Exaudi wider. Dieser Name kommt vom lateinischen „Höre“ – ein Ruf nach Gott, es ist ein Gebet um Gehör, um Gottes Nähe, um Seine Antwort. Und die Gemeinde harrt – voller Erwartung, voller Hoffnung – auf das, was Jesus verheißen hat: auf den Beistand, den Tröster, den Geist der Wahrheit und der damit verbundene Kraft.
Im Evangelium aus Johannes 15,26 – 16,4 spricht Jesus selbst von diesem Heiligen Geist. Er nennt ihn den „Beistand“, den der Vater senden wird“. Dieser Beistand – das griechische Wort lautet „Paraklet“ – es meint nicht nur Trost, sondern auch Beistand, ein Hinzugerufener anstelle unseres Herrn Jesus Christus, der uns hier auf Erden fehlt, und zwar für unseren irdischen Kampf gegen Sünde, Satan und Selbstverherrlichung, auch als Anwalt in unserer Not, als Kraft in unseren Schwachheiten, aber besonders als die Kraft, um Zeugen für unseren Herrn zu sein.

Jesus sagt: „Wenn der Beistand kommen wird, den ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, der wird Zeugnis geben von mir.“
Die wartende Gemeinde ist also nicht nur tatenlos. Sie wartet nicht passiv und dreht ängstlich Däumchen. Sie schließt sich nicht wie die 11 Jünger am Auferstehungsabend Jesu von innen ein, praktisch in „Konklave“ und fürchtet sich. Nein, sie wartet aktiv im Hören und kommuniziert im Gebet mit dem Vater im Himmel, und sie tut dies in der Gemeinschaft ihrer Glieder am Leib des Herrn. Und sie hat verstanden, dass sie erwartet, Kraft aus der Höhe zu empfangen. Sie bereitet sich im Warten und Hören auf Gott darauf vor, selbst Zeugnis von Jesus, dem Auferstandenen und Sieger zu geben. Es geht nicht um mich als Einzelnen, sondern um mich in der eingebunden Christusgemeinschaft.
Unser Wochenspruch in unserem Gebetbuch stammt aus Johannes 12,32- Er verweist uns auf das Ziel dieser Erwartung: „Und ich, wenn ich erhöht werde von der Erde, so will ich alle zu mir ziehen.“ Christus ist also erhöht!

  1. Durch das Kreuz und am Kreuz ist dies für uns geschehen;
  2. weiter durch Jesu Auferstehung, da er als erster von den Toten emporstieg, und
  3. weil durch das von uns kürzlich begangene Himmelfahrtsfeste, unser Blick zum Himmel gelenkt wird, weil er zur Rechten des Vaters aufgefahren ist.

  1. Kreuz, 2. Auferstehung und 3. Himmelfahrt
    Das sind die drei Merkmahle der Erhöhung Jesu. Die gelten uns alle.
    Doch diese Erhöhung ist nicht eine Distanz von uns, dass sich Christus für uns jetzt weit entfernt hat, sondern seine Erhöhung ist eine besondere Einladung für dich und mich. Es ist nicht ein Weggehen, sondern eine besondere Hinwendung zu uns mit einem wichtigen Ziel. Der erhöhte Herr zieht uns zu sich, praktisch wie ein Magnet Metall anzieht, so will Er uns in Seine Gegenwart, in Seine Herrlichkeit in den Himmel ziehen. Seine Erhöhung ist auch unsere Erhöhung. Sein dreifacher Sieg ist auch dein Sieg und gilt deiner Erhöhung in die himmlischen Örter.
    In der Epistel-Lesung aus 1. Petrus 4,7–11 hören wir, was das konkret bedeutet: „Es ist aber nahe gekommen das Ende aller Dinge. So seid nun besonnen und nüchtern zum Gebet.“ Die wartende Gemeinde soll am Ende aller Dinge und an ihrem Ende der Welt eine geistliche und betende Gemeinde sein. Christus sitzt nun zur Rechten des Vaters und betet für unseren Kampf und unsere Erhöhung. Christus hat aus Liebe, unsere Sünde zugedeckt und vergeben. Wir als christliche Gemeinde sollen in seiner Liebe leben und handeln, als solche „die auch der Sünden Menge zudeckt“. Leben wir dies im Alltag: Vergib uns unsere Schuld und Schwachheiten, wie wir vergeben anderen ihre Sünden und Schwachheiten? Die Ortsgemeinde lebt auch die Gastfreundschaft im Alltag und heißt die Fremden herzlich willkommen. Sie steht im Dienst ihres Herrn, und zwar in der besonderen Kraft Gottes – und ihr ganzes Leben gilt dann allein zur Ehre Jesu Christi.
    Warten in der Zwischenzeit, bevor wir alle erhöht werden sollen in die Gegenwart des Sohnes Gottes beim Vater heißt also nicht Stillstand, sondern geistliches Wachstum, mit der Lebensweise Jesu in unserem Alltag. – Exaudi erinnert uns:
    Wir sind auf dem Weg – gezogen von Christus mit dem Ziel in den Himmel zu fahren, aber gestärkt durch den Heiligen Geist, besonders aber nicht zuerst als Einzelne Person, sondern gemeinsam als Christus-Gemeinde.
    Gerade heute, in Zeiten der Unruhen und Unsicherheit dieser Welt, ist solch eine wartende himmlische Haltung entscheidend. Nicht als Flucht aus dieser hektischen Welt, sondern als ergriffene Hoffnung. Auch nicht als Rückzug aus ihr, sondern als Vorbereitung auf unsere Erhöhung.
    So bitten wir eifrig um den Heiligen Geist, der uns Kraft gibt, Zeugnis von Jesu Charakter und Wirken für die Erlösung der Welt zu geben – mit Wort und Tat, in Liebe und Wahrheit.
    So lasst uns diese – unsere – Zeit nutzen – wie die Jünger damals im Obergemach-
    um zu warten, zu beten, zu hören und zu gehen.

  2. Der Beistand kommt in unser Herz und Christus zieht dich und mich zu sich in den Himmel.
    Aber wir gehen dabei nicht allein, sondern gemeinsam dorthin. Amen.

In jeder Generation erwarteten die Menschen einen Propheten, doch die wirklich Frommen und ernsthaft Gläubigen warteten auf den Messias, den Retter.
Johannes der Täufer wurde von den Theologen befragt: „Wer bist du?“ Seine klare Antwort war: „Ich bin nicht der Messias.“ Stattdessen wies Johannes auf Jesus hin, den er persönlich kannte, und erklärte: „Mitten unter euch steht der, den ihr nicht kennt.“
Doch kennen wir ihn persönlich? Können wir sagen, dass er mitten unter uns ist?
Die Adventszeit erinnert uns daran, dass Jesus nicht nur einmal kam, sondern uns heute nahe ist und wiederkommen wird.
Der Apostel Paulus ruft uns im Philipperbrief zur Freude im Herrn auf: „Freut euch im Herrn zu jeder Zeit!“ Diese Freude entspringt unserer lebendigen Beziehung zu Christus. Sie ist unabhängig von materiellen Dingen, die uns oft von echter Freude ablenken. Unser Konsum kann keine beständige Freude schenken. Nur in der Nähe Gottes finden wir wahre, bleibende Freude.
Diese Freude wird sichtbar, wenn wir uns auf das Wesentliche besinnen: Zeit mit Gott, Gebet, und Lobpreis – in unseren Herzen und mit unseren Stimmen entstehen lassen. Der Psalmist sagt: „Lobe den Herrn, meine Seele!“ Diese Haltung lässt uns täglich neue Freude finden.

Paulus erinnert uns daran, nicht in Sorgen zu verharren, sondern alle Anliegen mit Dank vor Gott zu bringen: „Sorgt euch um nichts, sondern bringt eure Bitten betend und flehend vor Gott!“
So bewahrt der Friede Gottes unsere Herzen und Gedanken in Christus.

Freuen wir uns also über die Nähe des Herrn – jetzt und auf sein baldiges Kommen.

katholisch - evangelisch-anglikanisch - Bezeichnung für den letzten Sonntag im Kirchenjahr:
Christkönigs-Sonntag, Ewigkeits-Sonntag, Erweckungs-Sonntag

Bibeltext lesen: Jeremia 25,5-8

Der letzte Sonntag im Kirchenjahr der Anglikanischen Kirche wird auch Stirr-Up-Sunday genannt.

Mehr in Englisch:

Übersetzt und ergänzt: Aus „The Book of the Mysteries“, Jonathan Cahn.

Detail aus dem Isenheimer Altar von M. Grünewald (1506-1551


Das Lamm und das Geheimnis

des 10. – und 14. Nisan – vom Palmsonntag bis Gründonnerstag

Der Lehrer brachte mich zurück zur Kammer der Schriftrollen, näherte sich der Bundeslade, nahm die Schriftrolle heraus, deckte den Tisch, entrollte sie bis zu der Stelle, nach der er suchte, und begann dann, sie laut zu übersetzen.

Exodus 12, 3 Sagt der ganzen Gemeinde Israel: Am zehnten Tage dieses Monats nehme jeder Hausvater ein Lamm, je ein Lamm für ein Haus. 4 Wenn aber in einem Hause für ein Lamm zu wenige sind, so nehme er’s mit seinem Nachbarn, der seinem Hause am nächsten wohnt, bis es so viele sind, dass sie das Lamm aufessen können. 5 Ihr sollt aber ein solches Lamm nehmen, an dem kein Fehler ist, ein männliches Tier, ein Jahr alt. Von den Schafen und Ziegen sollt ihr’s nehmen 6 und sollt es verwahren bis zum vierzehnten Tag des Monats. Da soll es die ganze Gemeinde Israel schlachten gegen Abend. 7 Und sie sollen von seinem Blut nehmen und beide Pfosten an der Tür und die obere Schwelle damit bestreichen an den Häusern, in denen sie’s essen, 8 und sollen das Fleisch essen in derselben Nacht, am Feuer gebraten, und ungesäuertes Brot dazu und sollen es mit bitteren Kräutern essen“.

Am zehnten Tag dieses Monats soll sich jeder ein Lamm nehmen … ein Lamm für ein Haus, ein Lamm für jede Familie. Dies ist einer der wichtigsten biblischen Feiertage“, sagte er, „und doch haben die meisten Menschen noch nie davon gehört.“

„Welcher heiliger Tag?“

„Der 10. Tag des hebräischen Monats Nisan (April). Das Passah fiel auf den 15. Tag des Nisan. Aber der 10. Nisan war der Tag, an dem das Lamm ausgewählt und in das Haus einer Familie gebracht wurde, die es am Passah opfern und essen sollte.“

Er hob den Blick von der Schriftrolle und drehte sich zu mir um.

„Der 10 Nisan ist also der Tag des Lammes“, sagte er, „der Tag seiner Erwählung, um dann genommen und mit der Familie identifiziert zu werden, für das es dann 4 Tage später geopfert werden würde. Kennst du den Palmsonntag?“ fragt er? (Text klicken, um zu lesen: Matthäus 21,1-11)

„Natürlich. Es ist der Tag, an dem der Messias auf einem Esel durch die Straßen Jerusalems geführt und vom Volk mit Jubel und Palmzweigen begrüßt wurde.“

„Ja, aber es ist auch ein Tag voller Geheimnisse. –  Wenn der Messias dies Passahlamm ist, dann muss er auch mit dem 10. des Monats Nisan verbunden sein.“

„Das Geheimnis ist also …“ „Was wir heute Palmsonntag nennen, ist in Wirklichkeit der 10. Nisan, der Tag des Lammes. Damals, als die Menschen in Jerusalem die Pessach-Lämmer zu ihren Häusern und Familien führten, wurde der Messias vom Ölberg durch die Stadttore nach Jerusalem geführt. Das Hineinbringen des Messias in die Stadt mit Palmen und Hosianna war tatsächlich die Erfüllung dessen, was seit alters her geboten war, das Einbringen des Lammes. Genauso wie an dem Tag, an dem das Pessach-Lamm in das Haus gebracht wurde, brachte Gott Christus, das Lamm Gottes, in das Haus Gottes nach Jerusalem, dem Tempel, dem Ort seiner Wohnung. Und so wie die Lämmer des 10. Nisan dann am Pessach von denen geopfert werden musste, die dort in jedem Haus wohnten, so musste auch das Lamm Gottes damals am Passah von all denen geopfert werden, die in Jerusalem wohnten. Jesus, das Lamm Gottes, musste zum Haus Gottes kommen, damit die Segnungen der Erlösung kommen könnten.

Auf die gleiche Weise, wenn du Segen Gottes erfahren möchtest, musst du das Lamm zu dir nach Hause bringen. Du musst Ihn an den Ort bringen, wo du dein Leben lebst … in jedes Zimmer, jeden Schrank, jede Ecke und Spalt deines Lebens. Der Segen beginnt dann, wenn das Lamm (Gottes als Erlöser zu dir) nach Hause kommt.“

Die Botschaft: Bringe das Lamm Gottes zu dir nach Hause an den Ort, an dem du dein Leben wirklich lebst, und lasse Ihn in jeden Raum, jeden dunklen Raum, Schrank und jede Spalte deines Lebens kommen. – Gib mir dein Herz, um darin zu wohnen.

Letzter Sonntag im Kirchenjahr

Schriftlesungen:

Jeremia 23,5-8; Psalm 39,5-14; Matthäus 25,1-13

Erweckungssonntag oder Gottesdienst zum letzten Sonntag im Kirchenjahr.

Mit dem nächsten Sonntag beginnt das neue Kirchenjahr. Mit welchen Erwartungen gehen wir in die Adventszeit hinein? Wird noch vor Weihnachten mit der Impfung gegen die Coronapandemie begonnen werden? Werden wir Weihnachten alle als Singles erleben müssen, ohne Treffen mit Freunden und Verwandten? Es gibt viele Unsicherheiten. –

Heute feiern katholischen Gläubige den letzten Sonntag im Jahr als Christkönigssonntag, die evangelischen Christen meist als Ewigkeitssonntag. Beide Bezeichnungen haben einen Bezug zueinander jedoch mit etwas anderer Betonung.

Als Anglikaner, (quasi in der Mitte  – als Brückenkirche) benutzen wir oft die gleichen alten evangelischen Lesungen, nennen diesen Sonntag aber: „Erweckungs-Sonntag! Oder Wach-auf-Sonntag! Genauer: „Entzünde –unsern Willen-Sonntag“ .

Dies hat mit unserer besondere Kollekte – oder Tagesgebet für diesen letzten Sonntag im Kirchenjahr zu tun:

Wir bitten dich, o Herr, erwecke den Willen Deines gläubigen Volkes, dass es – reichlich Früchte guter Werke bringend – von Dir reichlich dafür belohnt werde. Durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.

Dieses Gebet stammt ursprünglich aus dem Sakramentar von Papst Gregor, einer Sammlung von Gebeten für gottesdienstliche Feiern aus dem 6.-7. Jahrhundert.

Dies ist ein Gebet, das hier eine Verbindung zu den kommenden vier Adventssonntagen und deren besonderen Gebeten herstellt. Der im Englischen bekannte Name heißt auch „Stirr up Sonntag“, erinnert uns an die Tradition, den englischen Weihnachtspudding jetzt zu beginnen und ihn in den nächsten Tagen durch die Familienangehörige vorbereiten lassen, indem sie sich in den kommenden Tagen im Rühren des Puddings dabei abwechseln.

Sollte nicht unser Leben solch ein Pudding sein, in dem besonders Gott (und auch andere verantwortliche Gläubige) abwechselnd unser Leben umrühren sollten, damit der rechte Lebenspudding entsteht? Werden wir nicht in der Coronazeit mächtig umgerührt? Lassen wir und dadurch und durch unseren Gemeindehirten bewegen, dass ein guter Lebenskuchen bei uns entsteht?

Unser Wochengebet besteht aus drei Punkten:

Gott soll:

  1. Den Willen des gläubigen Volkes erwecken – oder entzünden.
  2. Als Ergebnis soll reichlich Frucht entstehen.
  3. Wir sollen reichlich belohnt werden.
  1. Den Willen des gläubigen Volkes erwecken.

Nun sagen wir: „Des „Menschen Wille ist sein Himmelreich“. Gewöhnlich alles, was der Mensch vornimmt, das erreicht er auch. Aber, was er nicht will – keinen Bock drauf hat – das bleibt liegen. So war es auch mit dem alten Gottesvolk. Die meisten blieben ungläubig und erreichten nicht das Gelobte Land, damals und auch später waren sie immer rebellisch und taten ihren eigenen Willen, obwohl sie Gott anrührte, erwecken wollte. So heißt es auch, wir gingen alle in die Irre wie Schafe, ein jeder sah auf seinen Weg. Und weiter: Aber, sie haben nicht gewollt. Auch hören wir von den 10 NT Aussätzigen, dass nur ein Samariter erweckt wurde , zurückkam und Jesus dankte, dass nur Zachäus sich vom stolzen Baum herabrufen ließ, dass allein Paulus vom hohen Ross fiel und seinen Willen Gottes Willen unterordnete.

Die heutige Evangeliumslesung Mt 25,1-13 spricht von den fünf gläubigen und willigen Jungfrauen. Ihr Wille war bereit, dieser hatte auch vorgeplant, und sie ließen sich aufwecken. Dieser Erweckungs-Sonntag“ ist ein Weckruf an deinen Willen. Wozu? Zu einer echten Erweckung. Auch von Christus hören wir es vorbildhaft, was beständige Erweckung ist: Vater, deinen Willen tue ich gern, dein Wort habe ich in meinem Herzen. – Weiter: Gott schafft das Wollen und Vollbringen. Er kann dich gerade in dieser Jahres- oder Lebenszeit erwecken, anzünden und dein Leben endlich total umrühren. Er sagt: Gib mir mein Sohn, meine Tochter dein Herz. Das ist der Sitz deines Willens. Gott will deinen Willen erwecken. Du kannst zwar sagen: Ok. Wie beim Wecker. Ich habe ihn gehört! Aber, ich drehe mich nochmals um im Lebensbett, oder drücke noch mal die Austaste, drücke einfach ab. Damit bleibst du unerweckt. Doch Gott will uns erwecken und entzünden, nicht kurzfristig unsere Emotionen, sondern zuerst unseren bleibenden Willen. Bist du bereit geistlich aufzustehen? Wozu auch?

2. Als Ergebnis soll reichlich Frucht entstehen.

Das Christenleben ist kein bloßes Gedankenspiel, sondern etwas Handfestes. Die Frucht entsteht bei den Gläubigen nicht so sehr in ihren Gedanken oder in ihren Gefühlen, Eindrücken, noch in ihrer Begeisterung und in Worten, sondern als Frucht werden ihre guten Werke bezeichnet. Es soll etwas Sichtbares und Anfassbares entstehen, Zuhause, bei Verwandtschaft, in der Schule und am Arbeitsplatz. Bei uns selbst, für die Christus sein bestes Werk am Kreuz vollbracht hat,  –  Schmerzlich und anfassbar – hier sollen aus Glauben und Dankbarkeit Frucht entstehen. Einmal ist das die Frucht des Geistes, der gute Charakter Christi in uns (Gal 5,22), und dann die guten Werke sind das Ergebnis. Das sind Liebestaten, weil Er uns zuerst geliebt hat. Darauf schaut doch unser Herr!

Die bösen Werke aus dem Fleisch, die sind auch erfassbar: Wie Streit, Unzucht, Feindschaft, Götzendienst, Unsittlichkeit, Trink- und Fressgelage. Dies ist das Gegenteil von guten Früchten. Wollen wir uns jedoch entzünden lassen zu den göttlichen Liebeswerken, gerade in einer Zeit, wo es dunkler wird, wo unsere Weltregierungen Tausende Milliarden Schulden wegen Corona anhäufen, wo Krisen, Stürme, Hoffnungslosigkeit und Unsicherheit sich breit machen. Da lasst uns einander und anderen Hilfsbedürftigen helfen, je nach unserem Vermögen. Also praktisch: Alte, Kranke, Gefangene und Asylsuchende besuchen, helfen, die eigene Ortsgemeinde regelmäßig und in ihrer Evangelisation unterstützen, besonders aber die Liebeswerke Zuhause und bei unseren Nächsten entfalten helfen, ohne aufs Geld oder die eigene Zeit zu sehen.

Zu welcher neuen Einstellung, Hilfe und welchem Einsatz, welchem Gutes tun, lässt du deinen Willen entzünden? Dann aber folgt:

3. Wir sollen reichlich belohnt werden.

Ist es denn unchristlich auf Lohn oder Ehrung zu hoffen? Nein. Es ist gerade notwendig, dass wir wissen, unser Handeln aus Liebe ist nicht sinnlos, sondern es hat einen Ewigkeitswert. Es ist gerade biblisch und von Gott gewollt, dass wir auch auf die Belohnung von Gott schauen.

Abraham wartete auf die Stadt mit ewigen Grundmauern im Himmel, Sarah auf die Verheißung ihres Sohnes, Nachkommen, wie Sterne am Himmel zu besitzen.

Mose hielt die Schmach des Messias für einen größeren Reichtum als die Schätze Ägyptens; denn er dachte an den zukünftigen Lohn.

Denken wir an alle die Gleichnisse Jesu, die von Belohnung sprechen, auch an die Worte des Paulus, dass unser Lohn im Himmel ist, dass wir Kronen empfangen werden, und wie Daniel bemerkte, dass einige Lehrer glänzen werden wie des Himmels Glanz.

Wollen wir auf die Verheißung Gottes schauen, dass wir reich belohnt werden sollen. Dass dies uns dann auch motiviert, reich zu werden an Liebeswerken, das ist doch klar.

Doch vorrangig gilt für uns, dass Gott unseren guten Willen entzündet, besonders am letzten Sonntag im Kirchenjahr, damit wir im kommenden christlichen Jahr, dem Kirchenjahr, viele sichtbare Früchte bringen, weil unser Wille durch den Heiligen Geist echt erweckt wurde. Das ist echte Erweckung.

Wollen wir den“ Erweckungs-Sonntag, den

„Entzünde- unseren Willen-Sonntag“ fest im Herzen behalten. Amen.

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