Verkündigung der Geburt unseres Herrn an die selige Jungfrau Maria – 25. März

„Als aber die Zeit erfüllt war, sandte Gott seinen Sohn, geboren von einer Frau und dem Gesetz unterstellt.“ (Gal 4,4)
Der 25. März ist ein stilles, aber tiefes Fest im Kirchenjahr. Neun Monate vor Weihnachten erinnert uns dieser Tag daran: Die Menschwerdung Christi begann nicht erst in der Krippe von Bethlehem, sondern im verborgenen Gehorsam einer Jungfrau in Nazareth, Israel. Gott handelt heilsgeschichtlich sehr genau – seine Zeit ist nun erfüllt, sein Plan ist vollkommen.
1. Gottes Initiative: Seine GNADE kommt von oben
In Lukas 1,26–38 tritt der Engel Gabriel zu Maria mit einer Botschaft, die alle menschliche Vorstellung übersteigt. Gottes Erlösung beginnt nicht mit menschlicher Initiative und Streben, sondern mit göttlicher Initiative und einem Wunder. Maria ist „begnadet“ – nicht aufgrund eigener Leistung, sondern weil Gott sie als sein Gefäß erwählt.
Hier erkennen wir ein Grundprinzip des Evangeliums: Gott handelt immer zuerst. Wie schon in Jesaja 7 verheißen („Siehe, eine Jungfrau wird schwanger werden“), erfüllt sich Gottes Wort zuverlässig. Die Menschwerdung Christi ist keine religiöse oder philosophische Idee, sondern ein reales Eingreifen Gottes in Raum und Zeit unserer Geschichte und erfüllt sich durch und in der Jungfrau Maria.
Auch wir leben aus dieser Gnade. Unser Glaube beginnt nicht mit unserer Suche nach Gott, sondern mit seinem Ruf an uns und unserer Antwort. Antwortest Du wie Maria?
2. Marias Antwort: Der Gehorsam des Glaubens
Marias berühmte Antwort lautet: „Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe nach deinem Wort.“
Diese Haltung ist kein passives Ertragen, sondern ein aktiver Glaube. Maria vertraut Gottes Verheißung, obwohl sie den Weg ihrer berufenen Schwangerschaft nicht überblickt. Ihr „Ja“ steht am Anfang des Heilsweges, der über Bethlehem hinaus direkt nach Golgatha führt.
Das Tagesgebet – siehe am Ende -bringt diese Verbindung wunderbar zum Ausdruck:
Wir hören von der Menschwerdung Gottes in Jesus,– doch wir gelangen erst durch sein Kreuz und sein Leiden zur Auferstehungsherrlichkeit. Weihnachten und Karfreitag gehören zusammen. Die Krippe steht bereits im Schatten des Kreuzes.
Für uns bedeutet das: Echter Glaube zeigt sich wie bei Maria im Gehorsam gegenüber Gottes Wort – auch wenn der Weg für unseren Glaubens zunächst unverständlich erscheint.
3. Die Frucht der Menschwerdung: Kindschaft und Hoffnung
Galater 4 erinnert uns daran, warum Christus geboren wurde: „Damit wir die Kindschaft empfingen.“
Der ewige Sohn wird Mensch, damit wir verlorene und verirrte Menschen geliebte und wirkliche Kinder Gottes werden. Dieses Heil beginnt verborgen im Schoß Marias, wird sichtbar in Bethlehem und vollendet sich im leeren Grab.
Darum ist der 25. März auch ein Hoffnungsfest für uns. Gott beginnt sein größtes Werk im Verborgenen – der seliggepriesenen Mutter unseres Herrn Christus. So wirkt er oft auch heute: verborgen, im Stillen und treu für Dich. Was Gott in seinem Wort verheißen hat, wird er in Dir vollenden.
Zum Nachdenken
Zwischen Verkündigung Jesu und seiner Geburt liegen neun Monate des Wartens. Zwischen Verheißung und Erfüllung liegt oft auch in unserem Leben eine bestimmte Zeit des Glaubens. Doch wie Maria dürfen wir glauben sagen: „Herr, mir geschehe nach deinem Wort.“
Wer wie Maria, die Mutter unsers Herrn Jesus Christus glaubt und lebt, wird erfahren: Gottes Gnade trägt mich durch Warten und Leiden hindurch zur Herrlichkeit meiner Auferstehung.
Gebet des Tages
Herr. Wir bitten Dich: Gieße Deine himmlische Gnade in unsere Herzen, dass – die wir durch die Botschaft eines Engels die Menschwerdung Deines Sohnes vernommen haben – wir auch durch sein Kreuz und sein Leiden zu der Herrlichkeit seiner Auferstehung gelangen. Durch denselben Jesus Christus, unseren Herrn. Amen.
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