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Dieser 17. So. n. Trinitatis ist überschrieben mit dem Titel einer Lutherpredigt von 1520: „Von der Freiheit eines Christenmenschen“.

Luther beginnt nun seine Predigt an den weisen Herrn Hieronymo Mühlpfordt, Stadtvogt zu Zwickau. Er entfaltet das Thema und er stellt zwei gegensätzliche Bibelstellen vor. Darauf hin folgen 30 Punkte seiner Predigt von ca. 11 A 4 Seiten, die, wenn sie ausdrucksreich gelesen wird, etwa 90 Minuten dauern würde.

Zum ersten sagt er: Dass wir gründlich mögen erkennen, was ein Christenmensch sei und wie es getan sei um die Freiheit, die ihm Christus erworben und gegeben hat, davon St. Paulus viel schreibt, will ich setzen diese zwei Beschlüsse:
Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Dinge und niemand untertan. Ein Christenmensch ist ein dienstbarer Knecht aller Dinge und jedermann untertan.

Bei Christus selbst erkennen wir diese beiden Bewegungen auch hier im Evangelium. Unsere heutige Geschichte führt uns in das Haus eines Oberpharisäers. Es scheint so zu sein, dass der Sabbatgottesdienst, der mit Sonnenuntergang begann, zwischen 17-18 Uhr schon zu Ende ist. Danach trifft man sich zum Essen, hier ausgedrückt mit: Das Brot zu essen. Ob dies auch schon ein Hinweise im Evangelium war, dass die Christen dann später zusammenkamen, um am Auferstehungstag Christi das Gedächtnisbrot, Christus zu essen, an seinem Mahl und seinem Leib Anteil zu haben?
Bei diesem Essenstreffen gibt es zwei Abschnitte. Der erste Teil beschäftigt sich damit, dass die Gäste kommen, vielleicht noch stehen. Dann der Teil, wo sie sich schließlich setzen und nach und jeweiliger Rangordnung das Essen bald beginnt.
Auch hier ist dies der Fall.

1. Die Gäste kommen – und Jesu freie Predigt an die noch Stehenden.
Wir wissen nicht, warum Jesus eingeladen wurde, ob man ihn ehren, aushorchen oder ihm eine Falle stellen wollte. Doch er geht hin und macht sich zum Knecht aller. Knecht ist er. Da mitten im Stehen und warten taucht plötzlich einer auftaucht, der scheinbar nicht eingeladen war. Denn dieser geht bald wieder, bleibt nicht beim Essen, bzw. Jesus lässt ihn gehen oder schickte ihn weg. Dieser durchaus nicht ebenbürtige und ehrenwerter Mensch, steht da zwischen den anderen und Jesus erkennt, dass er ein Problem hat, dass sein ganzes Sein betrifft. Es sieht blass aus, ihm fehlt die Farbe, ist er krank? Nun, was er hat, ist die Wassersucht oder ganz einfach, bei ihm staut sich Wasser im Körper. Das gibt es auch heute noch bei vielen Menschen. Die Ursache kann vielfältig sein. Aber meist hat es mit dem Herz zu tun, dass nicht recht arbeitet, mit der Niere oder anderer Organen.
Das Brockhaus Lexikon erklärt: Wassersucht (Hydrops), ist eine krankhafte Ansammlung von wasserähnlicher Flüssigkeit in den Geweben oder Höhlen des lebenden Körpers, Symptom chronischer Nieren-, Herz- und Lungenkrankheiten.
Nun was hat Jesus mit solchen einem Gast zu tun? Er hätte ja wegschauen, vorbeigehen oder sich setzen können, um endlich Ruhe nach dem Sabbatgottesdienst am Ende der Woche zu haben. Doch Jesus ist nicht so. Er zeigt seine Nächstenliebe und will seinen Dienst diesem bedürftigen Menschen anbieten. Von nun an ist er wieder einmal nicht sich selbst gehörig, sondern einem anderen. Seine eigene Bedeutung unter den Oberrabbinern und Oberschriftgelehrt ist nicht wichtig. Sein Platz, vielleicht in Ehren schon vorbereitet in der Nähe des Gastgebers, den muss er nicht einnehmen. Alles und alle Handlungen ordnet er aus Liebe zum Kranken, der Herz- oder Nierenleidend ist, ihm zu helfen unter. Erkennen wir: Christus ist frei von allen Erwartungen des Gastgebers und den anwesenden studierten Menschen, frei von den Erwartungszwängen und frei gegenüber seinen eigenen Wünschen. Warum? Wir werden es gleich hören. Stellen wir fest: Er hat sich zum Diener des einen Kranken gemacht, der plötzlich oder geplant kurzfristig von draußen hereinkommt. Und Christus ist frei von allen Sach-, Personen und Traditionszwängen.
Nun antwortete er denen, die noch alle stehen und ihn belauern. Vielleicht war auch dieser Auftritt des Kranken geplant, um Christus öffentlich eine Falle zu stellen. Aber auch gegenüber der Hinterlist der Menschen ist Christus frei. Er vertraut allein auf Gottes Wort und steht im Vertrauen zu seinem Vater. Nichts kann ihn hier anhaben.
Er ist so frei, dass er sogar eine kurze Predigt beginnt, oder besser gesagt eine Antwort und Argument auf die Situation: Nein, er hält nicht den Mund. Wahre Freiheit handelt, auch wenn sie anstößig wirkt oder auch verletzt. Wahre Liebe muss in Freiheit handelt. Und so sagt er:
Ist’s erlaubt, am Sabbat zu heilen oder nicht? Sie aber schwiegen still.
Jesus wusste, dass die Pharisäer traditionell die Schrift gut auslegten. Denn für sie galt: Wenn am Sabbat ein Ochs oder Esel in den Brunnen oder in ein Loch fällt, dann dürfen sie diese herausholen. Auch dass sie am Ruhetag das Vieh nicht verdursten lassen würde, sondern tränken dürften. Dagegen sagte die Qumram-Gemeinschaft, die Essener: Lasst nicht zu, dass einem Tier geholfen wird, dass am Sabbat gebiert, und wenn eins am Sabbat in ein Loch fällt, lasst es nicht zu dass es an diesem Tag herausgeholt wird. (CD 11.13-14)
Jesus wartet kurz, ob ihm jemand antwortet. Aber sie schwiegen alle. Damit erkennen sie Jesus als Autorität an, ansonsten hätten Schriftgelehrt noch stundenlang weiter debattiert.
Jesus handelt aber in Freiheit der Tradition und der väterlichen Schriftauslegung, vor Gott und vor Menschen. Er fasst den Kranken an, ob mit Gebet oder ohne: Aber er heilt ihn von seinem Herz – oder Nierenleiden, sodass die Schwellungen und das Wasser in den Füßen, Beinen oder Armen weggeht. Welch eine herrliche Freiheit zu solchem Handeln!
Worauf gründet sie sich?
Schauen wir nach. Jesus antwortet: Würdet ihr nicht eure Kuh am Ruhetag aus dem Wasserloch ziehen? Natürlich! Und er fügt noch etwas Persönlicheres hinzu: Würdet ihr nicht euren eigen Sohn aus dem Brunnen ziehen? Natürlich!
Jesu gründet sich hier einmal auf das, was der normale Menschenverstand tun würde. Auch der weiß, dass er in Not jedem helfen sollte, dem Vieh oder dem Sohn des Nachbarn.
Doch Jesu Entscheidung gründet sich auf mehr als nur auf einen gesunden helfenden Menschenverstand. Jesus Freiheit zu helfen, gründet sich auf die Sendung des Vaters und auf die Heilige Schrift:

Heißt es nicht in 2 Mo 22,1ff Wenn du dem Rind oder Esel deines Feindes begegnest, die sich verirrt haben, so sollst du sie ihm wieder zuführen. 2 Wenn du deines Bruders Rind oder Schaf irregehen siehst, so sollst du dich ihrer annehmen und sie wieder zu deinem Bruder führen.
3 So sollst du tun mit seinem Esel, mit seinem Kleid und mit allem Verlorenen, das dein Bruder verliert und du findest; du darfst dich dem nicht entziehen.
4 Wenn du deines Bruders Esel oder Rind unterwegs fallen siehst, so sollst du dich ihrer annehmen und ihnen aufhelfe.

Jesu Freiheit zum Handeln gründet sich hier auf diese Schrift, die sogar sagt, das man der niedrigen Schöpfung seine Hilfe nicht versagen darf. Heißt es nicht auch bei Paulus, „Dies ist nicht geschrieben um des Ochsen willen, sondern um euretwillen?“ Jesus handelt hier eindeutig und klar, weil er ganz in der Schrift verwurzelt ist, auch diese nicht verbiegt oder macht, was er will – gegen die Schrift und bestehende Obrigkeiten, sondern er will sie auf den jeweiligen Fall, den Menschen, der in Not ist, anwenden.
Und, stand in diesem Falle in 5. Mo 23 etwas davon, dass man am Sabbat nicht dem Esel oder das Rind seines Feines oder Bruders helfen sollte? Nein. Davon stand nichts. Deshalb, wie viel mehr ist der Mensch, wie viel notwendiger ist es der höheren Schöpfung, dem Herz- und Nierenkranken zu helfen? Viel mehr!
Was war die Antwort der anwesenden, noch stehenden Gelehrtenrunde? Es kam nichts, keine Antwort.
Damit hat Jesus die Freiheit eines Christenmenschen gezeigt, das er frei von der Tradition und Gelehrtenweisheit und Umgangssitten ist, frei von Erwartungen der anderen, aber dass er sich zum Diener einer einzigen bedürftigen Person gemacht hat. Er hatte sich frei von eigenem Vorhaben und Wünschen gemacht und ihm geholfen, gesund zu werden.

2. Das Setzen am Tisch – und Jesu freie Predigt zu den Gästen
Als sie sich nun setzen wollten, bemerkte Jesus an ihrem Benehmen und vielleicht Drücken und Drängeln, dass es ihnen darum ging, die besten und geehrtesten Plätze zu bekommen.
Auch hier beweist er seinen Mut, seine Evangelische Freiheit. Er gebraucht ein Gleichnis von einer Hochzeitsfeier. Ist es nicht so, dass heute meist Platzkarten verteilt werden und neben dem Brautpaar vor Kopf aller anderen Gäste die Trauzeugen, die nächste Freundin, Freund und die Eltern des Paares sitzen. Es wäre doch unverschämt, sich einfach dort hinzusetzen.

Eigentlich wäre es nicht Jesu Auftrag, sondern des Gastgebers selbst, sich um diese gesellschaftliche Ordnung und die Ehrenplätze zu kümmern. Doch auch hier ist Jesus ganz frei. Er will weder den einen beleidigen, noch in ein anderes Amt greifen.
Auch hier erwähnt er zuerst den normalen Menschenverstand wie: In einer Gesellschaft setzt man sich zuerst an die normalen freien Plätze, und erst, wenn der Gastgeber sagt: Setze dich zu mir, dann geh. Damit wirst du öffentlich geehrt. Ansonsten schickt er dich weg, öffentlich verweist der dich dann auf die niedrigen Plätze. Welch eine Scham!
An dem aber, was er noch am Ende hinzufügt, erkennen wir, worauf Jesus seinen Rat zum Handeln stützt. Ist dies nicht ein durchgängiges Prinzip der Schrift:
Wer sich selbst erhöht, der soll erniedrigt werden; und wer sich selbst erniedrigt, der soll erhöht werden.

Jesus, in seiner Freiheit zu unterweisen, gründet sich auch hier wiederum auf die Schrift:
Spr. 23,6+7 Prange nicht vor dem Könige und stelle dich nicht zu den Großen; denn es ist besser, dass man zu dir sage: Tritt hier herauf!, als dass du erniedrigt wirst vor einem Edlen, den deine Augen gesehen haben.

Erkennen wir, wie sich Jesus hier zum Diener aller macht? Und er weiß, dass er dabei auch beleidigt werden könnte. Doch er handelt in Evangelischer Freiheit, um auf die Überhebung des sündigen Herzen der Anwesenden hinzuweisen. Auch derjenige bekommt noch eine Mahnung, der noch weitere Menschen aus niedriger sozialer Schicht, wie den Wassersüchtigen, hätte einladen können. Denn solche Menschen können nicht wiederum einladen oder es mit einem Dankesmahl vergelten.
Nutzen wir so unsere christliche Freiheit wie Jesus? Amen.

Die Rede über das Himmelreich Matthäus 13,1-52
Der abgelehnte König spricht vom vorläufigen Himmelreich – (während Israels Ablehnung)A.Der König im Boot – am See V 1-2 (Meer der Völker)

A) Der König im Boot – am See V 1-2 (Meer der Völker)

Diese Gleichnisse finden wir nur vollständig bei Matthäus.
Das Himmelreich wurde von Kap. 3-11 besonders durch Johannes, Jesus vorgestellt und war Israel bereits klar von den AT Propheten verkündigt worden. Dieses hatte Jesus bis Kap. 11 verkündigt.
Ab Kapitel 11 beginnt bereits deutlich der Hinweise auf die Ablehnung des Vorläufers Jesu. Johannes der Täufer wurde nicht von den Juden gehört, weiter ein Hinweis auf das kommende Gericht über die Städte in Galiläa als Folge sowie, dass der Vater im Himmel anderen, den Unmündigen seinen Willen offenbaren will. Das geschieht nun besonders ab Kap. 13.

In Kapitel 12 kommt es nun zur vollkommenen Ablehnung des Königs. Er spricht von der nicht vergebenden Sünde und der damaligen Generation (die zwar kurzzeitig durch die Botschaft Johannes und Jesus gereinigt), nun aber als ein Besessener bezeichnet wird, in die ein Dämon eingekehrt ist,.

In Kap. 13 wird von einem etwas anderem Reich gesprochen. Nicht ein Reich, das in Kap 3-11 offenbart und verkündet wurde, sondern von einem, wenigstens kurzzeitig verborgenen Reich. Es ist ein geistliches – ein mit dem Auge nicht äußerliche sichtbares Reich, welches von der Zeit der Ablehnung des Königs, seiner Kreuzigung und Auferstehung bis zu seinem zweiten Kommen in Herrlichkeit sein wird. Dann, wenn Israel ihn erkennen und als König und Messias annehmen wird.
Dies Geheimnisse, die hier den Unmündigen offenbart werden, waren im AT nicht bekannt (Kap 13,11.34-35).

B. Gleichnisse (Geheimnisse) des Himmelreichs:

ZEIT: Sie betreffen die Zeit, in der der Weinberg des Herrn (Israel) unbearbeitet und wüst liegt: Jes 5,1-7
5 Wohlan, ich will euch zeigen, was ich mit meinem Weinberg tun will! Sein Zaun soll weggenommen werden, dass er verwüstet werde, und seine Mauer soll eingerissen werden, dass er zertreten werde.

ZWECK: Kap 13,10-17 Darum rede ich zu ihnen in Gleichnissen. Denn mit sehenden Augen sehen sie nicht und mit hörenden Ohren hören sie nicht; und sie verstehen es nicht. … Und an ihnen wird die Weissagung Jesajas erfüllt, die da sagt (Jesaja 6,9-10):

1. Acker der Welt wird besät 3-23
2. Guter Samen und Unkraut 24-30 (Erklärung in 36-43)
3. Senfkorn 31+32 Schnelles Wachstum in aller Welt – Vögel: (gut oder böse?)
4. Sauerteig und „Frau“ V 33 Vermischung mit falschen Lehren.
5. Schatz im Verborgenen (Israel?) V 44 – und Jesus Einsatz am Kreuz, um ihn zu bergen
6. Jesus, der Kaufmann 45+46 (und die Gemeinde) (verkaufte alles, gab sein Leben, um seine Braut, die Gemeinde zu retten)
7. Netz – Gut und Böse bleibt – bis es am Ende der Weltzeit getrennt wird. 47 -52.

C. Weitere Ablehnung Jesu in seiner Heimat. 54-58

Matthäus 12,46-50 / Heilige Familie Gottes

Besonders um Weihnachten wird der Heiligen Familie, Joseph, Maria und Jesus, eine Menge Beachtung geschenkt. Und das ist auch richtig.
Maria insbesondere erhält von römischen Katholiken und orthodoxen Christen eine sehr große Beachtung.
In unserer Bibelstunde wollen wir über die Heilige Familie reden, welche natürlich die Familie Gottes ist. Über die Jesusfamilie, in der Jesus aufwuchs, haben wir zusätzlich zur Heiligen Schrift keine Informationen oder Einsichten.

Wir wollen nachdenken über die Ankündigung der Geburt Jesu an Maria und wie sie demütig und gläubig dieses Nachricht dieses großen Segens angenommen hat; dann an die Hirten und Engel denken, die sich zur Geburt Jesu eingefunden hatten, sowie über Josephs großen Gehorsam, in dieser Angelegenheit Adoptivvater zu werden. Weiter denken wir noch an die Sterndeuter, die später die Jesusfamilie besuchten. Und dann kennen wir noch das Ereignis über den 12-jährigen Jesus im Tempel und seine Eltern, die ihn suchten, die Gespräche dort führten und seine Ein- und Unterordnung danach in die Familie.
In unserem Text –  Mt. 12,46-50  – lesen wir mit großem Interesse, dass die Jesusfamilie, Maria und seine Brüder, unerwartet erscheinen und Jesus sehen wollen.

Mit einer besonderen Würdigung, der Maria von einigen Christen bedacht wird, könnten wir erwarten, dass Jesus sich hier schnell beeilen, sie grüßen und besonders ihr öffentliche Anerkennung schenken würde.
Aber es ist schon befremdend, dass wir nicht zu hören bekommen, was Jesus zu Maria sagte. Es scheint so, als würde er sich überhaupt nicht darum sorgen, dass sie da ist. In dieser Geschichte kann Maria warten, und sie scheint einfach zweitrangig zu sein. Zweitrangig wem gegenüber? Das ist die wunderbare kleine Geschichte, die sich dort am Ende von Kapitel 12 befindet. Worum geht es eigentlich? Dass Jesus sich so sehr um andere Angelegenheiten kümmert, dass er Maria, seine Mutter, so vernachlässigt, sie nicht beachtet?
Diese erstaunenswerte Sache betrifft damit uns, seine Jünger, seine Familie Gottes.
Wir würden erwarten, dass Jesus sich erhebt, sich in eine erhobene Position begibt, dann auf Maria zuläuft und dabei seine Jünger perplex zurücklässt.
Aber, er tut es nicht. Dagegen antwortete er jenen, die ihm sagten, dass seine Mutter und Brüder draußen stehen, „Wer ist meine Mutter und wer sind meine Brüder?“ V48. In anderen Worten sagt Jesus, dass hier gegenwärtig etwas stattfindet, das wichtiger ist als seine leibliche Mutter, der „Mutter Maria“.
Mt 12,49-50 Und er streckte die Hand über seine Jünger aus und sagte: Das hier sind meine Mutter und meine Brüder. Denn wer den Willen meines himmlischen Vaters erfüllt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.
Was für eine erstaunliche Aussage! Sehen wir, was Jesus hier getan hat? Er hat uns damit auf die Ebene von Maria gehoben, auf ihre gleiche Position gebracht! Er hat hier den Willen seines vollkommenen himmlischen Vaters über den Willen seiner fehlbaren und irdischen Mutter gestellt. Das heißt nicht, irgendetwas von ihr zu nehmen oder sie zu demontieren oder sie zu erniedrigen. Doch sie ist wirklich hier nicht die Hauptsache, sondern wir, seine Jünger.

Jesu Belehrung an seine Jünger soll uns schockieren wegen dessen, was Jesus an sich ist und tut. Tatsächlich erhebt er uns zu sich selbst. Das soll nicht heißen, dass wir eine niedrige Sicht von der Mutter Maria haben, sondern es bedeutet, dass ich eine Hochachtung vor dem habe, was Jesus für jeden tut, der wahrhaftig sein Jünger ist. Das trifft zuerst auf Maria zu, aber auch auf uns, wenn wir den Willen unseres Vaters im Himmel tun. Genauso wie der Heilige Geist in Maria einzog, so zieht er auch in uns ein (natürlich nicht auf dieselbe Weise). Doch Jesus hat uns ausersehen, dass wir Mitglieder seine Familie sind, und so sind wir genauso wichtig wie seine Mutter.
Was Jesus hier tut, ist etwas so Wunderbares wie Gott es mit Maria getan hat, als er durch den Heiligen Geist Jesus zu ihr brachte. Was Jesus hier für uns tut ist, dass er uns zu sich bringt und somit zum Vater, dass wir eins mit ihm werden. Was Jesus also tut ist, dass er uns mit ihm zum Himmel erhebt, wenn wir den Willen des Vaters tun.

Er sagt uns damit, dass er sich wünscht, so eins mit uns zu werden, wie er es mit dem Vater ist: Durch Gehorsam gegenüber dem Willen des Vaters. Deshalb kam Jesus auf die Erde; und das ist es, was wir tun sollen. Mt 7,21; Jo 5,30.

Durch diesen Abschnitt bringt uns Jesus mitten in seine Familie hinein – die Heilige Familie. Stellen wir uns vor, wir wären wirklich einer der Brüder Jesu oder eine seiner Schwestern in Nazareth! Wie würde das sein? Würde es nicht fantastisch sein! Vielleicht, vielleicht auch nicht. Es hatte nicht viel seinen Brüdern gebracht, die ursprünglich nicht an ihn glaubten. Aber, wir träumen viel zu wenig. Wenn wir sagen, dass Jesus uns zu Mitgliedern seiner Heiligen Familie macht, meinen wir nicht nur Maria und Joseph und Jakobus, Joses, Simon und Judas (Markus 6,3 Matthäus13,55).

Jesus macht uns zu Mitgliedern der noch größeren Heiligen Familie zu dem der Vater, der Sohn und der Heilige Geist gehört. Was bedarf es nun, um am Leben der Heiligen Dreifaltigkeits – Familie teilzunehmen? Der eigentlichen „ Heiligen Jesusfamilie“? Diese Frage bedarf einer Antwort. Es ist ein erhabener und gesegneter Traum, den Jesus als erfahrbare Wirklichkeit hervorgehoben hat. Denn, wer den Willen meines himmlischen Vaters erfüllt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter.

Ruf zum Gehorsam – Ruf zur Einheit und zur Familie Gottes
Denken wir über dieses heute nach: Jedes Mal, wenn wir den Willen des Vaters tun, sind wir verbunden mit der Heiligen Dreieinigkeit.
Jedes Mal, wenn du wie ein Sohn oder Tochter Gott gehorchst, dann bist du ein Sohn oder eine Tochter Gottes.
Jedes Mal, wenn du den Willen des Vater tust, dann demonstrierst du damit, dass du zu Jesus Christus gehörst und Teil seiner Familie bist.
So gehören wir dann zur weltweiten Familie Gottes –zur katholischen/allumfassenden Kirche, die den Willen Gottes tut (dazu gehört die militante Kirche auf Erden, die noch kämpft gegen Sünde, Selbst und Satan, und auch die triumphierenden Kirche, die bereits im Himmel bei Christus ist, die abgerufenen Christen bei Gott). Das ist unsere wirkliche Familie.
Der Ruf zum Gehorsam ist nicht so sehr ein Warnruf, wenn wir versagen, dass wir bestraft werden, sondern ein Ermutigungsruf und eine Herausforderung zu der Familie der gesegneten Gehorsamen unseres himmlischen Vaters zu gehören. Wir sind dann Teil dieser Heiligen Familie Gottes.

Ich werde deshalb gehorchen, nicht aus Furcht, auch nicht einfach aus Pflicht, sondern aus Liebe und Freude, die dadurch entsteht, dass ich mit dem Vater und dem Sohn und dem heiligen Geist verbunden bin.

Zum Nachdenken:
1. Was sind die Segnungen als Ergebnis, dass wir Teil der Heiligen Familie Gottes sind?
2. In welcher Weise ruft Gott uns, ihm zu gehorchen, damit wir Teil von ihm wirst und dass er uns segnet?

Entscheidung:
Ich entscheide mich für den heutigen Tag, dem Vater so zu gehorchen, wie er es mir aufgetragen hat.

  • Jesus und das Reich Gottes  & wir selbst – ein Geheimnis 

zum Bibelgespräch mittwochs: Text Matthäus 12,14-30 zuvor lesen.

Jeden Mittwoch 19 Uhr - Bibelgespräch im Wintergarten - Richbergstr, 11, Schwarzenborn

Bibelgespräch im Wintergarten

Info zu Beelzebul – 
die ursprüngliche Bedeutung ist Mist- oder Fliegengott oder: Herr der Wohnungen (von Dämonen). Satan wird als Führer der bösen Geister dargestellt, die in Menschen schwere Krankheiten seelischer oder leiblicher Art bewirkten oder sie versklavten.

Jesus ist geheimnisvoll, mysteriös, er ist schwer zu verstehen:
Er tut Wunder, damit Menschen an ihn glauben. Aber, wenn Leute ein Wunder herbeiwünschen, dann tut er oft kein Wunder. Und wenn er wunderbare, göttliche Dinge tut, dann warnt er oft, von diesen göttlichen Dingen nicht irgendetwas zu erzählen.
Warum das? Will Gott denn nicht, dass alle Leute diese Großtaten von ihm hören?
Jesus heilt in einer Weise, wie nur Gott es tun kann. Aber er kommt zu uns selbst nicht als Herrscher und König, sondern begegnet uns Christen wie ein Diener. Aber, er sagt trotzdem, dass er ein König mit einem Königreich ist, und dies Reich soll schon unter uns oder in unserer Mitte vorhanden sein.
Jesus tut Gutes und lehrt Gutes, und gerade darum wollen die Pharisäer und Schriftgelehrten ihn umbringen. Die Oberen jagen ihn wie ein gehetztes Stück Wild. Dieser Jesus ist wirklich mysteriös, ein Geheimnis.
Und nun 2000 Jahre später in unser Zeit? Auch wir sollen ihm gegenüber Stellung einnehmen. Denn wir hören hier V 30: Wer nicht für mich ist, der ist gegen mich, und wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut.
Es ändert auch nichts daran, dass die meisten modern denkenden Menschen etwa so antworten: Jesus ist ein guter Lehrer, er ist ein guter Mensch, er lehrt doch was die anderen bekannten Lehrer des Altertums auch gelehrt haben.
Doch das entspricht nicht der Wahrheit. Außer seinen Jüngern, den Aposteln, hat es niemand gewagt zu sagen, dass er ganz Gott sei. Jesus selbst hat dies gesagt und hat dies dann auch durch seine Wunder bewiesen.
Aber, weder Buddha, Mohammed oder Konfuzius oder der jetzige Dalai Lama haben wundersam geheilt, Wasser in Wein verwandelt, 5000 Menschen mit wenigen Stücken Brot und Fisch gesättigt oder jemanden vom Tod auferweckt. Und diese Religionsgründer, sind selber sind nicht vom Tod wieder auferstanden, nur Jesus.
Wir aber wissen, wer Jesus ist: Er ist der Sohn Gottes, der Fleisch, Menschsein angenommen hat; und er allein ist der Retter der Welt.
Doch er ist immer noch für uns heute mysteriös, ganz geheimnisvoll.
Jesus ist: allmächtig, allwissend und allgegenwärtig. Wir wissen, dass er Wunder getan, Krankheit geheilt und die Natur und Dämonen bezwungen hat und auch Macht über das Leben an sich hat.
Aber, warum gibt es Zeiten, da er sich uns nicht zeigt, da er sich vor uns versteckt? Es scheint Zeiten zu geben, dass er, obwohl wir wissen, was er kann, sich uns nicht zeigen oder offenbaren will.
Persönlich: Es gibt Zeiten, da ich völlig ausgelaugt und am Ende bin, Zeiten, wo ich selber nicht mehr ein noch aus weiß, wo ich mir selber ein Geheimnis bin, ich selber ein Mysterium bin. Ich aber habe einen tiefen Glauben an meinen Herrn, aber ich kann ihn nicht wirklich spüren, noch erfahren.
Dann frage ich mich: Wo ist die Kraft und die Herrlichkeit dieses Starken, der jene bösen, starken Mann, Satan, gebunden hat und in sein Haus eingedrungen ist? Wo ist dieser König und Herr, dessen Königreich durch Engeln aus der Höhe anbrach und der solche Wunder wirkte?
Und warum sind da noch die Leiden? Und warum sündigen wir immer noch, obwohl der Heilige Geist in uns wohnt? Und warum können Menschen so wunderbar gut und gleichzeitig so hässlich und böse sein?

Persönlich: Ich fühle mich oft wie dieser blinde und stumme Mann. In unserem Kapitel wird er von anderen zu Jesus gebracht, und er wird geheilt. Aber bei mir? Nichts geschieht!

Doch unser Vorteil heute ist der, dass wir nicht zu Jesus gebracht werden müssen wie dieser taube und stumme Mensch. Wir müssen nicht lange warten, sondern können zu Jesus zu irgendeiner Zeit kommen. Und das sogar, wenn ich Jesus gerade nicht sehen und hören kann. Gerade dann darf ich zu ihm kommen, um ihn zu bitten, dass er mich heilt, dass er sich mir wieder zeigt. Und ich weiß, dass er es wieder tun wird. Denn ich weiß, dass er bereits jenen starken, bösen Mann aus meinem Leben vertrieben hat. Denn Jesus ist in mein Leben eingezogen. Ich bin überzeugt, selbst wenn Jesus sich mir nur langsam offenbart, wird er sich zur rechten Zeit ganz zeigen. Ich weiß sogar, dass er mich selbst in meinen blinden, gehörlosen und stummen Momenten meines Lebens nicht verlassen wird.
Ich weiß auch, er hat die Macht über jede Krankheit und Schwachheit meines Lebens, über Blindheit, Gefühllosigkeit und über mein ganzes Leben.
Selbst wenn er entscheidet, sich zurückzuziehen und mir auf unsichtbare oder unbegreifliche Weise zu helfen, werde ich zufrieden sein, denn ich kenn ihn, auch dann, wenn er sich in den Schatten der Erde oder in dunklen Orten meines Lebens zurückzieht. (Ps. 139).
Trotz allem weiß ich, was ich tun soll, denn ich kenne diesen geheimnisvollen Herrn. Deshalb werde ich ihn auch in meinen dunkelsten, einsamen und gefühllosesten Stunden meines Lebens suchen und ihn um Heilung bitten.
Und weil ich ihn kenne, werde ich ihn bitten, was immer für mich notwendig ist, mir für jeden Tag zu geben. Auch wenn es mir zu wenig erscheint, wird er mir genau das geben, was ich heute benötige, wenn ich ihn nur darum bitte.
Dann sage ich: Hier bin ich Herr, auch wenn ich Dich an diesem Tag nicht sehen oder hören kann. Hier bin ich, und ich bin mir oft selbst ein Geheimnis. Hier bin ich. Sei du zu mir barmherzig, erhöre mein Gebet. Gib mir, was ich heute benötige. Schenke dich mir selbst, dann bin ich glücklich.

Gebet
Hier bin ich Herr, obwohl ich dich heute nicht sehen oder fühlen kann. Ich bin mir selbst ein Geheimnis. Hier bin ich. Erhöre barmherzig mein Gebet und gib mir, was ich für den heutigen Tag benötige. Schenke dich mir selbst, und so will ich glücklich sein.  Amen.

Zum Nachdenken:
1. Wie wirkt sich die  Tatsache bei mir bereits aus, dass das Reich Gottes in Jesus schon gekommen ist und  Jesus den Starken, Satan, schon gebunden hat?
2. Was ist meine Antwort auf die Erfahrung, dass sich Gott sich scheinbar vor mir verbirgt, ich ihn nicht spüre? Was ist die beste Haltung und Reaktion in solchen Zeiten?

Meine Entscheidung:
Ich entscheide mich, Gott zu bitten, all das bei mir zu lösen, was mich bindet, damit ich ihn heute besser hören und erkennen kann.

An alle und besonders die, die in der Osterzeit als Christen durch ihr Bekenntnis in das Buch des Lebens eingeschrieben, die durch Taufe in die Jesus Familie aufgenommen wurden.

Predigt zum TAGESGEBET:  

Allmächtiger Gott! Du zeigst den Irrenden das Licht Deiner Wahrheit, damit sie wieder auf den Weg der Gerechtigkeit zurückkehren. Schenk allen, die in die Glaubensgemeinschaft Christi aufgenommen sind, dass sie die Dinge verabscheuen, die ihrem Bekenntnis zuwider, und nach all den Dingen streben, die mit ihm in Übereinstimmung sind. Durch unsern Herrn Jesus Christus. Amen

https://www.youtube.com/watch?v=3pxgeEVvitU&list=HL1366695367&feature=mh_lolz

 

 Das Erntedankfest

ist ein bewegliches Fest. In Deutschland feiert man in der katholischen Kirche den Erntedank im Oktober, immer am jeweils ersten Sonntag im Monat. Die evangelische Kirche hat den Festtag auf den Sonntag nach dem Michaelistag (29. September) festgelegt. In den meisten Ländern der Welt feiert man in der einen oder anderen Form einen Dank- und Gedenktag für die gut ausgefallene Ernte und die Gaben der Erde.

Erntedank (18. So. n. Trinitatis) –  Dankbarkeit für Gottes Fürsorge

Sonntag 07.10.12

10.00 Uhr Christuskapelle/Knüll

Erntedank und Abendmahlsfeier

Wochenspruch: „Aller Augen warten auf Dich, und Du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit.“  Ps.145,15

Lesungen: Jesaja 58, 7-12;  Psalm 147,1-15; Jakobus 1, 16-27; Matthäus 6, 25-34

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