Oktober 2017


Brot und Wein
Melchisedek / Christus Brot und Wein – Erquickung zum Leben

In Russland und anderen Ostländern werden Staatsmänner oder auch Touristen oft in Landestracht und mit Brot und Salz begrüßt. Hier in unserem Bibeltext begrüßt und erquickt ein König einen Fremdling mit Brot und Wein.

Gen 14, 17-24.  Melchisedek: Christus und unsere Beziehung zu ihm, Brot & Wein und unsere Dankbarkeit (Zehnten ?)

Hier im angeführten Abschnitt der Bibel wird die Erscheinung Melchisedeks zum ersten Mal erwähnt. Danach nur noch in Psalm 110, 4.

Der HERR hat geschworen und es wird ihn nicht gereuen: »Du bist ein Priester ewiglich nach der Weise Melchisedeks  – und später noch einmal im NT im Hebräerbrief in Kapitel 7.  Dies ist die Grundlage für eines der wichtigsten Themen der christlichen Theologie. Hier wird das ewig wirksame Hohepriestertum Christi beschrieben.

In dem allgemeinen priesterlichen Dienst und der Verwaltung Gottes bestimmt das Wesen des Priesters deutlich die Art seines priesterlichen Dienstes (vgl. Hebr 7,26-28).

26 Ein solcher Hohepriester ziemte sich in der Tat für uns: einer, der heilig ist, frei vom Bösen, makellos, abgesondert von den Sündern und erhöht über die Himmel; 27 einer, der es nicht Tag für Tag nötig hat, wie die Hohepriester zuerst für die eigenen Sünden Opfer darzubringen und dann für die des Volkes; denn das hat er ein für allemal getan, als er sich selbst dargebracht hat. 

28 Das Gesetz nämlich macht Menschen zu Hohepriestern, die der Schwachheit unterworfen sind; das Wort des Eides aber, der später als das Gesetz kam, setzt den Sohn ein, der auf ewig vollendet ist.

Deshalb beginnt die Abhandlung über Melchisedek in Hebr. 7 mit einer ausführlichen Diskussion über seinen Titel und seine Namen. Melchisedek bedeutet „König der Gerechtigkeit“ und „König von Salem“ d.h. „König des Friedens“. Die Bedeutung und der Hinweis hier besteht darin, dass Melchisedek kein anderer als Gott selbst ist, Christus im AT- ein weiteres Beispiel für die vielen Theophanien, (bevor Christus ins Fleisch kam) als Gotteserscheinungen des Sohnes im AT. Diese beiden Namen werden nirgendwo im AT für einen Einzelkönig oder einzelnen Priester verwendet. Sie werden aber prophetisch auf den Messias in seiner endzeitlichen Herrschaft auf den ewigen Priesterkönig angewandt: „Der Herr, unsere Gerechtigkeit“ ‚Adonay [yhvh] ​​zidqenu) in Jer 23,6 und „Prinz des Friedens“ (shar-shalom) in Jes 9,6.  Diese Identifizierung von Melchisedek mit Gott erklärt, warum Abram Melchisedeks Überlegenheit sofort anerkannte – und zwar nicht nur aus gesellschaftlichem Respekt und damaliger Knigge – sondern, dies war Abrams Ausdruck seines Glaubens und seiner göttlichen Verehrung. Abram glaubte und erfuhr in seinem ganzen Leben, dass er gesegnet war.  Gewöhnlich aber segnete der Größere. Denn nach der Schrift wird „der Kleinere vom Größeren gesegnet“.

Diesen Segen aber empfängt Abraham durch Melchisedek, als dieser ihm nach der gelungenen Schlacht seines Lebens Brot und Wein herausbringt. Dies ist deutlich ein Vorbild auf unseren Herrn Jesus Christus, der uns unter Brot und Wein sein Leben und seine Erlösung bringt. Das ist die wirkliche Erquickung und Stärkung für unser irdisches und ewiges Leben. (AGB S. 509 …STÄRKE EUCH in allem Guten …). Dies sollten wir wöchentlich – wie in der Frühen Kirche – empfangen und uns für die neue Woche stärken lassen. Brot des Himmels und Kelch des Heils.  – Christi Leib für dich gegeben, Christi Blut für dich vergossen. Und dies ist der wirkliche und wichtigste Segen: DieTeil- habe an der Erlösung zum ewigen Leben.

Hebr 7,7   Zweifellos wird aber immer das Geringere vom Höheren gesegnet.

Abram antwortete als Gesegneter, dass er Melchisedek seinen Zehnten gab. Das ist die wirkliche Antwort auf Gottes Segen in unserem Leben. Denn wenn wir alles von ihm erhalten, dann sollten auch den „vollen Zehnten“ in das Kornhaus Gottes bringen. Wir entscheiden, rechnen, überschlagen, teilen ein, geben unseren Zehnten zuerst Gott durch die Gemeinde. Denn es liegt doch nur am Einteilen unserer Kraft und unseres Geldes für den jeweiligen Monat. Aber ohne Überschlagen der Kosten, bleibt doch nichts für Gott übrig. Kann er uns dann segnen wie Abraham?

Im ganzen AT wird besonders in den Gottesdiensten immer wieder das Geben des Zehnten dargestellt wurde.

Das Volk unterstützt mit dem Zehnten die Leviten, die kein Land besaßen, aber dem Volk Gott dienten. Die Leviten wiederum geben von diesem Zehnten auch wieder ihren Zehnten allen Priestern. Die Priester wiederum geben den Zehnten dem Hohenpriester.

In gleicher Weise handhaben wir dies in unserer Anglikanischen Kirche / REC. Gläubige und Freunde werden ermutigt ihren Zehnten oder Teil des Zehnten an die Ortsgemeinde zu geben, von dem dann die Kosten für die Unterhaltung des „Gebetshauses“, die Verwaltung, Fahrten und Gehalt des Priesters / Pfarrers bezahlt werden können. Im November müssen wir wieder ein Gemeindebudget für das Jahr 2018 aufstellen. Da sollten wir dies vor Gott bringen, darüber beten, wieviel wir jeden Monat der Gemeinde vor Ort geben können. Denn wer einen Turm oder eine Gemeinde bauen und unterhalten will, der überschlage die Kosten.

Die Bedeutung von Melchisedeks Gottheit wird ferner in Hebr 7 durch den Gegensatz in Hebr 7,8 zwischen dem Einnehmen des Zehnten durch die Leviten, die „sterbliche Menschen“ sind, und dem Empfangen des Zehnten durch Melchisedek, der „weiterlebt und unsterblich“ ist, nämlich Christus.

Die Aussage in Hebr 7,3, dass Melchisedek für „immer ein Priester bleibt“ weist auch darauf hin, dass er weiterhin auch im NT den Zehnten empfangen soll als praktische Ehrung.  – Wenn Jesus „als Hohepriester“ für immer fortlebt (Hbr 7,24 + Gen 14,18) – und es kann doch nur einen Hohenpriester geben – wie kann dann von Melchisedek in Gen 14, gesagt werden, dass er als „ein Priester ewig bleibt, (Präsens-Gegenwart) 7,3), es sei denn das ist niemand anderes als Jesus Christus der große Hohepriester aller Gläubigen? Deshalb ist Christus unser König und Hoherpriester, und ihm allein gebührt die Ehrung mit unserem Leben, Worten, Begabungen, Besitz und auch Finanzen.

Eine kleine Anzahl von Juden vor der ersten Ankunft Christi, die sich auf den hebräischen Schriften gründeten, glaubten tatsächlich, dass Melchisedek kein anderer als Gott selbst war, in menschlicher Gestalt, eines Menschen. Er würde nicht nur für den Rest Israels kommen, sondern auch derjenige sein, der am Ende dieses Zeitalters vor der Errichtung des Reiches Gottes auf Erden das letzte Gericht über die Bösen führen wird. Diesen Glauben finden wir bereits im 1. Jahrhundert vor Christus und kann aus den Schriftrollen vom Toten Meer ersehen werden. Wollen wir uns Brot und Wein als Teilhabe an der Erlösung geben lassen und Christus dankbar unseren Zehnten geben.  Bf. + G. M

Auferstehung Ikone Moskau

Gemeinsam dienen, um geistlich Gelähmte zu Jesus zu bringen

Unsere Geschichte finden wir bei Matthäus, Markus und Lukas 5,17-26 beschrieben.

Gelähmte Menschen und kleine Kinder haben viele Gemeinsamkeiten: Wenn sie ihre Begrenztheit und Hinfälligkeit erkannt haben, wissen sie, dass sie auf die Hilfe der anderen angewiesen sind. Beide erkennen ihre Schwäche und Hinfälligkeit. Sie sollen aber auch erkennen, dass sie nicht aus eigener Kraft zu Christus gelangen können. Deshalb sagt Jesus:

Lu 18,14+15 Lasset die Kinder und wehret ihnen nicht, zu mir zu kommen; denn solchen gehört das Himmelreich. Und er legte die Hände auf sie und zog von dort weiter.

Kinder müssen aber zu Jesus gebracht werden. Das ist unsere gemeinsame Aufgabe. Gerade bei Kindern und Gelähmten erkennen wir am deutlichsten das Prinzip der Gnade. Sie können sich selbst nicht das Heil aneignen, sie können durch keine eigene Anstrengung des Willens oder ihrer Entscheidungskraft zu Christus kommen. Sie sind hilflos und müssen gebracht. In unserem Falle wird der Gelähmte sogar von vier Freunden gebracht. Ziel ist körperliche und geistliche Heilung. Von diesem Gemeinschaftseinsatz können wir alle lernen. Nach der körperlichen Heilung geht es aber allein um die freie Gnade Gottes, die allen von Natur aus – für den Glauben Gelähmten – zugesprochen werden soll. Diese Teamarbeit für diese beiden körperlichen und geistlichen Gebiete wird von uns allen gefordert.

So sind wir dann in den verschiedenen christlichen Kirchen, auch als AKD Gemeinde, ja jeder Christ gefordert: Denn, wenn die für Gott gelähmten Menschen nicht alleine zu Christus kommen können, dann müssen zwei oder drei Personen für diese aktiv werden und wo notwendig, wie dies Viererteam, den geistlich Gelähmten finden und ihn zu Christus unter Sein Wort bringen. Lasst uns für solche kleine Tragbarenteams beten, solche Teams zusammenstellen, die sich um Menschen, Gelähmte bemühen, dass sie zu Christus gebracht werden. Die einen sollen zu Kinder-, den Jugendlichen- oder in Erwachsenenkreise gebracht werden, dann aber, wenn erlöst, auch am gemeinsamen Gottesdienst teilnehmen. Glauben wir wirklich, dass solche fernstehenden, nichtkirchlichen Gelähmten gebracht werden müssen? In Berlin und Hamburg gibt es schon mehr als 60% solcher, die nichts mehr mit der Kirche, dem christlichen Glauben zu tun haben. Wie viele aber von den übrigen sind aber noch nie von Christus berührt wurden?

Unser gemeinsames Dienen, für das wir heute beten wollen, wird sich in unseren Glauben und dann in der Praxis zeigen! Ob bei Evangelisationen oder Asylantenarbeit, bei Kinder- oder Campingmission, in Schule und Freizeitarbeit, beim Männertreff oder Frauenfrühstück. Wir sind aufgefordert durch unterschiedliche Methoden unsere heutige Missionsaufgaben wieder aufnehmen.

Es geht darum, die geistlich Gelähmten vor unserer Haustür, in unserem Ort und Kreis, zu finden und sie zu Christus zu bringen. Gelähmte schaffen es nicht, von sich aus zu kommen. Sie sollen von uns im gemeinsamen und stellvertretendem Glauben zu Christus gebracht werden. Wollen wir dies gemeinsam tun? Die Welt wird weltlicher werden. Christen verschwinden mehr und mehr aus unserer Gesellschaft. Das freudige gemeinsame Zeugnis fehlt heute mehr denn je. Dagegen breitet der Islam in Deutschland aus. Warum? Unsere Bundeskanzlerin ermutigte vor einiger Zeit:

Man darf Muslimen nicht vorwerfen, dass sie mit leuchtenden Augen über ihren Glauben sprechen, wir aber nicht in der Lage sind, mit noch leuchtenderen Augen von unserm Glauben zur reden … Sprechen Sie mit fröhlichem Herzen vom „C“. – Damit meinte sie nicht ihre Partei, sondern Christus.

  1. Hinderungsgründe im gemeinsamen Dienen

Der erste Hinderungsgrund in Mrk2,2 war die im Wege stehende Menschenmenge. Es sind oftmals Menschen, auch christliche, fromme oder verwandtschaftliche Beziehungen, die zur Seite geschoben oder sogar freundlich umgangen werden müssen. Es gibt immer Gründe, einen gemeinsamen Einsatz wegen Verwandtschaftsbeziehungen aufzugeben. Gerade die ganz nahstehenden Menschen stehen oft zwischen Christus und einem gelähmten Sünder. Diese Probleme sollten wir erkennen und kreativ bewältigen. So kann es zweitens sein, dass ein Dach oder besser eine Decke im Wege steht. Es sind manchmal ganz praktische und materiellen Dinge, die im Wege stehen: Keine Fahrtgelegenheit, kein Auto, keine Zeit, usw. wegen Familie und Arbeit, Finanzen, etc. Wir hören oft alle möglichen Argumente, warum etwas dazwischengekommen ist und bestimmte Personen nicht oder nicht mehr kommen können. Oftmals müssen wir einfach sagen: Wir kommen, wenn Du keine Gelegenheit hast und holen dich mit dem Auto ab, und bringe dich wieder nach Hause oder bezahlen Dir auch das Busticket.

3. Die letzten Widerstände im gemeinsamen Dienen, die finden wir jedoch unmittelbar in der Gegenwart Jesu: Da gibt es auch noch die Schriftgelehrten, die Gesetzeslehrer, die bibeltreuen Bibelkenner. Auch sie können ein Hindernis werden. Bei ihnen muss alles genau vorher geplant, aufgeschrieben und durchdacht sein. Es muss die rechte Schriftstelle benutzt werden, und außerdem muss alles noch etwas biblischer bedacht werden. Doch hört, auch übergenaue Bibeltreue können ein Hinderungsgrund sein, solche, die sich zu viele Sorgen um 150% Genauigkeit machen, vielleicht sich sogar dahinter verstecken, dass dann keine Zeit für den Dienst oder keine Begeisterung mehr dafür entsteht, Gelähmte zu Christus zu bringen. Doch Christus will keine Schriftgelehrten empfangen, sondern er will uns gebrauchen als Gelähmtenträger. Er wartet doch nur darauf, dass wir die Gelähmten zu ihm durch die Decke hinablassen. Deshalb, ist es oft besser, naiv im Glauben, ohne letzte Vorbereitungen zu sein und gegen alle christliche Knicke jemanden gemeinsam zu Christus zu bringen, als überhaupt nicht in Bewegung zu kommen. Der vertrauensvolle Eifer und der aktive Glaube ist für die christliche Gemeinde oft wichtiger als die beengte kleingläubige Manier, ob denn auch alles richtig vorbereitet sei. Lasst uns also alle Hindernisse der Menschenmenge, der Dächer und der Gesetzeslehrer im Glauben überwinden und unsere Gelähmten unter das Wort des Christus bringen.Auferstehung Ikone Moskau

  1. Das Ziel unseres gemeinsamen Betens und Dienens

Wenn nun die geistlich Gelähmten endlich vor Christus stehen, dann sollen sie trotz ihrer persönlich oft schweren Situation zuallererst die wichtigste und mutmachende Botschaft hören, ihr eigentlichstes Problem:

Meine Sohn, meine Tochter, fasse; Mut. Dir sind deine Übertretungen, die du gegen den Willen Gottes getan hast, deine Fehler vor Gott und Menschen, deine Schuld ist dir vergeben! Dies zu hören und zu erfassen bedarf schon Mut.

Doch die Schuld vor Gott und Menschen ist die Grundursache allen Übels und auch aller Trennungen in Familie, Gesellschaft und Kirche. Welch eine Ermutigung, wenn wir Vergebung zugesprochen bekommen: Deine Schuld ist vergeben, du bist mit Gott versöhnt, du hast Friede mit Gott. Die Ursache für deine Gelähmtheit und Haltlosigkeit ist von dir genommen. Ist dies nicht der größte Trost?

Dafür lasst uns gemeinsam beten, dafür lasst uns gemeinsam dienen, Gelähmte zu Christus zu bringen.

Und wenn Christus Dir heute alle Deine Schuld vergibt, Du ihm nachfolgst, dann reihe dich sofort in das Missionsteam ein, Deine Nächsten zu Christus zu bringen. Amen.