Januar 2026


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Kaum eine Frage bewegt Christen so sehr wie diese: Wie erkenne ich den Willen Gottes für mein Leben? Besonders fragen wir uns dies zu Beginn eines neuen Jahres.

Doch wer seinen Glauben ernst nimmt, möchte Gott gefallen und gehorsam für ihn leben. Jedoch suchen wir oft an der falschen Stelle. Denn es ist gerade die Bibel, die uns hilft, den Willen Gottes richtig zu verstehen – und sie unterscheidet dabei drei wichtige Bereiche.

Nicht alles, was Gott weiß und plant, hat er uns offenbart. Ein großer Teil seines Handelns bleibt für uns verborgen. Egal wie lange du auch fastest oder betest. Wir kennen weder alle Zusammenhänge unseres Lebens noch unsere Zukunft. Das gilt für unser persönliches Leben ebenso wie für Gottes Plan mit dieser weiten Welt.

Darum warnt die Bibel uns davor, die Zukunft erforschen zu wollen – durch Horoskope, Kartenlegen oder Wahrsagerei oder auch Träume und Visionen. Sondern: Wer mein Wort hat, predige das Wort. Ist mein Wort nicht wie ein Hammer, der Felsen zerschlägt? Diese Wege versprechen kurze Sicherheit, führen aber alle weg von Gott. Denn der verborgene Wille Gottes ist nicht dazu da, entschlüsselt zu werden. Er gehört Gott allein. Gott sprach, er wolle im Dunkel wohnen.

Das ist keine Einschränkung, sondern eine Entlastung, keine Beruhigung. Doch wir müssen und sollen nicht alles Göttliche wissen. Wir dürfen aber Gott vertrauen, dass er unsere Wege richtig lenkt – auch dann, wenn wir nicht oder nicht alles verstehen, warum so manches geschieht. Meist erkennen wir Gottes verborgenen Willen erst im Rückblick. Heute und besonders im Jahr 2026 ruft Gott uns nicht zum Grübeln oder zur Ängstlichkeit auf, sondern zum entspannenden Vertrauen.

Gott ist souverän, unabhängig von allem und allen. Was er beschlossen hat, wird geschehen. Nichts kann seinen Plan aufhalten. Die Schöpfung Gottes, seine gesamte Geschichte mit Israels, das Datum der Geburt Jesu, das Jahr und die Uhrzeiten seiner Verurteilung und seinen vorherbestimmten Tod am Kreuz, sowie den Tag der Auferstehung Jesu. Dieses und mehr zeigt: Gott führt seine Geschichte geplant und zuverlässig zu seinem Ende.

Dieser Wille Gottes kann nicht verfehlt werden. Niemand lebt außerhalb davon. In ihm leben, bewegen wir uns, haben unser Sein oder unser Leben. Auch unsere Fehler und Umwege heben Gottes Plan nicht auf. Er schreibt auf noch so krummen und sündigen Wegen der Menschen seinen geraden Weg zu seinem Ziel hin. Das bewahrt uns vor Zweifel und Angst: Wir müssen nicht befürchten, durch eine falsche Entscheidung „aus Gottes Plan zu fallen“.

Gerade deshalb richtet die Bibel unseren Blick auf einen anderen Bereich – den, der uns tatsächlich anvertraut ist.

Der offenbarte Wille Gottes ist der wichtigste für unser tägliches Leben. Er ist klar, zugänglich und verbindlich. Gott hat ihn in seinem Wort offenbart, damit wir seinen Willen kennen, tun und weitergeben.

Dabei geht es nicht in erster Linie um Zukunftskenntnis, sondern um Gehorsam im Heute und Jetzt – in unserem Alltag. Die Bibel sagt:
Das ist der Wille Gottes: eure Heiligung.“ (1. Thessalonicher 4,3) – Damit ihr nach dem vollkommenen Vorbild Jesu Christi verändert werdet und Ihm gemäß handelt.

Gottes Wort zeigt uns, was ihm gefällt, wie wir leben sollen und worauf sein Segen ruht. Es ist „eine Leuchte für unseren Fuß und ein Licht auf unserem Weg“ (Psalm 119,105).

Unsere Anwendung im Alltag

Berufswahl
Wenn wir vor einer beruflichen Entscheidung stehen, fragt Gottes Wort nicht zuerst: Wo verdiene ich am meisten? sondern: Welche Gaben hat Gott mir gegeben? und Wo kann ich verantwortungs-voll dienen?
Eine nüchterne Prüfung der eigenen Fähigkeiten, Möglichkeiten und Grenzen ist ein geistlicher Akt nach Gottes Willen. Passt eine Stelle nicht zu meinen Gaben oder zwingt sie mich dauerhaft zu Kompromissen, dann ist es sicher Gottes Wille, weiterzusuchen. Gottes Wille wird erkannt, indem wir sein Wort auf unsere konkreten Situationen anwenden.

Partnerwahl
Auch bei der Frage nach Ehe und Partnerschaft gibt die Bibel klare Orientierung für beide: Glaube an Gott, Verlässlichkeit zueinander, Liebe und Verantwortung. Oft gibt es mehr als eine gläubige Person, die diesen Maßstäben entspricht. Dann gilt: Du bist frei darin zu entscheiden. Gott zwingt uns nicht in eine einzige Option. Wer innerhalb seines offenbarten Willens handelt, darf mit Frieden entscheiden.

Familienplanung
Die Fragen nach Kindern, Zeitpunkt und Verantwortung sind sensibel und persönlich. Die Bibel gibt keine festen Zahlen oder Zeitpläne vor, wohl aber klare Prinzipien bei diesen: Verantwortung, Liebe, Schutz des Lebens, gegenseitige Rücksichtnahme und Vertrauen auf Gottes Versorgung. Familienplanung geschieht nicht durch Angst oder gesellschaftlichen Druck, sondern im Gebet, im Gespräch und im Hören auf Gottes Wort.

Altersruhestand – Wohnen und Leben
Auch der wohl verdiente Ruhestand ist kein geistlich neutraler Raum. Wo und wie wir leben, uns auch fest einer biblischen Gemeinde anschließen, wie wir Zeit, unsere Alters- Ressourcen und gute Erfahrungen einsetzen, steht unter Gottes Willen. Die Bibel ermutigt uns in diesem Ruhestand zu Weisheit, Genügsamkeit und weiterhin fruchtbarem Leben. Ruhestand heißt nicht Stillstand, sondern ein neuer Abschnitt verantwortlichen Lebens vor Gott.

Christlicher Dienst in Kirche und Umfeld
Gott ruft jeden Christen zum Dienst – nicht nur einige wenige. Die Frage ist nicht:

Was ist spektakulär? sondern: Wo hat Gott mich hingestellt?
In meine Gemeinde, die Nachbarschaft, Familie und Beruf gibt es unzählige Möglichkeiten, meinen Glauben sichtbar zu leben. Wer Gottes Willen, seine Gebote liebt und anwendet, wird Frucht bringen – zur rechten Zeit.

Ermutigung für morgen:

Viele fragen: Was will Gott morgen?
Die Bibel fragt: Lebst du heute nach meinem Wort?

Der verborgene Wille Gottes bleibt bei Gott.
Der absolute Wille Gottes erfüllt sich sicher.
Der offenbarte Wille Gottes

liegt offen vor uns – in der Heiligen Schrift.

Darum: Warte nicht auf besondere Zeichen. Öffne Gottes Wort. Setze das Erkannte um. Vertraue Gott die Zukunft an – und lebe seinen Willen hier und jetzt.

Liebe Gemeinde,

unser Predigttext (Matthäus 2,19–23) erzählt uns kein romantisches Weihnachtsidyll, sondern eine gefährliche Kindheits-geschichte.

Jesus wird als der verheißene König bekannt: Aus der Linie Abrahams und Davids kommend; angekündigt durch Engel; verehrt von Weisen; von einigen erkannt als der Gesalbte Gottes. Und doch: Dieser König beginnt sein Leben nicht im Palast, sondern unter großer Bedrohung.

Nach Herodes’ Tod könnte man meinen: „Jetzt wird alles gut.“ Aber so einfach ist es nicht. Herodes’ Reich wurde unter drei seiner Söhne aufgeteilt. Besonders Archelaus, der über Judäa, Samaria und Idumäa herrschte, er war berüchtigt für Brutalität und Tyrannei. Viele Menschen litten darunter – Aber Gott nimmt diese politische Wirklichkeit sehr ernst. Auch Joseph spürt Gefahr, als sie nach zwei Jahren Aufenthalt aus Ägypten zurückkamen, und Gott bestätigt diese durch eine Warnung im Traum: „Geh nicht nach Judäa.“ Joseph gehorcht. Seine Familie kehrt nicht in die Nähe Bethlehems oder Jerusalems zurück, sondern zieht weiter nach Norden, nach Galiläa, nach Nazareth.

Das ist auch für uns wichtig: Gottes Führung bedeutet nicht, dass es keine Gefahren mehr gibt. Aber sie bedeutet: Gott ist nicht überrascht. Er darum und führt uns Schritt für Schritt. – Jesus liegt hier nicht zufällig in dieser Geschichte, sondern gsnz bewusst „in Gottes Hand“: Bewahrt in Ägypten, bewahrt auf dem Weg zurück, bewahrt vor dem falschen Herrscher, bewahrt ab jetzt in einem unscheinbaren Ort.

Und noch etwas: Gottes Hand führt Jesus nicht nur weg von Gefahr eines unberechbaren Herrschers, sondern auch hinein in einen neuen Weg der Demut. Nazareth war nicht „erste Adresse“. Es hatte einen zweifelhaften Ruf: „Was kann aus Nazareth Gutes kommen?“ (Joh 1,46). Für viele war „Nazarener“ damals schon ein Spottwort. Matthäus sagt sogar: So sollte es sein – der Messias wird verachtet werden, wie es die Propheten beschreiben (z.B. Jes 53). Schon in der Kindheit zeigt sich: Der Retter kommt nicht im Glanz, sondern in Niedrigkeit. Und dennoch: Er ist sicher in Gottes Hand.


Wenn Jesus als Kind und Heranwachsender in Gottes Hand behütet wurde, dann ist das nicht nur ein Stück beruhigende Geschichte. Es ist auch ein Trost für uns persönlich. Denn wir erleben ja auch verschiedene Lebensabschnitte: Kindheit, Jugend, Familienjahre, Beruf, Krankheit, Alter, Umbrüche. Und in jedem Abschnitt fragt sich unser Herz: „Bin ich gehalten? Oder muss ich alles allein tragen?“ Liege ich in Gottes Hand?

Joseph ist in unserem Text ein stiller Zeuge des Glaubens. Er bekommt nicht den ganzen Plan erklärt. Er bekommt jeweils den nächsten Schritt gesagt: „Steh auf … nimm das Kind und seine Mutter … geh …“ Und er geht. So sieht Vertrauen oft aus:

Wir müssen nicht alles wissen, aber wir sollen gehorchen. Wir müssen nicht alles kontrollieren, aber wir sollen uns führen lassen.

„In Gottes Hand“ heißt nicht: Wir werden nie Angst spüren.

Joseph hatte Angst. „In Gottes Hand“ heißt doch: Ich bringe meine Angst zu Gott und handle im Gehorsam. „In Gottes Hand“ heißt auch nicht: Es wird immer bequem.

Nazareth war nicht der Ort der Ehre. Aber es war der Ort, an dem Gott Jesus aufwachsen ließ.

Vielleicht beginnt das neue Jahr 2026 für manche von uns mit großer Unsicherheit: gesundheitlich, familiär, finanziell, gemeindlich, gesellschaftlich. Dann ist diese Botschaft schlicht und wirksam für dich: Du musst nicht zuerst stark werden, um in Gottes Hand zu sein. Du darfst zuerst hingehen – und dich in Seiner Hand halten lassen.

Darum ist christlicher Glaube nicht nur ein Satz im Kopf, sondern eine Haltung des Herzens: „Herr, hier bin ich. Ich vertraue dir meinen Weg an. Leite du meine Schritte.“ Manchmal ist das Gebet nicht lang. Es ist einfach: Nur einfach diese Worte:

„Vater, halte mich. Halte mich fest in deiner Hand.

Nazareth war ein Ort, über den man die Nase rümpfte. Ein Randgebiet. Ein Ort, der nicht „fromm“ wirkte. Und gerade dort wächst Jesus heran. Dort lernt er das Leben einfacher Menschen kennen. Dort sieht er Kranke, Schwache, Sünder – und lernt Mitgefühl. Lukas sagt von dort: „Das Kind wuchs und wurde stark… und die Gnade Gottes war auf ihm“ (Lk 2,40). Seine spätere Nähe zu Ausgestoßenen (Mt 9,10–13) fällt nicht vom Himmel wie ein plötzlicher Einfall. Gott prägt ihn in einem Umfeld, das menschlich gesehen „nicht ideal“ war. – Und das tut er mit jedem, in Seiner Hand. Nicht das Umfeld wird dich prägen, sondern Gottes Hand.

Hier hilft eine kleine Klarstellung: Matthäus schreibt: „Er wird Nazarener genannt werden.“ Das ist nicht dasselbe wie ein „Nazoräer“-Gelübde (Num 6), bei dem jemand sich für eine Zeit besonders Gott weiht. „Nazarener“ meint zuerst: „aus Nazareth“. Und genau dieses Wort wurde später zum Spott. In Apostelgeschichte 24,5 nennt man die ersten Christen verächtlich die „Sekte der Nazarener“. Gott nimmt das Schimpfwort – und macht daraus ein Ehrenzeichen: Der verachtete Jesus ist der Retter. Und die verachteten Christen gehören zu ihm.

Das ist unsere Hoffnung: Auch unsere „Nazareth-Orte“ können Orte des Wachstums werden. Vielleicht ist dein Ort schwierig: Eine komplizierte Familie, ein belastender Arbeitsplatz, deine Einsamkeit, ein Dorf mit viel Gerede, eine alte Vergangenheit, die dich beschämt. Dann flüstert die Versuchung in dir: „Aus mir wird nichts Gutes.“ Aber Gott sagt: „In meiner Hand kann Gutes wachsen – gerade dort.“ Nicht weil der Ort gut ist, sondern weil Gott gut ist.

Ermutigung zum Beginn des neuen Jahres

Liebe Geschwister, am Anfang dieses Jahres wollen wir nicht groß reden, sondern schlicht glauben: Der gleiche Gott, der Jesus in der Gefahr bewahrt hat, hält auch uns. Er führt oft still, Schritt für Schritt. Er gebraucht auch unscheinbare Orte um im Glauben zu wachsen. Und er verwandelt sogar vergangene Verachtung in ein anziehendes Zeugnis.

Darum:

Legen wir unser Leben neu in Gottes Hand – unsere Kinder, unsere Jugend, unsere Familien, unsere Entscheidungen, unsere Sorgen.

Und wenn wir heute an einem „Nazareth-Ort“ stehen und fragen: „Was kann da schon Gutes herkommen?“ – dann antwortet das Evangelium:

Aus Nazareth kam Jesus.

Und an jedem Ort in Gottes Hand kommt Segen. Amen.