Einleitung:
Hiob 28 bildet das Nachwort des Dialogs zwischen Hiob und seinen drei Rat gebenden Freunden. Es stellt der menschlichen Weisheit die Weisheit Gottes entgegen, die von Hiob und seinen Freunden zur Deutung seines Leidens bisher herangezogen wurde. Die in diesem Kapitel beschriebene Weisheit ist keine menschliche Erkenntnis, sondern eine von Gott gesetzte gesamtweltliche Ordnung, die durch Ehrfurcht erkannt und gelebt wird. Der Mensch kann sie nicht durch eigene Anstrengungen erreichen, sie nicht erwerben oder mit weltlichen Mitteln erlangen.

Hiob beschreibt den Eifer, mit dem Menschen nach Edelmetallen graben und Schätze aus der Tiefe der Erde ans Licht bringen. Doch so intensiv sie auch nach Gold und Edelsteinen suchen, sie können die wahre Weisheit nicht finden. Selbst wenn der Mensch tief in die Erde vordringt, bleibt ihm göttliche Weisheit verborgen, da sie nicht durch menschlichen Fleiß erlangt werden kann. Nur Gott allein kennt ihren wahren Ort.

    Weisheit hat einen unschätzbaren Wert und kann nicht mit Gold, Silber oder Edelsteinen erkauft werden. Kein menschliches Vermögen reicht aus, um sie zu erwerben. Selbst die Tiefen des Meeres und der Unterwelt wissen nicht, wo sie zu finden ist. Diese Erkenntnis liegt außerhalb des menschlichen Zugriffs, da sie nicht durch weltliche Mittel erlangt werden kann.

    Gott allein besitzt wahre Weisheit, da er Schöpfer und Herrscher der Welt ist. Er hat die Erde mit Weisheit geordnet und kennt alle Geheimnisse des Universums. Wahre Weisheit besteht darin, den Herrn zu fürchten und das Böse zu meiden. Dies ist die einzige Form von Weisheit, die dem Menschen durch Gottesfurcht zugänglich ist.

      Göttliche Weisheit unterscheidet sich grundlegend von menschlicher Weisheit. Sie ist kein Ergebnis intellektueller Leistung oder materieller Mittel, sondern entsteht allein aus der Ehrfurcht vor Gott und unserer Beziehung zu ihm. Nur diejenigen, die Gott fürchten, erlangen diese Weisheit, die wertvoller ist als alle materiellen Schätze der Erde.