Lesungen nach dem Lektionar nach: „Das Allgemeine Gebetbuch“ – zum 23. Januar.
(Kapitel 1: klicken um hier zu lesen) – https://www.bibleserver.com/EU/Hiob1

Der Prolog im Buch Hiob führt die zentralen Figuren und Themen der Geschichte ein.

Gott, der im hebräischen Text als „Jahwe“ bezeichnet wird, veranlasst die Ereignisse, indem Er Satan herausfordert.


Satan
Satan wird als „der Ankläger“ vorgestellt. In dieser Darstellung hier ist „Satan“ kein Eigenname, sondern eine Funktionsbeschreibung. Er tritt als Ankläger gegen Hiob und stellt dessen Frömmigkeit infrage.

Hiob
Hiob wird als „tadellos und aufrichtig“ beschrieben. Er fürchtet Gott und meidet das Böse. Diese Eigenschaften führen zu Gottes offensichtlicher Zufriedenheit mit Hiob. Dies zeigt sich in Wohlstand, Gesundheit und in seiner großen Familie.

Hiobs Frau
Hiobs Frau wird negativ dargestellt. Sie zeigt wenig Verständnis für seine Leiden und fordert ihn auf, Gott zu verfluchen und lieber zu sterben. Statt Trost bietet sie ihm unlogische Kritik und Aussichtslosigkeit.


Hiobs Freunde
Hiobs drei Freunde – Eliphaz, Bildad und Zophar – treten zunächst mit Mitgefühl auf und sitzen wortlos sieben Tage bei ihm. Doch später zeigen sich ihre Ansichten und Argumente kurzsichtig und problematisch.

Die Reden der Freunde:
Eliphaz (Erfahrungen)
Eliphaz wird als weiser, aber traditionell denkender älterer Mann dargestellt. Seine Reden basieren auf der Vorstellung, dass Leiden eine direkte Folge von Sünde ist. Er beruft sich auf persönliche Erfahrungen und eine mystische Vision, die ihm angeblich bestätigt, dass Hiob gesündigt hat. Zunächst ist Eliphaz behutsam, wird jedoch zunehmend kritischer und spöttischer, als Hiob seine Schuld leugnet. Eliphaz betont Gottes Übernatürlichkeit und meint, dass Gott zu groß sei, um sich mit persönlichen Schicksalen zu befassen.

Bildad – (Bildung)
Bildad ist ein Gebildeter und Traditionalist, der jünger ist als Eliphaz . Er bringt vor allem gebräuchliche und theologische Argumente vor. Er behauptet, Hiobs Kinder seien gestorben, weil sie Sünder waren, und sieht Hiobs Leid ebenfalls als Strafe für dessen Sünde. Seine Ansprachen sind geprägt von wenig Mitgefühl und einer starren Haltung. Er spricht von Gottes Allmacht und argumentiert, dass Hiob Gottes Entscheidungen einfach akzeptieren müsse.


Zophar (der Zornige)
Zophar, der jüngste der drei Freunde, ist der direkteste und eindeutigste. Er ist emotional und wirft Hiob vor, seine Schuld zu leugnen, und behauptet, dass Hiob selbst unbewusst gesündigt haben müsse. Zophar argumentiert mit Gottes Allwissenheit und fordert Hiob auf, Buße zu tun, um Gottes Gnade zu erfahren.

Hiobs Antwort und Reden
Hiob hält mehrere Reden, in denen er die Anklagen seiner Freunde zurückweist. Er besteht darauf, dass er unschuldig ist, und argumentiert, dass sein Leiden unverdient ist.
Hiobs Klage
Zu Beginn verflucht Hiob den Tag seiner Geburt und wünscht sich, er wäre tot geboren worden. Obwohl er tief verzweifelt ist, denkt er nicht daran, sein Leben zu beenden.
Hiobs Reaktion auf die Argumente seiner Freunde
Hiob lehnt die Erklärungen seiner Freunde ab. Er sieht Gott als verantwortlich für sein Leiden und äußert den Wunsch, Gott vor Gericht zu stellen, um seine Unschuld zu beweisen. Seine Reden zeigen eine Mischung aus Verzweiflung, Hoffnungslosigkeit und doch gelegentlicher Zuversicht.

Hiobs bemerkenswerte Reden
In Kapitel 28 singt Hiob ein Loblied auf die Weisheit, die er als unendlich wertvoll, aber für Menschen schwer erreichbar beschreibt. In Kapitel 31 verteidigt Hiob seine Unschuld und listet alle Bereiche seines Lebens auf, in denen er sich untadelig verhalten hat.


Elihu – Der vierte und letzte Redner – (Einsichten neu und innovativ)
Elihu, ein jüngerer Mann, tritt am Ende in die Diskussion ein. Er behauptet, neue Einsichten zu bringen, wiederholt jedoch im Wesentlichen die Argumente der drei Freunde. Elihu betont, dass Gott Leiden als Belehrungs-Methode benutzt, um Menschen zu erziehen und sie vor größerem Unheil zu bewahren. Nun wird es stell. Hiob reagiert nicht auf Elihus Reden.

Fazit – Ergebnis
Die Reden der Freunde und Elihus zeigen, wie schwierig es ist, Gottes Handeln zu verstehen. Sie versuchen, Hiobs Leiden durch einfache Ursache-Wirkungs-Prinzipien zu erklären, scheitern jedoch an der Vielschichtigkeit vieler übersinnlicher Merkmale seiner Situation. Während einige ihrer Aussagen theologisch korrekt sein mögen, wenden sie diese auf Hiobs Fall gefühllos und unangemessen an. Hiob bleibt in seinem Leid jedoch standhaft und wartet auf eine Antwort von Gott.