Gottesdienste


1. Die Freude, wenn ein Mensch gefunden wird.

Liebe Wanderfreunde, liebe Kinder, liebe Gemeinde, habt ihr euch schon einmal verlaufen? Beim Wandern den falschen Weg eingeschlagen? Oder auf einem Stadtfest den Anschluss an eure Gruppe verloren – und plötzlich ist keiner mehr da, den ihr kennt? O Schreck. Hilfe!

Kinder, stellt euch vor: Ihr seid mit eurer Gruppe unterwegs, ihr singt fröhlich einige eurer Musical-Lieder, ihr lacht und redet – aber plötzlich merkt ihr: „Ich habe gequatscht mit meinem Freund oder Freunde, und jetzt sind wir zwei ganz alleine. Keiner unserer Gruppe ist mehr da.“
Da wird einem schon mal mulmig. Und man ruft vielleicht: „Hallo! Wo seid ihr denn?“

Auch uns Erwachsenen geht das so – nicht nur im Wald, sondern auch im wirklichen Leben. Manchmal ist so viel Trubel, trotzdem fühlt man sich innerlich einsam du verloren:

In der Bibel hören wir heute: Jesus suchte genau solche Menschen auf.

Nicht die Frommen und Hochangesehenen zuerst, sondern Menschen, die ausgestoßen waren, voller Fragen, manchmal und oft voller Schuld, weil sie sich nur um sich selbst kümmerten und nie nach Gott fragten. Die Frommen damals sagten: „Was soll das? Warum trifft Jesus sich mit solchen Leuten und isst auch noch mit ihnen?“

Aber Jesus wusste: Diese Menschen erkennen, dass sie Hilfe und Rettung brauchen. Sie waren und fühlten sich verloren


2. Verloren ja, aber das heißt nicht wertlos

Jesus erzählt deshalb zwei kurze, aber sehr eindrucksvolle Geschichten:

Ein Hirte hat 100 Schafe – eines ist plötzlich weg. Aber, was tut er?
Er lässt die 99 zurück und sucht nur das eine, bis er es endlich gefunden hat. Er trägt es auf den Schultern nach Hause – und dann gibt es ein großes Fest. Er schmeißt eine Party, weil das Verlorene gefunden wurde.

Oder die zweite Geschichte: Eine Frau verliert eine Silbermünze – ein ganzer Tagelohn. Und sie räumt alles um, fegt den Holzboden, schaut in jeden Ritz, sucht in jeder Ecke – bis sie die Münzel endlich findet. Und auch sie ruft ihre Nachbarinnen zusammen: „Freut euch mit mir!“

Genauso reagiert Gottes inneres Herz: Jeder zählt, jeder und jede Einzelne zählt. Gott liebt und freut sich über jeden Gefundenen.
Du bist nicht nur „einer oder eine von vielen“ – du bist einzig geliebt, besonders gesucht, und sollst gerettet werde. Lässt du dich aber finden und retten? Und wenn du dann zurückgebracht wirst –  zu Gott, gibt es – so sagt uns Jesus –dort eine große Freuden-Party im Himmel!


3. Auch heute wieder Party? Warum das Himmelreich Grund zur Freude hat.

Liebe Fest-Gemeinde,
wir feiern heute mit Wanderstöcken, Jausenschmaus und Trompetenschall. Wir wandern, wir singen und genießen die sommerlich Natur – und wir hören heute: Im Himmel wird gefeiert, wenn ein Mensch umkehrt und sich finden lässt. Ja, finden lassen. Das verirrte Schaft tut nichts. Es lässt sich in die Arme nehmen.

Das ist kein genötigter Zwang, sondern eine echte herzlich Einladung:

  • zuzugeben, dass ich oft falsch im Leben abgebogen bin
  • dass ich nicht alles richtig im Griff

  • dass ich Hilfe brauche –
  • und diese Hilfe heißt: Jesus.

Jesus feiert nicht mit stolzen Selbstgerechten Menschen, sondern mit solchen, die sagen: „Herr Jesus, ich brauche dich.“

Und dann ist er da. Jesus trägt mich heim. Er feiert dann mit uns. Mit viel Musik, mit großer Freude – und mit einem besonderen Platz am Tisch für mich – direkt bei Gott.

4. Was heißt das für uns heute?

Gerade bei einem Wandertag ist das Bild so klar:
Wir sind unterwegs. Auf Wegen. In Gruppen.

  • Manche laufen voraus.
  • Manche bleiben zurück.
  • Manche verirren sich.

Als Christen – evangelisch, katholisch, anglikanisch – wir alle sind auch eingeladen, nicht nur gefunden zu werden, sondern besonders so wie Jesus zu handeln:

  • Nämlich den Blick zu haben für den, der nicht mehr mitkommt, der sich verirrt hat,
  • für das Kind, das nicht mehr gesehen wird,
  • für den Erwachsenen, der sich hinter
  • seinem Lächeln  oder Witzen versteckt.

Wenn wir als Christen – so wie Jesus – solche Menschen suchen, sie wertschätzen, und einladen, dann ist das Evangelium doch mitten unter uns. Dann wird Gottes Himmel ein Stück auf der Erde sichtbar, weil wir wie Jesus handeln, auch wir werden Suchende für Gottes Fest und Freude.


5. Für die Kinder und ihr Großen: Ihr seid nicht zu klein für diese Botschaft

Liebe Kinder,
Jesus sucht nicht nur Große, sondern auch euch. Er sagt, lasst die Kinder zu mir kommen, (die vertrauen noch und brauchen nicht wie Erwachsene bedrängt zu werden.) Er freut sich, wenn ihr vertrauensvoll singt, lacht, glaubt, auch Fragen stellt – und manchmal auch kritisch zweifelt.
Wenn ihr Kinder euer Herz für Jesus öffnet, dann sagt er:

„Ich freue mich über dich – mehr als über viele, die meinen, alles richtig zu machen.“

Und ihr dürft heute wissen: Du bist nicht verloren – du bist gefunden. Du bist geliebt, wenn du Jesus vertraust.


Schluss:

Jesus ist der gute Hirte.
Er sucht dich.
Er sieht dich.
Er trägt dich.

Und wenn du heute sagst: „Herr Jesus, ich will gefunden werden“, dann sagt und singt der ganze Himmel mit allen Engeln:

 „Jubel über Jubel! Party ohne Ende! Einer oder Eine ist heimgekommen!“

– Zu Gott.

Predigt 2. Sonntag nach Trinitatis – Lukas 14,16–24

Heute Morgen, eine halbe Stunde vor dem Gottesdienst erschienen fremde Menschen vor die Christuskapelle vorgefahren. O, das sind neue Besucher, dachte ich. Der Fahrer stieg aus und sagte: „Pater, wir brauchen Benzin oder Geld. Kannst Du mir geben?“ „Woher seid ihr?“ „Wir kommen aus Ungarn. Ich kann nicht gut Deutsch.“ Ich antwortete ihm: „Bei uns beginnt gleich um 10 Uhr der Gottesdienst hier in der Christuskapelle. Ich lade euch vier Leute ein, daran teilzunehmen. Danach essen wir gemeinsam „Brunch. Dann könnt ihr mit eurem Kind auch mitessen. Kommt Ihr?“ „Oh, das geht nicht. Wir müssen heute noch weiter“.

Ich verstand. Die waren mit wehleidigen und mitleidserweckenden angelernten Worten auf Betteltour am Sonntagmorgen. Dann gab ihm trotzdem ein „Almosen von 20 € mit, auch dass wir nicht noch lang gestört den Gottesdienst pünktlich beginnen könnten.

DIE GROßE EINLADUNG GOTTES

Jesus erzählt hier von einem Menschen, der ein großes Abendmahl veranstaltet und viele einlädt. Doch dessen Einladung wird abgelehnt – und zwar nicht aus Mangel an Höflichkeit, sondern wegen eigennütziger Prioritäten. Drei Entschuldigungen werden genannt, die damals wie auch heute noch geistliche Gefahren für die Ewigkeit darstellen.  Wir nennen diese die „3 B’s“.

1. Die Einladung – Gottes großzügiges Angebot

Der Hausherr in Jesu Gleichnis ist niemand anderes als Gott selbst. Und der Knecht, der die Einladung überbringt, ist sein Sohn – Jesus Christus. Er lädt ein zum großen Fest: Zum Heil in Christus, der Gemeinschaft mit Gott und dem ewigen Leben ein. Es ist eine Einladung zur Freude – und sie gilt zuerst seinem Bundesvolk, den Juden, aber heute auch allen, die Christus kennen, an sein Erlösungswerk glauben: Allen wahren Christen, also auch uns.

Diese Einladung geschieht nicht halbherzig. Denn Gott plant groß – lädt aber ein mit großem Ernst. Er will, dass alle zur Erkenntnis der Wahrheit kommen. Er möchte, dass sein Haus voll wird.

Auch wir als Christen sind durch den Missionsbefehl und dem Geist Gottes aufgerufen, mit derselben Liebe und Ausdauer einzuladen – zu Gottes Reich, zu seiner Gemeinde, zum Mahl des Heils.

2. Die Entschuldigungen – Spiegel unserer Herzen und jeder kulturellen Gesellschaft

Doch die zuerst Geladenen lehnen unter verstecktem Vorwand ab. Nicht ärgerlich oder mit offener Rebellion, nein, sondern scheinheilig, höflich, aber bestimmt: „Ich habe einen Acker gekauft…“, „Ich habe fünf Ochsengespanne…“, „Ich habe gerade geheiratet…“.

Es sind keine schlimmen Dinge an sich – nämlich Besitz, Arbeit und Familie – oder 3xB. Doch diese alltäglichen Dinge und Beziehungen werden zum Vorwand genom-men, Gottes Einladung nicht anzunehmen.

Hier liegt unser aller Problem: Das Gute, das Gott uns irdisch schenkt, wird wichtiger als das Höchste. Weltliche, geldliche, menschliche Dinge verdrängen geistliche Prioritäten, sie entfernen uns von Gott.

Der Acker steht für Besitz und finanziellen Gewinn. (Nach der Thora / Gesetz gehört er Gott und ist immer 50 Jahre ausgeliehen.) Wer immer zuerst mit den Augen auf diesen Boden und Besitz schaut und sich von diesen irdischen vergänglichen Dingen leiten lässt, wird den Blick zum Himmel und damit Gott verlieren. Text klicken zum Lesen: (z.B. der reiche Jüngling)

Die Frau steht für erfüllende Beziehungen und familiäres Glück.  Umgekehrt der Mann für die Frau. Es sind oft der Ehepartner, die Familie, auch andere Beziehungen, die uns hintern die Einladung Gottes ausschlagen. Gerade diese Bindungen können zu unseren Götzen werden, wenn sie uns wichtiger als Gott selbst werden. – Familie zuerst oder Gott? Diese drei Themen stehen für die großen „B’s“ unserer Zeit:  Besitz, Beruf, Beziehungen – Dies drei sind die häufigsten Gründe, warum heute Menschen Gottes Große Einladung heuchlerisch ablehnen.

Und gerade Christen sind nicht immun: Wer von uns regelmäßig den Gottesdienst vernachlässigt, die Gemeinschaft der Heiligen verpasst, sein Gebet aufschiebt, sich nicht mehr für das Reich Gottes engagiert, keine Last für die Nichtchristen und Nichterlösten hat, der folgt denselben Mustern heute wie damals.

Und wie geht Gott mit diesen Ausflüchten und absagenden Antworten um? Er nimmt diese Ablehnung ernst: „Keiner der Männer, die eingeladen waren, wird mein Mahl schmecken.“ – Und dies gilt natürlich auch gleichberechtigt für die Frauen, Jungen und Mädchen. Das ist aber keine Rache von Gott, sondern gerechte Konsequenz. Sollte nicht ein Geschöpf seinem Schöpfer danken und zuvorkommend antworten.

Wer aber Gott absagt, verpasst das größte Fest. Das Fest im Himmel, und Jesu Festmahl.

3. Seine Gnade für die Geringen

Doch Gott, der Gastgeber sagt das Fest nicht ab. Er öffnet die Türen weiter – für die Ausgestoßenen, Kranken, Blinden und Lahmen, für alle, die von der Gesellschaft übersehen werden. Damals waren es Zöllner, Bettler, Dirnen. Heute sind es Menschen ohne Stimme: die Armen, die Vergessenen, die geistlich Hungrigen. Ihnen gilt Gottes Einladung mit besonderer Liebe.

Und er sendet seine Apostel und treuen Nachfolger nach Pfingsten bis heute aus.

Als dann noch Platz ist, sendet er seinen Knecht „an die Hecken und Zäune“. Ein Bild für das Hinausgehen über alle Grenzen: geografische, kulturelle und religiöse. Hier beginnt nun die Mission unter den Völkern. Die Apostel – besonders Paulus – führen diese Einladung über die jüdische Welt hinaus und laden ein: Die Griechen, die Römer, die Germanen – laden ein die Heiden. Das Evangelium überschreitet damit alle Grenzen bis nach Spanien, nach England, zum Schwarzen Meer und mit dem Apostel Thomas kommt es bis nach Indien.

4. Die „Hecken und Zäune-Mission“, unser Auftrag heute!

Doch das Haus Gottes ist noch nicht voll. Seine Einladung gilt weiterhin – und er sucht gerade heute seine Boten: Menschen, Männer und Frauen, die wie der Gottes-Knecht Jesus selbst, die Einladung zum Reich Gottes weitertragen. An die „Hecken und Zäune“! In unserer Zeit sind dies die Orte, wo Menschen fern vom Glauben leben: Die Großstädte, die sozialen Brennpunkte, die Flüchtlings-Unterkünfte, auch die weiten digitalen und virtuellen Räume – überall dort, wo das Evangelium kaum gehört wird, gib’s „Hecken und Zäune“. Auch wir als anglikanische Gemeinde in Deutschland stehen in dieser Berufung. Wir leben in einer Gesellschaft, in der viele Namens-Christen Gottes diese Einladung gleichgültig ablehnen, aber auch viele äußerlich gehetzte Menschen sind im Inneren einsam und warten, dass sie jemand anspricht.

Darum lautet unser Auftrag auch heute:
Geht hin! Ladet ein! Mit Liebe, mit Ernst, mit Ausdauer. Nicht nur zum Sonntagsgottesdienst – sondern zu Christus selbst, ihm nachzufolgen. Nicht nur mit Worten – sondern auch mit Gastfreundschaft, Barmherzigkeit und dem Zeugnis unseres täglichen Lebens, Glaube im Alltag.

5. Gott freut sich über ein volles Haus

Er gibt sich nicht zufrieden mit einem halbleeren Haus. Er möchte, dass viele gerettet werden. Und er gebraucht uns dazu. „Es ist noch Raum da“, sagt der Knecht. Diese Worte gelten auch heute – in den leeren Kirchen, in unserer Wohnung und für unsere Stadt. Auch in Deutschland, dass die vielen Ausländer das Evangelium annehmen.

Möge der Herr uns gebrauchen, als Boten Seiner Einladung. Mögen wir nicht auf der Seite der sich Entschuldigenden zu finden sein, sondern bei denen, die einladen und sagen komm. Wollen wir fest im wahren Glauben stehen – und von dort andere mit uns ziehen – zum großen Gastmahl Gottes.

Amen.                                              Bf. Meyer

14. Januar 2024 – Thema zum Sonntag Allianz Gebetswoche

Predigt zu Matthäus 20,18-20

Liebe Schwestern und Brüder in Christus,

heute, da wir uns in der Gegenwart unseres Herrn versammeln, wollen wir uns mit den uns verwandelnden Worten des Missionsbefehls in Matthäus 28,18-20 beschäftigen. Dieser Abschnitt wird oft als der Herzschlag der christlichen Mission bezeichnet beschreibt die göttliche Autorität und die dauerhafte Verheißung, die uns Jesus Christus gegeben hat.

Der Schwerpunkt dieses Auftrags liegt in dem Wort „alle“. In Vers 18 erklärt Jesus mit Nachdruck: „Mir ist gegeben (1.) alle Gewalt im Himmel und auf Erden„. Diese kraftvolle Verkündigung unterstreicht die göttliche Wesensgleichheit unseres Herrn. Sie erinnert uns daran, dass unser Auftrag, damals wie heute, allein in der Autorität Jesu Christi verankert ist. Ohne seine Autorität wären unsere Bemühungen vergeblich.

Der erste Schritt zur Erfüllung des Missionsbefehls besteht also darin, die Herrschaft Christi in jedem Aspekt unseres Lebens anzuerkennen und sich ihr zu unterwerfen. Ist er dein Herr und Herr allein?

Im weiteren Verlauf stoßen wir auf den zentralen Befehl in den Versen 19-20: „Darum gehet hin und machet zu Jüngern (2.) alle Völker“. Dieser Auftrag ist keine bloße Empfehlung, sondern ein Auftrag für jeden Gläubigen. Jesu Jünger wurden angewiesen, aktiv zu sein und über ihre Komfortzone hinauszugehen und viele Grenzen zu überschreiten, um Jünger zu machen.

Auch wir sind aufgerufen, in unserem täglichen Leben bewusst und aktiv auf die Verlorenen zuzugehen, um die lebensverändernde Botschaft des Evangeliums weiterzugeben.

Die Partizipien / Mittelworte im Urtext „taufen“ und „lehren“ geben einen weiteren Einblick in die Mittel, mit denen wir den Missionsbefehl erfüllen sollen.

Die Taufe symbolisiert die Einführung in ein neues Leben in Verbindung mit Christus und steht für die Identifikation des Gläubigen mit dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist. Wir sollen in den Namen und das Wesen der Dreifaltigkeit eingetaucht werden. Dieses neue Leben ist dann der äußere Ausdruck einer inneren Wandlung, die auf die Entscheidung eines Menschen folgen sollte, Christus zu vertrauen. Die Taufe ist ein Schritt des Gehorsams, der das Fundament für ein Leben in der Nachfolge Jesu legt.

Ist dies Prinzip der Nachfolge bei dir entstanden und auch noch vorhanden?

Darüber hinaus ist der fortlaufende Prozess des Lernens und des Lehrens entscheidend für unseren Auftrag. Wir sollen nicht nur Wissen vermitteln, sondern die Jünger zu gehorsamem Handeln erziehen und sie in den Lehren Jesu unterweisen. Dies gilt natürlich zuerst uns als Lernenden, beständig in der Schrift, Lehre JESU und der Apostel zu bleiben. Diese kontinuierliche Lehre hilft den Gläubigen, von den Anfängen ihres Glaubens bis zu den verschiedenen Stufen der geistlichen Reife voranzuschreiten. Von der Milch zum Schwarzbrot Gottes.

Unser Auftrag besteht nicht nur darin, Bekehrte zu machen, sondern Jünger zu fördern und wachsen zu lassen, die den Charakter Christi widerspiegeln und die dann ihren Platz und ihre Aufgabe in einer Ortsgemeinde finden.

Schließlich endet der Missionsbefehl mit einer Verheißung unseres Christus-Königs: „Und siehe, ich bin bei euch (3.) alle Tage bis an der Welt Ende“.

Diese Worte geben uns die tröstliche Gewissheit, dass Christus immer bei uns ist. Wenn wir uns auf den Weg machen, um alle Völker, alle ethnischen Gruppen, zu Jüngern zu machen, dann können wir uns darauf verlassen, dass Christus, der  alle Macht hat, bei jedem Schritt auf diesem Weg bei und mit uns ist.

Wollen wir abschließend den Missionsbefehl als unsere göttliche Berufung annehmen und erkennen, dass unsere Mission allein in der Autorität Christi verwurzelt ist? Wollen wir aktiv hingehen, bewusst getauft uns der ständigen Lehre Christi und der Apostel verpflichtet fühlen? Wenn wir diesen Auftrag erfüllen, lasst uns dies in der Gewissheit tun, dass derjenige, der erklärt hat: „Mir ist alle Macht gegeben“, immer auch bei uns ist, bis zum Ende der Zeit. Amen.

Danach wieder zu diesem Text / Predigt schriftlich zurückkehren.

Evangeliumslesung nach Matthäus 24,15-22 (klicken zum Bibeltext)

Jesus beschreibt zuvor allgemeine Zeichen der Endzeit, moralisch und kriegerisch und weltweit. Aber doch auch, dass das Evangelium bis zum Ende der Welt verkündigt werden wird. Dann erst wird das Ende der Welt kommen.

In den nächsten acht Versen nimmt Jesus konkret Bezug auf prophetische Stellen. Der Gräuel oder Schrecken, der Verwüstung anrichtet, beim Prophet Daniel, und die große Bedrängnis, die vom Anbeginn der Welt bis heute beispiellos ist, sind zwei dieser verständlichen Hinweise.

 Ein spezifisches Zeichen des Endes wäre der „Gräuel, ein „abscheuliches Ding“, das Verwüstung bringt, Zerstörung und Entvölkerung.  Es macht wüst und leer! Jesus übernahm diesen Ausdruck aus Daniel Kap. 8,13; 9,27; 11,31; 12,11. Dieser verwendete es, um einen besonderen Wendepunkt in der Endzeit festzumachen. Konkret handelte es sich bei diesem „Gräuel“ um eine Art verunreinigendes, zerstörerisches Ereignis im Tempel, das die täglichen Opfer beenden würde. Jesus macht deutlich, wo dies geschehen soll: Es wird an heiliger Stätte stehen. Das wäre der zweitheiligsten Raum im Tempel.

Das „Allerheiligste“, der innerste und heiligste Raum, enthielt zu Salomos Zeiten noch die ursprüngliche Bundeslade. Zur Zeit Jesu gab es diese nicht mehr, weil die Bundeslade Jahrhunderte bei der Wegführung nach Babylon verloren gegangen war. An der heiligen Stätte des damaligen Tempels, außerhalb des Allerheiligsten, also vor dem trennenden Vorhang, befanden sich der Räucheraltar, der Tisch mit den Schaubroten und zehn Leuchter im restaurierten Tempel Salomos. Doch zur Zeit Jesu gab es nur noch einen Leuchter. Mit der „heiligen Stätte“, wo die Verwüstung geschehen soll, verstehen die meisten Ausleger den gesamten Tempelkomplex.

Eine dritte und weitaus größere Entweihung steht heute noch aus. Die beiden früheren Entweihungen unter Antiochus Epiphanes 168 v. Chr. und Titus im 70 n. Chr. waren das Vorspiel für die endgültige Entweihung durch „den Menschen der Sünde“, die erst noch kommen sollte. Der Apostel Paulus schrieb von diesem Antichristen, der sich in der Endzeit als Gott erheben wird (2. Thess. 2:3 Lasst euch von niemandem verführen, in keinerlei Weise; denn zuvor muss der Abfall kommen und der Mensch der Bosheit offenbart werden, der Sohn des Verderbens. 4 Er ist der Widersacher, der sich erhebt über alles, was Gott oder Gottesdienst heißt, sodass er sich in den Tempel Gottes setzt und vorgibt, er sei Gott.

 Obwohl Jesus mit ziemlicher Sicherheit an den „Gräuel“ von 70 n. Chr. dachte (vgl. 24,2.16-20), blickten sowohl er als auch Daniel auf einen weiteren solchen Gräuel im Tempel voraus, der für uns noch in der Zukunft liegt. Das bedeutete wahrscheinlich, dass der Tempel wieder auf dem Tempelberg in Jerusalem aufgebaut werden würde, wo der muslimische Felsendom seit 1300 Jahren steht. (634 n. Chr. begonnen)

Die Warnungen in 24,16-20 waren einmal eine direkte Prophezeiung auf die Zerstörung Jerusalems im Jahr 70 n. Chr. und die Verfolgung der Juden durch Rom. Jesus warnte, dass die Bewohner Judäas (der Provinz Jerusalem) in die Berge fliehen sollten, wo sie sich vor den Verfolgern verstecken könnten, wenn der „Gräuel“ unmittelbar bevorzustehen scheint) (24,16).

Die Zerstörung würde so schnell kommen, dass diejenigen, die sich auf ihren flachen Hausdächern befanden (die oft zum Gebet genutzt wurden), sofort die Außentreppe hinuntersteigen und fliehen müssten, ohne Vorräte oder Wertsachen mitzunehmen. Diejenigen, die auf den Feldern arbeiteten, mussten sich in ein Versteck flüchten (24,17-18).

Doch diejenigen, die zu lange zögerten, würden von der Zerstörung erfasst werden. –

Wir wissen, dass im Jahr 70 n. Chr. viele Christen tatsächlich nach Pella flohen, um der Belagerung von Jerusalem und den damit verbundenen schweren Ereignissen zu entkommen. Pella ist eine Stadt östlich des Jordan. Dieses Ereignis könnte als Erfüllung der Anweisung Jesu in Matthäus 24,16 betrachtet werden, in der er die Bewohner Judäas auffordert, zuvor in die Berge zu fliehen.

Die endgültige Erfüllung dieser prophetischen Elemente aber, die noch in der Zukunft liegt, wird stattfinden, wenn der Antichrist das Allerheiligste einnimmt. Daniel 9,27 beschreibt diese Ereignisse. Dieser antigöttliche Fürst wird „einen Bund mit vielen in [Israel] für einen Zeitraum von sieben Jahren bestätigen. In der „Mitte der ‚Sieben‘ wird er einen Gräuel aufstellen, das Verwüstung anrichtet“. In 2. Thess. 2,4, wird dasselbe Ereignis beschrieben, wie dieser Herrscher sich im Tempel als Gott aufstellt.

 Die Tatsache, dass Israel sich wieder als nationale politische Einheit fest gegründet hat und die heilige Stätte des Tempels wieder besetzt hat, lässt viele Gelehrte die Endzeit schon sehr bald erwarten. Keine andere Nation hat 2000 Jahre kultureller Zerstreuung erlebt und ihre nationale Unverletzlichkeit bewahrt. Gott ist noch nicht fertig mit dem jüdischen Volk. Und in der großen Trübsal, die in der siebzigsten und letzten der vom Propheten Daniel (Dan. 9,24-27) für Israel vorhergesagten „siebzig Wochen“ (Zeiträume von sieben Jahren) kommen wird, wird das Volk geläutert und auf die Rückkehr seines Messias-Königs vorbereitet. – Hat sich der Antichrist – der Islam, der Christus als Sohn Gottes leugnet, nicht schon jetzt in der Al Aqsa Moschee und dem Felsendom auf den Tempelberg gesetzt?

Diese „Trübsalszeit“ ist ein bestimmter Zeitraum, der mit dem Gräuel beginnt und der Verwüstung beginnt und mit dem zweiten Kommen Christi endet (Offb 11,2; 13,5). Während dieser Zeit werden die schrecklichen Gerichte aus Offenbarung 6-19 mit ihren Siegeln und Posaunen große Teile der Erde zerstören. Diese Zeit der Not wird in der Weltgeschichte ohne Beispiel sein. – Hat diese Zeit der göttlichen Gerichte mit dem Krieg in der Ukraine und fortgesetzt mit Israel durch den radikalen Islam begonnen?

24,21-22. Damit die Jünger den Schrecken dieser großen Trübsal nicht unterschätzen, erklärte Jesus, dass es sich um das schlimmste Leid in der ganzen Geschichte handeln werde – beispiellos vom Anbeginn der Welt bis heute (24,21). Er fügte noch hinzu, dass diese Trübsal alles Leben vernichten könnte, was einige moderne Studien dazu veranlasst, an einen Atomkrieg oder Ähnliches zu denken. Doch es ist offensichtlich, dass eine solche Große Trübsal für uns noch in der Zukunft liegt. Es geht hier also um viel mehr als nur um die Zerstörung Jerusalems im Jahr 70 n. Chr. Diese Zerstörung, so schlimm sie auch war, hat sich allein im 20. und 21. Jahrhundert in ihrer Stärke und ihrem Umfang noch vervielfacht.

 Die Welt hat die große noch kommende Not noch nicht gesehen, die kommen, aber nie wieder geben wird (24,21). Das sagte Jesus auch, als er andeutete, dass diese Tage verkürzt werden, was ein göttliches Eingreifen voraussetzt (24,22). Christus wird eingreifen, um einen totalen Völkermord und die völlige Vernichtung der Menschheit zu verhindern.

 Aber selbst im Gericht wird der Herr Barmherzigkeit walten lassen, vor allem um der Auserwählten willen, das sind diejenigen, die auf ihn vertraut haben und ihm als seine Jünger gefolgt sind. Sind wir diese Ihm Vertrauenden? Die Verwendung des Begriffs „Auserwählte“ unterstreicht auch die freie Entscheidung des Herrn, welche Menschen als Gläubige zu sich ziehen wird.- Doch diese Trübsal wird aufgrund des Eingreifens Gottes nicht ihre volle zerstörerische Stärke erreichen. Durch sein Eingreifen werden diese Tage verkürzt werden. Da Jesus in seinem Abschnitt die Frage nach dem Zeitpunkt und den Zeichen seines Kommens beantwortete, können wir daraus schließen, dass die Trübsal durch die Wiederkunft Jesu unterbrochen wird. Er wird die Zerstörung auf der Erde beenden.


Im vorliegenden Abschnitt wird die Erscheinung Melchisedeks zum ersten Mal erwähnt. Danach nur noch in Ps 110, 4.
Der HERR hat geschworen und es wird ihn nicht gereuen: »Du bist ein Priester ewiglich nach der Weise Melchisedeks.« – und später noch einmal im NT im Hebräerbrief in Kapitel 7. Dies ist die Grundlage für eines der wichtigsten Themen der christlichen Theologie. Hier wird das ewig wirksame Hohepriestertum Christi beschrieben.
In dem allgemeinen priesterlichen Dienst und der Verwaltung Gottes bestimmt das Wesen des Priesters deutlich die Art seines priesterlichen Dienstes (vgl. Hebr 7,26-28).
26 Ein solcher Hohepriester ziemte sich in der Tat für uns: einer, der heilig ist, frei vom Bösen, makellos, abgesondert von den Sündern und erhöht über die Himmel; 27 einer, der es nicht Tag für Tag nötig hat, wie die Hohepriester zuerst für die eigenen Sünden Opfer darzubringen und dann für die des Volkes; denn das hat er ein für allemal getan, als er sich selbst dargebracht hat. 28 Das Gesetz nämlich macht Menschen zu Hohepriestern, die der Schwachheit unterworfen sind; das Wort des Eides aber, der später als das Gesetz kam, setzt den Sohn ein, der auf ewig vollendet ist.
Deshalb beginnt die Abhandlung über Melchisedek in Hebr. 7 mit einer ausführlichen Diskussion über seinen Titel und seine Namen. Melchisedek bedeutet „König der Gerechtigkeit“ und „König von Salem“ d.h. „König des Friedens“. Die Bedeutung und der Hinweis hier besteht darin, dass Melchisedek kein anderer als Gott selbst ist, Christus im AT- ein weiteres Beispiel für die vielen Theophanien, (bevor Christus ins Fleisch kam) als Gotteserscheinungen des Sohnes im AT. Diese beiden Namen werden nirgendwo im AT für einen Einzelkönig oder einzelnen Priester verwendet. Sie werden aber prophetisch auf den Messias in seiner endzeitlichen Herrschaft auf den ewigen Priesterkönig angewandt: „Der Herr, unsere Gerechtigkeit“ ‚Adonay YHWH in Jer 23,6 und „Prinz des Friedens“ (SHAR-SHALOM) in Jes 9,6. Diese Identifizierung von Melchisedek mit Gott erklärt, warum Abraham Melchisedeks Überlegenheit sofort anerkannte – und zwar nicht nur aus gesellschaftlichem Respekt und damaliger Knigge – sondern, dies war Abrams Ausdruck seines Glaubens und seiner göttlichen Verehrung. Abram glaubte und erfuhr in seinem ganzen Leben, dass er gesegnet war. Gewöhnlich aber segnete der Größere. Denn nach der Schrift wird „der Kleinere vom Größeren gesegnet“.
Diesen Segen aber empfängt Abraham durch Melchisedek, als dieser ihm nach der gelungenen Schlacht seines Lebens Brot und Wein herausbringt. Dies ist deutlich ein Vorbild auf unseren Herrn Jesus Christus, der uns unter Brot und Wein sein Leben und seine Erlösung bringt. Das ist die wirkliche Erquickung und Stärkung für unser irdisches und ewiges Leben. (AGB S. 509 …STÄRKE EUCH in allem Guten …). Dies sollten wir wöchentlich – wie in der Frühen Kirche – empfangen und uns für die neue Woche stärken lassen. Brot des Himmels und Kelch des Heils. – Christi Leib für dich gegeben, Christi Blut für dich vergossen. Und dies ist der wirkliche und wichtigste Segen: DieTeil- habe an der Erlösung zum ewigen Leben.
S. 2
Hebr 7,7 Zweifellos wird aber immer das Geringere vom Höheren gesegnet.
Abram antwortete als Gesegneter, dass er Melchisedek seinen Zehnten gab. Das ist die wirkliche Antwort auf Gottes Segen in unserem Leben. Denn wenn wir alles von ihm erhalten, dann sollten auch wir den „vollen Zehnten“ in das Kornhaus Gottes bringen. Wir entscheiden, rechnen, überschlagen, teilen ein, geben unseren Zehnten zuerst Gott durch die Gemeinde. Denn es liegt doch nur am Einteilen unserer Kraft und unseres Geldes für den jeweiligen Monat. Aber ohne Überschlagen der Kosten, bleibt doch nichts für Gott übrig. Kann er uns dann segnen wie Abraham?
Im ganzen AT wird immer wieder das Geben des Zehnten herausgestellt.
Das Volk unterstützt mit dem Zehnten die Leviten, die kein Land besaßen, aber dem Volk Gottes dienten. Die Leviten wiederum geben von diesem Zehnten auch wieder ihren Zehnten allen Priestern. Die Priester wiederum geben den Zehnten dem Hohenpriester.
In gleicher Weise handhaben wir dies in unserer Anglikanischen Kirche / REC. Gläubige und Freunde werden ermutigt ihren Zehnten oder Teil des Zehnten an die Ortsgemeinde zu geben, von dem dann die Kosten für die Unterhaltung des „Gebetshauses“, die Verwaltung, Fahrten und Gehalt des Priesters / Pfarrers bezahlt werden können. Im November sollten wir wieder ein Gemeindebudget für das Jahr 2024 aufstellen. Wir sollten dies Anliegen vor Gott bringen und darüber beten, wieviel wir der Ortsgemeinde monatlich geben können. Denn, wer einen Turm oder eine Gemeinde bauen und unterhalten will, der überschlage die die Kosten.
Die Bedeutung von Melchisedeks Gottheit wird ferner in Hebr 7 durch den Gegensatz in Hebr 7,8 zwischen dem Einnehmen des Zehnten durch die Leviten, die „sterbliche Menschen“ sind, und dem Empfangen des Zehnten durch Melchisedek, der „weiterlebt und unsterblich“ ist, nämlich Christus.
Die Aussage in Hebr 7,3, dass Melchisedek für „immer ein Priester bleibt“, weist auch darauf hin, dass er weiterhin im NT den Zehnten empfangen soll als unsere praktische Ehrung. – Wenn Jesus „als Hohepriester“ für immer fortlebt (Hbr 7,24 + Gen 14,18) – und es kann doch nur einen Hohenpriester geben – wie kann dann von Melchisedek in Gen 14, gesagt werden, dass er als „ein Priester ewig bleibt, (Präsens-Gegenwart) 7,3)? Das bedeutet dann, das ist niemand anderes als Jesus Christus der große Hohepriester aller Gläubigen! Deshalb ist Christus unser König und Hoherpriester, und ihm allein gebührt die Ehrung mit unserem Leben, Worten, Begabungen, Besitz und auch mit unseren Finanzen.
Eine kleine Anzahl von Juden vor der ersten Ankunft Christi, die sich auf die hebräischen Schriften gründeten, glaubten tatsächlich, dass Melchisedek kein anderer als Gott in menschlicher Gestalt war. Und er würde nicht nur für den Rest Israels kommen, sondern auch derjenige sein, der am Ende dieses Zeitalters vor der Errichtung des Reiches Gottes auf Erden das letzte Gericht über die Bösen führen würde. Diesen Glauben finden wir bereits im 1. Jahrhundert vor Christus und kann bereits aus den Schriftrollen vom Toten Meer ersehen werden.

Wollen wir uns so oft wie möglich Brot und Wein als Teilhabe an unserer Erlösung in unserer Gemeinde reichen lassen?
… und dabei gleichzeitig Christus unserem Hohenpriester dankbar unseren Zehnten geben?

Maximus der Bekenner

Mönch
* um 580 in Hesfin auf den Golanhöhen, heute Hispin‎ in Syrien (von Israel beansprucht)
† 13. August 662 im Kastell Schemarium am Schwarzen Meer in Lasika in Georgien –

Bild aus Heiligen Lexikon


1 Kor 12,1-11 Gaben für alle von Gott

Predigt in der Christusgemeinde – 10. Sonntag nach Trinitatis

Bischof Meyer


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1. Kor 12,1-11 Eine kleine Gabe von Gott

* Ist dieses kleine Stück so viel wert?“

In den letzten fünfzig Jahren haben wir viele Veränderungen in der Technologie erlebt besonders im Computerwesen. Eine der wichtigsten Veränderungen war der Wechsel von „größer ist besser“ zu „kleiner ist besser“. Von Äußeren zum Inneren, von Quantität zur Qualität. Früher galt der größte Computer in der Schule als der beste und leistungsfähigste Computer. Heute ist der kleinste Computer, der in eine Hosentasche passt, der beste Computer.

Jemand hatte einmal einen schlimmen Computerabsturz. Es war nicht ein großes Teil, das kaputt ging, nein, es war nur ein kleines. Der Elektroniker erklärte es so: Er zeichnete ein Bild von dem defekten Teil auf ein Stück Papier und sagte dann: „Und das Teil ist nur so groß! Dabei zeichnete er einen Kreis auf das Papier, das kleiner als ein Zehncentstück war. So groß wie eine Simkarte.

Dann stellte der Kunde die Frage. „Wie viel wird es kosten?“ Als er das beantwortet, musste der Kunde lachen. „Das ist mehr, als ich für den ganzen Computer bezahlt habe. Ist das kleine Teil denn so viel wert?“

„Jawohl“ antwortete er. „Dieses Teil mag zwar klein sein, aber es ist für den Computer lebenswichtig. Der Computer kann ohne es nicht funktionieren.“- Kleine Teile im Verbund sind wichtig, besonders in der christlichen Gemeinde.

* In 1. Kor. 12,1-11 wendet sich der Apostel Paulus dem Thema der Geistesgaben in der Kirche zu. Er berührte eine Reihe von Themen, vor allem aber den Wert aller geistlichen Gaben.

Und hier finden wir eine, die so klein ist, dass man sie kaum erkennt:

* Paulus weist in diesem Kapitel darauf hin, dass jede Gabe, die Gott seiner Gemeinde gibt, wertvoll ist. Einige Korinther schauten nur auf Äußerlichkeiten, um selber bewegt zu werden, als dass sie den Zweck und Ziel dieser Gaben erfassten. Aber Paulus erklärte, dass die kleinsten und unauffälligsten Gaben für die Arbeit der Kirche Gottes unerlässlich sind.

Einige schauten auf ihre Vergangenheit zurück, da sie noch an spektakulären Götterverehrungen heidnischer Gottesdienste teilnahmen. Damals gab es da dröhnende Trommeln und Gongs mit großem Lärm, die die Menschen bewegten, oder auch dass unter den begeisterten Teilnehmern einige in ekstatischen Lauten und unverständlichen Prophezeiungen besonders auffielen. Es ging damals im heidnischen Gottesdienst um aufzufallen, dass man selbst oder andere im Rampenlicht standen, um Anerkennung zu bekommen.

Möglicherweise war nun einer im christlichen Gottesdienst, in Unkenntnis oder im christlichen Glauben nicht ausgebildet, der das Wort der Schrift gehört hatte: Verflucht sei jedermann, der am Kreuz hängt. Und dieser hatte in Unkenntnis laut gebetet oder prophezeit: Verflucht sei Jesus!

Kann denn so etwas aus dem Mund eines Heidenchristen und dann noch von Gott inspiriert stammen? Das waren u. a. Fragen an Paulus, die er hier beantwortet.

Er macht nun klar, dass sie mit den früheren heidnischen Götzendiensten, wo auch gelallt, in Zungen gesprochen und prophetische Falschheit verkündet wurde, nichts mehr zu tun hätten. Denn für den Christen gilt: nicht Jesus fluchen, sondern ihn als ihren Herrn, Kyrios, als ihren König in ihrem Leben zu bekennen.

Das ist doch das Zentrale und für die Ewigkeit Bleibende. Und dies ist auch noch eine kleine, wenn nicht schon die erste Gabe vor den hier noch weiteren 9 aufgezählten Gnadengaben des Heiligen Geistes. – Wir werden heute nicht die einzelnen Charismen erklären, noch weitere im NT erläutern.

Doch wollen wir betonen, dass das hier erwähnte Bekenntnis aus unserem Munde zu Jesus als unseren Herrn das Wichtigste ist, und dass dies auch eine 1) Gabe des Geistes ist, dass solch ein Bekenntnis ein 2) Dienst (Ministry) des Heiligen Geistes ist, und dass daraus eine geistliche 3) Wirkung hervorgeht. Diese Wirkung (Kraftwirkung) entsteht nicht nur in uns durch unser Bekenntnis, sondern auch alle erfahren sie, die dieses Zeugnis über den Herrn Christus durch uns hören und annehmen.

Nicht Jesus verleugnen, nicht Jesus verachten, verspotten und kreuzigen – dahinter steht Satan, die Dämonen, die falschen Götter und das Reich dieser Welt. Jedoch Jesus als Herrn, unseren Herrn, bekennen, das ist ein Dienst des Geistes, in dem jeder von uns stehen sollte. Und dieser Dienst hat Wirkungskraft.

Die geistlichen Gaben sind nicht nur eine besondere Fähigkeit – ein Dienst oder eine Wirkung, die Gott dem Gläubigen gibt, um ihn zu stärken, sondern um seine Kirche zu stärken, um durch sie seinen Willen in der Welt zu vollbringen.

  • Die Gabe des Bekennens – des Geistes

Jesus lehrte seine Jünger und verhieß ihnen den Empfang des Heiligen Geistes: Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen und werdet meine Zeugen sein. Und zwar von Jerusalem ausgehend bis an die Enden der Erde. Sie und ihre Nachfolger bekannten durch das gesamte Römische Reich: Christos Kyrios, Christus ist der Herrscher der Welt, nicht der Römische Kaiser.  –

Erkennen wir, dass durch den Heiligen Geist allen wahren Christen die Gabe des Zeugnisses, das Wort des Bekennens, durch ihre Lippen geschenkt wird? Und dies ist eine Gnadengabe, die vor allen neun hier erwähnten vorneweg steht. Haben wir dies erkannt, haben wir dies angenommen? Praktizieren wir diese Gabe, dies Geschenk des Heiligen Geistes in unserem Leben? Bekennen wir Jesus als unseren und den Herrn der Welt?

Und weiter sagt Paulus im Römerbrief: Wenn du mit deinem Mund bekennst, dass Christus der Herr ist, und glaubst in deinen Herzen, dass Gott ihn auferweckt hat, so wirst du gerettet.

  • Die Gabe des Dienstes – vom Herrn

Einig übersetzten dia-koneo / Diakonia anstatt Dienste auch mit: Ämter. Es werden hier mehrere und unterschiedliche wie Lehrer, Propheten, Wundertäter, etc. aufgezeigt. Jedoch hier geht es an erster Stelle um den Dienst mit dem Wort, das Jesus als den Herrn und Retter vorstellt, damit sie für die Ewigkeit erlöst werden. Es geht um den apostolischen und evangelistischen Dienst, an dem wir alle durch den Geist teilhaben sollen. Das Volk Gottes, wir als Christen, sollen wie Petrus bekennen: Apg 6,4 Wir aber wollen beständig bleiben am Gebet und am Dienst des Wortes.

So wollen auch wir die Dienst des Bekennens für uns annehmen. Wir wollen aber nicht damit im Rampenlicht stehen, sondern unser Sprechen und Bekennen zum Guten für andere in den Gemeinden und besonders außerhalb für die Nichtgläubigen einsetzen.

  • Das Bekenntnis als Kraftwirkung und Auswirkung:

Die Korinther sollten sich nicht mit ihren ekstatischen Gebetsäußerungen oder unverständlichem Sprachenreden in den Mittelpunkt stellen, um sich selbst zu bekennen. Deshalb sollen wir jedoch den Herrn Christus in den Mittelpunkt stellen, dass alles von ihm her kommt und  alles von ihm selbst bewirkt wird, ob durch unser Gebet oder auch durch unser Bekenntnis. Denn alles kommt von ihm, und er bewirkt, wozu es ausgesandt wurde, gerade bei anderen Menschen. Das Bekenntnis zum Herrn ist auf andere ausgerichtet, damit sein Herrschername sich segnend auf sie legt und sie zu seinen Namensträgern und Nachfolgern werden.

Die Kraftwirkungen, die durch den Dienst des Bekennens entstehen, erkennen wir in der gesamten Apostelgeschichte und der anschließenden Weltmission.

Petrus bekennt bei seiner Pfingstpredigt in Apg  2,36: Nun wisse das gesamte Haus Israel gewiss, dass Gott diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt, zum HERRN und Christus gemacht hat.

Diese Predigt mit dem Bekenntnis zum Herrn, zum Kyrios, hat die Auswirkung, dass der Heilige Geist 5000 Menschen bewegt, die fragen: Was sollen wir tun? Und diese bekehrten sich bald und werden getauft. Welch eine Auswirkung des Heiligen Geistes durch diesen Dienst des Petrus! Und wann immer wir in der Apostelgeschichte und Missionsgeschichte hören, dass Menschen Christus als Ihren Herrn und den Herrn der Welt bekennen, in ihrem vom Geist Gottes berufenen Dienst, da geschehen durch die Kraftwirkungen des Heiligen Geistes Bekehrungen von Menschen.

Und dieser Dienst des Heiligen Geistes stellt nicht den Diener in den Mittelpunkt, sondern Gottes Dienst an den anderen. Es ist der Dienst an den Gliedern der Gemeinden und er Menschen außerhalb. Es sind die Kraft-wirkungen zu ihrem Guten, Besten und zu ihrer Bekehrung. Aber bei alledem ist hier allein der Geist Gottes oder sagen wir der dreieinige Gott beteiligt, der durch solch eine Gnadengabe das bewirkt was ER will. Nicht der Geistbegabte bekommt die Anerkennung und die Ehre, sondern nur der dreieinige Gott erhält sie allein.


Lied an der Orgel, bitte anklicken: Wir warten Dein o Gottessohn und lieben Dein Erscheinen.

Thema: Der kommende Erlöser / Liturgische Farbe: violett

Wochenspruch: „Wenn (all) das beginnt, dann richtet euch auf, und erhebt eure Häupter; denn eure Erlösung ist nahe.“ (Lk 21,28)

Tagesgebet:

Gepriesener Herr. Du hast die gesamte Heilige Schrift uns zur Belehrung schreiben lassen. Schenke, dass wir sie so hören, überdenken und in unseren Herzen bewegen, dass wir durch die Geduld und den Trost Deines Wortes die selige Hoffnung des ewigen Lebens ergreifen und auch immer festhalten, die Du uns in Jesus Christus, unserem Erlöser, verliehen hast.  Amen.

2. Advent – Lukas 21:25-33 -(klicken zum Text)

Ein Bischof wohnte in einem Hotel. Einem nervösen jungen Hotelpage wurde gesagt, er solle ihn mit den Worten wecken: „Mein Herr, es ist der Junge. Es ist Zeit zum Aufstehen!- Als er die Treppe hinaufstieg, wiederholte der Junge wie versteinert diese Worte. Er klopfte an und ging mit den Worten ins Zimmer: „Mein Junge, es ist der Herr, deine Zeit ist abgelaufen!“

Heute ist der zweite Adventssonntag. Advent bedeutet „Ankunft“, und der Predigttext erinnert uns daran, dass wir für das zweite Kommen Jesu bereit sein sollen.

Eines Tages wird sich jeder Jesus stellen müssen. Wir wissen das, weil Jesus es gesagt hat. 32: Wahrlich, ich sage euch: Diese Generation wird nicht vergehen, bis alles erfüllt ist. 33: Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen. Wenn Jesus sagte, dass diese Generation nicht sterben wird, bis alles erfüllt ist, kann dies zwei Bedeutungen haben, die beide wahr sein können. Eine für die nahe Zukunft, die andere Bedeutung steht noch aus.

Die unmittelbare Bedeutung ist, dass diese Worte Jesu schon zu Lebzeiten für einige seiner Zuhörer ihre Erfüllung finden würden. Jesus hatte in den Versen 20-24 über die Zerstörung Jerusalems nach voriger Belagerung gesprochen. 70 n. Chr., etwa vierzig Jahre später, belagerte die römische Armee unter Titus Jerusalem wegen eines Aufstands einiger Juden. Sie zerstörten die Stadt, hinterließen den Tempel in Trümmern, töteten alle darin. Doch Christen starben nicht in diesem Blutbad, weil sie von der Warnung Jesu wussten, und die Stadt verließen, bevor die Römer in die Stadt Jerusalem einbrachen. Sie wussten von der Lehre Jesu, handelten danach und entkamen der Zerstörung.

Die zukünftige Bedeutung der Worte Jesu ist, dass sich „diese Generation“ auf die jüdische Nation bezieht, und diese wird nicht vergehen, bis sie Zeit hatten, sich auf sein zweites Kommen einzustellen. Auch sie haben die Möglichkeit, die Worte Jesu zu kennen, sie zu ergreifen und der ewigen Zerstörung zu entkommen.

Wenn Jesus wieder auf die Erde zurückkommt, wird dies alle zutreffen. Wenn Jesus wiederkommt, wird er die Lebenden und die Toten richten, wie wir dies im Glaubensbekenntnis bekennen. Niemand wird dann aber entkommen können. Für diejenigen, die Jesus nicht als ihren Retter und Herrn angenommen haben, wird dies für immer zur Trennung von Gott führen.

Aber für die Gläubigen, sagt Jesus, nähert sich Ihre Erlösung.

Das Wort Erlösung beinhaltet die Zahlung einer Gegenwertes, um jemanden freizulassen. Jesus hat dies bereits am Kreuz für uns geleistet, und seitdem viele aus der Sklaverei der Sünde befreit. Dieser Hinweis auf die Erlösung bezieht sich auf die letzten Heilstat Jesu. Er sammelt die Heiligen, um für immer bei Gott im Himmel zu sein. Dann wird es keine Sünde, keine Krankheit, keine Krankenhäuser, kein Corona, Leiden, Tod oder Trauer mehr geben, sondern ein vollkommenes Leben, das in der Gegenwart Gottes und unserer christlichen Mitgeschwistern und Heiligen gelebt wird. Während doch heute viele vor der Pandemie in Schrecken fallen (Vers 26), sollen die Gläubigen ohne Angst zuversichtlich auf ein neues Leben mit Gott in Herrlichkeit hoffen.

Himmel und Erde werden vergehen; aber meine Worte werden nicht vergehen.

Als Gottes Volk sind wir aufgerufen, uns auf die Worte Jesu zu verlassen. Das betont am zweiten Sonntag der Adventszeit unser Wochengebet. Gottes Worte enthalten Autorität und Ewigkeit. Sie sind heute genauso wahr wie damals, als sie vor 6000 oder 2000 Jahren durch die Propheten und auch von Jesus ausgesprochen wurden. Doch der wunderbare, anfassbare jüdische Tempel, den die Jünger bewunderten, ist heute verschwunden. Auch alle anfassbaren Dinge um uns herum, ein Kirchengebäude, der Gottesdienstraum, die Orgel, , unsere Wohnhäuser, Autos, alle Besitztümer werden nicht bis in die Ewigkeit bestehen. Doch die Worte Jesu und der Propheten werden ewig Bestand haben. Und alle von uns, die sich auf deren Versprechen verlassen, werden für immer bei ihm wohnen. Wir wissen, dass wir allen Verheißungen Jesu vertrauen können, weil sie wie auch diese alle wahr geworden sind.

Warum sollen wir bereit sein?

Damit wir wach und aufmerksam bleiben. Wir lesen dies in den Vers: 28 Erhebet eure Häupter. Anstatt niedergeschlagen und ängstlich zu sein, sollten wir uns aufmerksam umsehen, besonders auf die weltweiten Zeichen der Zeit, und uns auf die Errichtung des Reiches Gottes in seiner ganzen Fülle freuen. Wie sollen wir dann unsere Zeit verbringen? Nicht mit Feiern und Fressen, auf undisziplinierte ausgelassene Treffen einlassen, sondern mit V 36: Wacht und betet allezeit, damit ihr allem, was geschehen wird, entrinnen und vor den Menschensohn hintreten könnt!

Wie sollen wir bereit sein? und…Was sollen wir suchen? Aufmerksam und mit beten.

Woher weißt du, wann der Sommer nahe ist? Manchmal ist es schwer bei jetziger Klimaveränderung dies genau zu sagen, besonders nach extrem trockenen und warmen Jahren! Aber zu Jesu Zeiten konnten die Menschen anhand der Zeichen der Natur erkennen, ob sich der Sommer näherte. Wenn die Blätter sprossen, wird es wärmer. Dann beobachten wir, dass der Sommer bald kommen wird. Jesus sagte seinen Nachfolgern, sie sollten in Vers 36 immer aufmerken. Worauf sie achten sollen, finden Sie in den Versen 25-27, 25: Und es werden Zeichen an der Sonne, am Mond und an den Sternen zu sehen sein. Und auf der Erde wird es Bedrängnis durch die Völker und viel Ratlosigkeit geben; das Brüllen des Meeres und der Wellen spricht von den Menschen, die um die Weltmeere wohnen. 26: Die Menschen werden vor Angst vergehen in der Erwartung der Dinge, die über den Erdkreis kommen; denn die Kräfte des Himmels werden erschüttert werden. 27: Dann wird man den Menschensohn in einer Wolke kommen sehen, mit großer Kraft und Herrlichkeit.

Wir sollten uns besonders der jetzigen weltweiten Zeichen bewusst werden. Aber, wir sollten auch darauf achten, dass wir die Behauptungen, dass Jesus bald zurückkehren wird, nicht ohne weiteres von alten oder neuen Propheten einfach akzeptieren. Die Zeugen Jehovas, Adventisten, gewisse Brüderbewegungen, besonders Freikirchen, dispensationalistische Israelfreunde, Herold Camping (Family Radio), u.v.a. haben bisher falsche Vorhersagen über das zweite Kommen Jesu gemacht. Einige Christen sagen, dass das, was gerade heute in der Welt in der Weltpolitik, der Aufrüstung, die Eroberung des Mondes und des Mars, die weltweite Pandemie, diese Worte Jesu erfüllt und er bald zurückkehren wird. –

Wir können aber auch nicht sagen, dass Jesus nicht bald zurückkehren wird.

Sehen wir aber doch Zeichen dieser weltweit verbreiteten beängstigenden Ereignisse, von denen Jesus hier gesprochen hat? Wir müssen uns bewusst sein, dass wir in einer Welt leben, die den biblischen Gott abgelehnt hat, und dass es aufgrund der Feindseligkeit der Menschen Kriege überall gibt oder bevorstehen. Es gibt auch deshalb Naturkatastrophen, weil wir in einer Welt leben, die mit ihrem Schöpfer wegen ihre Sünde und Missachtung seiner Schöpfung im Kampf liegt. Außerdem leben wir in einer Internetkultur, in der wir Ereignisse auf der ganzen Welt live verfolgen können, und die großen Konzerne über unser Lebens- und Kaufverhalten schon genaue Kenntnis bekommen haben. Vor hundert Jahren wussten oftmals die Menschen nicht was im 10 km entfernten Dorf oder in den nahen Städten los war.

Markus 13:32 Wir sollten uns der Zeichen bewusst sein. Wir sollten aber auch darauf achten, dass wir die Behauptungen, dass Jesus bald zurückkehren wird, nicht ohne weiteres akzeptieren. Die Zeugen Jehovas und andere neue Propheten haben falsche Vorhersagen über das zweite Kommen Jesus gemacht haben. Einige Christen sagen, dass das, was heute in der Welt geschieht, diese Worte Jesu erfüllt und er bald zurückkehren wird.

Ich sage nicht, dass Jesus nicht bald zurückkehren wird. Aber sehen wir nicht alle die weit verbreiteten katastrophalen Ereignisse, von denen Jesus so deutlich gesprochen hat?

Markus 13:32 „Niemand weiß von diesem Tag oder dieser Stunde, nicht einmal die Engel im Himmel, noch der Sohn, sondern nur der Vater.

Deshalb sei auf der Hut! Sei wachsam! Du weißt nicht, wann diese Zeit kommen wird.“

Weil wir nicht wissen, wann Jesus zurückkehren wird, deshalb sollten wir jetzt wachsam sein und beten. Und gleichzeitig sollen wir uns auf diesen besonderen Tag freuen, denn unsere Erlösung und Ankunft des Herrn rückt Tag für Tag und Woche um Woche näher. Amen

Letzter Sonntag im Kirchenjahr

Schriftlesungen:

Jeremia 23,5-8; Psalm 39,5-14; Matthäus 25,1-13

Erweckungssonntag oder Gottesdienst zum letzten Sonntag im Kirchenjahr.

Mit dem nächsten Sonntag beginnt das neue Kirchenjahr. Mit welchen Erwartungen gehen wir in die Adventszeit hinein? Wird noch vor Weihnachten mit der Impfung gegen die Coronapandemie begonnen werden? Werden wir Weihnachten alle als Singles erleben müssen, ohne Treffen mit Freunden und Verwandten? Es gibt viele Unsicherheiten. –

Heute feiern katholischen Gläubige den letzten Sonntag im Jahr als Christkönigssonntag, die evangelischen Christen meist als Ewigkeitssonntag. Beide Bezeichnungen haben einen Bezug zueinander jedoch mit etwas anderer Betonung.

Als Anglikaner, (quasi in der Mitte  – als Brückenkirche) benutzen wir oft die gleichen alten evangelischen Lesungen, nennen diesen Sonntag aber: „Erweckungs-Sonntag! Oder Wach-auf-Sonntag! Genauer: „Entzünde –unsern Willen-Sonntag“ .

Dies hat mit unserer besondere Kollekte – oder Tagesgebet für diesen letzten Sonntag im Kirchenjahr zu tun:

Wir bitten dich, o Herr, erwecke den Willen Deines gläubigen Volkes, dass es – reichlich Früchte guter Werke bringend – von Dir reichlich dafür belohnt werde. Durch Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.

Dieses Gebet stammt ursprünglich aus dem Sakramentar von Papst Gregor, einer Sammlung von Gebeten für gottesdienstliche Feiern aus dem 6.-7. Jahrhundert.

Dies ist ein Gebet, das hier eine Verbindung zu den kommenden vier Adventssonntagen und deren besonderen Gebeten herstellt. Der im Englischen bekannte Name heißt auch „Stirr up Sonntag“, erinnert uns an die Tradition, den englischen Weihnachtspudding jetzt zu beginnen und ihn in den nächsten Tagen durch die Familienangehörige vorbereiten lassen, indem sie sich in den kommenden Tagen im Rühren des Puddings dabei abwechseln.

Sollte nicht unser Leben solch ein Pudding sein, in dem besonders Gott (und auch andere verantwortliche Gläubige) abwechselnd unser Leben umrühren sollten, damit der rechte Lebenspudding entsteht? Werden wir nicht in der Coronazeit mächtig umgerührt? Lassen wir und dadurch und durch unseren Gemeindehirten bewegen, dass ein guter Lebenskuchen bei uns entsteht?

Unser Wochengebet besteht aus drei Punkten:

Gott soll:

  1. Den Willen des gläubigen Volkes erwecken – oder entzünden.
  2. Als Ergebnis soll reichlich Frucht entstehen.
  3. Wir sollen reichlich belohnt werden.
  1. Den Willen des gläubigen Volkes erwecken.

Nun sagen wir: „Des „Menschen Wille ist sein Himmelreich“. Gewöhnlich alles, was der Mensch vornimmt, das erreicht er auch. Aber, was er nicht will – keinen Bock drauf hat – das bleibt liegen. So war es auch mit dem alten Gottesvolk. Die meisten blieben ungläubig und erreichten nicht das Gelobte Land, damals und auch später waren sie immer rebellisch und taten ihren eigenen Willen, obwohl sie Gott anrührte, erwecken wollte. So heißt es auch, wir gingen alle in die Irre wie Schafe, ein jeder sah auf seinen Weg. Und weiter: Aber, sie haben nicht gewollt. Auch hören wir von den 10 NT Aussätzigen, dass nur ein Samariter erweckt wurde , zurückkam und Jesus dankte, dass nur Zachäus sich vom stolzen Baum herabrufen ließ, dass allein Paulus vom hohen Ross fiel und seinen Willen Gottes Willen unterordnete.

Die heutige Evangeliumslesung Mt 25,1-13 spricht von den fünf gläubigen und willigen Jungfrauen. Ihr Wille war bereit, dieser hatte auch vorgeplant, und sie ließen sich aufwecken. Dieser Erweckungs-Sonntag“ ist ein Weckruf an deinen Willen. Wozu? Zu einer echten Erweckung. Auch von Christus hören wir es vorbildhaft, was beständige Erweckung ist: Vater, deinen Willen tue ich gern, dein Wort habe ich in meinem Herzen. – Weiter: Gott schafft das Wollen und Vollbringen. Er kann dich gerade in dieser Jahres- oder Lebenszeit erwecken, anzünden und dein Leben endlich total umrühren. Er sagt: Gib mir mein Sohn, meine Tochter dein Herz. Das ist der Sitz deines Willens. Gott will deinen Willen erwecken. Du kannst zwar sagen: Ok. Wie beim Wecker. Ich habe ihn gehört! Aber, ich drehe mich nochmals um im Lebensbett, oder drücke noch mal die Austaste, drücke einfach ab. Damit bleibst du unerweckt. Doch Gott will uns erwecken und entzünden, nicht kurzfristig unsere Emotionen, sondern zuerst unseren bleibenden Willen. Bist du bereit geistlich aufzustehen? Wozu auch?

2. Als Ergebnis soll reichlich Frucht entstehen.

Das Christenleben ist kein bloßes Gedankenspiel, sondern etwas Handfestes. Die Frucht entsteht bei den Gläubigen nicht so sehr in ihren Gedanken oder in ihren Gefühlen, Eindrücken, noch in ihrer Begeisterung und in Worten, sondern als Frucht werden ihre guten Werke bezeichnet. Es soll etwas Sichtbares und Anfassbares entstehen, Zuhause, bei Verwandtschaft, in der Schule und am Arbeitsplatz. Bei uns selbst, für die Christus sein bestes Werk am Kreuz vollbracht hat,  –  Schmerzlich und anfassbar – hier sollen aus Glauben und Dankbarkeit Frucht entstehen. Einmal ist das die Frucht des Geistes, der gute Charakter Christi in uns (Gal 5,22), und dann die guten Werke sind das Ergebnis. Das sind Liebestaten, weil Er uns zuerst geliebt hat. Darauf schaut doch unser Herr!

Die bösen Werke aus dem Fleisch, die sind auch erfassbar: Wie Streit, Unzucht, Feindschaft, Götzendienst, Unsittlichkeit, Trink- und Fressgelage. Dies ist das Gegenteil von guten Früchten. Wollen wir uns jedoch entzünden lassen zu den göttlichen Liebeswerken, gerade in einer Zeit, wo es dunkler wird, wo unsere Weltregierungen Tausende Milliarden Schulden wegen Corona anhäufen, wo Krisen, Stürme, Hoffnungslosigkeit und Unsicherheit sich breit machen. Da lasst uns einander und anderen Hilfsbedürftigen helfen, je nach unserem Vermögen. Also praktisch: Alte, Kranke, Gefangene und Asylsuchende besuchen, helfen, die eigene Ortsgemeinde regelmäßig und in ihrer Evangelisation unterstützen, besonders aber die Liebeswerke Zuhause und bei unseren Nächsten entfalten helfen, ohne aufs Geld oder die eigene Zeit zu sehen.

Zu welcher neuen Einstellung, Hilfe und welchem Einsatz, welchem Gutes tun, lässt du deinen Willen entzünden? Dann aber folgt:

3. Wir sollen reichlich belohnt werden.

Ist es denn unchristlich auf Lohn oder Ehrung zu hoffen? Nein. Es ist gerade notwendig, dass wir wissen, unser Handeln aus Liebe ist nicht sinnlos, sondern es hat einen Ewigkeitswert. Es ist gerade biblisch und von Gott gewollt, dass wir auch auf die Belohnung von Gott schauen.

Abraham wartete auf die Stadt mit ewigen Grundmauern im Himmel, Sarah auf die Verheißung ihres Sohnes, Nachkommen, wie Sterne am Himmel zu besitzen.

Mose hielt die Schmach des Messias für einen größeren Reichtum als die Schätze Ägyptens; denn er dachte an den zukünftigen Lohn.

Denken wir an alle die Gleichnisse Jesu, die von Belohnung sprechen, auch an die Worte des Paulus, dass unser Lohn im Himmel ist, dass wir Kronen empfangen werden, und wie Daniel bemerkte, dass einige Lehrer glänzen werden wie des Himmels Glanz.

Wollen wir auf die Verheißung Gottes schauen, dass wir reich belohnt werden sollen. Dass dies uns dann auch motiviert, reich zu werden an Liebeswerken, das ist doch klar.

Doch vorrangig gilt für uns, dass Gott unseren guten Willen entzündet, besonders am letzten Sonntag im Kirchenjahr, damit wir im kommenden christlichen Jahr, dem Kirchenjahr, viele sichtbare Früchte bringen, weil unser Wille durch den Heiligen Geist echt erweckt wurde. Das ist echte Erweckung.

Wollen wir den“ Erweckungs-Sonntag, den

„Entzünde- unseren Willen-Sonntag“ fest im Herzen behalten. Amen.

Fußwaschung3

Predigt am Gründonnerstag in der Christuskapelle

zur Einsetzung des Heiligen Abendmahls mit 
gleichzeitiger Fußwaschung einer Christin.

Die Fußwaschung, ein Beispiel für den Umgang mit unvollkommen und zurückgefallenen Mitchristen Joh 13,1-12

Download: joh13 Demutsdienst

Liturgie und Gesetz im Gottesdienst

Liturgie und Gesetz
im Gottesdienst

Gottesdienst zum Beginn der Fastenzeit: in der Christuskapelle.

Reinigung des Lebens – Mit Jesus nach Jerusalem zu gehen.

Aschermittwoch Liturgie

Gebetbuch bestellen:

http://www.rekd.de/index.php?id=54

Hinweise zur erweiterten Gesamtausgabe:

Auslieferung Ende März 2014 geplant. Da die Gesamtausgabe nun anstatt 680 Seiten jetzt fast 1000 Seiten hat, wird sich der Verkaufspreis nach Druck und Bindung für Hardcover -Ausgabe etwas erhöhen.