Oktober 2013
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Oktober 24, 2013
Matth 13,44-52 Perle und Schatz im Acker:
13,44 Das Himmelreich gleicht einem Schatz, verborgen im Acker, den ein Mensch fand und verbarg; und in seiner Freude ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte den Acker. 45 Wiederum gleicht das Himmelreich einem Kaufmann, der gute Perlen suchte, 46 und als er eine kostbare Perle fand, ging er hin und verkaufte alles, was er hatte, und kaufte sie.
Das ist ein Bild eines Lebens mit Gott, das Leben im Reich der Himmel, im Himmel selbst.
Wir sind fast rein zufällig nach unserem Empfinden über solch einen Schatz gestolpert, den größten Schatz der Menschheit. Haben wir Gott selbst entdeckt? Haben wir das ewige Leben selbst gefunden und den, der ewiges Leben schenkt? Er hat uns gefunden. Mit ihm haben wir die größte Quelle des Segens entdeckt und damit des zukünftigen Lebens.
Wenn du solch einen Schatz gefunden hast, was würdest du für diesen Schatz geben? Was ist er dir wert? Würdest du eine Stunde Einsatz in der Woche dafür geben? oder
+ 10 Stunden die Woche?
Oder ist es dir noch wert, wenn es der größte Schatz der Menschheit ist, würdest du 10% deines Jahreseinkommens geben?
Ist es nicht einfach zu sagen: Ich bin Christ? Das kostet uns fast nichts. Aber, das Sagen ist nicht genug. Das ist etwas so als wenn wir um den größten Schatz in der Welt wissen, den Schatz im Acker, aber wir sind nicht bereit, alles, was wir besitzen zu verkaufen, um diesen Acker zu kaufen.
Es ist nicht genug zu sagen, ich weiß, dass der Acker den größten Schatz der Welt enthält, aber außer dem sagen nichts zu tun.
Wichtig: Um den Schatz auch zu erhalten, musst du auch etwas tun. Nur zu sagen: Ich weiß, dass Gott seinen Sohn zur Erde sandte, um die Welt zu retten – oder mich – ist nicht genug. Du musst auch etwas tun. Hier steht: Er verkaufte allen Besitz!
Kosten in der Nachfolge:
Mit anderen Worten. Es entstehen Kosten, ein Nachfolger Jesu zu sein. Aber anstatt die Kosten in Geld oder Besitz zu messen, beurteilt sie Gott nach der Hingabe unseres eigenen Lebens.
Gottes Anfrage: Wie viel deines Lebens bist du bereit für den Herrn Jesus zu geben, der sein eigenes Leben für dich gegeben hat, der alles für dich gab?
Achtung Verständnis: Diese Kosten der Jüngerschaft sind keine persönliche Rückzahlung für das ewige Leben. Dieses ist tatsächlich ein Geschenk Gottes. Aber jemand anderes bezahlte bereits dafür, Jesus.
Jesus Christus nachfolgen kostet tatsächlich das ganze Leben, alles was wir sind und haben, gehört ihm.
Ganz einfach: Er schenkt mir das ewige Leben, Segen jetzt und für immer in seiner Gegenwart zu sein, und ich gebe ihm dankbar dafür mein Leben. Doch oft haben wir vergessen, dass wir unser Leben ihm versprochen und angelobt haben, haben unser Tauf- oder Hingabegelübde vergessen. Oft wollen wir, dass Gott seinen Teil des Gelübdes hält, während wir unseres abmildern oder ganz vergessen.
Er gab sein Leben, und du hast versprochen, deines IHM zu übergeben! Aber was bedeutet es, an deinen Teil zu denken und einzulösen? Was kostet es dich? Viele Leute würde alles hergeben, um das Geheimnis dieses Lebens jetzt zu finden, selbst wenn es nur hier für die Erde gelten würde.
Aber, wozu und was bist du bereit zu geben für ein ewiges Leben mit Gott, das bereits hier auf der Erde beginnt?
Anstatt nun alle Kosten in allen Einzelheiten zusammen zu zählen, wollen wir diese in kleinere Einheiten aufteilen, so dass wir eher vom Wissen zum Handeln kommen.
In Angesicht dessen, was wir betrachtet haben, was Gott für uns tat, wollen wir über eine vollkommenere Hingabe nachdenken. Einige sprechen von Zeit, vom Schatz oder Talent.
Zeit:
Vielleicht solltest du in Gott und sein Himmelreich investieren indem du dir mehr Zeit zum Beten und Lesen in der Bibel nimmst oder anderen Menschen / Nächsten dienst. Lied: Meine Zeit, steht in deinen Händen. Nutze sie jetzt für Gott.
Elisa 1 Kö 19,19-21 Nachfolge. Mt 8,18-22; 10,1-15; Paulus beruftTimotheus: Apg 16,1+2
Schatz / Geld:
Gott hat sich deine Erlösung viel kosten lassen. In der Bibel sprechen die Ausführungsbestimmungen der 10 Gebote z.B. über den 10ten. Gott gehört eigentlich alles. Wenn wir den 10ten in sein Reich investieren (Kirche, für Diener und Mission), dann zeigen wir, dass Ihm alles gehört, und er kann uns durch diese Anerkennung mit unserem 10ten mehr segnen. Prinzip: Mt 6.19-21
Beispiele 10ten aus Dankbarkeit:
Abraham: Gen 14,20; Jakob: Gen 28,22
Deu 14,22+23; 26,12; Leviten / Priester Nu 18,26-28; 2 Chr 31,5+6
Mal 3,9+10 Bringt aber die Zehnten in voller Höhe in mein Vorratshaus, auf dass in meinem Hause Speise sei, und prüft mich hiermit, spricht der HERR Zebaoth, ob ich euch dann nicht des Himmels Fenster auftun werde und Segen herabschütten die Fülle.
Talente:
Gott hat seine Talente, Begabungen zu einem bestimmten Zweck gegeben. Er hat dir das Leben, deinen Körper, deine Kräfte, deinen Verstand und künstlerische Fähigkeit gegeben, damit du durch dein Leben, deinen Körper und den Verstand etwas an seinen Körper, seinen Leib, die Jesusfamilie, der Gemeinde etwas mitteilst und sie bereicherst.
Talente der Künstler Ex 31,1-12;
Gebet:
Herr, ich habe das herzliche Verlangen, das Geheimnis deines Königreichs zu entdecken und dafür mein alltägliches Leben leidenschaftlich einzusetzen. Ich möchte mit der Hilfe des Heiligen Geistes in dies Geheimnis eindringen. Herr, ich möchte großzügig sein und bin bereit, alles in meinem Leben um des Himmelreichs willen und der Seelen, die du mir anvertraut hast, abzugeben. Du weißt, dass ich dies nicht so einfach von mir aus tun kann. Hilf mir durch deine Gnade, dass ich bereitwillig und großzügig sein kann. Amen.
Zum Nachdenken:
1. Wie kannst du dich besser Gott hingeben und heute & morgen noch mehr für sein Königreich einsetzen (investieren Zeit, Schätze, Talente)?
2. Überlege, dass das Leben in Gottes Gegenwart schon heute in dieser Welt ein großer Schatz ist. Wie sieht dieser Schatz aus? Was ist deine Antwort darauf, diesen Schatz zu besitzen?
Oktober 18, 2013
Hermeneutische Grundlage
Klassische anglikanische Lehre gründet sich zuvörderst auf der Heiligen Schrift, die allein verlässliche norma normans. Unsere Schriftauslegung geht aus einer Auseinandersetzung mit der Überlieferung der ungeteilten Kirche, insbesondere aus der Zeit der ersten vier Konzilien hervor. Im lehrmäßigen Konsens dieser Epoche erkennen traditionelle Anglikaner apostolische Tradition. Bei der Beurteilung „bloß kirchlicher“ (im Gegensatz zu offensichtlich apostolischer) Tradition im Lichte dieses Erbes aus Schrift und Überlieferung bedienen wir uns der vom Schöpfer gegebenen, von Christus vielfach gebrauchten und durch das Werk des Heiligen Geist in den Wiedergeborenen gereinigten Vernunft. Die kirchliche Verkündigung soll auf diese Weise die Gläubigen zu einem tieferen Verständnis der offenbarten Wahrheit führen. Allerdings kann die Kirche nie etwas als heilsnotwendigen Glaubenssatz vorlegen, was nicht direkt aus der Heiligen Schrift entnommen oder zwingend aus ihr ableitbar ist.
Die Umrisse traditioneller anglikanischer Lehre sind nicht allein und auch nicht hauptsächlich von unserem Bekenntnis, den Neununddreißig Religionsartikeln (in ihrem kontroverstheologischen historischen Kontext verstanden) vorgegeben, sondern – getreu der für den Anglikanismus äußerst wichtigen theologischen Regel lex orandi, lex credendi – auch durch unsere Agende, das Allgemeine Gebetbuch (Book of Common Prayer) samt dem anglikanischen Ordinale (Weiheliturgien zum Ordo: Diakonat, Presbyterat, Episkopat). Dieses wird von den meisten anglikanischen Geistlichen und Laien als ebenso wichtiges Lehrdokument für die anglikanische Identität betrachtet wie die Neununddreißig Artikel. Hierin liegt ein deutlicher Unterschied etwa zur evangelisch-lutherischen Tradition, in welcher niemals eine Agende auch nur ansatzweise die Bedeutung der Confessio Augustana oder von Luthers Katechismen erreicht hat.
Geschichte traditioneller anglikanischer Lehre
Die vorgenannten Grenzen lassen durchaus eine gewisse theologische Breite zu, die gelegentlich als „anglikanische Freiheit“ bezeichnet wird. (Diese betrifft auch das genaue Verständnis der Euraristie.) Dies lässt sich auch historisch gut nachvollziehen. Die kirchengeschichtlichen Wurzeln der anglikanischen Kirche liegen (a) in dem traditionell großen Selbstbewusstsein der beiden englischen Kirchenprovinzen unter den Provinzen der lateinischen Kirche, (b) in den Fernwirkungen der Vorreformation von John Wyclif (1330-1384), dem maßgeblichen Vorbild des tschechischen Vorreformators Jan Hus (1371-1415), (c) in der frühen Rezeption lutherischer Schriften durch spätere kirchenleitende Theologen wie Erzbischof Thomas Cranmer (1489-1556). Äußerer Anlass für den Bruch mit Rom war der bekanntermaßen rein machtpolitisch bedingte Wunsch König Heinrichs VIII. (1491-1547) nach einer katholischen Nationalkirche unabhängig von römischer Jurisdiktion.
Bereits während der Reformation unter der Regierungszeit König Eduards VI. (1547-1553) und der Konsolidierung unter der Herrschaft von Königin Elisabeth I. (1558-1603) versammelte die Anglikanische Kirche sowohl Theologen, die vom Calvinismus beeinflusst waren (Low Church) wie etwa Erzbischof Thomas Cranmer als auch dezidiert anglokatholische Stimmen, wie etwa die Theologen-Bischöfe John Jewel (1522-1571) und Lancelot Andrewes (1555-1626). Das Erstarken des anglokatholischen Flügels unter Erzbischof William Laud (1573-1645) führte zur calvinistisch-puritanischen Revolution und schließlich zu einer ausgleichenden Restauration, für die das Allgemeine Gebetbuch von 1662 steht.
Die Reformierte Episkopalkirche entstand in den 1870er Jahren aus der Opposition evangelikal geprägter Kleriker und Laien der Episkopalkirche unter Leitung des episkopalen Weihbischofs George Cummins gegen einen oberflächlichen Ritualismus in dieser Kirche. (Jener reformiert-evangelikale Einschlag wird etwa in unserer Präambel deutlich.) Gleichwohl war Bischof Cummins sehr wohlwollend gegenüber authentischem Anglokatholizismus eingestellt, was etwa in seiner Hochschätzung des hochkirchlich gesonnenen William Augustus Muehlenberg zum Ausdruck kam, welchen er für einen Bischofsstuhl der „neu-formierten“, eben Reformierten Episkopalkirche vorsah. (Er lehnte jedoch ab und blieb trotz aller Missstände der alten Episkopalkirche treu.)
Als die Episkopalkirche und andere Kirchenprovinzen der Anglikanischen Kirchengemeinschaft in den 1970er Jahren begannen, radikale Neuerungen einzuführen wie etwa die Ordination von „Priesterinnen“, entstanden neue traditionell-anglikanische, vorrangig anglokatholisch geprägte Jurisdiktionen in Nordamerika. Die Reformierte Episkopalkirche begann bald den Dialog mit diesen Jurisdiktionen. Mit der anglokatholischen Anglikanischen Provinz Amerikas wurde eine Vereinbarung über Kanzel- und Abendmahlsgemeinschaft geschlossen, nachdem zuvor ein (durchaus historisch zu nennendes) Konsensdokument mit dem Titel Anglican Belief and Practice ratifiziert worden war. Die Reformierte Episkopalkirche, einschließlich des deutschen Missionsbistums, vereint heute reformierte Anglikaner und Anglokatholiken. In gewissem Sinne kann Anglican Belief and Practice als eine Bekenntnisschrift angesehen werden.
Anglokatholische Theologie, deren frühe Exponenten hochgeachtete Theologen auf Bischofsstühlen wie Lancelot Andrewes und John Jewel waren, hat nicht nur alle theologischen Richtungen des Anglikanismus nachhaltig geprägt – einschließlich der Theologie der evangelikalen (nach ihrem Selbstverständnis vehement antikatholischen) Church Society des Vereinigten Königreichs und eben auch der offiziellen kirchenamtlichen Theologie der Reformierten Episkopalkirche (wie das zuvor zitierte Dokument Anglican Belief and Practice beweist). Einen noch größeren Einfluss hatte die anglokatholische Theologie auf die anglikanische Liturgie – und damit nach dem zuvor über die Rolle der Regel lex orandi, lex credendi im Anglikanismus auch auf die kirchenamtliche Theologie der gesamten Anglikanischen Kirchengemeinschaft. Zwar legte schon Erzbischof Cranmer eine gewisse Ehrfurcht vor der byzantinischen Liturgie an den Tag, indem er etwa das zweite Antiphongebet der Chrysostomus-Liturgie in das anglikanische Tagzeitengebet aufnahm. Doch war das von ihm unter Einfluss kontinentaler Reformatoren vorgesehene eucharistische Formular von 1552 – in deutlichem Gegensatz zu dem im besten Sinne katholischen von 1549 – insofern aus hochkirchlicher Perspektive defizitär als eine Epiklese fehlte. Dass diese Liturgie überhaupt eine Approbation erfuhr, lag an liturgischen Wendungen, die wörtlich verstanden auf die Realpräsenz Christi in den Elementen Brot und Wein anspielten; aufgrund dieser verweigerte auch ein an Rom orientierter Bischof wie Stephen Gardiner seine Zustimmung nicht, obgleich Erzbischof Cranmer dessen Interpretation der Agende zurückgewiesen haben soll. Das karolinische Formular von 1662 für die englische Kirche nahm dann die deutlichsten reformierten Änderungen zwischen den Liturgien von 1549 und 1552 zurück.
In der für den amerikanischen Anglikanismus später so wichtigen schottischen Kirchenprovinz (Schwurverweigerer gegenüber dem reformierten Thronfolger Wilhelm von Oranien) hingegen blieb man bei dem Kompromiss von 1662 nicht stehen, sondern stellte den katholischen Charakter der Liturgie von 1549 wieder her. Insbesondere enthält die schottische Liturgie eine explizite Epiklese nach den Einsetzungsworten. Der erste anglikanische Bischof in Amerika, Samuel Seabury, wurde von der Schottischen Episkopalkirche und nicht der Kirche von England konsekriert – mit der Auflage, dass er jenseits des Atlantiks die schottische Kommunionsliturgie und nicht die englische durchsetzen würde. Seit 1789 enthalten alle nordamerikanischen Agenden stets eine „schottische“ Abendmahlsliturgie mit Epiklese und Darbringungsgebet nach den Einsetzungsworten.
Die Wiederentdeckung des anglikanischen einschließlich anglokatholischen Erbes in der Reformierten Episkopalkirche in Nordamerika und Europa spiegelt sich auch liturgisch wider. Sowohl die englische Liturgie von 1662 („traditionell“) als auch („alternativ“) die schottisch-amerikanische in der Fassung von 1928 sind als eucharistische Liturgien zugelassen. Im deutschen Missionsbistum ist letztere die verbreitere, und auch die Kommunionsliturgie von 1549 darf für besondere Anlässe verwendet werden. Hier die Übersetzung der schottisch-amerikanischen Epiklese:
„Nach Deiner allmächtigen Güte lass es Dir gefallen, mit Deinem Wort und heiligem Geist diese Deine Gaben und Geschöpfe des Brots und des Weins zu segnen und zu heiligen, damit wir, indem wir dieselben nach der heiligen Einsetzung Deines Sohnes, unseres Heilands Jesu Christi, empfangen, zum Andenken Seines Todes und Leidens an Seinem heiligen Leib und Blut Teil haben mögen.“
[Protestantisch-bischöfliche Kirche in den Vereinigten Staaten von Amerika: Das Buch des gemeinschaftlichen Gebets, New York 1847, Ordnung der Communion, S. 186.]
Abendmahlsverständnis der Reformierten Episkopalkirche in Deutschland
Wir lehren, dass die Gegenwart Christi im Heiligen Abendmahl geistlich und real ist: In den Elementen von Brot und Wein wird den Gläubigen eine geistliche, aber nicht minder reale, Stärkung durch Leib und Brot Christi angeboten. Die Gegenwart unseres gepriesenen Erlösers ist geistlich insoweit sie vom Heiligen Geist vermittelt wird und sich rationalistischen Erklärungsversuchen entzieht. Der Heilige Geist bewirkt die Gegenwart Christi, fokussiert auf die Elemente Brot und Wein als Leib und Blut Christi. Dass es sich hierbei nicht um eine subjektiv-figurative, sondern eine objektiv-reale Gegenwart handelt, wird aus den objektiv nachvollziehbaren Konsequenzen würdigen oder unwürdigen Empfangs des hochheiligen Sakraments deutlich. Die Eucharistie vergegenwärtigt Christi Sühnopfer am Kreuz aber ist selbst kein solches.
Schriftbeweis
[Alle Schriftstellen zitiert nach der Übersetzung D. Martin Luthers in der Überarbeitung von 1912.]
Der HErr Jesus beschreibt das Manna als alttestamentlichen Typos Seines Leibes. Sein gesegneter Leib und Sein gesegnetes Blut sind nicht nur Stärkung, sondern gewöhnlich Voraussetzung für das ewige Leben:
Ich bin das lebendige Brot, vom Himmel gekommen. Wer von diesem Brot essen wird, der wird leben in Ewigkeit. Und das Brot, daß ich geben werde, ist mein Fleisch, welches ich geben werde für das Leben der Welt. Da zankten die Juden untereinander und sprachen: Wie kann dieser uns sein Fleisch zu essen geben? Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Werdet ihr nicht essen das Fleisch des Menschensohnes und trinken sein Blut, so habt ihr kein Leben in euch. Wer mein Fleisch isset und trinket mein Blut, der hat das ewige Leben, und ich werde ihn am Jüngsten Tage auferwecken. Denn mein Fleisch ist die rechte Speise, und mein Blut ist der rechte Trank. Wer mein Fleisch isset und trinket mein Blut, der bleibt in mir und ich in ihm. Wie mich gesandt hat der lebendige Vater und ich lebe um des Vaters willen, also, wer mich isset, der wird auch leben um meinetwillen. Dies ist das Brot, das vom Himmel gekommen ist; nicht, wie eure Väter haben Manna gegessen und sind gestorben: wer dies Brot isset, der wird leben in Ewigkeit. [Joh 6,51-58]
Der HErr setzt Sein Blut mit dem eucharistischen Kelch gleich. Er offenbart, dass Sein Blut einen Neuen Bund begründet und bezeichnet das von Ihm vergossene Blut als Sühnopfer:
Da sie aber aßen, nahm Jesus das Brot, dankte und brach’s und gab’s den Jüngern und sprach: Nehmet, esset; das ist mein Leib. Und er nahm den Kelch und dankte, gab ihnen den und sprach: Trinket alle daraus; das ist mein Blut des neuen Testaments, welches vergossen wird für viele zur Vergebung der Sünden. [Mt 26,26-28]
Der heilige Apostel Paulus beschreibt die welt-immanenten Auswirkungen eines unwürdigen Empfangs des Sakraments des Leibes und Blutes des HErrn:
Denn so oft ihr von diesem Brot esset und von diesem Kelch trinket, sollt ihr des HERRN Tod verkündigen, bis dass er kommt. Welcher nun unwürdig von diesem Brot isst oder von dem Kelch des HERRN trinket, der ist schuldig an dem Leib und Blut des HERRN. Der Mensch prüfe aber sich selbst, und also esse er von diesem Brot und trinke von diesem Kelch. Denn welcher unwürdig isst und trinket, der isst und trinket sich selber zum Gericht, damit, dass er nicht unterscheidet den Leib des HERRN. Darum sind auch viele Schwache und Kranke unter euch, und ein gut Teil schlafen. [1 Kor 11,26-30]
Der Apostel stellt klar, dass das auf Golgatha vergossene Blut und nur dieses das Sühneopfer ist:
Denn mit einem Opfer hat er in Ewigkeit vollendet die geheiligt werden. Es bezeugt uns aber das auch der heilige Geist. Denn nachdem er zuvor gesagt hatte: Das ist das Testament, das ich ihnen machen will nach diesen Tagen“, spricht der HERR: „Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben, und in ihren Sinn will ich es schreiben, und ihrer Sünden und Ungerechtigkeit will ich nicht mehr gedenken.“ Wo aber derselben Vergebung ist, da ist nicht mehr Opfer für die Sünde. [Hebr 10,14-18; zitiert Jer 31,33-34]
Patristischer Traditionsbeweis
Der heilige Johannes von Damaskus lehrt, dass die Gegenwart Christi im Heiligen Abendmahl real ist, aber vom Heiligen Geist auf unerklärliche Weise vermittelt und insofern geistlich:
„Es sprach Gott: „Das ist mein Leib“, und: „Das ist mein Blut“, und: „Das tuet zu meinem Andenken.“ Und durch sein allmächtiges Gebot geschieht es, bis er kommt. Denn so heißt es: „Bis er kommt.“ [1Kor 11,26] Und es kommt durch die Anrufung (Epiklese) als Regen auf dies neue Ackerfeld die überschattende Kraft des Hl. Geistes. Denn wie Gott alles, was er gemacht, durch die Wirksamkeit des Hl. Geistes gemacht hat, so schafft auch jetzt die Wirksamkeit des Hl. Geistes das Übernatürliche, das nur der Glaube fassen kann. „Wie wird mir das geschehen,“ sagt die heilige Jungfrau, „da ich keinen Mann erkenne?“ Der Erzengel Gabriel antwortet: „Der Hl. Geist wird auf dich herabkommen, und die Kraft des Allerhöchsten dich überschatten.“ [Lk 1,34f] Und jetzt fragst du, wie das Brot Leib Christi und der Wein und das Wasser Blut Christi wird. Auch ich sage dir: Der Hl. Geist kommt hinzu und wirkt das, was Begreifen und Denken übersteigt. […]
Zweckdienlich ist auch folgende Bemerkung: Wie auf natürliche Weise das Brot durch Essen und der Wein und das Wasser durch Trinken in Leib und Blut des Essenden und Trinkenden verwandelt werden, und nicht ein Leib entsteht, der von seinem früheren Leibe verschieden ist, so wird auch das Opferbrot und Wein und Wasser durch die Anrufung und Herabkunft des Hl. Geistes auf übernatürliche Weise in den Leib und das Blut Christi verwandelt, und es sind nicht zwei, sondern es ist ein und derselbe. Es gereicht denen, die es im Glauben würdig empfangen, „zur Vergebung der Sünden“ [Mt 26,28], zum ewigen Leben und zum Schutze des Leibes und der Seele; denen aber, die es im Unglauben unwürdig genießen, zur Züchtigung und Strafe, gleichwie auch der Tod des Herrn den Gläubigen Leben und Unvergänglichkeit zum Genusse der ewigen Seligkeit ist, den Ungläubigen und Mördern des Herrn aber zur ewigen Strafe und Pein gereicht. […]
Das Brot und der Wein sind nicht ein Bild des Leibes und Blutes Christi — das sei ferne —, sondern der vergottete Leib des Herrn selbst. Denn der Herr selber sprach: „Das ist mein Leib“, nicht: [Das ist] ein Bild des Leibes, und nicht: [Das ist] ein Bild des Blutes, sondern: „[Das ist] mein Blut.“ Und vorher sagte er zu den Juden: „Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esset und sein Blut nicht trinket, so habt ihr kein Leben in euch. Denn mein Fleisch ist wahrhaftige Speise, und mein Blut ist wahrhaftiger Trank.“ [Joh 6,53.55] Und wiederum: „Wer mich ißt, wird leben.“ [Joh 6,57]
[Johannes von Damaskus: Genaue Darlegung des orthodoxen Glaubens (Expositio fidei), Buch IV, Kapitel XIII, „Von den heiligen, makellosen Mysterien des Herrn“; BKV 1, Bd. 44, S. 210-13]
Klassisch-anglikanischer Traditionsbeweis (Neundunddreißig Artikel)
Wie eingangs erwähnt, ergibt sich ein korrektes Verständnis anglikanischer Lehre nur durch gleichzeitige Berücksichtigung des Bekenntnisses (Neununddreißig Artikel) und der Agende. En Auszug der Agende (Epiklese) ist bereits oben zitiert worden. Die Neununddreißig Artikel lehren:
„Das Mahl des Herrn ist nicht nur ein Zeichen der Liebe, welche die Christen untereinander – einer mit dem anderen – haben sollen, sondern es ist vielmehr das Sakrament unserer Erlösung durch Christi Tod.
Für diejenigen, die es auf rechte Art würdig und gläubig empfangen ist „das Brot, das wir brechen“, die Gemeinschaft des Leibes Christi und ebenso der „gesegnete Kelch“ die Gemeinschaft des Blutes Christi.
Die Transubstantiation (oder die Verwandlung der Substanz des Brotes und des Weines) beim Herrenmahl kann aus der Heiligen Schrift nicht bewiesen werden, sondern steht den klaren Worten der Schrift entgegen, zerstört das Wesen des Sakraments und hat zu mancherlei Aberglauben Anlaß gegeben. Der Leib Christi wird im Herrenmahl nur in himmlischer und geistlicher Weise gegeben, empfangen und gegessen. Das Mittel aber, wodurch der Leib Christi im Abendmahl empfangen und gegessen wird, ist der Glaube.“
[Neununddreißig Artikel. Artikel XXVIII. „Vom Heiligen Abendmahl“.]
Traditionsbeweis anhand einer neueren Bekenntnisschrift
[ABP = Anglican Belief and Practice. A Joint Affirmation of the Reformed Episcopal Church and the Anglican Province of America“, October 4, 2001]
Zur Hermeneutik wird festgestellt:
„Es wird anerkannt, dass die Neununddreißig Glaubensartikel, das Allgemeine Gebetbuch und das Ordinale die Grenzen anglikanischen Glaubens und seiner Ausübung festlegen.“ [ABP II, 1. Absatz]
„Der sicherste Weg, auf welchem die Kirche die Wahrheit ihrer Lehre prüfen kann ist das Studium der Heiligen Schrift. Dieses Studium soll innerhalb der Überlieferung der Kirche und mit Gebrauch rechter Vernunft erfolgen.“ [ABP III, Vorbemerkung]
Im Hinblick auf die Realpräsenz Christi im Heiligen Abendmahl wird bekannt:
„Die Heilige Schrift lehrt klarerweise das, was traditionell die Lehre von der Realpräsenz genannt wird. (Mt 26,26-29; Mk 14,22-25, Lk 22,17-20, Joh 6,48-58, 1Kor 11,23-32.) Kurz gefasst ist Jesus Christus wirklich, wahrhaft und einzigartig gegenwärtig in der Eucharistiefeier, in welcher die vom HErrn gebrauchten Elemente Brot und Wein als Fokus dienen. Die Gegenwart unseres HErrn soll auch im Leben der ganzen ecclesia militans et triumphans, dessen örtliche Manifestation die eucharistische Gemeinde ist, gefeiert werden. Anglikaner sind unwillig, über diese grundlegende Definition hinaus zu gehen – außer, dass die Theorie der Transsubstantiation als Dogmatismus abgewiesen und die Rolle des Heiligen Geistes bei der Feier des Sakraments betont wurde. (Beispielsweise schreibt Lancelot Andrewes in Responsio ad Apologiam Cardinalis Bellarmini: ,Bei der Ankunft der allmächtigen Kraft des Wortes, die Natur wird verändert, so dass das, was vorher ein bloßes Element war, nun ein göttliches Sakrament wird, wobei die Substanz nichtsdestotrotz das bleibt, was sie vorher war‘; vgl. auch Artikel XXVIII.) In den Worten von John Cosin: ,Was die Art und Weise der Gegenwart des Leibes Blutes unseres HErrn im gebenedeiten Sakrament betrifft, so […] gehen wir ihr nicht mit verwirrenden Untersuchungen nach; sondern nach dem Vorbild der ursprünglichen und reinsten Kirche Christi überlassen wir dies der Macht und Weisheit unseres HErrn.‘ (Historia Transubstantiatonis Papalis, cap. 1)“
[ABP IV, Vorbemerkung, Taufe]
Еs wird auch bekräftigt, dass die Eucharistie oder das Abendmahl von Christus eingesetzt wurde, eine wahrhaftige Teilhabe an Seinem Leib und Blut zu sein, ein Sakrament unserer geistlichen Nahrung und unseres Wachstums in Ihm und ein Unterpfand unserer Gemeinschaft mit Ihm und miteinander als Glieder Seines geheimnisvollen Leibes. Es gibt nur ein Opfer für die Sünde ・ das eine Opfer Christi, ein für alle Mal dargebracht am Kreuz. Dieses eine Opfer ist die vollkommene Erlösung, Sühne und Genugtuung für die Sünden der ganzen Welt. Somit kann die Eucharistie nicht als Sühneopfer an Gott den Vater bezeichnet werden. Schließlich kann die mittelalterliche Transsubstantiationslehre, wie es in Artikel XXVIII heißt, „aus der Heiligen Schrift nicht bewiesen werden・, noch kann irgendeine dogmatische Definition das Geheimnis der Realpräsenz Christi in der Eucharistie erfassen. Das Geheimnis der Realpräsenz kann nur durch Glauben bekräftigt werden.“ [ABP IV, Bekräftigung, letzter Absatz]
Anhang
Übersicht über die Neununddreißig Artikel (1562 Latein / 1571 Englisch)
Die Neununddreißig Artikel leiten sich in ihrer Grundstruktur von einem frühen anglikanisch-lutherischen Konsensdokument noch aus der henricianischen Reformation ab, den Wittenberger Artikeln von 1536. Mehrere wichtige Passagen sind direkt der Confessio Augustana oder der Confessio Wirttembergia (Eingabe württembergischer lutherischer Theologen an das Tridentinum) entnommen.
Art. I-V (Dreifaltigkeit und Inkarnation): Inhalt des Apostolikums
Art. VI-VIII (Offenbarung): Altes und Neues Testament sind das Wort Gottes, enthalten alles zum Heil Notwendige; die drei altkirchlichen Bekenntnisse sind zwingend aus der Heiligen Schrift beweisbar
Art. IX-XVIII (Anthropologie und Soteriologie, vgl. CA II, IV): Die Erbsünde hat den freien Willen, auch zur Hinwendung zu Gott zerstört; Rechtfertigung vor Gott und Heil wird den Auserwählten durch Christus allein zuteil; hieraus folgen notwendig Früchte guter Werke, die nicht überverdienstlich sein können.
Art. XIX-XXXIV (Ekklesiologie und Sakramentenlehre, vgl. CA XIV, XIII): Kennzeichen der wahren sichtbaren Kirche (reine Predigt und rechte Sakramentsverwaltung); Fehlbarkeit auch historischer bedeutsamer Teilkirchen; Unterordnung der Autorität der Kirche unter die Heilige Schrift; Abweisung gewisser römischer Lehren; Bedeutung von Ordination oder Beauftragung für öffentliche Wortverkündigung; Predigt in der Volkssprache; nur zwei Sakramente allgemein zum Heil notwendig; Sakramente nicht bloß Zeichen, sondern wirksame Zeichen; Verwerfung des Donatismus; Taufwiedergeburt; Präsenz Christi in den eucharistischen Elementen; Zurückweisung der Transsubstantiationslehre; Kommunion unter beiderlei Gestalt, Vollkommenheit des Kreuzesopfers Christi; kein Pflichtzölibat, auch nicht für Bischöfe.
Art. XXXVI (Vermischtes): Orthodoxie der eduardianischen Homilienbücher; Orthodoxie und Suffizienz des eduardianischen Ordinale; zeitliche Güter der englischen Kirche gehören dem Monarchen; Wehrdienst, Privatbesitz und Eide sind Christen gestattet.
Einführende deutschsprachige Literatur zum Anglikanismus
Artikel in LThK und TRE, ferner:
G. Gaßmann, Die Lehrentwicklung im Anglikanismus. Handbuch der Dogmen- und Theologiegeschichte, Band 2, Göttingen 1998. S. 353-410
Oktober 12, 2013
Posted by Bischof Meyer under
Predigten
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Das Gleichnis vom Unkraut und Weizen erklärt sich eigentlich von selbst, wenn wir die Verse 36 – 43 lesen.
Who is who? Sämann? Guter Samen? Unkraut? Feind?
Auslegungsmöglichkeiten: Welt – Kirche – Mensch
Das Gleichnis wird gewöhnlich auf die Welt allgemein und / oder auf die Kirche bezogen. Es gibt dazu unterschiedliche Auslegungen in der Kirchengeschichte. Möglicherweise sind beide Auslegung akzeptabel. Sie mögen sehr interessant sein, aber was nützt dies mir persönlich?
Wir wissen aber, dass es Böse und Gute in der Welt und Politik gibt. Gleicherweise haben wir auch immer wieder negative Beispiele aus der Kirche. (Priester und Pfarrer, die sich an Kindern vergehen oder Bischöfe, die falsch handeln oder Geld veruntreuen.
Aber kritisieren nach außen, mit dem Finger auf andere zeigen, das kann jeder. Aber was hilft das mir, dem Gläubigen persönlich?
1. Anwendung auf unser eigenes Leben:
Wenn es also Böses und Gutes in Politik und Kirche Christi gibt, finden wir diese Bereiche nicht auch in unserem eigenen Leben? Paulus sagt: Das Gute, was ich tun will, tue ich nicht, aber das Böse, das ich nicht tun will, das tue ich. Rö. 8,19
Wissen wir um das Gute, die gute Saat der Gnade, die Gott in unserem Leben gesät hat? Wenn ja, dann hat Gott dich zum Weizen berufen, aber nicht Unkraut zu sein.
Oder finden wir doch noch eine Menge Unkraut in unserem Leben? Gibt es Unordnung auf vielen Gebieten?
Der Christ stellt fest: Ja, da findet sich auch noch Unkraut in meinem Leben. Aber, woher kommt das Unkraut?
Es kommt von außen, aber auch von innen aus dem Herzen heraus.
Wie und wann entsteht es?
Das Unkraut, das der Böse säte, hat nicht nur in der Welt böse Frucht hervorgebracht, sondern auch direkt in meinem Leben, und ich verabscheue es sogar. Deshalb möchte auch verstehen, unter welchen Voraussetzungen so etwas zustande kommt.
a) Wenn Christen schlafen
V 24 Während nun die Leute schliefen, kam sein Feind, säte Unkraut.
Während ich schlafe, kommt der Böse und sät Unkraut in mein Leben. Es gibt viele Schlafformen: Träume, vor sich hin dösen, Visionen haben, Halbschlaf, etc.. Unser geistlicher Schlaf ist also Einfallstor für dem Bösen und das Unkraut. Dies gilt für mein Leben, aber auch für die Welt, Politik, für Kirche und Gemeinde.
Immer, wenn die Jesusleute geistlich schlafen, nicht hellwach sind, dann kommt der Teufel und treibt sein Unwesen in ihrem Leben. Für mich heißt es: Immer, wenn ich halbwach bin, döse oder einschlafe, dann kann Satan seine Arbeit beginnen.
In einer berühmten Predigt über Röm. 14 hat der englische Bischof Hugh Latimer Satans Arbeit so beschrieben:
Und jetzt möchte ich euch eine seltsame Frage stellen: Wer ist eifrigste Bischof und Prälat in ganz England, der alle übertrifft? Ich kann es Ihnen sagen, denn ich weiß, wer es ist, ich kenne ihn gut. Und jetzt merke ich, wie Sie hören und die Ohren spitzen, dass ich ihn nenne. Es ist einer, der alle anderen übertrifft und er ist der fleißigsten Prälat und Prediger in ganz England. Und wollt ihr wissen, wer es ist? Ich werde es euch sagen: Es ist der Teufel. Er ist der fleißigste Prediger von allen. Er ist nie aus seiner Diözese, nie von seiner Pfarrei weggegangen. Ihr werdet ihn nie lässig finden. Er ist immer in seiner Gemeinde. Er behütet seine Residenz allezeit. Ihr werdet ihn nie außerhalb finden. Rufe ihn jederzeit, wenn du willst an, er ist immer zu Hause. Er ist der eifrigste Prediger im ganzen Bezirk, und er hat immer seine Hand an den Pflug gelegt. Kein Herrscher noch Herumlungerer kann ihn stoppen. Er wird immer sein Geschäft im Griff haben. Man wird ihn nie im Leerlauf finden, ich versichere es dir. Und sein Büro ist dazu da, die Religion, den christlichen Glauben zu behindern, den Aberglauben zu pflegen, Götzendienst zu fördern, und eine Art des Papsttums zu unterstützen. Er ist bereit, seinen aufgestellten Pflug nach Wunsch zu benutzen und nach allen Möglichkeiten zu suchen, wie man die Herrlichkeit Gottes verunstalten und verschleiern kann.
Lektion: Unsere erste Abwehr gegen Unkraut und den Bösen besteht also darin, dass wir geistliche wach bleiben. Deshalb:
Schreibe dir geistliche Notizen auf, hänge dir Zettel an die Wand oder wie die Juden, schreibe dir Bibelverse auf Hände, Arme oder an deine Stirn. Weiter: Lass andere Christen dich erinnern, anrufen, SMS schicken, etc., und plane reglmäßig Zeiten des Gebets und Bibelstudiums ein. Lese täglich fortlaufend nach einem Bibelleseplan. Benutze den Ein- oder Zweijahresplan unserer REK (oder andere Lektionare). Beginne und unterhalte geistliche Gespräche mit anderen Christen oder Nichtchristen. Trinke „geistlichen Kaffee“, nehme eine „geistliche Dusche“, wenn du zu ermüden beginnst: Besuche eine christliche Freizeit, ein Retraite oder Bibelseminar oder gehe mal eine Woche in ein Kloster. Und wenn du müde und schläfrig im Alltag wirst, dann hau dir selbst eins ins Gesicht. Reiß das Fenster deines Lebensautos auf und lass frische Luft hinein, damit du auf der Autobahn deines Lebens nicht einschläfst und einen Totalschaden erlebst. Hallo1 geistliche Wachbleiben, damit kein Teufelsunkraut in deinem Leben aufgeht.
b) Das Prinzip des gleichzeitigen Wachstums – Böses / Gutes
Nicht immer wissen wir, was in uns gleichzeitig zu wachsen beginnt. Besonders bei kleinen Kindern erkennen wir, wie Weizen und Unkraut zusammen wachsen.
Was kann nicht alles bei einem 2-Jährigen gesät werden, was dann bei einem 5-Jährigen schon Früchte bringt? Wenn wir nichts tun und den Unkrautsamen wachsen lassen, dann kann er sich zu einem kriminellen Unkraut in Leben eines Teenagers entwickeln.
Besonders finden wir beide Seiten bei jüngeren Menschen, die in der Pubertät von ihren Emotionen und neu entdeckter Körper-Chemie und Schwarz-Weiß-Sicht der Welt zerrissen werden.
Feststellung: Wir stellen fest, dass guter und schlechter Same gleichzeitig, aber langsam im Leben aller Menschen aufwächst, ohne dass sie es sofort bemerken. Dies scheint einfach organisch zusammengehören.
Bei einem Neubekehrten, der dies merkt, mag es sein, dass er impulsiv sich wörtlich nach der Schrift am liebsten die Hand abhacken und das Auge ausreißen will.
Wenn wir aber reifere oder ältere Christen sind, werden wir feststellen, dass man die entdeckten Unkrauteigenschaften nicht auf diese Weise ausreißen kann, noch dass die Schrift so zu verstehen ist.
Wir sollen also nicht radikal an das Unkraut unseres Lebens oder das anderen Menschen herangehen. Es bedeutet nicht, dass uns dies Teufelskraut egal sein soll, sondern dass wir überlegt, sorgfältig und nachhaltig mit dem entdeckten Unkraut umgehen sollen. Wir können es nicht vorzeitig, plötzlich und gewaltsam ausreißen. Denn wir lesen: am Ende werden Gottes Arbeiter, seine Engel, es erst ausreißen, bündeln und verbrennen. Also bitte nicht gleich draufgängerisch, eigenherrlich es befehlend aus unserem Leben verbannen. Gewalttätig können wir keine Sünde, noch unser selbst Unkraut ausreißen. Denn der Weizen, die gute Frucht, muss zuerst wachsen und deutlich reif werden.
Im Befehlston Unkraut wegjagen zu wollen geht nicht. Wenn ich dies aber trotzdem in eigener Kraft versuche, werde ich dabei stolz. Dann aber wende ich meine Augen vom Herrn ab und von seiner Methode, mir auf andere Weise die Unkrautsünden wegzunehmen.
Verzweifeln wir nicht oft daran, dass wir meinen, die Sünden in unserem Leben oder dem unserer Kinder könnten niemals ausgerottet werden? Gerade zur Verzweiflung oder zum Übermut wegen unseres Sündenunkrauts will uns der Teufel bewegen. Unsere Verzweiflung über das Wachsen des Unkrauts ist für den Bösen genauso delikat, wie unser Sündenunkraut an sich. Wenn also die Verzweiflung oder das Sündenunkraut an sich mich dazu bringen, dass ich mich dann ganz auf mich selbst konzentriere, mich damit aber von Jesus weg bewege, dann kann ich sicher sein, dass ich den Bösen, den Teufel, recht glücklich damit mache: Nimm dein Unkraut jetzt selbst in die Hand, reiß es sofort aus oder verzweifle darüber.
Feststellung:
Ich stelle fest, dass mein Unkraut, meine Sünden mit mir organisch wachsen, genauso, wie auch gleichzeitig Christus in mir Gestalt angenommen hat. Da ist der „Neue Mensch“ – Christus in mir, aber die böse Neigung ist auch noch da. Deshalb besteht meine Aufgabe hauptsächlich darin, ihn täglich anzurufen, damit er nach seiner Weise zur rechten Zeit in mir mein Unkraut ausjätet, aber besonders ihn zu bitten, dass der gute Weizen, der gute Charakter und die guten Taten beständig wachsen.
2. Vertrauen in den Guten – Menschensohn – festigen
Nun wollen wir unser Augenmerk darauf lenken, wie Jesus mit dem Unkraut in meinem Leben umgeht. Jesus hat es erlaubt, dass das Unkraut noch weiter in meinem Leben existiert. Vergleichen wir hier einige Ähnlichkeiten Richter 3,1:
Dies sind die Völker, die der HERR übrig ließ – damit er durch sie Israel prüfte, alle, die nichts wussten von den Kriegen um Kanaan,
2 und die Geschlechter Israels Krieg führen lehrte, die früher nichts davon wussten -,
4 Diese blieben, um Israel durch sie zu prüfen, damit es kundwürde, ob sie den Geboten des HERRN gehorchten, die er ihren Vätern durch Mose geboten hatte.
Warum hatte Gott dieses heidnische Götzenunkraut im Lande Kanaan gelassen, bzw. aufgehen lassen? Damit alle Unwissenden um Gottes persönliche Führung geprüft würden, ob sie Gott vertrauen, lieben und seinem Willen gehorchen.
Lektion für uns: Prüfung, Vertrauen, Geduld
Gott hat das Unkraut in meinem Leben gelassen, wenigsten teilweise, damit Vertrauen und Geduld in meinem Leben entstehen, ihn persönlich zu erfahren und nach seinem Willen leben. Denn so, unter Prüfung, wächst in mir die Frucht, der gute Weizen, aber in der Auseinandersetzung, gestärkt im Kampf.
Achtung Missverständnis!
Gott will aber kein Unkraut in unserem Leben. Es soll tatsächlich so schnell wie möglich aus unserem Leben verschwinden. Aber wie und in welcher Zeit?
Wir wissen, dass Jesus Wasser in Wein verwandelt hat. Dies sieht aus, als würde heute ein Kind einen Zauberstab nehmen und Hokuspokus sagen, etwas mit einem Zauberstab tun, ein Kinderspiel! Doch nicht so im Leben seiner Nachfolge. Jesus hat an dem, was er litt, selber erst Gehorsam gelernt. Doch Jesu liebstes Wunder ist Böses in Gutes umzuwandeln. Dazu benötigt er im Leben der Menschen seine Zeit. Dagegen geht es bei Satans wie mit einem Zauberstück entgegengesetzt her: Mit einem plötzlichen Schnipsen will er das Gute in Böses umkehren.
Deshalb spricht Jesus immer wieder davon: Böses mit Gutem zu erwidern, die andere Backe auch noch hinzuhalten oder, wenn gezwungen, zwei Meilen anstatt eine zu gehen, oder auch zu segnen, die uns verfolgen.
Tatsächlich kann dass Vorhandensein von Unkraut in unserem Leben auch Grund für manche Segnungen werden. Die Motive und Handlungen beim Unkraut bleiben zwar immer noch böse, aber Gott gebraucht das Unkraut zum Guten in unserem Leben.
Denken wir an so vielen Tugenden, Stärken, Erfindungen, die deshalb entstehen, weil es so viel böse, schlechte Nachrichten und Unglücke in der Welt gibt?
Wir wissen, die Liebe kann nur in eine Welt voller Dunkelheit hell erscheinen. Wie viel Liebe haben Missionare und Missionarinnen, Ordensleute, Priester und Pfarrer in einer Welt voller Dunkelheit gezeigt, in der Welt einer verkommenen und bösen Generation? Sie leuchteten dort wie die Sterne.
Wie viel Missionseifer ist nicht schon wegen einer verunkrauteten bösen Welt zur Evangelisation entstanden, damit dort Gottes Weizen aufgeht, ob unter Moslems, sozialen Brennpunkten oder in Prostituiertenvierteln? Wie viele Kirchen- und Missionsorganisationen zur Verbreitung des Evangeliums in aller Welt sind nicht in den letzten Jahrhunderten entstanden, damit Licht in die Finsternis der Völker, der gute Same hineingesät wird?
Wie viel Vertrauen, Geduld und Liebe wurden nicht schon trotz Leid und Zerstörung während und nach den Weltkriegen zur Saat ausgeschüttet?
Lektion:
Wir können uns nicht so einfach und sofort vom Unkraut in unserem Leben trennen. Wir müssen lernen, damit zu leben und umzugehen, ohne zu murren. Wir sind aber aufgefordert Böses in Gutes umzuwandeln, berufen den guten Samen, den Weizen Gottes, in unserem Leben wachsen zu lassen. Wir sollen geduldig beten für die Umwandlung und Bekehrung zum Guten, zum Wachsen des Weizens.
Noch wichtiger ist, dass wir unter unseren Mitmenschen so leben, wie Gott es wünscht, indem wir den Sündern mit Gutem begegnen, ohne dass wir selber wie sie werden; ohne zu murren, zu schimpfen, zu fluchen oder Schlechtes zu reden.
Der größte Segen ist jedoch, selbst in der Gegenwart Gottes zu bleiben, obwohl ich all das Unkraut um mich herum sehe. Mein Wunsch ist, nicht so wie jene zu werden.
Meine einzige Hilfe ist, mich zum Sämann zu wenden, zu Jesus, dem Gärtner des Garten Gottes selbst.
Möge er in mir das gute Werk, das er angefangen hat, in mir auch vollenden.
Es ist das Unkraut in mir, das mich in des Sämanns Arme treibt; es sind die Unkrautmenschen um mich herum, die mich in des Gärtners Arme bringen. Und zwar: vertrauensvoll und in Geduld. Dies zeigt aber, dass ich den Wunsch habe, Jesu Charakter in mir entstehen zu lassen, den guten Weizen.
Es ist mein gößter Wunsch, durch Jesus gute Frucht zu bringen, und gerade wegen des Unkrauts in mir und in meiner Umwelt. Amen
Oktober 6, 2013
Unsere Begebenheit finden wir bei Matthäus, Markus und heute besonders bei Lukas 5,17-26 beschrieben.
Gelähmte Menschen und kleine Kinder haben viele Gemeinsamkeiten. Wenn sie ihre Begrenztheit und Hinfälligkeit erkannt haben, wissen sie, dass sie auf die Hilfe der anderen angewiesen sind. Beide wissen um ihre Schwäche und Hinfälligkeit, dass sie nicht selbst zu Christus gelangen können.
Deshalb sagt Jesus: Lu 18,14+15 Aber Jesus sprach: Lasset die Kinder und wehret ihnen nicht, zu mir zu kommen; denn solchen gehört das Himmelreich. Und er legte die Hände auf sie und zog von dort weiter
. Kinder müssen aber gebracht werden. Das ist eine gemeinsame Aufgabe. Gerade bei Kindern und Gelähmten erkennen wir am Deutlichsten auch das Prinzip der Gnade. Sie können sich selbst nicht das Heil aneignen, sie können durch keine eigene Anstrengung des Willens oder ihrer Entscheidungskraft zu Christus kommen. Sie sind hilflos und müssen gebracht. In unserem Falle wird der Gelähmte sogar von vier Freunden gebracht. Ziel ist körperliche und geistliche Heilung. Von diesem Gemeinschaftseinsatz können wir alle lernen. Nach der körperlichen Heilung geht dann allein um die freie Gnade Gottes, die den von Natur aus für den Glauben Gelähmten zugesprochen werden soll. diese Teamarbeit für diese beiden Gebiete wird von uns allen gefordert. So sind wir dann in den verschiedenen christlichen Kirche und auch als REK Gemeinde, ja alle Christen gefordert: Denn wenn die für Gott gelähmten Menschen nicht alleine zu Christus kommen können, dann müssen zwei oder drei Personen für diese aktiv werden und wenn notwendig, wie dieses Viererteam, den geistlich Gelähmten finden und ihn zu Christus unter Sein Wort bringen. Lasst uns für solche kleine Tragbaren-Teams beten, solche Teams zusammenstellen, die sich um Menschen, geistlich Gelähmte bemühen, damit sie zu Christus gebracht werden. Die einen sollen zu Kinder-, Jugend- oder in Erwachsenenkreise gebracht werden, dann aber Erlöste auch am gemeinsamen Gottesdienst teilnehmen. Glauben wir wirklich, dass solche fernstehenden, nichtkirchlichen Gelähmten gebracht werden müssen? In Berlin und Hamburg gibt es schon mehr als 60% solcher, die nichts mehr mit der Kirche, dem christlichen Glauben zu tun haben. Wie viele aber von diesen und den übrigen sind aber noch nie von Christus berührt wurden? Unser gemeinsames Dienen, für das wir heute beten wollen, wird sich in unseren Glauben und dann in der Praxis zeigen! Ob bei Evangelisationen oder Asylantenarbeit, bei Freekstock oder Campingmission, in Schule und Freizeitarbeit, beim Kaffeetreff oder Frauenfrühstück. Wir sind aufgefordert durch unterschiedliche Methoden unsere heutige Missionsaufgabe wieder aufnehmen. Es geht darum, die geistlich Gelähmten vor unserer Haustür, in unserem Ort und Kreis, zu finden und sie zu Christus zu bringen. Gelähmte schaffen es nicht, von sich aus zu kommen. Sie sollen von uns im gemeinsamen und stellvertretendem Glauben zu Christus gebracht werden. Wollen wir dies gemeinsam tun? Die Welt wird weltlicher. Christen verschwinden mehr und mehr aus unserer Gesellschaft. Das freudige gemeinsame Zeugnis fehlt heute mehr denn je. Dagegen breitet sich ein begeisternder Islam in Deutschland aus. Warum? Unsere Bundeskanzlerin ermutigte vor einiger Zeit: Man darf Muslimen nicht vorwerfen, dass sie mit leuchtenden Augen über ihren Glauben sprechen, wir aber nicht in der Lage sind, mit noch leuchtenderen Augen von unserm Glauben zur reden … Sprechen Sie mit fröhlichem Herzen vom „C“. – Damit meinte sie nicht ihre Partei, sondern Christus.
1. Hinderungsgründe im gemeinsamen Dienen
Der erste Hinderungsgrund in Mrk 2,2 war die im Wege stehende Menschenmenge. Es sind oftmals Menschen, auch christliche, fromme oder verwandtschaftliche Beziehungen, die zur Seite geschoben oder sogar freundlich umgangen werden müssen. Es gibt immer Gründe, einen gemeinsamen Einsatz wegen Verwandtschaftsbeziehungen aufzugeben. Gerade die ganz nahstehenden Menschen stehen oft zwischen Christus und einem gelähmten Sünder. Diese Probleme sollten wir erkennen und kreativ bewältigen. So kann es zweitens sein, dass ein Dach oder besser eine Decke im Wege steht. Es sind manchmal ganz praktische und materiellen Dinge, die im Wege stehen: Keine Fahrtgelegenheit, kein Auto, keine Zeit, usw. wegen Familie und Arbeit, Finanzen, etc. Wir hören oft alle möglichen Argumente, warum etwas dazwischengekommen ist und bestimmte Personen nicht oder nicht mehr kommen können. Oftmals müssen wir einfach sagen: Wir kommen, wenn Du keine Gelegenheit hast und holen dich mit dem Auto ab, und bringe dich wieder nach Hause oder bezahlen Dir auch das Busticket.
2. Weitere Widerstände im gemeinsamen Dienen
die finden wir jedoch unmittelbar in der Gegenwart Jesu: Da gibt es auch noch die Schriftgelehrten, die Gesetzeslehrer, die bibeltreuen Bibelkenner. Auch sie können ein Hindernis werden. Bei ihnen muss alles genau vorher geplant, aufgeschrieben und durchdacht sein. Es muss die rechte Schriftstelle benutzt werden, und außerdem muss alles noch etwas biblischer bedacht werden. Doch hört, auch übergenaue Bibeltreue können ein Hinderungsgrund sein, solche, die sich zu viele Sorgen um 150% Genauigkeit machen, vielleicht sogar verstecken, dass keine Zeit oder Begeisterung mehr da entsteht, Gelähmte zu Christus zu bringen. Doch Christus will keine Schriftgelehrten empfangen, sondern nur Gelähmtenträger. Er wartet doch nur darauf, dass wir die Gelähmten zu ihm durch die Decke hinablassen. Deshalb, ist es oft besser, naiv im Glauben, ohne letzte Vorbereitungen zu sein und gegen alle christliche Knicke jemanden gemeinsam zu Christus zu bringen, als überhaupt nicht in Bewegung zu kommen. Der vertrauensvolle Eifer und der aktive Glaube ist für die christliche Gemeinde oft wichtiger als die beengte kleingläubige Manier, ob denn auch alles richtig vorbereitet sei. Lasst uns also alle Hindernisse der Menschenmenge, der Dächer und der Gesetzeslehrer im Glauben überwinden und unsere Gelähmten unter das Wort des Christus bringen.
3. Das Ziel unseres gemeinsamen Betens und Dienens
Wenn nun die geistlich Gelähmten endlich vor Christus stehen, dann sollen sie trotz ihrer persönlich oft schweren Situation zuallererst die wichtigste und mutmachende Botschaft hören, ihr eigentlichstes Problem: „Meine Sohn, meine Tochter, fasse; Mut. Dir sind deine Übertretungen, die du gegen den Willen Gottes getan hast, deine Fehler vor Gott und Menschen, deine Schuld ist dir vergeben! Dies zu hören und zu erfassen bedarf schon Mut. Doch die Schuld vor Gott und Menschen ist die Grundursache allen Übels und auch aller Trennungen in Familie und Gesellschaft. Welch eine Ermutigung, wenn wir Vergebung zugesprochen bekommen: Deine Schuld ist vergeben, du bist mit Gott versöhnt, du hast Friede mit Gott. Die Ursache für deine Gelähmtheit und Haltlosigkeit ist von dir genommen. Ist dies nicht der größte Trost? Dafür lasst uns gemeinsam beten, dafür lasst uns gemeinsam dienen, Gelähmte zu Christus zu bringen. Und wenn Dir Christus heute alle Deine Schuld vergibt, dann reihe dich sofort in das Missionsteam ein, deine Nächsten zu Christus zu bringen. Amen.
Oktober 3, 2013
TAG DER DEUTSCHEN EINHEIT

Wir denken heute an den 3. Oktober 1990 zurück. Die eigentliche Wende und der Mauerfall begann am 9/10 November 1989.
Ich werde diesen Tag nicht vergessen. Damals befand ich mich gerade im alten Seminar der Ref. Episkopalkirche in Philadelphia. Da rief man mich in einen Seminarraum, in dem ein Fernseher stand.“ Come, look, the Berlin Wall is coming down“!
Wir befanden uns mit den Kindern gerade in den USA auf Reisedienst. Als ich dann abends wieder im Missionshaus eintraf, schauten wir auf dem alten Fernseher, was an diesem Tag alles geschah. Mauerspechte mit Hämmern und Pickeln!
Mir kamen die Tränen. Ich konnte dies nicht glauben. „Surprised by Joy!“ Überrascht von der Freude. So hätte es C.S. Lewis sicherlich genannt. Und wir: „Überrascht von der Einheit!“
Mir jedenfalls kamen minutenlang doch die Tränen. Das war einfach nicht zu glauben. Wer hatte dafür gebetet. Hatten deutsche Christen dies bereits jahrelang in ihren Gebeten bewegt und geglaubt ? So etwas geschah in Südkorea, wo Tausende Menschen für ihre Wiedervereinigung beteten, schon seit langem. Aber nichts geschah dort. Hier aber in Deutschland war Gott am Werk, obwohl möglicherweise keiner dafür betete. Und in Korea hat es trotzt vieler Gebete bisher noch keine Wiedervereinigung gegeben. Doch hier bei uns, nach 40 Jahren Trennung deutscher Familien, kam unvorbereitet, unerwartet und fast ungläubig plötzlich die Wiedervereinigung.
Wir lernen, was im Plan Gottes, in seiner Vorherbestimmung festgelegt ist, das geschieht trotz aller Umstände, mit oder auch ohne Gebet, denn unser Gott ist ganz souverän. Er bestimmt Zeit und Stunde in seiner Allmacht, Allwissenheit und durch seine Allgegenwart. Denn Gott ist Gott!
Deshalb fragt und verkündet Paulus über die Rückkehr und Wiedervereinigung des ungläubigen irdischen Volkes Israels mit dem gläubigen geistlichen Volk Israel: Römer 9, 18 So erbarmt er sich nun, wessen er will, und verstockt, wen er will. 19 Nun sagst du zu mir: Warum beschuldigt er uns dann noch? Wer kann seinem Willen widerstehen? 20 Ja, lieber Mensch, wer bist du denn, dass du mit Gott rechten willst? Spricht auch ein Werk zu seinem Meister: Warum machst du mich so? 21 Hat nicht ein Töpfer Macht über den Ton, aus demselben Klumpen ein Gefäß zu ehrenvollem und ein anderes zu nicht ehrenvollem Gebrauch zu machen?
Alle waren sich damals bewusst: Dieser Tag ist ein Einschnitt nach 40 Jahren Prüfung in unsere deutsche Geschichte. Dieser Tag betraf jedes Leben. Es war ein ähnlicher Einschnitt wie beim Volk Israel, dass 70 Jahre vom Heimatland nach Babel weggeführt würde: Jeremia hatte das Volk gewarnt. Aber ohne Erfolg. Doch nach 70 Jahren hatte die Prüfungszeit ein Ende.
Wir hören von Daniel: 9, 1 Im ersten Jahr des Darius, des Sohnes des Ahasveros1, aus dem Stamm der Meder, der über das Reich der Chaldäer König wurde, 2 in diesem ersten Jahr seiner Herrschaft achtete ich, Daniel, in den Büchern auf die Zahl der Jahre, von denen der HERR geredet hatte zum Propheten Jeremia, dass nämlich Jerusalem siebzig Jahre wüst liegen sollte. 3 Und ich kehrte mich zu Gott, dem Herrn, um zu beten und zu flehen unter Fasten und in Sack und Asche. 4 Ich betete aber zu dem HERRN, meinem Gott, und bekannte und sprach: Ach, Herr, du großer und heiliger Gott, der du Bund und Gnade bewahrst denen, die dich lieben und deine Gebote halten! 5 Wir haben gesündigt, Unrecht getan, sind gottlos gewesen und abtrünnig geworden; wir sind von deinen Geboten und Rechten abgewichen. 6 Wir gehorchten nicht deinen Knechten, den Propheten, die in deinem Namen zu unsern Königen, Fürsten, Vätern und zu allem Volk des Landes redeten. 7 Du, Herr, bist gerecht, wir aber müssen uns alle heute schämen, die von Juda und von Jerusalem und vom ganzen Israel, die, die nahe sind, und die zerstreut sind in allen Ländern, wohin du sie verstoßen hast um ihrer Missetat willen, die sie an dir begangen haben.
Das Volk Israel kehrte danach mit Esra und Nehemia zurück ins verheißene Land. Das Volk wurde wieder eins. Hier erfüllte sich das Wort Jeremias: 29,10 Denn so spricht der HERR: Wenn für Babel siebzig Jahre voll sind, so will ich euch heimsuchen und will mein gnädiges Wort an euch erfüllen, dass ich euch wieder an diesen Ort bringe.
Auch unsere 40 Jahre waren zu Ende. Für unser Volk wurde ein neues Kapitel der Geschichte aufgeschlagen. Man freute sich über die Zusammenführung oder Rückanbindung an die Bundesrepublik, man war dankbar für die neue errungene Freiheit, erfreut über die lang ersehnte Einheit unseres Volkes. Die Freude überdeckte alles vergangene Leid, alle Unterdrückung und alle Trennungen. Es gab Freibier und Begrüßungsgeld!
Heute schauen wir auf 23 Jahre nach der Wende zurück. Der eiserne Vorhang ist gefallen. Die plötzliche Begeisterung ist nun verflogen. Der Alltag hat sich wieder eingestellt. Viele Ideen und Hoffnungen sind wie Seifenblasen sind geplatzt. Nicht überall sind blühende Landschaften entstanden. Die Realität hat sich breit gemacht. Es gab Erfolge, aber auch Enttäuschungen, Verzweiflung und viele Neuanfänge. Viele erlebten im Rausch auch einen Bankrott. Doch das Leben nach mehr als 20 Jahren ist weitergegangen, Dinge des Ostens sind in den Westen importiert worden, Ganztagskindergärten und Ganztagsschulen oder Westkapitalismus und Ellenbogengesellschaft sind im Osten erstanden. Neue Herausforderungen kamen auf Ost und West zu. Nun haben wir eine Bundeskanzlerin und einen Bundespräsidenten mit Ostwurzeln, die Gesamtdeutschland regieren oder repräsentieren.
Und wer meinte, die Menschen seien nach den sozialen, wirtschaftlichen und politischen Veränderungen nun zufriedener, gelassener oder vielleicht auch Gott dankbarer, der wird feststellen, dass sich im Geist und der Seele der Ossis und Wessis nicht viel geändert hat. Mehr als 60 % sind im Osten weiterhin nichtkirchlich oder kirchenfern. Von einem Verlangen nach Gott scheint man nicht viel zu merken. Großstätte wie Berlin oder Hamburg kommen auf eine Atheisten-Statistik wie im Osten. Eine Dankbarkeit gegenüber Gott ist kaum in Ost oder West festzustellen. Fast alle denken nur an sich, an ihr Vorankommen, an ihren Wohlstand, an ihr Überleben. Warum? Wir fragen? Hat es auch eine innere Wende nach der äußeren Wende gegeben? Wurde die Mauer, die zwischen Gott und Mensch war, die der Sündentrennung, bei vielen Menschen abgerissen? Ist der Eisernen Vorhang zwischen Gott und Mensch zur Seite geschoben worden? Das sind die eigentlichen Fragen, die wir nach der großen Wende, der trennenden Mauer des Eisernen Vorhangs zwischen Gott und den Menschen stellen müssen, gelöst? Denn es ist wichtiger, dass bei jedem in Ost und West, ganz persönlich die große Mauer zwischen Gott und Mensch abgerissen wird und die große Wende eintritt, dass anstatt der früheren Wende von Gott weg nun die Wende auf Gott zu beginnt.
Doch wir müssen ernüchtert feststellen: Der alte Adam in uns, die Neigung zum Bösen, wie es unser Glaubensartikel 9 oder der Römerbrief in 8,19 sagt: „Das Böse, was ich nicht tun will, tue ich!“ Das hat die damalige Wende auch noch überlebt. Die Neigung zum Bösen steckt noch genauso in uns wie damals in der Zeit vor der Wende – hier im Westen wie auch im Osten.
Doch uns ist an einer wirklichen Wende gelegen, einer Wende eines jeden unter uns zu Gott durch Jesus Christus, der für uns am Kreuz gestorben und Mittler geworden ist. Er will uns erlösen und unser Leben erneuern, verändern dass es gottähnlich wird, dass wir in das Ebenbild seines Sohnes umgestaltet werden. Es ist die Wende zum Leben, zu Christus, die nicht nur uns, sondern auch unsere Familien, unserer Beziehungen, unseren Arbeitsplatz und unsere Gesellschaft verändern wird.
Gott hat die Trennung, die Mauer zwischen Himmel und Erde abgerissen, durch den Tod seines Sohnes am Kreuz. Er hat eine Brücke zur Ewigkeit und eine Brücke der Versöhnung zu allen Menschen geschaffen. Die Mauer ist von Gott abgerissen worden, er hat Ost und West, Nord und Süd, Juden und Nichtjuden zusammengeführt hat. Er hat Frieden gemacht am Kreuz, Christus ist unser Friede. Er ist der Garant für Frieden und Einheit.
Dank, dass Gott in seiner Vorherbestimmung unser Volk wieder geeint hat; dank, dass er uns selbst zu sich gebracht hat, indem er die Trennmauer der Sünde abriss. Dank, dass Gott und Mensch durch Christus vereint sein kann.