PREDIGT – Download: Mt 11,02-10 Johannes Vorläufer
- Sonntag im Advent 2019 – Mt. 11,2-10 / Mal.3,1
Der Vorläufer des Herrn
Die Ankunft Christi und seines Vorläufers
In unserem Text wird Johannes der Täufer noch einmal in den Mittelpunkt gestellt. Wer war er denn wirklich? Was hatte er für einen besonderen Auftrag? Wollen wir von ihm heute lernen.
Die alttestamentliche Prophezeiung sprach bereits davon:
Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg vorbereiten soll. Mal 3,1
- Johannes ist ein Prophet und er ruft zur Lebensveränderung auf
Johannes hatte seinen Auftrag vom Himmel und nicht durch Menschen. Alle Menschen hielten ihn für Gottes Propheten.
Was sind aber Propheten für besondere Menschen?
Es sind beständige, entschlossene und unbeirrbare Menschen. Dies gründet sich einmal auf ihre Berufung durch Gott, dann aber auch auf ihren besonderen Charakter.
Deshalb fragte Jesus seine Zuhörer über Johannes:
Wolltet ihr ein Rohr sehen, was sich im Winde bewegt? Oder, das jedem Winde nachgibt.
Nein, Johannes war kein Fähnchen im Wind. Er war ein charakterfester Mensch, entgegen vieler Politikern und Kirchenfürsten, die ihre Politik nach jedem Wind und Meinung der Leute gestalten. Johannes richtete sich nicht nach den letzten Meinungsumfragen, nein, er war ein entschlossener Mann, der sich allein auf Willen Gottes gründete und selber auch tat. Und als er die Ethik des Herodes angriff, der seinem Bruder die Frau ausgespannt hatte und mit ihr zusammenlebte, da verbog er sich nicht einen Millimeter im Wind. Er gab auch damals nicht verschiedene Auslegungsmöglichkeiten für jeden Fall, aber er verkündete das Gericht des Gesetzes Gottes ohne Scheu: nämlich, solche Menschen sind nach dem Gesetz Gottes zu steinigen. Johannes verbog weder sich, noch seine Botschaft. Er passte sie nicht zeitgemäß nach jedem neuen Windzug der Gesellschaft an.
Propheten sind Menschen, die sich selbst verleugnen.
Jesus fragte das Volk: Wolltet ihr einen Menschen in weichen Kleidern sehen? Damit meinte er Menschen in vornehmer Kleidung, die in Palästen und Fünf-Sterne-Hotels wohnen. Nein, Johannes Kleidung passte auch zu seiner Botschaft. Er trug wie Elia einen Karmelhaar-Mantel und einen Ledergürtel. Denn eine raue Botschaft bedarf auch einer rauen Kleidung. Und seine braune „Kutte“ das Bußgewand des Kamelhaar-Mantels passte damit auch zu seiner Umgebung, nämlich zur Wüste. Aus diesem Grunde müssen Prediger und Evangelisten auch darauf achten, dass sie nicht wie Show-Master und Fernsehstars aussehen, noch sich so benehmen. Form geht immer mit Inhalt zusammen. Denn die Botschaft muss mit dem Charakter übereinstimmen. Auch Kleidung und Botschaft gehen gemeinsam einher. Das betrifft auch mein Auftreten und mein Zeugnis!
Propheten sind Menschen, die einen besonderen Auftrag erhielten. Immer ging es darum, das Volk oder die Oberen zurück zu Gott und seinem Gesetz zu rufen. Auch Johannes sollte alle Menschen zur Buße rufen. Busse bedeutet Umkehr, eine Umkehr von bösen Wegen, Taten, Worten und Gedanken. Johannes ist aufgetreten und hat so die Herzen der Menschen auf Christus vorbereitet. Er hat gesagt: Christus ist das Lamm Gottes, das die Sünden der Welt trägt. Er hat auf Ihn, das wahre Licht hingewiesen, das in die Dunkelheit der Menschen hinein leuchtet. Johannes ist aufgetreten und hat auch Menschen getauft, als Zeichen, dass ihre Sünden abgewaschen werden, damit ihnen durch Christus vergeben wird, und dass sie anstatt eines ungerechten Lebens wieder ein gerechtes Leben führen sollten. Bei Johannes ging es um Lebensveränderung in allen Volksschichten, bei Priestern, theologischen Lehrern, Zolleinnehmern, römischen Soldaten und der Tempelgarde.
Wenn wir uns auf Advent einstellen, dann geht es auch darum, dass auch wir unser Leben verändern lassen. Egal, ob wir hier im Neukirchen, in Schwarzenborn, in den alten oder neuen Bundesländern wohnen. Die Veränderung unseres Lebens ist wichtig, damit wir Christus bei seiner 2. Wiederkunft gereinigt und verändert empfangen können.
Die Adventszeit ist immer eine Bußzeit. Die Vorbereitung auf das Geburtstagsfest Jesu ist eine Besinnungs- und Vorbereitungszeit, kein Weihnachtsrummel
Wir müssen uns vorbereiten, dass wir keine schmutzigen und ungerechten Kleider tragen. Diese müssen wir ausziehen, um so in gereinigten Kleidern den kommenden König zu empfangen. Und so heißt es.
- Joh 3,2+3
Meine Lieben, wir sind schon Gottes Kinder; es ist aber noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden. Wir wissen aber: wenn ER offenbar wird, werden wir im gleich sein; denn wir werden ihn sehen, wie er ist. Und ein jeder, der solche Hoffnung auf ihn hat, der reinigt sich, wie auch jener rein ist.
Wollen wir Neid und Ärger mit uns selbst und anderen, unseren Nächsten im Hause und außer Haus ablegen? Wollen wir keine bösen Gedanken über sie hegen? Wollen wir nicht unbarmherzige Worte über unsere Nächsten und Verwandten reden oder Geschwister in der Gemeinde denken? Richtet und beurteilt niemanden, denn das letzte Gericht gehört dem wiederkommenden Friedensfürsten. Wollen wir Gott um Vergebung bitten, und … wollen wir unser Leben verändern.
So lasst uns in dieser Adventszeit solche bösen Kleider ausziehen und uns auf die zweite Ankunft unseres Herrn vorbereiten. Wollen wir ihn mit Festkleidern der Wahrheit und Gerechtigkeit empfangen.
- Johannes ist der Bote , der dem Volk sein Selbstvertrauen wegnimmt
Johannes ist der, von dem es in den Heiligen Schriften heißt.
„Ich (Gott, der Vater) sende meinen Boten vor dir (Gott, dem Sohn) her – das sagt Gott -, damit er (Johannes) den Weg für dich (den Sohn) bahnt`“.
Johannes sollte Jesu Weg vorbereiten. Wodurch geschah dies?
Die Juden besaßen großes Selbstvertrauen in sich selbst. Sie sagten: Wir haben Abraham zum Vater. Wir sind seine Kinder. Wir stammen aus dieser Verwandtschaft ab, egal was wir tun, egal, wie wir uns verhalten. Es macht nichts, ob wir gerecht oder ungerecht sind, ob wir böse zu unseren Nächsten sind oder sie betrügen. Hauptsache, wir gehen zum Tempelgottesdienst oder in die Synagoge gehen, dann ist alles schon gut. Denn, wir sind ja Abrahams Kinder, wir sind beschnitten, wir sind doch die auserwählten Juden.
Doch dies stimmte nicht: Denn schon immer waren diejenigen, die Auserwählten, die, die zerbrochenen und zerschlagen Herzens waren. Es waren die, die auch taten, was Gottes Gebote sagten. Nur diese waren sein wirkliches Volk. Denn nur die, die beschnittenen Herzens waren und Gott wirklich liebten, dass waren die Erwählten Gottes. Sein Volk war immer nur ein erwählter Überrest.
Römer 2, 28+29 Denn der ist ein Jude, der es äußerlich ist,… sondern der ist ein Jude, der es inwendig verborgen ist, und das ist die Beschneidung des Herzens, die im Geist und nicht im Buchstaben geschieht.
Nun aber gilt dies auch uns: Gott lässt uns durch seine Boten heute sagen: „Ich will euer großes Selbstvertrauen in euch selbst wegnehmen.“ Sagen wir nicht auch: Ich bin evangelisch, ich bin katholisch. Ich bin Christ. Ich bin Mitglied der Kirche, einer christlichen Gemeinde, ich bin getauft, ich bin konfirmiert, ich bin gefirmt. Ich bin intelligent! Was wollt ihr denn? Ich bleib‘, was ich bin. Ich habe die Kirche zur Mutter und damit Gott zum Vater. Ist dies genug? Ich habe ein starkes Selbstvertrauen.
Ja, es mag genug sein, wenn dein Leben mit dem der Gebote übereinstimmt, wenn du Jesu Lebensweise nachlebst. Dann darfst du vertrauen, aber dann allein in Gottes Gnade. Wenn diese Lebensweise Jesu bei dir nicht vorhanden ist, dann ist weder Abraham dein Vater, noch die Kirche (wo du meinst die Seligkeit her kommt) deine Mutter, noch Christus dein Herr. Wenn dein Leben nicht nach der Lebensweise Jesu gelebt wird, dann ist die Axt schon an deinen Lebensbaum angelegt, dass er abgehauen wird. Worauf gründet sich deine Selbstsicherheit? Nicht umsonst heißt es:
Glaubet ihr nicht, so bleibet ihr nicht!
So wie Johannes den Juden ihre Selbstsicherheit wegnahm, wegen ihrer Beschneidung und Abstammung von Abraham, so muss auch unsere Selbstsicherheit, wegen unserer Leistung, Gutestun oder Kirchenzugehörigkeit weggenommen. Auch ich als Prediger muss sagen: Es genügt nicht, dass du getauft bist (mit viel oder wenig Wasser), dass du konfirmiert bist oder in den Religionsunterricht gingst oder zu einer Kirche gehörst. Dass alles ist gut und nützlich, aber es reicht allein reicht nicht aus, um ewiges Leben zu haben. Was ist aber wichtig?
Wichtig ist vor allem, dass unser Leben auf den Kommenden beständig ausgerichtet ist.
- Johannes ist Wegweiser auf den Kommenden, Ihn selbst empfangen
Maleachi sagt nun weiter:
Und bald wird kommen zu seinem Tempel der HERR, den ihr sucht.
Dieser Herr kam in den Armen der Maria zum Tempel.Zacharias suchte ihn schon lange und nahm ihn dann in seine Arme. Er sprach zu Jesus: Herr, nun lässt du deinen Diener in Frieden fahren, denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen. Ein Licht zu erleuchten die Heiden und zum Preis deines Volkes Israel. Er hatte auf ihn gewartet und ihn selbst empfangen.
Wie steht es mit dir? Für uns ist es wichtig, dass wir Jesus mit unseren inneren Augen als Retter, als unseren Heiland erkennen und ihn in unsere Arme und unsere Herzenskrippe nehmen. Ihm sollen wir danken, dass er uns die Sündenschuld vergibt und uns von der Macht des Teufels errettet hat. Wollen wir Ihn als unseren Heiland annehmen? Erst dann sind wir wirklich Abrahams Kinder, wenn er unser persönlicher Retter ist und er unser Herr bleibt.
Johannes sagt: Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt.Er weist von sich selbst weg, indem er sagt: Ich bin nicht der Prophet, ich bin nur eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet dem Herrn seinen Weg.
Johannes ist nur Wegweiser auf den KOMMENDEN hin. Wir aber sollen den Messias empfangen. Johannes sagt:
Ich taufe ich mit Wasser. Er aber, der nach mir kommen wird, der wird euch mit Heiligem Geist und Feuer taufen:
Das ist mit seiner vollkommenen Erlösung. Leute, auf diesen Kommenden kommt es an.
Lasst uns deshalb den Kommenden empfangen, seht Ihn, empfangt Ihn und verändert euer Leben.
Zusammenfassung:
Johannes ist ein Prophet und ruft zur Lebensveränderung auf
Bist du solch ein berufener und charakterfester Mensch wie jener, der andere zur Lebensveränderung aufruft? Stimmt deine Lebensform mit deiner Botschaft überein?
Johannes ist der Bote, der dem Volk sein Selbstvertrauen wegnimmt.
Bist du solch ein Bote, der anderen nur deshalb das Selbstvertrauen wegnimmt, weil du möchtest, dass diese Menschen allein Christus vertrauen?
Johannes ist Wegweiser, der auf den Kommenden hinweist, Ihn selbst zu empfangen.
Bist du solch ein Wegweiser, dass du von dir wegweist und Menschen zu Christus führst, damit sie ihn persönlich annehmen?
Wenn ja, dann kann Gott dich wie einst Johannes als Prophet, Bote und Wegweiser gebrauchen auf Christi zweites Kommen hinzuweisen.. Amen.

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