Predigt zum 1. Sonntag nach dem Christfest – hier Download:

Nah oder fern am Krippenplatz? – Hast Du Deinen Platz gefunden
+ Bischof Gerhard Meyer
Beinahe war es ein Christkind. Am 23. Dezember 2009 wurde Maximilian P. in Österreich geboren. Die Mutter ist M. geb. Meyer, Tochter meines Bruders Alexander. Wir alle waren hocherfreut. Mutter und neugeborener Sohn waren wohlauf. Doch lag dieser nicht in einer Futterkrippe, sondern in einem Kinder-Bettchen im Krankenhaus in Klagenfurt.
Ist es nicht etwas Bestaunenswertes, solch ein kleines „Buschi“ – wie die Schweizer sagen – in den Armen zu wiegen, so klein und niedlich, lebendig und schon richtiger Mensch. Wer kann da schon abseits stehen und unberührt bleiben, selbst Außenstehende und Nichtverwandte?
Unser vertrautes Bild, dass uns Matthäus 1 und Lukas 2 zeichnet, ist das der Heiligen Familie zusammen mit all den Besuchern von Nah und Fern. Sie alle haben sich um die Krippe geschart. Ja, Krippenplätze sind heute wieder begehrt. Plätze für Babys und Kleinkinder. Krippenplätze sollen sogar gesetzlich festgeschrieben und auch gefördert werden. Nicht aber wegen der Kinderfreundlichkeit in Deutschland oder der Sorge um die Kinder, sondern mit dem unterschwelligen Ziel, dass viele Mütter in den Arbeitsprozess eingespannt sind und dann die wohl begehrten Steuern an den Staat fließen.
Um Krippenplätze, um die Sorge um den Säugling war es aber auch zurzeit Jesu schon schlecht bestellt. Es war kein Platz in der Herberge, dem Gasthaus. Maria und Joseph mussten in aller Armut etwas selbst zusammensuchen, in Niedrigkeit sich mit einer schmutzigen Futterkrippe zufrieden geben. Was kann man aber da in einer Futterkrippe noch bestaunen, huldigen, anbeten?
- Der engste Kreis: Das waren einmal die Eltern. Maria, die Mutter des Kindes. Jesus war ihr ein und alles, ihr Erstgeborener und ihre Hoffnung. Wofür steht auch noch Maria? Sie steht für Eva, die den Samen, den Nachkommen und Retter der Welt hervorbringt, der dann dem Satan den Kopf zertritt, ihm die Herrschaft dieser Welt entreißt und am Ende siegt. Maria hat den menschlichen und göttlichen Sohn hervorgebracht. Sie ist die Erfüllung der alten Prophezeiungen. Damit ist sie mit der Bezeichnung der Kirchenväter auch „theotokos“ die Gottesgebärerin oder Mutter Gottes hier auf Erden. Somit ist Christus erst ganz Mensch und ganz Gott, und das mit der Geburt in Zeit und Ewigkeit.
Anw. Wollen auch wir wie Maria antworten, wenn Gott uns anspricht und antworten:
Siehe hier bin ich, deine Magd. Tue mir, was du willst, du als Frau, du als Mann?
Sie brachte die höchste Form des Willens Gottes hervor: Gott durch ihr Fleisch und Gott: Christus in Fleisch und Blut. Gott kommt ins wirkliche Menschsein. Bringe auch du Christus in Deine Welt, in dein Menschsein, in deinen Alltag.
Nun zu Joseph, der menschliche Adoptivvater. Er steht besonders als ein Zeichen für das, was Gott mit uns gefallenen Menschen auf Erden vorhat. Wie Joseph will Gott uns als seine vollwertigen Kinder an Kindesstatt annehmen. Denn dies tat Joseph mit Jesus. Obwohl er nicht leiblicher Vater war, nahm er Jesus als seinen eigenen Sohn an. Dies tut Gott mit allen wahrhaften Gläubigen. Er adoptiert uns wie seinen eigenen Sohn in die Familie Gottes.
Anw: Wollen wir wie Joseph antworten und handeln: Jeden aus jeder gesellschaftlichen Schicht berufene Menschen als vollwertig und erbberechtigt fürs Reich Gottes anzunehmen, als Bruder und Schwester in Christus.
Deshalb gilt uns: Nehmet einander an, wie auch Gott euch in Christus hat angenommen.
- Der erweiterte Kreis der Sterndeuter
Sie stehen für alle Philosophen, Priester und Wissenschaftler. Sie benutzen ihre intellektuellen und geistlichen Fähigkeiten, um aus Geistes- und Naturwissenschaften etwas über die göttliche Konstellation der Erscheinung herauszufinden: Was sagt die Wissenschaft über das Zentrale des Universums und der Erde? Wen sollen wir dort suchen, huldigen, verehren und beschenken? Ist das nicht auch die Frage aller Menschen? Jene suchten allumfassend: In Natur- und Geisteswissenschaft, in Politik- und Gesellschaftswissenschaft und am Ende in Bibel- und Pastoralwissenschaft. In ihrer Forschung und ihrem Einsatz sind sie uns ein Vorbild. Am Ende fanden sie aber Jesus, den neugeborenen König der Juden im göttlichen Krippenplatz liegend. Und diesen einmaligen Ort war es wert, zu unterstützen: mit Gold, für den noch in Windeln liegenden König, mit Weihrauch für den hier zukünftigen Hohenpriester, mit Myrrhe für den kommenden Propheten, zur Heilung der Sündenkrankheiten des Volkes.
Singen wir jetzt die Strophe: Mit den Weisen will ich geben, was ich Höchstes hab im Leben, geb` zu seligem Gewinn ihm das Leben selber hin
Anw. Wollen wir doch Christus huldigen und Ihm unser Höchstes, unsere Begabung und unsere finanziellen Werte zur Verfügung stellen, damit er als König, Priester und Prophet in dieser Welt herrschen kann.
- Der große Kreis der Hirten
Es ist zwar bekannt, dass die Hirten oft arm waren und eine unter Schicht repräsentierten, doch die bekanntesten Hirten des AT waren, Abraham, Isaak, Jakob, auch Hiob mit seinen Herden, reich aus der Oberschicht. Selbst das gesamte Volk Israel war in Ägypten als Viehzüchter bekannt. Auch Saul und David wurden von ihren Herden weg geholt und durch Gott zu Hirten seines Volkes Israel eingesetzt. Moses wurde nach 40 Jahren Hirtentätigkeit in der Wüste zum 40jährigen Dienst über das Volk Israel als Hirte eingesetzt. Deshalb als Hirten in Israel werden vorerst die Staatsmänner, dann aber auch die Obersten Priester bezeichnet. Hes 34, 1-2 sagt:
1 Das Wort des Herrn erging an mich: 2 Menschensohn, sprich als Prophet gegen die Hirten Israels, sprich als Prophet, und sag zu ihnen: So spricht Gott, der Herr: Weh den Hirten Israels, die nur sich selbst weiden.
Müssen denn die Hirten nicht die Herde weiden?
Nun kommen solche Hirten, um zu erkunden was der Engel ihnen gesagt hatte:
11 Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr.
Die zentrale Botschaft der Hirten ist und bleibt nur eine: Jesus ist der Retter, der Messias, der Herr.
Diese Botschaft verkündeten sie nach ihrem Treffen an der Krippe an alle, die sie danach trafen, zuerst den einheimischen Juden, dann aber auch den Nichtjuden.
a) Diese Hirten repräsentieren aber vorrangig Bischöfe und verantwortlichen Leiter der Zweige der weltweiten Kirche Christi. Sie haben nur eine Botschaft in ihrem eigenen Schafstall zu verkünden und diese Botschaft auch zu bewahren. Jesus ist: der Retter, der Messias und der Herr. Er ist unser Oberhirte und bringt allein das Heil dieser Welt.
b) Aber auch die Fürsten Israels, die Staatsführer werden als Hirten bezeichnet. Auch sie sollen diese Botschaft bewahren und verkündigen. Denn nur durch die Botschaft von Christus wird es Rettung für Politik, Wirtschaft und Umwelt geben. Nicht durch: Rettet das Klima, die Umwelt, die Eisbären.
Anw: Auch wir, wenn wir zur Krippe kommen, sollen wie diese Hirten zurückkehren und Gott rühmen und preisen für das, was wir gehört und von Christus gesehen haben. Staune, bete an und verkündige.
- Wir – nah oder fern – am Krippenplatz
Zum Schluss wollen wir uns aber fragen. Wo stehen wir an der Krippe? Sind wir wie ein Holzschnitzer, der seit seiner Geburt an seinem eigenen Lebenswerk schnitzt, Jahr für Jahr etwas Neues entwirft, aber mit seinem Leben der Krippe fern bleibt? Der sagt:
Das Kind in der Krippe, der fleischgewordenen Jesus, das ist mir zu emotional, das ist mir zu touchy. Dazu will ich meine Gefühle nicht äußern, dem will ich mich nicht aussetzen. Alles unlogisch.
Ich schnitze einfach weiter an meinem Leben, lasse die anderen zur Krippe gehen. Aber ich stelle mich nicht dazu. Und wenn ich ehrlich bin, ich passe auch nicht dahin. Ich bin ein Intellektueller- habe Zirkel, Winkel, I-Pod oder bin ganz Praktiker – kann schneiden, schnitzen, schaffen. Die Begabungen gehören mir, aber ich will sie nur für meine Vorstellungen gebrauchen. Und ich bin zum Schluss gekommen: Mein Leben einfach aus der Ferne von der Krippe zu führen. Ich kann mit dem Jesuskind nichts anfangen. Ich bleib einfach da draußen stehen. Egal, was macht’s? Aber, ich habe auch gemerkt, dass mir etwas fehlt. Dann haben andere mich da draußen gefunden und zur Krippe gebracht. Und seltsamerweise wurde ich zum Kreis der Familie gebracht, um das Zentrum der Krippe gestellt. Ich stehe jetzt neben dem Heiligen Paar, neben den Sterndeutern und Hirten, stehe genau zwischen Ochs und Esel; dem Ochsen, der alle starken Völker der Welt repräsentiert, und dem Esel, der das störrische Israel darstellt. Und nun schaue ich mit all diesen auf den einzigartigen und wertvollsten Krippenplatz der Welt. Aber von hier aus schaut mich Jesus an. – Langsam begreife ich etwas, nachdem ich auch alle hier in der Runde angeschaut habe. Sie alle kommen von Nah und Fern, mit den größten Unterschieden und doch gemeinsamen Interessen, mit wenigen und großen Begabungen, doch mit dem einen Ziel, an der Krippe den neugeborenen König und Retter der Welt zu bestaunen, ihn anzubeten und ihm mit den eigen Gaben zu dienen. Ich erkenne langsam, dass ich mit dazugehöre, dass im Schauen und gemeinsamen Staunen über die Krippe mein Leben verändert wird, dass ich im Schauen und Staunen nun meinen Retter und König erkenne, dass ich ja auch mit zur Familie Gottes gehöre.
Hast du aber deinen Platz bei der Krippe gefunden? Hast du deine Gaben mitgebracht, deinen Zirkel, Winkel und Schnitzmesser? Und hast du erkannt, dass hier in dieser christlichen Familie dein Zuhause und dein Auftrag ist? Wenn ja, dann bleibe ab heute beim Christuskind in der Krippe und in dieser Familie Gottes.

- Sonntag im Advent 2019 – Mt. 11,2-10 / Mal.3,1
Der Vorläufer des Herrn
Die Ankunft Christi und seines Vorläufers
In unserem Text wird Johannes der Täufer noch einmal in den Mittelpunkt gestellt. Wer war er denn wirklich? Was hatte er für einen besonderen Auftrag? Wollen wir von ihm heute lernen.
Die alttestamentliche Prophezeiung sprach bereits davon:
Siehe, ich sende meinen Boten vor dir her, der deinen Weg vorbereiten soll. Mal 3,1
- Johannes ist ein Prophet und er ruft zur Lebensveränderung auf
Johannes hatte seinen Auftrag vom Himmel und nicht durch Menschen. Alle Menschen hielten ihn für Gottes Propheten.
Was sind aber Propheten für besondere Menschen?
Es sind beständige, entschlossene und unbeirrbare Menschen. Dies gründet sich einmal auf ihre Berufung durch Gott, dann aber auch auf ihren besonderen Charakter.
Deshalb fragte Jesus seine Zuhörer über Johannes:
Wolltet ihr ein Rohr sehen, was sich im Winde bewegt? Oder, das jedem Winde nachgibt.
Nein, Johannes war kein Fähnchen im Wind. Er war ein charakterfester Mensch, entgegen vieler Politikern und Kirchenfürsten, die ihre Politik nach jedem Wind und Meinung der Leute gestalten. Johannes richtete sich nicht nach den letzten Meinungsumfragen, nein, er war ein entschlossener Mann, der sich allein auf Willen Gottes gründete und selber auch tat. Und als er die Ethik des Herodes angriff, der seinem Bruder die Frau ausgespannt hatte und mit ihr zusammenlebte, da verbog er sich nicht einen Millimeter im Wind. Er gab auch damals nicht verschiedene Auslegungsmöglichkeiten für jeden Fall, aber er verkündete das Gericht des Gesetzes Gottes ohne Scheu: nämlich, solche Menschen sind nach dem Gesetz Gottes zu steinigen. Johannes verbog weder sich, noch seine Botschaft. Er passte sie nicht zeitgemäß nach jedem neuen Windzug der Gesellschaft an.
Propheten sind Menschen, die sich selbst verleugnen.
Jesus fragte das Volk: Wolltet ihr einen Menschen in weichen Kleidern sehen? Damit meinte er Menschen in vornehmer Kleidung, die in Palästen und Fünf-Sterne-Hotels wohnen. Nein, Johannes Kleidung passte auch zu seiner Botschaft. Er trug wie Elia einen Karmelhaar-Mantel und einen Ledergürtel. Denn eine raue Botschaft bedarf auch einer rauen Kleidung. Und seine braune „Kutte“ das Bußgewand des Kamelhaar-Mantels passte damit auch zu seiner Umgebung, nämlich zur Wüste. Aus diesem Grunde müssen Prediger und Evangelisten auch darauf achten, dass sie nicht wie Show-Master und Fernsehstars aussehen, noch sich so benehmen. Form geht immer mit Inhalt zusammen. Denn die Botschaft muss mit dem Charakter übereinstimmen. Auch Kleidung und Botschaft gehen gemeinsam einher. Das betrifft auch mein Auftreten und mein Zeugnis!
Propheten sind Menschen, die einen besonderen Auftrag erhielten. Immer ging es darum, das Volk oder die Oberen zurück zu Gott und seinem Gesetz zu rufen. Auch Johannes sollte alle Menschen zur Buße rufen. Busse bedeutet Umkehr, eine Umkehr von bösen Wegen, Taten, Worten und Gedanken. Johannes ist aufgetreten und hat so die Herzen der Menschen auf Christus vorbereitet. Er hat gesagt: Christus ist das Lamm Gottes, das die Sünden der Welt trägt. Er hat auf Ihn, das wahre Licht hingewiesen, das in die Dunkelheit der Menschen hinein leuchtet. Johannes ist aufgetreten und hat auch Menschen getauft, als Zeichen, dass ihre Sünden abgewaschen werden, damit ihnen durch Christus vergeben wird, und dass sie anstatt eines ungerechten Lebens wieder ein gerechtes Leben führen sollten. Bei Johannes ging es um Lebensveränderung in allen Volksschichten, bei Priestern, theologischen Lehrern, Zolleinnehmern, römischen Soldaten und der Tempelgarde.
Wenn wir uns auf Advent einstellen, dann geht es auch darum, dass auch wir unser Leben verändern lassen. Egal, ob wir hier im Neukirchen, in Schwarzenborn, in den alten oder neuen Bundesländern wohnen. Die Veränderung unseres Lebens ist wichtig, damit wir Christus bei seiner 2. Wiederkunft gereinigt und verändert empfangen können.
Die Adventszeit ist immer eine Bußzeit. Die Vorbereitung auf das Geburtstagsfest Jesu ist eine Besinnungs- und Vorbereitungszeit, kein Weihnachtsrummel
Wir müssen uns vorbereiten, dass wir keine schmutzigen und ungerechten Kleider tragen. Diese müssen wir ausziehen, um so in gereinigten Kleidern den kommenden König zu empfangen. Und so heißt es.
- Joh 3,2+3
Meine Lieben, wir sind schon Gottes Kinder; es ist aber noch nicht offenbar geworden, was wir sein werden. Wir wissen aber: wenn ER offenbar wird, werden wir im gleich sein; denn wir werden ihn sehen, wie er ist. Und ein jeder, der solche Hoffnung auf ihn hat, der reinigt sich, wie auch jener rein ist.
Wollen wir Neid und Ärger mit uns selbst und anderen, unseren Nächsten im Hause und außer Haus ablegen? Wollen wir keine bösen Gedanken über sie hegen? Wollen wir nicht unbarmherzige Worte über unsere Nächsten und Verwandten reden oder Geschwister in der Gemeinde denken? Richtet und beurteilt niemanden, denn das letzte Gericht gehört dem wiederkommenden Friedensfürsten. Wollen wir Gott um Vergebung bitten, und … wollen wir unser Leben verändern.
So lasst uns in dieser Adventszeit solche bösen Kleider ausziehen und uns auf die zweite Ankunft unseres Herrn vorbereiten. Wollen wir ihn mit Festkleidern der Wahrheit und Gerechtigkeit empfangen.
- Johannes ist der Bote , der dem Volk sein Selbstvertrauen wegnimmt
Johannes ist der, von dem es in den Heiligen Schriften heißt.
„Ich (Gott, der Vater) sende meinen Boten vor dir (Gott, dem Sohn) her – das sagt Gott -, damit er (Johannes) den Weg für dich (den Sohn) bahnt`“.
Johannes sollte Jesu Weg vorbereiten. Wodurch geschah dies?
Die Juden besaßen großes Selbstvertrauen in sich selbst. Sie sagten: Wir haben Abraham zum Vater. Wir sind seine Kinder. Wir stammen aus dieser Verwandtschaft ab, egal was wir tun, egal, wie wir uns verhalten. Es macht nichts, ob wir gerecht oder ungerecht sind, ob wir böse zu unseren Nächsten sind oder sie betrügen. Hauptsache, wir gehen zum Tempelgottesdienst oder in die Synagoge gehen, dann ist alles schon gut. Denn, wir sind ja Abrahams Kinder, wir sind beschnitten, wir sind doch die auserwählten Juden.
Doch dies stimmte nicht: Denn schon immer waren diejenigen, die Auserwählten, die, die zerbrochenen und zerschlagen Herzens waren. Es waren die, die auch taten, was Gottes Gebote sagten. Nur diese waren sein wirkliches Volk. Denn nur die, die beschnittenen Herzens waren und Gott wirklich liebten, dass waren die Erwählten Gottes. Sein Volk war immer nur ein erwählter Überrest.
Römer 2, 28+29 Denn der ist ein Jude, der es äußerlich ist,… sondern der ist ein Jude, der es inwendig verborgen ist, und das ist die Beschneidung des Herzens, die im Geist und nicht im Buchstaben geschieht.
Nun aber gilt dies auch uns: Gott lässt uns durch seine Boten heute sagen: „Ich will euer großes Selbstvertrauen in euch selbst wegnehmen.“ Sagen wir nicht auch: Ich bin evangelisch, ich bin katholisch. Ich bin Christ. Ich bin Mitglied der Kirche, einer christlichen Gemeinde, ich bin getauft, ich bin konfirmiert, ich bin gefirmt. Ich bin intelligent! Was wollt ihr denn? Ich bleib‘, was ich bin. Ich habe die Kirche zur Mutter und damit Gott zum Vater. Ist dies genug? Ich habe ein starkes Selbstvertrauen.
Ja, es mag genug sein, wenn dein Leben mit dem der Gebote übereinstimmt, wenn du Jesu Lebensweise nachlebst. Dann darfst du vertrauen, aber dann allein in Gottes Gnade. Wenn diese Lebensweise Jesu bei dir nicht vorhanden ist, dann ist weder Abraham dein Vater, noch die Kirche (wo du meinst die Seligkeit her kommt) deine Mutter, noch Christus dein Herr. Wenn dein Leben nicht nach der Lebensweise Jesu gelebt wird, dann ist die Axt schon an deinen Lebensbaum angelegt, dass er abgehauen wird. Worauf gründet sich deine Selbstsicherheit? Nicht umsonst heißt es:
Glaubet ihr nicht, so bleibet ihr nicht!
So wie Johannes den Juden ihre Selbstsicherheit wegnahm, wegen ihrer Beschneidung und Abstammung von Abraham, so muss auch unsere Selbstsicherheit, wegen unserer Leistung, Gutestun oder Kirchenzugehörigkeit weggenommen. Auch ich als Prediger muss sagen: Es genügt nicht, dass du getauft bist (mit viel oder wenig Wasser), dass du konfirmiert bist oder in den Religionsunterricht gingst oder zu einer Kirche gehörst. Dass alles ist gut und nützlich, aber es reicht allein reicht nicht aus, um ewiges Leben zu haben. Was ist aber wichtig?
Wichtig ist vor allem, dass unser Leben auf den Kommenden beständig ausgerichtet ist.
- Johannes ist Wegweiser auf den Kommenden, Ihn selbst empfangen
Maleachi sagt nun weiter:
Und bald wird kommen zu seinem Tempel der HERR, den ihr sucht.
Dieser Herr kam in den Armen der Maria zum Tempel.Zacharias suchte ihn schon lange und nahm ihn dann in seine Arme. Er sprach zu Jesus: Herr, nun lässt du deinen Diener in Frieden fahren, denn meine Augen haben deinen Heiland gesehen. Ein Licht zu erleuchten die Heiden und zum Preis deines Volkes Israel. Er hatte auf ihn gewartet und ihn selbst empfangen.
Wie steht es mit dir? Für uns ist es wichtig, dass wir Jesus mit unseren inneren Augen als Retter, als unseren Heiland erkennen und ihn in unsere Arme und unsere Herzenskrippe nehmen. Ihm sollen wir danken, dass er uns die Sündenschuld vergibt und uns von der Macht des Teufels errettet hat. Wollen wir Ihn als unseren Heiland annehmen? Erst dann sind wir wirklich Abrahams Kinder, wenn er unser persönlicher Retter ist und er unser Herr bleibt.
Johannes sagt: Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt.Er weist von sich selbst weg, indem er sagt: Ich bin nicht der Prophet, ich bin nur eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet dem Herrn seinen Weg.
Johannes ist nur Wegweiser auf den KOMMENDEN hin. Wir aber sollen den Messias empfangen. Johannes sagt:
Ich taufe ich mit Wasser. Er aber, der nach mir kommen wird, der wird euch mit Heiligem Geist und Feuer taufen:
Das ist mit seiner vollkommenen Erlösung. Leute, auf diesen Kommenden kommt es an.
Lasst uns deshalb den Kommenden empfangen, seht Ihn, empfangt Ihn und verändert euer Leben.
Zusammenfassung:
Johannes ist ein Prophet und ruft zur Lebensveränderung auf
Bist du solch ein berufener und charakterfester Mensch wie jener, der andere zur Lebensveränderung aufruft? Stimmt deine Lebensform mit deiner Botschaft überein?
Johannes ist der Bote, der dem Volk sein Selbstvertrauen wegnimmt.
Bist du solch ein Bote, der anderen nur deshalb das Selbstvertrauen wegnimmt, weil du möchtest, dass diese Menschen allein Christus vertrauen?
Johannes ist Wegweiser, der auf den Kommenden hinweist, Ihn selbst zu empfangen.
Bist du solch ein Wegweiser, dass du von dir wegweist und Menschen zu Christus führst, damit sie ihn persönlich annehmen?
Wenn ja, dann kann Gott dich wie einst Johannes als Prophet, Bote und Wegweiser gebrauchen auf Christi zweites Kommen hinzuweisen.. Amen.