Palmsonntag – Heute die Frage nach dem echten rettenden Glauben
Evangelium: Johannes 12,12–26


Liebe Zuhörer und Leser nah und fern,

Palmsonntag ist ein Tag großer Begeisterung. Menschen rufen „Hosianna!“, sie legen Palmzweige nieder, sie ehren Jesus als König. Und doch zeigt uns gerade dieses Kapitel im Johannesevangelium: Nicht jede Begeisterung ist echter Glaube. Nicht jeder, der „Jesus sehen“ will, erkennt ihn wirklich.

Johannes führt uns drei Gruppen vor Augen – drei Arten von Glauben. Und wir stellen uns eine entscheidende Frage: Welcher Glaube rettet wirklich? Welcher rettet mich?

Da ist zunächst die Menge um Lazarus; DEN Jesus vom Tode auferweckt hatte. Viele waren dabei, als Jesus ihn aus dem Grab rief. Andere hatten davon gehört. Dieses Wunder verbreitete sich wie ein Lauffeuer.

Die Folge? Menschen strömen herbei. Sie wollen Jesus sehen – aber warum?
Weil sie den Wundertäter sehen wollen. Den, der Tote auferweckt. Den, der spektakulär ist.

Doch hier liegt die Gefahr auch für uns:
Ein Glaube, der nur auf Wunder schaut, bleibt an der Oberfläche. Er fragt: Was kann Jesus für mich tun? – aber nicht: Wer ist Jesus wirklich und auch für mich?

Die Pharisäer erkennen das sogar ironisch: „Die ganze Welt läuft ihm nach.“ Aber es ist ein Nachlaufen ohne echte Christus-Kenntnis. Beobachten wir heute z.B. die spektakulären Youtube Zusammenstellungen über die politische / prophetische Endzeit oder auch Aufrufe zu Heilungsveranstaltungen ohne wirkliche Orts-Gemeinde Beteiligung der anerkannten Hirten und Pastoren?

Anwendung
Auch heute kann man sich für Jesus begeistern – durch besondere Erlebnisse, Gebetserhörungen, äußere Segnungen und Worship Veranstaltungen. Doch wenn der Glaube nur an das Wunder, Vision oder tolle Musik gebunden ist, bricht er bald zusammen, wenn das Wunder und die nächste Konferenz ausbleiben.

Dann sehen wir die Jünger. Sie sind Jesus nahe. Sie folgen ihm täglich. Und doch sagt Johannes: Sie verstanden es zuerst nicht.

Erst nach der Verherrlichung Jesu – nach Kreuz und Auferstehung – erkennen sie, was wirklich geschehen ist. Das ist erstaunlich:
Sie hören oft die Worte Jesu, sie sehen seine sogar seine Taten – und dennoch fehlt ihnen das Verständnis über seine Person, weil sie die Schrift nicht wirklich kennen noch innerlich durchdrungen haben.

Ihr Glaube ist nur begrenzt echt – verkürzt, aber noch unvollständig.
Er ist geprägt von Erwartungen eines irdischen Messias, nicht von dem leidenden Gottesknecht, den die Propheten als König angekündigt haben.

Anwendung

Auch wir können Jesus irgendwie kennen – regelmäßig Gottesdienste besuchen, Bibel hören oder lesen – und doch innerlich an einem verkürzten Bild von meinem Jesus, wie ich ihn sehe, festhalten.

  •  Echter Glaube wächst dort, wo wir Christus im Licht der ganzen Schrift, AT und NT erkennen: als den gekreuzigten und auferstandenen Herrn. Jesus wählt an diesem Palmsonntag bewusst kein weißes Kriegsross eines Herrschers, sondern das Lasttier eines Esels, der den Lastenweg Jesu verdeutlicht.

Dann treten plötzlich die Griechen als Pilger in den Vorpassah-Tagen auf. Es sind Nichtjuden. Suchende. Menschen von außen, Menschen der Welt.

Sie kommen zu Philippus und sagen:
„Wir wollen Jesus sehen.“

Das ist mehr als Neugier. Im Johannesevangelium bedeutet „sehen“: Jesus erkennen, glauben, vertrauen.

Diese Griechen stehen für die ganze damalige Welt. Hier öffnet sich der Blick:
Jesus ist nicht nur für Israel gekommen – sondern für alle Völker, alle Ethnien und Kulturen.

Und genau hier spricht Jesus vom Kern seines Weges, Grund seines Kommens:
Das Weizenkorn muss in die Erde fallen und sterben, damit es Frucht bringt.

Und noch mehr:
Wer ihm folgen will, muss diesen Weg teilen. „Wer sein Leben liebt, wird es verlieren; wer es aber verliert um meinetwillen, wird es bewahren.“

Anwendung
Der suchende Glaube der Griechen führt zur entscheidenden Erkenntnis:
Jesus wirklichen sehen wollen, wie und wer er ist, Ihn erkennen wollen heißt, ihm mit seinem ganzen Leben nachfolgen – im Vertrauen, in Hingabe, im Sterben und Opfern des alten egoistischen Lebens.

Unsere Entscheidung am Palmsonntag

Liebe Geschwister, unser Palmsonntag stellt uns vor eine klare Wahl:

  • Wollen wir Jesus nur wegen seiner Wunder? – Ein Lazarus-Glaube?
  • Folgen wir ihm mit einem unklaren, verkürzten Verständnis? – ein verkürzter Jünger-Glaube
  • Oder suchen wir ihn wirklich – als den gekreuzigten und auferstandenen Retter? – Jesus so sehen, wie ihn die gesamte Welt sehen soll?

Die Menge von damals rief „Hosianna!“ – und wenige Tage später „Kreuzige ihn!“
Warum? Weil ihr Glaube nicht tief genug, nicht echt war.

+ Ein echter rettender Glaube erkennt:
Jesus ist der König – aber ein sich opfernder König am Kreuz. Ein Retter, der sein Leben gibt. Und ein Herr, dem wir unser Leben anvertrauen.

Ein Weckruf

Heute, am Palmsonntag, ruft Christus auch uns zu:

„Willst du mich wirklich sehen?“
Nicht nur als Helfer – sondern als Herrn.
Nicht nur als Wundertäter – sondern als Erlöser.

Entscheide Dich für diesen Glauben:
Einen Glauben, der tiefer geht als Begeisterung.
Einen Glauben, der auf dem Kreuz gegründet ist.
Einen Glauben, der Jesus folgt
– ganz.

Aufruf
Wer Jesus wirklich sieht, glaubt echt. Wer wirklich echt glaubt, folgt ihm nach.
Und wer ihm wirklich nachfolgt, wird Frucht bringen – bleibende Frucht für Zeit und Ewigkeit. Amen.