Liebe Geschwister, wir leben in einer Zeit, in der die Sorgen der Gesellschaft und auch unsere persönlichen nicht kleiner, sondern immer größer und komplizierter zu werden scheinen. Nachrichten über Kriege – Ukraine, Israel und Hams -Terror, Drohnen, Naturkatastrophen, massive Überschwemm-ungen durch den Klimawandel, über Inflation, Energiepreise, nicht mehr bezahlbare Mieten und Altersarmut prägen unser Denken. Viele Familien fragen sich: „Reicht das Geld am Monatsende? Werden unsere Kinder eine Zukunft haben? Wer hält diese Welt überhaupt noch in seiner Hand?“ Trump oder Putin. Die EU oder die UN?

Manche suchen Antworten in politischen Programmen oder in technischen Lösungen, andere demonstrieren auf der Straße oder geben sich dem Pessimismus hin. Aber unser Wochenspruch ruft uns zu:
„Werft alle eure Sorgen auf ihn; denn er kümmert sich um euch.“ (1 Petr 5,7).

Doch ist das mehr als ein schöner Spruch? Kann man das wirklich glauben, mitten in den Nöten der Zeit? – Ja, und die Geschichte von Elia und der Witwe von Zarpat zeigt uns, warum.

Der Prophet Elia trat in einer dunklen Zeit in Israel auf. König Ahab und seine Frau Isebel hatten den Götzendienst der umliegenden Völker eingeführt. Baal, angeblich der Herr, ein Gott über Regen, Blitz und Fruchtbarkeit, sollte den Bundesgott Jahwe Israels verdrängen.

Doch der lebendige Gott lässt sich nicht verspotten. Er zeigt, dass ER – und nicht Baal – Herr über Regen und Dürre ist. Deshalb kündigt er durch Elia eine mehrjährige Trockenheit an. Das Land wird ausgedörrt, die Ernten bleiben aus, Menschen hungern und verzweifeln. – Damals gab es schon Erderwärmung und Wassermangel – oder war es das Resultat, dass man den lebendi5gen Gott verlassen und mit nichtigen Ideen ersetzt hat? – Ist das auch heute der wirkliche Grund für unseren Klimawandel? – 50% leben in Deutschland ohne Gott und von den restlich Karteichristen kennen und leben nur wenige in der Nachfolge Christ.

Der Prophet Gottes, Elia selbst musste deshalb fliehen, weil er das Gericht Gottes verkündet hatte. Gott führt ihn aber zuerst an den Bach Krit, wo er ihn durch Raben ernährt, die ihn täglich mit Speise versorgen. Doch als auch dort am Bach Krit das Wasser versiegt, schickt Gott ihn in das heidnische Gebiet nach Zarpat – mitten hinein in die Heimat, dem Kultland des sogenannten Gottes Baal.

Dort begegnet Elia einer Witwe. Sie hat nur noch eine Handvoll Mehl und ein wenig Öl in ihrem Haus und einen einzigen Sohn. Sie sammelt gerade Holz für die beiden, um eine letzte Mahlzeit vorzubereiten. Danach, so sagt sie, bleibt für beide nur noch der Tod.

An dieser Stelle geschieht das Entscheidende: Elia fordert sie auf, zuerst für ihn einen Brotfladen zu backen, den Rest für die beiden zum Essen zu benutzen.

  • Das klingt hart und unverständlich – wie kann man von einer hungernden Frau und ihrem Sohn so etwas verlangen?
  • Doch dahinter steckt eine Glaubensprüfung: Traut sie dem Wort des Propheten, dem Wort Gottes, mehr als der gegenwärtigen Angst und Not?

Und sie gehorcht. Sie teilt das Letzte, was sie hat, zuerst mit ihm – und erfährt darin das Wunder: Das Mehl im Topf geht nicht aus, das Öl im Krug versiegt nicht, Tag für Tag.

Diese Geschichte zeigt uns zweierlei:

  • Baal ist ohnmächtig, er ist gar kein Gott. Selbst in seiner Heimat kann er nicht helfen. Die Dürre trifft auch Phönizien. Der angebliche Fruchtbarkeitsgott ist ein Nichts.
  • Der HERR ist der wahre Gott. Er allein gibt Regen und Leben. Und er sorgt sich nicht nur um sein Volk Israel, sondern auch um eine namenlose Witwe sogar in einem heidnischen Gebiet.

Damit wird jetzt die Macht Gottes über alle Grenzen hinweg sichtbar. Er ist kein Stammes- oder Landesgott, sondern der Schöpfer der Welt, der „Waisen und Witwen erhält“ (Ps 146,9).

Dieses Handeln Gottes zieht sich durch die ganze Bibel:

  • Schon in der Wüste versorgte er Israel mit Manna und Wasser (2 Mose 16).
  • Der Psalm 37, den wir heute lesen, sagt: „Ich bin jung gewesen und alt geworden, doch habe ich noch nie den Gerechten verlassen gesehen oder seine Kinder um Brot betteln.“ (V. 25).
  • Im Neuen Testament sagt Jesus in der Bergpredigt: „Seht die Vögel unter dem Himmel: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr wert?“ (Mt 6,26).

Diese Linie zeigt uns: Gott ist treu. Er lässt die Seinen nicht im Stich – auch Dich nicht in größter Not.

Liebe Geschwister, was heißt das für uns?

Wir sind zwar nicht in der gleichen Situation wie die Witwe, aber viele von uns kennen das Gefühl, „am Ende der Vorräte oder unserer eigenen Kräfte“ zu sein:

  • Der finanziellen Vorräte – die steigenden Kosten, eine unsichere Zukunft.
  • Manche seelisch verzagt – am Ende ihrer Kraft durch Krankheit oder Konflikte.
  • Manche geistlich am Ende – ausgelaugt, ohne Hoffnung.

Die Geschichte sagt uns: Gib zuerst Gott dein Vertrauen. Trachte zuerst nach seinem Reich – und er wird dir geben, was du brauchst (Mt 6,33).

Das bedeutet nicht, dass wir immer im Überfluss leben. Aber es heißt: Wir werden nicht vergessen, wir werden nicht allein gelassen. Gottes „Mehltopf“ ist nie leer, seine Gnade reicht für Dich für jeden Tag.

  • Sorgen ablegen: Wir dürfen unsere Ängste bewusst im Gebet vor Gott bringen.
  • Gehorsam üben: Wie die Witwe zuerst gab, so sind auch wir eingeladen, Gott an die erste Stelle zu setzen – mit unserer Zeit, im Vertrauen und mit unseren Gaben.
  • Gemeinschaftssinn leben: Gott sorgt sich besonders für die Schwachen. Auch wir sollen denen beistehen, die wenig besitzen – finanziell, seelisch oder auch geistlich.
  • Zeugnis geben: Die Witwe bekannte: „So wahr der HERR, dein Gott, lebt.“ Auch wir dürfen Menschen bezeugen, dass unser Gott lebt und handelt.

Die Geschichte von Elia und der Witwe ist kein Märchen oder eine Legende, sondern ein lebendiges Zeugnis: Gott ist Herr über alle Umstände, auch über unsere Dürre, Not und Krisen , damals und heute.

Darum gilt uns heute wie damals das Wort:
„Werft alle eure Sorgen auf ihn; denn er kümmert sich um euch.“

Download des Gebetbuchs und mehr: www.rekd.de